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Epilepsiemittel: Ethosuximid

Wirkungsweise

Mit Ethosuximid werden Absencen behandelt – eine Epilepsieform, die vornehmlich im Kindesalter auftritt und bei der das Bewusstsein sekundenlang aussetzt – mit oder ohne begleitende Zuckungen. Die Wirkweise von Ethosuximid ist weitgehend ungeklärt. Es wird vermutet, dass Ethosuximid vor allem Nervenzellen in den Gehirnregionen beeinflusst, die bei Absence-Epilepsie fehlgesteuert sind.

In einer Studie wurde verglichen, wie wirksam die Behandlung von Kindern mit Absence-Epilepsie mit entweder Ethosuximid, Lamotrigin oder Valproinsäure ist. Ethosuximid und Valproinsäure waren in etwa gleich wirksam, jedenfalls besser als Lamotrigin. Ethosuximid scheint zudem die Aufmerksamkeit der Kinder weniger zu beeinträchtigen als Valproinsäure. Ethosuximid wird daher für die Behandlung von Absence-Epilepsien bei Kindern als "geeignet" bewertet.

Im Gegensatz zu Valproinsäure, die auch bei anderen Epilepsieformen eingesetzt werden kann, ist Ethosuximid nur bei Absencen im Kindesalter gut wirksam. Treten neben Absencen auch generalisierte Anfälle auf, ist Valproinsäure zu bevorzugen.

Anwendung

Allgemeine Angaben zur Anwendung finden Sie unter Antiepileptika gemeinsam betrachtet.

Ethosuximid kann das Knochenmark schädigen. Um auf eine solche Schädigung aufmerksam zu werden, sollte der Arzt zu Beginn der Behandlung jeden Monat ein Blutbild machen. Nach dem ersten Behandlungsjahr genügen Kontrollen in halbjährlichem Abstand.

Um das Nebenwirkungsrisiko zu verringern, sollte Ethosuximid während oder nach den Mahlzeiten eingenommen und die Dosierung langsam gesteigert werden.

Gegenanzeigen

Bei Personen mit psychischen Erkrankungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Ethosuximid sorgfältig abwägen. Bei diesen können psychische Nebenwirkungen wie Wahnzustände, Halluzinationen, Angstzustände und Übererregtheit häufiger als sonst auftreten.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol verstärkt die dämpfende Wirkung von Ethosuximid. Dann kann vor allem die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein.

Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit Ethosuximid können sich vermehrt Selbsttötungsgedanken einstellen. Wenn Sie bei Ihrem Kind Verhaltensveränderungen wie Lustlosigkeit, Antriebsmangel, vermehrte Ängste, Interesselosigkeit und Schuldgefühle bemerken, sollten Sie das umgehend einem Arzt mitteilen, damit er über das weitere Vorgehen entscheiden kann.

Keine Maßnahmen erforderlich

Ethosuximid kann zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall und Appetitmangel führen. Das könnte der Grund sein, weshalb einige der mit Ethosuximid Behandelten an Gewicht verlieren.

Muss beobachtet werden

Ethosuximid kann zu starken Kopfschmerzen führen.

Die Behandelten können sich kraftlos und abgespannt fühlen. Wenn diese Nebenwirkungen sehr belastend sind, sich das Kind beispielsweise in der Schule verschlechtert, sollten Sie mit dem Arzt darüber sprechen.

Besonders in den ersten Stunden der Behandlung kann es zu Bewegungsstörungen kommen. Darüber sollte der Arzt informiert werden. Wenn der Wirkstoff abgesetzt wird, verschwinden die Beschwerden wieder.

Ethosuximid kann die Psyche beeinflussen und Verhaltensauffälligkeiten auslösen. Wenn sich ein Behandelter ungewöhnlich ängstlich fühlt oder Halluzinationen hat, sollte ein Arzt aufgesucht und mit ihm das weitere Vorgehen besprochen werden.

Bei bis zu 10 von 100 Personen rötet sich die Haut verstärkt und juckt. Sie reagieren vermutlich allergisch auf Ethosuximid. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn jemand, der mit Ethosuximid behandelt wird, auffallend blass, müde, kraftlos und kurzatmig ist, kann das auf einer Blutarmut beruhen, weil Ethosuximid die Produktion von Blutfarbstoff beeinträchtigen kann. Bei diesen Symptomen sollte ein Arzt das Blut untersuchen.

Sofort zum Arzt

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können auch erste Anzeichen für sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Sie treten bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten auf und entwickeln sich meist etwa drei bis fünf Wochen nach der Anwendung. Sie beginnen damit, dass sich die Haut verstärkt rötet und juckt. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen. Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch verschlimmern.

Bei Abgeschlagenheit, Müdigkeit, grippeartigen Beschwerden mit Halsschmerzen und Fieber kann es sich um eine Blutbildungsstörung handeln. Besonders die Zahl der weißen Blutkörperchen, die an der Erregerabwehr beteiligt sind, kann deutlich verringert sein. Gegebenenfalls muss der Arzt Ethosuximid dann geringer dosieren oder zu einem anderen Medikament wechseln.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Mit Ethosuximid können bereits Säuglinge behandelt werden. Für Kleinkinder kann der Saft beispielsweise in einen Brei eingerührt werden.

Bei Kinderwunsch

Durch Ethosuximid kann sich ein Mangel an Folsäure entwickeln. Bei einer ungenügenden Versorgung mit diesem Vitamin treten beim sich entwickelnden Kind bestimmte Fehlbildungen häufiger auf. Frauen, die schwanger werden wollen und mit Ethosuximid behandelt werden, sollten möglichst schon drei Monate vor Eintritt einer Schwangerschaft täglich fünf Milligramm Folsäure einnehmen und diese Medikation bis zur zwölften Schwangerschaftswoche beibehalten. Damit wird diesen Fehlbildungen vorgebeugt.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Allgemeine Hinweise für die Anwendung in der Schwangerschaft finden Sie unter Epilepsiemittel.

Wenn Sie während der Schwangerschaft Ethosuximid eingenommen haben, sollte Ihr Kind unmittelbar nach der Geburt sicherheitshalber Vitamin K gespritzt bekommen. Dieses Vitamin ist – neben anderem – für die Blutgerinnung notwendig. Durch eine Behandlung der Frau mit Ethosuximid kann sich beim ungeborenen Kind ein Vitamin-K-Mangel entwickeln, der unbehandelt beim Säugling zu Gehirnblutungen führen kann.

Ethosuximid geht in die Muttermilch über. Bei einer solchen Therapie sollten Sie sicherheitshalber nicht stillen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Hinweise zur Verkehrstüchtigkeit finden Sie unter Epilepsiemittel.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs