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Durchfallmittel: Loperamid

Wirkungsweise

Loperamid gehört zu den opiumähnlichen Wirkstoffen (Opioiden). Es wirkt aber nur im Darm, im Gegensatz zu den in der Schmerztherapie eingesetzten Opioiden, die im zentralen Nervensystem ansetzen. Es hat somit keine schmerzstillenden oder müdemachenden Eigenschaften. Auch die negativen Auswirkungen der Mittel auf die Atmung entfallen.

Bei Durchfall wird eine der sonst unerwünschten Wirkungen dieser Substanzen genutzt: der lähmende Effekt auf die glatte Muskulatur des Darms. Die Darmbewegungen werden stark gehemmt, Krämpfe treten dann nicht mehr auf. Flüssigkeit und Nährstoffe können wieder besser aufgenommen werden, weil der Darminhalt nicht so schnell ausgeschieden wird.

Das hat allerdings auch Nachteile. Liegt dem Durchfall eine Infektion mit Viren oder Bakterien zugrunde, die giftige Stoffwechselprodukte abgeben, bleiben durch Loperamid auch die Keime und deren schädliche Stoffe länger im Darm und können stärker wirken. Aus diesem Grund sollten Sie das Mittel nur kurzzeitig anwenden, wenn der Durchfall von starken Darmkrämpfen begleitet ist. Das gilt vor allem für Reisedurchfall, der meist von solchen Viren oder Bakterien verursacht wird. Gerade dann sollten Sie Loperamid nur im Notfall anwenden, beispielsweise wenn Sie nicht überall Zugang zu einer Toilette haben (Busfahrt, Fahrt zum Flughafen oder ähnliche Bedingungen).

Unter den geschilderten Voraussetzungen sind die Mittel geeignet.

Von diesem Wirkstoff gibt es sowohl rezeptfreie als auch rezeptpflichtige Produkte. Rezeptfrei sind nur Produkte für die Behandlung eines akuten Durchfalls bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahre.

Anwendung

Von dem Mittel nehmen Sie zunächst zwei Kapseln, Plättchen oder Tabletten ein. Manchmal reicht dies schon aus, danach nur noch eine Dosis nach jedem ungeformten Stuhl, aber nicht länger als zwei Tage und nicht mehr als zwölf Milligramm Loperamid täglich (das entspricht sechs Kapseln, Plättchen oder Tabletten). Hält der Durchfall trotzdem länger als zwei Tage unvermindert an, müssen Sie in jedem Fall einen Arzt hinzuziehen.

Achtung

Imodium Lösung, Loperamid STADA Tropfen: Diese Mittel enthalten ein Konservierungsmittel aus der Gruppe der Parabene. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Außerdem enthalten die Mittel Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen es nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Loperamid nicht einnehmen:

  • Ihr Bauch ist aufgetrieben und fühlt sich hart an (Hinweis auf eine Darmlähmung).
  • Sie haben Fieber über 38,5 °C und/oder Blut im Stuhl (Hinweis auf eine schwere bakterielle Infektion, die anders behandelt werden muss).
  • Der Durchfall könnte auf eine Infektion mit Salmonellen oder Shigellen (Ruhr-Erreger) zurückgehen. Durch die Ruhigstellung des Darms können die Bakterien in die Darmwand eindringen und schwere Entzündungen verursachen.
  • Der Durchfall tritt im Zusammenhang mit einer Antibiotika-Behandlung auf und ist sehr stark (pseudomembranöse Kolitis).

Wenn Ihre Leber nur eingeschränkt arbeitet, sollte ein Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abwägen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Gelegentlich können Kopfschmerzen auftreten. Selten kommt es zu Müdigkeit, Schwindelgefühl und Mundtrockenheit.

Muss beobachtet werden

Wenn – was nur selten vorkommt – die Haut sich verstärkt rötet und juckt, kann es sein, dass Sie den Wirkstoff nicht vertragen. Dann sollten Sie das Mittel absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Selten treten Übelkeit und Bauchkrämpfe auf. Halten diese Beschwerden länger als zwei bis drei Tage an, sollten Sie erneut den Arzt aufsuchen.

Eine Verstopfung kann darauf hindeuten, dass das Mittel zu hoch dosiert ist. Dann sollten Sie das Mittel sofort absetzen, um einen Darmverschluss zu vermeiden.

Sofort zum Arzt

Wenn sich der Hautausschlag verstärkt und zusätzlich Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie das Mittel sofort absetzen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

In Einzelfällen kann eine Darmlähmung vorkommen. Wenn heftige Bauchschmerzen, Blähungen und Erbrechen auftreten, wenn der Bauch stark aufgetrieben ist, kein Stuhlgang möglich ist und Sie sich sehr unwohl fühlen, müssen Sie sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwei Jahren dürfen Loperamid grundsätzlich nicht bekommen. Sie sollten nur mit Elektrolytmischungen und – soweit erforderlich – mit dem verschreibungspflichtigen Racecadotril behandelt werden, und auch das grundsätzlich unter ärztlicher Aufsicht.

Wegen der möglichen schweren unerwünschten Wirkungen dürfen Sie Kinder bis zwölf Jahre grundsätzlich nicht mit Loperamid selbständig behandeln, sondern nur nach Rücksprache mit einem Arzt.

Kinder zwischen zwei und acht Jahren dürfen Sie nicht mit den Tabletten zum Einnehmen behandeln, weil sie für diese Altersgruppe zu hoch dosiert sind. Der Arzt kann für Kinder in diesem Alter niedriger dosierte, rezeptpflichtige Tropfen verordnen, die nach dem Körpergewicht dosiert werden. Dann liegt die Dosis bei 0,04 Milligramm Loperamid pro Kilogramm Körpergewicht.

Auch nach ärztlicher Verordnung dürfen Kinder über acht Jahre nicht mehr als acht Milligramm Loperamid pro Tag einnehmen.

Imodium Lösung, Loperamid STADA Tropfen: Bedenken Sie außerdem, dass diese Mittel Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Risiken einer Anwendung in der Schwangerschaft gibt es keine Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie das Mittel daher nicht anwenden.

In der Stillzeit dürfen Sie Loperamid nicht einnehmen, weil es in die Muttermilch übergeht.

Imodium Lösung, Loperamid STADA Tropfen: Bedenken Sie außerdem, dass diese Mittel Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs