Medikamente im Test

Enzym: Bromelain

Wirkungsweise

Als Bromelain bezeichnet man ein Gemisch aus eiweißspaltenden Enzymen, das aus Ananas gewonnen wird und bei Schwellungen wirksam werden soll. Enzyme sind chemische Substanzen, die andere Verbindungen in ihre Bestandteile aufspalten.

Bei der Anwendung dieser Substanzen hat man Beobachtungen gemacht, mit denen man zu begründen versucht, warum sie bei Schwellungen nützlich sein können. So kann Bromelain die Blutplättchen in gewissem Maß daran hindern, sich zusammenzuballen. Dadurch verlängert sich die Blutungszeit. In Tierversuchen zeigte sich bei hoher Dosierung, dass sich nach der Gabe von Bromelain in entzündeten Geweben weniger Wasser ansammelt (ödemhemmende Wirkung). Ob diese Beobachtungen aber bei der Behandlung von Schwellungen therapeutisch bedeutsam sind, ist nicht ausreichend nachgewiesen.

Zudem ist offen, ob Bromelain nach der Einnahme überhaupt aus dem Magen-Darm-Trakt in nennenswerter Menge ins Blut aufgenommen wird und dorthin gelangt, wo es wirken soll. Einzelne Untersuchungen zeigen zwar, dass das Enzymgemisch in geringer Menge ins Blut übertreten kann, allerdings fehlen Studien, die nachweisen, dass dadurch bei Verletzungen schwellungsbedingte Schmerzen rascher abklingen.

Die Mittel werden als "wenig geeignet" bewertet.

Anwendung

Ohne Rücksprache mit einem Arzt sollten Sie die Mittel nicht länger als höchstens zehn Tage einnehmen.

Gegenanzeigen

Wenn Ihre Blutgerinnung gestört ist oder Sie gerinnungshemmende Medikamente (bei erhöhter Thrombosegefahr) einnehmen, dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Unbedingt beachten

Bromelain kann die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin sowie von Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel, Prasugrel und Ticlopidin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, verstärken. Deshalb müssen Sie die Blutgerinnung häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei etwa einem von 100 Behandelten können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort stoppen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen. Es kann sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Mittel sollen – wenn überhaupt – erst ab zwölf Jahre eingesetzt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Behandlung von Schwangeren und Stillenden fehlen ausreichende Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie die Mittel in dieser Zeit nicht anwenden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs