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Duloxetin

Wirkungsweise

Angst- und Zwangsstörungen und Depressionen

Duloxetin wirkt auf die Psyche. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI, von engl.: serotonin noradrenalin re-uptake inhibitor). Diese Substanzen verhindern, dass die an den Nervenenden freigesetzten Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin wieder in die Nervenzellen aufgenommen und dadurch unwirksam gemacht werden. So steht dem Gehirn mehr von diesen Botenstoffen zur Signalübertragung zur Verfügung und das auch noch für längere Zeit. Das ist im Zusammenhang mit einer Depressionsbehandlung von Bedeutung, weil man davon ausgeht, dass sich die Verfügbarkeit dieser Botenstoffe im zentralen Nervensystem bei psychischen Störungen ändert.

Angst- und Zwangsstörungen

Duloxetin wirkt angstlösend. Seine therapeutische Wirksamkeit bei Angststörungen ist nachgewiesen. Es bessert die damit einhergehenden Beschwerden. Anders als manche anderen Medikamente bei Angststörungen hat es den Vorteil, dass es kaum dämpft und müde macht. Duloxetin wird zur Behandlung von Angststörungen als "geeignet" angesehen.

Depressionen

Duloxetin wirkt durch den Eingriff in die Signalübertragung antidepressiv. Die therapeutische Wirksamkeit von Duloxetin bei Depressionen ist nachgewiesen. Anders als manche anderen Depressionsmedikamente dämpft das Mittel kaum und macht nur wenig müde. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von mittelschweren bis sehr schweren Depressionen, die mit einer Antriebshemmung einhergehen, als "geeignet" angesehen.

Harninkontinenz

Duloxetin erhöht die Spannung des Harnröhrenschließmuskels, der auf diese Weise die Blase bei einer Belastungsinkontinenz länger "dicht" halten kann, während sich die Blase füllt. Diese Wirkung beruht darauf, dass durch den Wirkstoff die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Nervensystem ansteigt. Der Effekt ist auch dann noch vorhanden, wenn Druck im Unterbauch den Verschlussmechanismus der Harnröhre belastet.

Duloxetin ist bisher nur für die Behandlung von Frauen zugelassen. Studien zeigen, dass sich die Belastungsinkontinenz nicht nur bei den Frauen besserte, die Duloxetin einnahmen, sondern auch bei vielen derjenigen, die ein Scheinmedikament bekamen. Zudem brachen viele Frauen die Behandlung mit Duloxetin wegen unerwünschter Wirkungen ab. Insgesamt ließ sich eine therapeutische Wirksamkeit bei Frauen, die aufgrund einer plötzlich auftretenden Belastung der Harnblasenmuskulatur weniger als zweimal am Tag ungewollt Urin verloren, nicht nachweisen. Gab es jedoch mehr als zwei solcher Vorfälle am Tag, zeigte das Medikament Vorteile gegenüber einem Scheinmedikament: Die Zahl der Episoden nahm deutlich ab, die Lebensqualität verbesserte sich. Gemäß einer Studie scheint Duloxetin bei Frauen mit schwerer Belastungsinkontinenz besser zu wirken als ein gezieltes Beckenbodentraining. Ob dies wirklich so ist, lässt sich noch nicht sicher sagen, denn es könnte sein, dass der methodische Aufbau der Studie das Ergebnis beeinflusst hat. Außerdem ist die Verträglichkeit des Mittels bei Dauereinnahme nicht ausreichend nachgewiesen. Die Basis der Behandlung einer Belastungsinkontinenz sollte daher zunächst das Beckenbodentraining sein. Erst wenn dieses keinen ausreichenden Erfolg zeigt, kann ein Therapieversuch mit Duloxetin unternommen werden.

Zusammengefasst führt dies dazu, dass Mittel mit Duloxetin als "mit Einschränkung geeignet" bewertet werden, um eine mittelschwere oder schwere Belastungsinkontinenz bei Frauen zu behandeln.

Anwendung

Angst- und Zwangsstörungen und Depressionen

Die Dosierung des Medikaments und die Dauer der Behandlung richten sich nach der Art, Ausprägung und Verlauf der Erkrankung und werden vom Arzt angegeben.

Ob die Therapie ausreichend wirkt, lässt sich nach etwa zwei bis vier Wochen beurteilen.

Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis, die im Abstand von Tagen oder Wochen langsam gesteigert wird. Auf diese Weise gewöhnt sich der Körper an das Medikament. Besonders zu Beginn der Behandlung können Unruhe und Schlaflosigkeit auftreten. Um besser zu schlafen, sollten Sie das Medikament nicht am Abend einnehmen.

Zum Ende der Behandlung – insbesondere nach längerer Einnahmezeit – muss die Dosis im Verlauf von Wochen bis Monaten langsam verringert werden. Hierfür sind vor allem flüssige Zubereitungen von Vorteil. Gibt es keine Tropfen oder Säfte, kann die Dosierung durch die Verwendung teilbarer Tabletten reduziert werden oder die Einnahme des Mittels nur jeden zweiten Tag erfolgen. Gegebenenfalls ist auch eine Herstellung der flüssigen Darreichungsform durch Apotheken möglich. Kann die Dosis nicht langsam genug verringert werden, sind Absetzerscheinungen wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und psychische Veränderungen zu erwarten. Mehr dazu unter Was Sie beachten müssen, wenn Sie die Behandlung mit Antidepressiva beenden.

Harninkontinenz

Zwei bis vier Wochen nach Behandlungsbeginn sollten Sie sich fragen, ob sich Ihr Inkontinenzproblem gebessert hat. Kommen Sie zu einer negativen Einschätzung, wirkt das Mittel bei Ihnen nicht ausreichend. Dann sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, die Einnahme zu beenden. Wenn das Mittel abgesetzt wird, sollten Sie die Dosierung innerhalb von zwei Wochen langsam verringern. In der ersten Woche nehmen Sie z. B. statt bisher zweimal täglich 40 Milligramm nun einmal täglich 40 Milligramm ein, in der zweiten Woche dann nur noch einmal täglich 20 Milligramm. Danach lassen Sie das Mittel ganz weg. Wird die Dosis zum Ende der Behandlung nicht so langsam wie beschrieben verringert, können Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen auftreten. Bei einer Behandlung über längere Zeit sollten Sie die Kapseln in Absprache mit dem Arzt von Zeit zu Zeit absetzen, um zu prüfen, ob sich die Probleme gebessert haben.

Achtung

Wenn Sie hohen Blutdruck haben oder eine Herzerkrankung, muss der Arzt besonders in den ersten Behandlungsmonaten den Blutdruck häufiger kontrollieren.

Angst- und Zwangsstörungen und Depressionen

Es gibt Hinweise, dass dieses Mittel die Bereitschaft sich Schaden zuzufügen oder das Leben zu nehmen, verstärken können. Näheres hierzu lesen Sie unter Antidepressiva und Selbsttötung.

Harninkontinenz

Einige wenige Frauen haben während oder kurz nach der Behandlung mit Duloxetin einen Selbsttötungsversuch unternommen, andere berichteten von derartigen Gedanken. Wenn Sie an sich selbst Gedanken oder Gefühle bemerken, die auf eine Depression schließen lassen, sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden. Dieser Hinweis richtet sich auch an Angehörige, wenn ihnen bei der Person, die mit Duloxetin behandelt wird, depressives Verhalten auffällt.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Duloxetin nicht einnehmen:

  • Die Funktionsfähigkeit Ihrer Leber ist eingeschränkt oder die der Nieren ist erheblich eingeschränkt.
  • Sie werden mit einem MAO-Hemmer (bei Depressionen) behandelt.
  • Sie müssen Ciprofloxacin, Enoxazin (beide bei bakteriellen Infektionen) oder Fluvoxamin (bei Depressionen) einnehmen.
  • Ihr Blutdruck ist stark erhöht.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie haben eine Epilepsie mit Krampfanfällen.
  • Sie leiden an einer bipolaren Störung (manisch-depressive Erkrankung).
  • Sie haben schon einmal Blutgerinnungsstörungen gehabt oder wenden derzeit Mittel an, die die Blutgerinnung hemmen.
  • Ihr Augeninnendruck ist erhöht (Glaukom, grüner Star) oder es besteht das Risiko für ein akutes Engwinkelglaukom. Duloxetin kann die Pupillen so verengen, dass das Kammerwasser der Augen schlechter abfließt.

Duloxetin wird in verschiedenen Anwendungsgebieten eingesetzt. Vermeiden Sie, Duloxetin in einem Mittel bei Inkontinenz und zur selben Zeit in einem Mittel bei Depressionen oder gegen Angststörungen einzunehmen. Bei einer solchen Kombination können vermehrt Nebenwirkungen auftreten und sie können stärker ausfallen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass bei der gleichzeitigen Behandlung mit wasserausschwemmenden Mitteln (Diuretika, bei hohem Blutdruck und Nierenerkrankungen) vor allem ältere Menschen zu viel Natrium verlieren können.

Wird Duloxetin längere Zeit mit nichtsteroidalen Antirheumatika wie Diclofenac oder Ibuprofen (bei Schmerzen, Arthrose, Arthritis) eingenommen, kann das Risiko für Magenblutungen steigen.

Unbedingt beachten

Die Kombination von Duloxetin mit einem MAO-Hemmer (bei Depressionen) kann das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom auslösen. Nach einer Behandlung mit MAO-Hemmern müssen mindestens zwei Wochen verstreichen, bevor Sie Duloxetin einnehmen dürfen. Umgekehrt müssen mindestens fünf Tage vergehen, bevor Sie nach Absetzen von Duloxetin einen MAO-Hemmer einnehmen dürfen.

Auch Linezolid (bei bakteriellen Infektionen) hat MAO-hemmende Wirkungen. Wenn Sie neben Duloxetin das Antibiotikum einnehmen müssen, sollten Sie mit Ihrem Arzt das Risiko für ein Serotonin-Syndrom besprechen.

Ein Serotonin-Syndrom kann sich ebenfalls bei gleichzeitiger Anwendung von Duloxetin und SSRI oder trizyklischen Antidepressiva (beide bei Depressionen), Triptanen (bei Migräne), Tramadol (bei Schmerzen), Tryptophan (bei Schlafstörungen) und Venlafaxin (bei Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen) einstellen.

Duloxetin ist ein Vertreter der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern. Diese können die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Acetylsalicylsäure, Phenprocoumon und Warfarin verstärken, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Wenn Sie Duloxetin gemeinsam mit einem Gerinnungshemmer einnehmen müssen, sollten Sie die Blutgerinnung insbesondere zu Beginn häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung

In Kombination mit Fluvoxamin (bei Depressionen) wirkt Duloxetin erheblich stärker. Diese Mittel dürfen nicht kombiniert angewendet werden.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol und Duloxetin verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Damit verstärken sich auch die Nebenwirkungen des Mittels.

Nebenwirkungen

Duloxetin kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 10 bis 15 von 100 Behandelten kann sich der Mund trocken anfühlen.

Übelkeit tritt bei etwa 20 von 100 Behandelten auf. Das kann zwar in den ersten vier Wochen wieder vergehen, doch gerade die Übelkeit hat in den Studien viele Frauen, die das Mittel gegen Harninkontinenz einnahmen, veranlasst, das Mittel abzusetzen.

Auch Verstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen können auftreten.

Über verringerten Appetit und Gewichtsabnahme berichten bis zu 10 von 100 Personen.

Bis zu 10 von 100 Behandelten schwitzen tagsüber oder nachts stark.

Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit können sich einstellen.

Über Müdigkeit klagen 1 bis 10 von 100 Anwendern. Schwindel bemerkt jeder Zehnte, der Duloxetin einnimmt.

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten steigt der Blutdruck an. Wenn sich während der Einnahme von Duloxetin der Blutdruck stark erhöht, kann Ihnen unwohl und schwindlig werden. Darüber sollten Sie den Arzt informieren.

Bei Anzeichen von Depressionen sollten Sie oder Ihre Angehörigen sich unbedingt an einen Arzt wenden. Symptome sind unter anderem ein verändertes Verhalten, leichte Reizbarkeit, zunehmende Interessenlosigkeit, traurige Verstimmung oder gar Gedanken, sich das Leben zu nehmen.

Das Medikament kann die bei depressiven Menschen oft beeinträchtigte Sexualität noch stärker stören. Bei der Behandlung mit Duloxetin treten diese bei mehr als 1 von 100 Personen auf. Dann lässt die Erregbarkeit nach, Dauer und Intensität des Orgasmus verringern sich. Im Genitalbereich kann ein Taubheitsgefühl auftreten. Wenn diese Störungen Sie stark belasten, sollten Sie mit einem Arzt darüber sprechen und beratschlagen, ob es für Sie eine geeignete Behandlungsalternative gibt. In Einzelfällen bleiben die Beschwerden auch nach dem Absetzen des Mittels bestehen.

Händezittern und Herzrasen kommen vor. Von diesen Beschwerden sollten Sie dem Arzt beim nächsten Besuch berichten; eventuell macht er dann ein Elektrokardiogramm (EKG).

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Es können sich auf dem ganzen Körper punktartige Hautblutungen zeigen. Dieses trifft insbesondere ältere Menschen und solche, die mit Blutgerinnungshemmern (z. B. ASS, Dipyridamol, NSAR, Ticlopidin) behandelt werden. Bemerken Sie kleine rote Flecken in der Haut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Das Mittel kann die Natriumspiegel im Blut stark absenken. Das macht sich durch Kopfschmerzen, verschlechtertes Gedächtnis- und Konzentrationsvermögen und Verwirrtheit bemerkbar. In schweren Fällen treten auch Halluzinationen auf. Besonders gefährdet hierfür sind Personen, die zusätzlich Mittel einnehmen, die ebenfalls den Natriumspiegel im Blut senken, z. B. Thiaziddiuretika wie Hydrochlorothiazid. Wenn Sie derartige Beschwerden feststellen, sollte Ihr Arzt den Natriumgehalt im Blut bestimmen. *

Sofort zum Arzt

Fieber, Desorientiertheit, Erregungszustände, steife, zuckende und verkrampfte Muskeln können Anzeichen für das Serotonin-Syndrom sein. Es kann sich bis zur Bewusstseinstrübung und zum Blutdruckabfall steigern und ist lebensgefährlich. Bei diesen Beschwerden sollten Sie sofort einen Arzt oder eine Notaufnahme aufsuchen.

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Das gilt auch, wenn Unterhautgewebe im Kopf- und Rachenbereich anschwillt. Geschieht dies im Gesicht an Lippen und Zunge, drohen Atemnot und Erstickungsanfälle (Angioödem).

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Angst- und Zwangsstörungen und Depressionen

Wenn Sie schwanger sind und eine Depression oder Angststörung medikamentös behandelt werden muss, sind die SSRI Citalopram, Paroxetin und Sertralin die Mittel der Wahl.

Über die Anwendung von Duloxetin während der Schwangerschaft gibt es nur geringe Erkenntnisse. Haben Sie diesen Wirkstoff bereits vor der Schwangerschaft eingenommen, können Sie dabei bleiben, wenn der Arzt es für erforderlich hält. Dennoch sollten Sie bei einer Behandlung mit Duloxetin mit dem Frauenarzt besprechen, ob Sie die Entwicklung des Kindes mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung kontrollieren lassen. Haben Sie die Behandlung bis zur Geburt fortgesetzt, sollten Sie in einer Klinik entbinden, in der man auf eventuelle Störungen beim Neugeborenen reagieren kann. Darüber hinaus kann es bei der Mutter nach der Geburt zu vermehrten Blutungen kommen.

Für eine medikamentöse Behandlung von ängstlichen oder depressiven Störungen während der Stillzeit sind die SSRI Citalopram, Paroxetin und Sertralin die Mittel der Wahl. Aber auch Duloxetin ist akzeptabel, sofern der Säugling aufmerksam beobachtet wird.

Harninkontinenz

Trotz einiger Untersuchungen liegen für die Sicherheit einer Anwendung von Duloxetin während der Schwangerschaft nur begrenzte Erkenntnisse vor. Es finden sich Hinweise, dass bei Neugeborenen, deren Mutter vor der Geburt Duloxetin eingenommen hatte, gesundheitliche Probleme auftreten können. Bei der Mutter kann es nach der Geburt zu vermehrten Blutungen kommen. Wenn möglich, sollten Sie daher auf die Einnahme von Duloxetin während dieser Zeit verzichten. Auch während der Stillzeit sollten Sie Duloxetin möglichst meiden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Angst- und Zwangsstörungen und Depressionen

Es gibt keine ausreichenden Erkenntnisse für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Bei der Behandlung von Depressionen im Kindesalter konnte keine therapeutische Wirksamkeit von Duloxetin nachgewiesen werden, wegen unerwünschter Wirkungen wurde das Mittel häufig abgesetzt. Für die Behandlung von Angststörungen wurden keine Studien an Kindern unter 7 Jahren durchgeführt. Allerdings können die an älteren Kindern durchgeführten Studien weder eine therapeutische Wirksamkeit von Duloxetin bei Angststörungen noch seine Verträglichkeit ausreichend nachweisen. Duloxetin darf daher nicht an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verabreicht werden.

Darüber hinaus gibt es Bedenken das Mittel gegen Depressionen oder Angststörungen in diesem Alter einzusetzen, weil sich durch dieses Mittel möglicherweise das Selbsttötungsrisiko erhöht.

Harninkontinenz

Duloxetin ist nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen.

Für ältere Menschen

Besonders wenn die Dosis erhöht wird, sollte sehr sorgfältig geprüft werden, ob häufiger unerwünschte Wirkungen auftreten oder sich diese verstärken.

Ältere Menschen sind durch die Behandlung gefährdet, viel Natrium zu verlieren. Dann können sich z. B. Verwirrtheit, Gangunsicherheit und Schwindel einstellen. Das erhöht das Sturzrisiko.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Vor allem zu Beginn der Behandlung können Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Dann kann die Fähigkeit beeinträchtigt sein, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

* akutalisiert 17.06.2021

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