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Dutasterid + Tamsulosin (Kombination)

Wirkungsweise

Die beiden Wirkstoffe Dutasterid und Tamsulosin werden als Kombination zur Prostatabehandlung angeboten. Näheres zu den beiden Substanzen finden Sie für Dutasterid unter 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, für Tamsulosin unter Alpha-1-Rezeptoren-Blocker.

Die beiden Arzneistoffe beeinflussen die Beschwerden, die eine Prostatavergrößerung bereiten kann, auf unterschiedliche Weise. Daher soll das Kombinationsmittel Vorteile gegenüber einem Wirkstoff allein haben. Der Harnfluss soll sich verbessern, das Risiko eines akuten Harnverhalts soll geringer werden und es soll seltener operativ eingegriffen werden müssen.

Diese Effekte lassen sich mit der Kombination der beiden Wirkstoffe tatsächlich erreichen. Positiv beurteilen die Männer vor allem, dass die Beschwerden schneller nachlassen, als wenn sie Dutasterid allein einnehmen. Das liegt an dem Bestandteil Tamsulosin, dessen Wirkung bereits nach ein bis drei Wochen spürbar wird. Bei Dutasterid dauert es hingegen ein halbes bis ganzes Jahr, bis sich die Beschwerden merklich bessern, weil sich erst nach dieser Zeit die Prostata nennenswert verkleinert hat.

Studien legen nahe, dass es sinnvoll ist, die Einnahme des Kombinationsmittels nach etwa einem halben Jahr zu beenden und ab dann nur noch Dutasterid einzunehmen. Bei den meisten Männern verschlechtert sich die Symptomatik dadurch nicht, sie ersparen sich aber die Nebenwirkungen des zweiten Wirkstoffs, Tamsulosin. Nur wenn die Beschwerden anfänglich besonders stark sind, kann es sinnvoll sein, die Einnahme des Kombinationsmittels zu verlängern.

Vom Hersteller ist dieses Kombinationsmittel zur jahrelangen Einnahme vorgesehen. Dafür wird es wegen der dann im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Dutasterid vermehrt auftretenden Nebenwirkungen als "mit Einschränkung geeignet" bewertet. Bei Daueranwendung ist die noch nicht sicher geklärte Auswirkung von Dutasterid auf das Auftreten besonders aggressiver Prostatakarzinome zu bedenken.

Anwendung

Von dem Mittel sollen Sie einmal täglich eine Kapsel einnehmen, möglichst immer zur gleichen Tageszeit und eine halbe Stunde nach einer Mahlzeit.

Schlucken Sie die Kapsel, ohne sie zu zerbeißen. Bei direktem Kontakt irritieren die Wirkstoffe die Mund- und Rachenschleimhaut.

Achtung

Der Wirkstoff Dutasterid dieses Kombinationsmittels verändert das Ergebnis einer Blutuntersuchung auf das prostataspezifische Antigen. Dieser sogenannte PSA-Test wird häufig bei Männern gemacht, um den Verdacht auf Prostatakrebs näher einzugrenzen. Durch Dutasterid sinkt der PSA-Wert innerhalb der ersten Behandlungsmonate im Durchschnitt um die Hälfte. Haben Sie das Mittel länger als sechs Monate eingenommen, können Sie davon ausgehen, dass der wirkliche PSA-Wert doppelt so hoch ist wie gemessen. Damit der Arzt den PSA-Wert einschätzen kann, ist es wichtig, dass Sie ihn darüber informieren, dass Sie dieses Medikament anwenden.

Männer, deren Augenlinse gegen eine Kunstlinse ausgetauscht werden soll – der häufigste Grund dafür ist ein grauer Star, also eine Trübung der Augenlinse –, sollten den operierenden Arzt frühzeitig darauf hinweisen, dass sie Duodart einnehmen. Aufgrund des Anteils an Tamsulosin in dem Kombinationsmittel kann es bei der Operation vermehrt zu Komplikationen kommen. Es wird zwar empfohlen, die Behandlung mit einem Mittel, das Alpha-Blocker wie Tamsulosin enthält, in Absprache mit dem behandelnden Arzt etwa zwei Wochen vor der Augenoperation abzusetzen. Ob dies aber das Risiko für Komplikationen senkt, ist unklar.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Duodart nicht einnehmen:

  • Sie haben eine schwere Leberfunktionsstörung. Bei leichteren Leberfunktionsstörungen muss der Arzt Nutzen und Risiken einer derartigen Behandlung besonders sorgfältig abwägen, da bei diesen Personen noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.
  • Sie haben niedrigen Blutdruck.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie Duodart nur anwenden, wenn der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie haben eine schwere Nierenfunktionsstörung. Bei diesen Bedingungen ist die Anwendung von Duodart noch nicht ausreichend erprobt.
  • Sie haben eine Herzschwäche. Diese kann sich durch die Behandlung verschlimmern.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bei der Einnahme dieses Kombinationsmittels und einer gleichzeitigen Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten muss der Arzt die Dosierung dieser Medikamente überprüfen. Möglicherweise kann der Blutdruck zu sehr absinken. Insbesondere sollte die gleichzeitige Anwendung von Blutdruckmitteln mit den Wirkstoffen Doxazosin oder Terazosin unterbleiben.

Bei der gleichzeitigen Einnahme eines PDE-Hemmers (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil bei Erektionsstörungen) kann der Blutdruck so massiv absinken, dass Sie ohnmächtig werden. Das liegt daran, dass diese Wirkstoffe die Blutgefäße stark erweitern. Lässt sich eine gleichzeitige Einnahme nicht vermeiden, sollte zumindest der Blutdruck stabil sein und das Erektionsmittel so gering wie möglich dosiert werden. Zudem sollte zwischen der Einnahme der verschiedenen Medikamente vier bis sechs Stunden Abstand liegen.

Nebenwirkungen

Durch die Einnahme des Mittels kann es zu Ejakulationsstörungen kommen. Das heißt, das Ejakulat wird "nach rückwärts" in die Harnblase ausgestoßen, seine Menge kann verringert sein, es kann mehr Zeit bis zum Samenerguss vergehen und der Orgasmus kann weniger intensiv ausfallen. Zudem kann die Spermienanzahl verringert sein. Vor allem Letzteres kann die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen. Diese Nebenwirkungen treten bei der Kombination häufiger auf als unter Tamsulosin allein. Wenn Sie das Mittel absetzen, normalisiert sich das wieder.

Die unerwünschten Wirkungen dieses Kombinationsmittels wurden nicht in Studien untersucht. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Nebenwirkungen, die beobachtet wurden, als die Männer die beiden Wirkstoffe aus getrennten Produkten einnahmen. Im ersten Behandlungsjahr berichteten 22 von 100 Männern über Nebenwirkungen, im vierten Behandlungsjahr waren es noch 2 von 100.

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Blähungen und Bauchschmerzen auftreten.

Gelenke und Muskeln können schmerzen.

Das Haarwachstum kann angeregt werden.

Muss beobachtet werden

Besonders zu Beginn der Behandlung kann bei 1 von 100 Behandelten beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen der Blutdruck kurzzeitig stark absinken und Schwindel, Übelkeit oder eine kurze Ohnmacht können auftreten. Deshalb sollten Sie nur langsam, nicht abrupt von einer Position in eine andere wechseln. Spannen Sie vor dem Aufstehen zunächst mehrmals kurz die Wadenmuskeln an, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Ältere Männer sind von dieser Störung häufiger betroffen, vor allem dann, wenn sie eine Herzschwäche haben oder blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Wenn diese Beschwerden Sie im Alltag sehr beeinträchtigen, sollten Sie mit dem Arzt sprechen.

Es können sich Kopfschmerzen einstellen.

Im Nasen-Rachen-Raum können sich die Blutgefäße weiten. Das äußert sich in einer verstopften Nase, verstärktem Nasenbluten und Schnupfen.

Das Mittel kann sich negativ auf die Sexualfunktion auswirken. Insbesondere im ersten Behandlungsjahr bemerken 6 bis 7 von 100 Männern Impotenz, 5 bis 6 von 100 verminderte Lust auf Sex, bei 9 von 100 stellen sich Ejakulationsstörungen ein. Im Laufe der Behandlung gibt sich das bei vielen.

In sehr seltenen Fällen kann sich während der Einnahme des Dutasterid-haltigen Kombinationsmittels bei Männern die Brustdrüse vergrößern. Zudem kann sich die Brust wund und gespannt anfühlen. Vereinzelt wurde bei Männern, die Finasterid – das zur selben Wirkstoffklasse gehört wie Dutasterid – einnahmen, eine Brustkrebserkrankung festgestellt. Wenn Brustbeschwerden innerhalb der ersten Behandlungswochen nicht nachlassen, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.

Von den Männern, die dieses Kombinationsmittel dauerhaft eingenommen hatten, bekamen mehr eine Herzschwäche, als von denjenigen, die nur einen dieser Wirkstoffe eingenommen hatten. Wenn Sie sich ohne erkennbare Ursache müde und erschöpft fühlen, Sie geschwollene Knöchel oder Kurzatmigkeit bemerken, sollten Sie das mit dem Arzt besprechen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Sofort zum Arzt

Schmerzen in der Brust, Herzstolpern, Schwächegefühl in Armen und Beinen sowie Seh- und Sprechstörungen können Symptome eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls sein. Setzen Sie sich dann sofort mit einem Arzt in Verbindung.

Vereinzelt kann das Mittel zu einer schmerzhaften Dauererektion führen. Dann müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Bei Tamsulosin ist bei allergischen Reaktionen insbesondere Atemnot infolge einer stark geschwollenen Schleimhaut im Mund- und Halsbereich beobachtet worden.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Männer, die dieses Kombinationsmittel einnehmen, sollten bei Sexualkontakt mit einer schwangeren Frau sowie mit einer Frau, die schwanger werden kann, Kondome benutzen. Geringe Mengen des Wirkstoffs Dutasterid finden sich im Sperma wieder und können unter Umständen sogar durch die intakte Haut und Schleimhaut der Frau aufgenommen werden. Schwangere Frauen dürfen zerbrochene oder zerkleinerte Kapseln nicht berühren. Wenn der Wirkstoff in den Körper gelangt, kann er bei einem männlichen Fetus dazu führen, dass sich bestimmte Geschlechtsmerkmale nicht richtig ausprägen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Besonders zu Beginn der Behandlung kann der Blutdruck schwanken; außerdem kann der Einfluss des Mittels auf den Blutdruck vielfältige Störungen nach sich ziehen. All dieses kann Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs