Medikamente im Test

Darmreizendes Abführmittel: Natriumpicosulfat

Wirkungsweise

Natriumpicosulfat reizt die Darmwand. Diese reagiert darauf mit verstärkten Bewegungen. Der Speisebrei wird dadurch schneller befördert und die Reste demzufolge auch zügig ausgeschieden. Die therapeutische Wirksamkeit des Wirstoffs bei Verstopfung ist belegt. Zur kurzzeitigen Anwendung ist das Mittel geeignet.

Anwendung

Natriumpicosulfat nehmen Sie einmal täglich ein, vorzugsweise abends. Die Wirkung setzt nach etwa zehn Stunden ein.

Das Mittel dürfen Sie keinesfalls länger als ein bis zwei Wochen anwenden, weil sich der Darm sonst daran gewöhnt und ohne das Abführmittel der Stuhlgang nur noch schwer einsetzt. Näheres dazu lesen Sie unter Abführmittel nur kurze Zeit anwenden!.

Achtung

Wenn Sie Insulin spritzen (bei Diabetes), sollten Sie den Blutzucker häufiger kontrollieren, weil durch Abführmittel verstärkt Kalium ausgeschwemmt wird und sich durch den erhöhten Kaliumverlust die Wirkung des Insulins verringern kann. Dann müssen Sie mehr Insulin als gewohnt spritzen, um den Blutzucker ausreichend zu senken.

Wenn Sie herzkrank sind, Medikamente mit Digitaliswirkstoffen (z. B. Digoxin oder Digitoxin, bei Herzschwäche) oder entwässernde Mittel (Diuretika, bei hohem Blutdruck) in hoher Dosierung oder über einen längeren Zeitraum als empfohlen einnehmen, muss der Arzt die Kaliumwerte im Blut regelmäßig prüfen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben Bauchschmerzen ungeklärter Ursache.
  • Sie leiden an einer akuten Magen-Darm-Erkrankung wie eine entzündliche Magenerkrankung oder eine Blinddarmentzündung.
  • Es besteht ein erheblicher Flüssigkeitsmangel, zum Beispiel weil Sie zu wenig trinken.
  • Es besteht der Verdacht auf einen Darmverschluss (heftige Bauchkrämpfe, aufgeblähter Bauch, kein Stuhlgang).

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Antibiotika (bei Infektionen) schwächen die Wirkung von Natriumpicosulfat ab.

Unbedingt beachten

In hoher Dosierung und bei langfristiger Anwendung erhöht Natriumpicosulfat den Kaliumverlust. Wenn Sie gleichzeitig Medikamente einnehmen, die diesen Effekt noch verstärken, zum Beispiel entwässernde Medikamente (Diuretika, bei hohem Blutdruck) oder cortisonhaltige Präparate (bei Entzündungen), besteht die Gefahr, dass aufgrund des Kaliummangels Herzrhythmusstörungen auftreten.

Wenn Sie das Abführmittel in hoher Dosierung oder über einen Zeitraum, der über die empfohlene Anwendungsdauer hinausgeht, gleichzeitig mit Digitalisglycosiden (bei Herzschwäche) oder den Wirkstoffen Amiodaron oder Flecainid (bei Herzrhythmusstörungen) einnehmen, kann sich die Wirkung dieser Mittel verstärken. Näheres lesen Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung und Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Lakritze (wird aus Süßholzwurzel hergestellt) sollten Sie während der Anwendung dieses Mittel nicht essen, weil dies den Verlust an Kalium verstärken kann und sich das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Bauchschmerzen und -krämpfe sowie Durchfall vorkommen.

Muss beobachtet werden

Bei langfristiger und zu häufiger Anwendung kann das Mittel den Mineralstoffhaushalt stören und insbesondere einen Kaliummangel verursachen. Hinweise darauf sind Muskelschwäche, anhaltende Verstopfung und Herzrhythmusstörungen. Suchen Sie dann möglichst rasch einen Arzt auf.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter vier Jahren dürfen kein Natriumpicosulfat bekommen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft sollten Sie das Mittel sicherheitshalber nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden.

In der Stillzeit können Sie den Wirkstoff anwenden, beachten Sie aber unbedingt die zeitliche Beschränkung.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs