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Eisen + Folsäure + Vitamin B12 (Kombination)

Wirkungsweise

Diese Kombination enthält Eisen, Folsäure und Vitamin B12, um Mangelzustände, die zu einer Blutarmut führen können, zu behandeln oder ihnen vorzubeugen. Testergebnis Kombinationsmittel bei Blutarmut

Eisen ist zentraler Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Wenn dem Körper Eisen fehlt, kann dieser nicht in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. In der Folge entsteht eine Blutarmut.

Auch ein Folsäuremangel ist oft mit einer Blutarmut verbunden. Folsäure gehört zu den B-Vitaminen und wird für die Zellteilung, den Eiweiß- und Nervenstoffwechsel benötigt. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie in Wachstumsphasen braucht der Körper mehr Folsäure als sonst.

Vitamin B12 wird dagegen benötigt, um die blutbildenden Zellen des Knochenmarks darin zu unterstützen, Blutkörperchen herzustellen.

Wenn es an Eisen und Folsäure gleichzeitig mangelt, ist es sinnvoll, beide Stoffe zusammen zu ersetzen. Das hier besprochene Mittel enthält zusätzlich noch Vitamin B12. Bei der empfohlenen Dosierung werden pro Tag je 90 Milligramm Eisen, 1,5 Milligramm Folsäure und 7,5 Mikrogramm Vitamin B12 eingenommen.

International werden zur Deckung des Eisen- oder Folsäurebedarfs in der Schwangerschaft für Eisen Tagesmengen von 60 bis 120 Milligramm empfohlen, für Folsäure 0,4 bis 1 Milligramm. Von Vitamin B12, das nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft enthalten ist, sollen Schwangere 4,5 Mikrogramm zuführen. Gemessen an diesen Empfehlungen ist das Präparat somit nicht optimal zusammengesetzt. Während den Empfehlungen der Eisenzufuhr entsprochen wird, werden diese für die tägliche Zufuhr von Folsäure und Vitamin B12 überschritten. Es fehlen zudem Studien, die belegen, dass die Anwendung der festgelegten Kombination zur Behandlung von Blutarmut generell Vorteile bietet gegenüber der Anwendung der Einzelmittel. Das Mittel ist daher für diesen Einsatz wenig geeignet.

Dass neben einer Eisenmangelanämie zugleich auch noch Folsäure- und Vitamin B12-Mangelzustände zu behandeln sind, ist eher selten der Fall. Denkbar ist dies allerdings, wenn eine vegan lebende Frau schwanger wird. In diesem Fall muss vom Arzt überprüft werden, ob die Dosierung der Einzelkomponenten in dem Mittel auch den individuellen Erfordernissen entspricht.

Welche Lebensmittel Sie gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen, erfahren Sie auf Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente.

Anwendung

Der Hersteller empfiehlt, das Mittel dreimal täglich einzunehmen.

Der Körper kann Eisen-II-Salze am besten verwerten, wenn Sie das Mittel eine Stunde vor den Mahlzeiten mit einem Glas Leitungswasser oder Fruchtsaft einnehmen. Falls Sie durch eisenhaltige Tabletten aber anhaltende Magen-Darm-Beschwerden bekommen, schlucken Sie die Tabletten besser zum Essen oder danach.

Als Behandlungsdauer bei bestehendem Eisenmangel werden drei bis sechs Monate angegeben.

Der Stuhl kann sich schwarz verfärben – das liegt am Eisen und ist unbedenklich, wenn die Stuhlfarbe vor der Eiseneinnahme normal war.

Achtung

Achten Sie strikt darauf, die Tabletten für Kinder unerreichbar aufzubewahren. Das Mittel enthält Eisen. Bei Kindern unter zwei Jahren können bereits 15 Tabletten auf einmal geschluckt lebensbedrohlich sein.

Gegenanzeigen

Wenn Sie Eisen nicht richtig verwerten können oder in erhöhtem Maße Eisen aus dem Darm aufnehmen (Eisenspeicherkrankheit, Hämochromatose – das überschüssige Eisen lagert sich dann in Geweben und Organen ab und wird nicht ausgeschieden), dürfen Sie keine Eisenpräparate einnehmen.

Das gilt auch, wenn Sie bereits regelmäßig oder wiederholt Bluttransfusionen erhalten haben. Dann besteht das Risiko einer übermäßigen Eisenaufnahme.

Wenn Sie an einer perniziösen Anämie leiden, kann die Einnahme der Fixkombination den Vitamin B12-Mangel nicht beheben. Dann muss das Vitamin regelmäßig gespritzt werden.

Wenn Sie eine Magenschleimhautentzündung, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) haben, sollten Sie vor der Anwendung von Eisenpräparaten Rücksprache mit einem Arzt halten.

Bevor Sie sich mit der festgelegten Kombination selbst behandeln, sollten Sie auch einen Arzt zu Rate ziehen, wenn Ihre Nieren- oder Leberfunktion eingeschränkt ist oder Sie an einer Alkoholerkrankung leiden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie diese Kombination einnehmen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Säurebindende Mittel (Antazida, bei Sodbrennen), Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol (bei Sodrennen, Speiseröhrenentzündung oder Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür) und Colestyramin (bei zu hohen Blutfetten) verringern die Aufnahme des Eisens im Darm. Sie sollten die Mittel deshalb im Abstand von mindestens zwei Stunden einnehmen.
  • Umgekehrt verringert Eisen die Aufnahme verschiedener Arzneimittel in den Körper. Dazu gehören Antibiotika wie Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Doxycyclin (alle bei bakteriellen Infektionen) sowie von Bisphosphonaten (bei Osteoporose), Levothyroxin (bei Schilddrüsenunterfunktion), Levodopa (bei Parkinsonkrankheit) und Methyldopa (bei hohem Blutdruck in der Schwangerschaft). Diese Mittel sollten Sie mindestens zwei Stunden vor dem Eisenpräparat einnehmen.
  • Der Wirkstoff Entacapon (bei Parkinson) bildet mit Eisen im Magen schwerlösliche Verbindungen. In dieser Form können beide Wirkstoffe nicht in den Organismus aufgenommen werden. Zwischen der Einnahme von Eisenpräparaten und Entacapon muss daher ein Abstand von mindestens zwei Stunden liegen.
  • Wenn Sie Phenytoin (bei Epilepsien) einnehmen, kann sich nach mehrjähriger Einnahme ein Folsäuremangel entwickeln. Wird dann Folsäure in höheren Dosen zugeführt, kann dies die Wirkung von Phenytoin abschwächen, sodass sich die Gefahr für Krampfanfälle erhöht.
  • Folsäure verstärkt die Nebenwirkungen von Fluorouracil (bei Krebs). Dieses Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Bestimmte Getränke, vor allem Milch, Cola, Kaffee, schwarzer oder grüner Tee, behindern die Aufnahme des Eisens und sind deshalb für die Einnahme ungeeignet. Kalziumreiche Nahrungsmittel wie Jogurt, Käse, Quark sollten mit einem Abstand von zwei Stunden verzehrt werden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten. Wenn die Beschwerden anhalten, obwohl Sie die Tabletten nicht auf nüchternen Magen, sondern zum Essen einnehmen, sollten Sie mit einem Arzt besprechen, ob Sie die Dosis verringern können.

Muss beobachtet werden

Wenn eine anhaltende Verstopfung auftritt, sollten Sie mit dem Arzt darüber sprechen, wie Sie dieser entgegenwirken können (z. B. durch ballaststoffreiche Kost, Bewegung) oder ob ein Abführmittel erforderlich ist.

Vereinzelt können sich die Zähne oder auch die Zunge und Mundschleimhaut verfärben. Das können Sie vermeiden, indem Sie nach der Anwendung die Zähne intensiv putzen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Solche Reaktionen zeigen sich nur in Einzelfällen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Vorbeugung eines Neuralrohrdefektes ist es wichtig, Folsäure bereits vor dem Eintreten einer Schwangerschaft einzunehmen. Frauen, die bereits ein Kind mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder offenem Rücken geboren haben oder in deren Familie solche Fehlbildungen vorkommen, wird empfohlen, täglich 5 Milligramm Folsäure einzunehmen, um Fehlbildungen vorzubeugen. Für alle anderen Frauen genügt eine tägliche Dosis von 0,4 Milligramm Folsäure.

Während der Schwangerschaft ist auch der Eisenanteil dieser Kombination zu beachten. Schwangere sollten Eisenpräparate nur anwenden, wenn der Ferritinwert unter 30 Mikrogramm pro Liter (µg/l) liegt. Ein Eisenmangel stellt sich in der Regel erst im Verlauf der Schwangerschaft ein, wenn aufgrund der fortschreitenden Entwicklung des Ungeborenen der Eisenbedarf ansteigt. Fragen Sie Ihren Arzt nach den entsprechenden Werten. Bei zu niedrigen Eisenwerten genügt es, wenn Sie bis zu 100 Milligramm Eisen einnehmen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Diese Kombination darf nicht an Kinder unter 6 Jahren verabreicht werden. Auch für Kinder mit einem Alter über 6 Jahren ist die Kombination nicht geeignet, wenn das Körpergewicht unter 20 Kilogramm liegt. In diesen Fällen ist das Mittel zu hoch dosiert.

Bei Kindern werden Eisenpräparate in Abhängigkeit vom Körpergewicht und vom Alter dosiert. Als optimale Dosierung pro Tag werden 2 bis 3 Milligramm Eisen pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kgKG) empfohlen. Mehr als 5 mg/kgKG sollten es nicht sein.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs