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Desinfektionsmittel: Dequalinium

Wirkungsweise

Dequalinium tötet eine Reihe von Bakterienarten ab und hemmt das Wachstum von Pilzen. Zu den empfindlichen Keimen gehört auch Gardnerella vaginalis, ein Keim, der für viele bakterielle Scheidenentzündungen verantwortlich ist. Da Dequalinium insgesamt aber unspezifisch wirkt, wird es als allgemeines Desinfektionsmittel (Antiseptikum) eingestuft.

Derzeit genügt nur eine einzige Studie mit Dequalinium bei bakteriellen Scheideninfektionen den Anforderungen, die für den wissenschaftlichen Nachweis der therapeutischen Wirksamkeit erforderlich sind. Danach ist der Wirkstoff ähnlich gut wirksam wie das Antibiotikum Clindamycin. Allerdings ist, auch nachdem diese Untersuchung abgeschlossen ist, nicht auszuschließen, dass die Heilungsrate bei einer Behandlung mit Dequalinium bis zu zehn Prozent geringer ist als bei einer Behandlung mit Clindamycin. Um die therapeutische Wirksamkeit besser abzusichern, sollten weitere Studien folgen. Das Mittel wird daher als "mit Einschränkung geeignet" bewertet.

Anwendung

Von den Vaginaltabletten wird an sechs Abenden je eine in die Scheide eingeführt. Wird die Behandlung schon nach kürzerer Zeit beendet, z. B. weil die Beschwerden bereits abgeklungen sind, kann die Infektion wieder aufflammen.

Setzt während der Behandlung die Menstruation ein, unterbrechen Sie die Tablettenanwendung und setzen sie nach dem Ende der Blutung fort.

Gegenanzeigen

Das Mittel darf bei Schleimhautgeschwüren in der Scheide und am Muttermund nicht angewendet werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Durch Seifen, andere Waschmittel und spermientötende Substanzen kann Dequalinium an Wirksamkeit einbüßen. Daher sollten Sie während der Behandlung keine Vaginalduschen durchführen und keine spermientötenden Vaginalmittel zur Empfängnisverhütung gebrauchen.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Die Scheide kann sich entzünden und es kann aus kleinen, oberflächlichen und schmerzhaften Wunden bluten (bei 1 bis 10 von 1 000 Frauen). Dann wenden Sie sich an einen Arzt.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Allergische Reaktionen zeigen sich bei 1 bis 10 von 100 Frauen.

Dequalinium kann die natürliche Abwehrkraft der Scheidenhaut beeinträchtigen. In der Folge kann sich bei 1 bis 10 von 100 behandelten Frauen eine Pilzinfektion in der Scheide ausbreiten. Diese muss mit einem geeigneten Pilzmittel behandelt werden.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, Scheideninfektionen genau zu diagnostizieren. Für die spezifische Behandlung stehen dann andere Medikamente als Dequalinium zur Verfügung, deren Wirksamkeit gesichert ist.

Einwände gegen die Anwendung von Dequalinium in der Schwangerschaft, die auf dem Inhaltsstoff beruhen, gibt es jedoch nicht. Allerdings sollten Sie die Vaginaltabletten mit dem Finger einführen. Manipulationen mit einem Applikator bergen das Risiko, Blutungen am Muttermund auszulösen.

Während der Stillzeit können Sie das Mittel anwenden.

Für Mädchen unter 18 Jahren

Über die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Dequalinium bei jungen Frauen unter 18 Jahren gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sie sollten damit nicht behandelt werden.

Mädchen, die ihre erste Regelblutung noch nicht gehabt haben, dürfen das Mittel nicht anwenden.

Für ältere Menschen

Über die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Dequalinium bei Frauen über 55 Jahren gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sie sollten damit nicht behandelt werden.

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