Medikamente im Test

Entzündungshemmendes Mittel + andere Substanzen: Salicylsäure + Chondroitinpolysulfat und Diethylaminsalicylat + Aescin (äußerlich/Kombination)

Wirkungsweise

Kombinationen, die entzündungshemmende Anteile enthalten, sollen bei Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen helfen.

Diethylaminsalicylat, Salicylsäure: Diese Substanzen wirken schmerzstillend und entzündungshemmend. Während Salicylsäure diese Wirkung direkt entfalten kann, muss Diethylaminsalicylat erst im Gewebe gespalten werden, damit Salicylsäure frei wird. Allerdings sind die beiden Wirkstoffe in den Produkten viel zu gering dosiert, als dass nach dem Auftragen des Gels auf die Haut die entzündungshemmende Wirkung der Salicylsäure im Organismus zum Tragen kommen kann.

Aescin: Dieses ist ein Substanzgemisch aus den Samen der Rosskastanie. Es soll abschwellend wirken. Auf welche Weise das geschehen kann, ist jedoch ungeklärt. Die äußerliche Anwendung führt im Körper nicht zu einer Aescinkonzentration, die eine Wirkung erwarten lässt.

Chondroitinpolysulfat (auch: Mucopolysaccharid-polyschwefelsäureester): Dieses ist eine heparinähnliche Substanz, die die Blutgerinnung hemmen soll. Bei äußerlicher Anwendung ist die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen.

Diese Kombinationsmittel werden als "wenig geeignet" bewertet. Zum einen ist die therapeutische Wirksamkeit der Bestandteile für die Behandlung von Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen nicht ausreichend nachgewiesen, zum anderen ist nicht erwiesen, dass die Wirksamkeit der Kombinationen der der Einzelbestandteile überlegen ist.

Allerdings haben Gele, unabhängig von den enthaltenen Wirkstoffen einen kühlenden Effekt. Das kann zu einer kurzzeitigen Linderung der Beschwerden beitragen.

Gegenanzeigen

Sie dürfen die Mittel nicht auf Schleimhäuten, offenen Wunden, bei Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Schuppenflechte und auf strahlenbehandelter Haut anwenden.

Mobilat: Wenn Ihre Nieren geschädigt sind, dürfen Sie das Mittel nicht großflächig anwenden. Andernfalls kann die Salicylsäure zu unerwünschten Wirkungen führen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Hautmittel verwenden, ist bei den Präparaten mit Salicylsäure zu beachten, dass sie die Aufnahme anderer Wirkstoffe durch die Haut fördern können. Eine solche kombinierte Anwendung sollten Sie vermeiden.

Nebenwirkungen

Wenn sich die Haut rötet, juckt und sich zusätzlich Bläschen auf der Haut bilden, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie das Mittel nicht mehr anwenden. Sind die Beschwerden einige Tage später nicht merklich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Muss beobachtet werden

Mobilat: Salicylsäure gelangt bei großflächiger Anwendung in relevanten Mengen durch die Haut ins Blut und kann die Nieren schädigen. Treten Schmerzen in der Nierengegend auf oder haben Sie häufig Probleme mit den Nieren, sollte der Arzt während der Behandlung einmal im Monat die Nierenwerte im Blut kontrollieren.

Sofort zum Arzt

Mobilat: Wenn Sie die Mittel länger als vier Wochen und auf großen Flächen anwenden, ist es möglich, dass zu viel Salicylsäure in den Körper gelangt und Vergiftungserscheinungen auslösen kann (Salicylismus). Anzeichen dafür sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen, trockene Schleimhäute. Treten solche Beschwerden auf, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren (Reparil) bzw. unter 18 Jahren (Mobilat) liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Aus Sicherheitsgründen sollten sie die Mittel nicht bekommen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Salicylat- und salicylsäurehaltige Präparate sollten während der Schwangerschaft nicht über längere Zeit und nur kleinflächig (auf einer Fläche von weniger als fünf Quadratzentimeter) angewendet werden. Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollten Sie aus Sicherheitsgründen besser ganz darauf verzichten: Salicylsäure kann die Geburt verzögern. Darüber hinaus kann sich beim Kind die Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader vorzeitig schließen, was den Kreislauf des Kindes überlastet.

Auch während der Stillzeit sollten Sie diese Mittel sicherheitshalber nicht anwenden. Auf der stillenden Brust dürfen Sie die Mittel nicht anwenden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs