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Pregabalin

Wirkungsweise

Epilepsien

Pregabalin ist ein vergleichsweise neuer Wirkstoff in der Epilepsiebehandlung, dessen Eigenschaften denen von Gabapentin ähneln. Seine Wirksamkeit als Zusatztherapeutikum bei fokalen Epilepsien wurde in einigen Studien nachgewiesen, die zwölf Wochen dauerten. Nach den bisherigen Studienergebnissen ist Pregabalin nicht wirksamer als Carbamazepin. Ein Vorteil von Pregabalin gegenüber anderen Epilepsiemitteln ist, dass es kaum Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gibt. Demgegenüber sind seine unerwünschten Wirkungen noch nicht gut bekannt und über die Auswirkungen seiner Anwendung über lange Zeit weiß man erst wenig. Aufgefallen ist jedoch inzwischen, dass sich der Körper im Laufe der Zeit an Pregabalin zu gewöhnen scheint. Dann muss die Dosis immer weiter gesteigert werden, damit noch eine Wirkung spürbar wird. Diese Toleranzentwicklung hat vor allem bei Personen mit Suchterkrankungen oder Abhängigkeiten in der Vorgeschichte zu massiven Dosissteigerungen geführt.

Pregabalin wird als Zusatzbehandlung mit anderen Epilepsiemitteln als "auch geeignet" bewertet.

Neuropathien

Pregabalin beeinflusst die Schmerzempfindungen. Es ähnelt in seiner chemischen Struktur Gabapentin und dockt wie dieses an speziellen Bindungsstellen der Nerven des Zentralnervensystems an. Durch den Einfluss von Pregabalin werden weniger Nervenbotenstoffe freigesetzt, die an der Wahrnehmung und Beurteilung von Schmerzempfindungen beteiligt sind. Derzeit geht man davon aus, dass dies die Grundlage für die schmerzlindernde Wirkung von Pregabalin bei chronischen Schmerzen ist.

In Studien zeigte sich, dass Menschen, die mit Pregabalin behandelt werden, weniger Schmerzen empfinden und besser schlafen können. Der Effekt ist aber nur bei einem Teil der Behandelten zufriedenstellend. Besonders gut wirksam war es bei Schmerzen nach einer Gürtelrose und aufgrund diabetischer Neuropathie. Allerdings muss die Dosierung dann über 150 Milligramm Pregabalin am Tag liegen. Eigentlich ist der Wirkstoff gut verträglich. Doch bei einer täglichen Dosis von 600 Milligramm Pregabalin stellt sich bei bis zu jedem Vierten Müdigkeit ein und fast jedem Zweiten wird schwindlig. Rund ein Viertel der Behandelten bricht die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Für Pregabalin ist noch nicht hinreichend untersucht, wie der Wirkstoff im Vergleich zu den bisher gebräuchlichen Wirkstoffen Amitriptylin und Carbamazepin abschneidet. Im Vergleich zu diesen ist das Mittel noch weniger gut erprobt.

Zudem ist aufgefallen: Der Körper scheint sich im Laufe der Zeit an Pregabalin zu gewöhnen. Dann muss die Dosis immer weiter gesteigert werden, damit noch eine Wirkung spürbar wird. Diese Toleranzentwicklung hat vor allem bei Personen mit Suchterkrankungen oder Abhängigkeiten in der Vorgeschichte zu massiven Dosissteigerungen geführt.

Aus diesen Gründen wird Pregabalin bei Neuropathien als "auch geeignet" bewertet.

Anwendung

Epilepsien

Allgemeine Angaben zur Anwendung finden Sie unter Antiepileptika gemeinsam betrachtet.

Neuropathien

Die Behandlung von Neuropathien mit Pregabalin beginnt mit 150 Milligramm täglich. Nach drei bis sieben Tagen kann die Dosis auf 300 Milligramm täglich gesteigert werden. Bei Bedarf kann nach einer weiteren Woche stufenweise bis zur Höchstdosis von 600 Milligramm täglich weiter erhöht werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosierung angepasst werden.

Achtung

LYRICA Lösung: Dieses Mittel enthält Parabene. Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf  Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie die Lösung nicht anwenden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Durch Pregabalin können sich die Wirkungen von Oxycodon (bei starken Schmerzen) und Lorazepam (bei Angststörungen) auf das Gehirn verstärken. Das kann sich durch Denk- und Bewegungsstörungen äußern.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol verstärkt die dämpfende Wirkung von Pregabalin. Dann kann vor allem die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein.

Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit Pregabalin können sich vermehrt Selbsttötungsgedanken einstellen. Wenn Sie Schlafstörungen, Lustlosigkeit, Antriebsmangel, das Empfinden einer inneren Leere, Interesselosigkeit und Schuldgefühle bemerken oder wenn Angehörige solche Gemütsveränderungen registrieren, sollten Sie das umgehend einem Arzt mitteilen, damit er über das weitere Vorgehen entscheiden kann.

Nach dem Absetzen können Entzugssymptome auftreten. Berichtet wurde von Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, Grippesymptomen, Benommenheit, depressiver Verstimmung, übermäßigem Schwitzen und Schmerzen.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 von 100 Personen verändert sich das Geschmacksempfinden. Es können Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen oder Verstopfung auftreten. Mit der gleichen Häufigkeit wird über Störungen von Aufmerksamkeit, Beweglichkeit, Sehen und Sprechen berichtet. Wenn diese Beschwerden einmalig auftreten, brauchen Sie zwar nichts zu unternehmen, sollten aber dem Arzt beim nächsten Besuch davon berichten.

Pregabalin kann die Sexualfunktion einschränken. Bei Männern kann es zu Erektions- und Ejakulationsstörungen führen, bei Frauen kann die Regel ausbleiben. Über diese Symptome sollten Sie den Arzt informieren.

Muss beobachtet werden

Pregabalin kann den Appetit anregen. Jeder zehnte Behandelte nimmt an Gewicht zu. Bei Menschen mit Diabetes muss dann gegebenenfalls die Dosierung der Diabetesmedikamente angepasst werden.

10 von 100 Personen werden durch die Behandlung mit Pregabalin müde sowie benommen und fühlen sich abgeschlagen. 1 von 100 empfindet Schwindel. Aufgrund dieser unerwünschten Wirkungen kann der Gang unsicher werden. Damit steigt die Gefahr zu stürzen.

Pregabalin kann Stimmung und Wahrnehmung verändern. Das trifft etwa 1 von 100 Behandelten. Die Betroffenen werden entweder euphorisch oder im Gegenteil reizbar, depressiv, traurig oder sind von Panikreaktionen geplagt. Auch Verwirrtheit, Ruhelosigkeit sowie Denk- und Gedächtnisstörungen können sich einstellen. Wenn Derartiges anhält oder sich wiederholt, sollten Sie das weitere Vorgehen mit einem Arzt besprechen.

Es können sich Sehstörungen einstellen, bei denen das Sehen unscharf wird oder wie durch einen Tunnel erscheint oder Doppelbilder gesehen werden. Bleiben diese Störungen bestehen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Gelenk- und Muskelschmerzen können eine Reaktion des Immunsystems anzeigen. Bei anhaltenden Beschwerden, die sich nicht auf andere Ursachen, wie z. B. einen Muskelkater, zurückführen lassen oder wenn sich die Beschwerden zusätzlicher Erkrankungen wie Gelenkentzündungen verschlimmern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Schwellungen im Gesicht oder am Körper (Ödeme), vor allem solche an den Unterschenkeln, können ein Zeichen dafür sein, dass die Herz- oder Nierenfunktion beeinträchtigt ist. Bemerken Sie solche Ödeme erstmals oder verschlimmern sich bestehende, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Nimmt der oben beschriebene Juckreiz zu und bilden sich auf der gesamten Haut Bläschen, verbunden mit Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel, muss sofort der Notarzt (Telefon 112) gerufen werden. Es kann sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln.

Auch bei Schwellungen im Bereich des Gesichts, der Lippen und der Zunge (Angioödem, Quincke-Ödem), die von Atemnot und Erstickungsanfällen begleitet sind, muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Wenn Sie wiederholt befremdliche Dinge sehen und hören, die andere Menschen nicht bemerken, sollte der Arzt informiert werden. Solche Halluzinationen erlebt höchstens 1 von 100 Behandelten.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder und Jugendliche sollten nicht mit Pregabalin behandelt werden, weil über seine Auswirkungen in dieser Altersgruppe erst wenig bekannt ist.

Zur Empfängnisverhütung

Frauen, die schwanger werden können, sollten für eine sichere Empfängnisverhütung sorgen, wenn sie Pregabalin einnehmen. Nach den bisherigen Erfahrungen beeinträchtigt Pregabalin die Wirkung der Pille nicht.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Epilepsien

Allgemeine Hinweise für die Anwendung in der Schwangerschaft finden Sie unter Epilepsiemittel.

Über die Anwendung von Pregabalin in der Schwangerschaft gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sie sollten das Medikament daher nicht anwenden.

Es ist nicht bekannt, ob das Mittel in die Muttermilch übergeht. Sicherheitshalber sollten Sie während einer Pregabalinbehandlung nicht stillen.

Für ältere Menschen

Bei Menschen dieses Alters ist die Nierenfunktion oft eingeschränkt. Dann muss der Arzt die Dosierung von Pregabalin dem anpassen. Dass Pregabalin benommen und müde macht, kann bei älteren Menschen die Gefahr zu stürzen vergrößern.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Pregabalin kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Sie sollten deshalb nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

Epilepsien

Hinweise zur Verkehrstüchtigkeit finden Sie auch unter Epilepsiemittel.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs