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Cortison: Fludrocortison

Wirkungsweise

Fludrocortison steigert den Blutdruck, indem es den Mineralstoffwechsel beeinflusst (Mineralocorticoid). Es hält Natrium und Flüssigkeit zurück und fördert die Ausscheidung von Kalium. Auf diese Weise bleibt mehr Wasser im Körper, wodurch der Blutdruck steigt. Anders als Glucocorticoide wirkt Fludrocortison nur wenig entzündungshemmend - Testergebnis Fludrocortison. Eine solche Substanz ist sinnvoll, wenn die Nebennieren nicht richtig arbeiten und es deshalb zu einem Mangel an den Hormonen Aldosteron und Cortisol kommt. Aldosteron reguliert den Salz- und Wasserhaushalt. Cortisol beeinflusst den Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel, hemmt Entzündungen und unterdrückt das Immunsystem. Fehlen beide Hormone, sinkt der Blutdruck stark ab und es kommt zu schweren Stoffwechselstörungen, die tödlich enden können (Morbus Addison). In diesen Fällen kann Fludrocortison zusätzlich zu anderen Medikamenten eingesetzt werden und gehört dann – neben dem körpereigenen Hydrocortison – zu den Mitteln der Wahl. Fludrocortison wirkt etwa 125-mal stärker als das körpereigene Cortisol auf den Mineralstoffwechsel. Ein Morbus Addison kommt jedoch nur selten vor.

Manchmal sinkt der Blutdruck infolge einer Erkrankung des sympathischen Nervensystems sehr stark ab. Dann wird das Gehirn zu schlecht durchblutet und es treten hin und wieder kurze Ohnmachtsanfälle auf. Auch in diesen sehr seltenen Fällen kann die Anwendung von Fludrocortison sinnvoll sein. Der Arzt sollte dann den Mineralstoffhaushalt sorgfältig überwachen.

Für die Behandlung eines durch andere Ursachen bedingten niedrigen Blutdrucks ist Fludrocortison wenig geeignet, weil es den Mineralstoffhaushalt nachhaltig beeinträchtigt und schwere unerwünschte Wirkungen nach sich ziehen kann.

Anwendung

Damit das Mittel gut wirken kann, müssen Sie ausreichend trinken. Wenn der Blutdruck zu niedrig ist, weil der Organismus zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung hat, kann ein Becher salzhaltige Brühe oder ein anderes salziges Getränk die Wirkung von Fludrocortison unterstützen.

Der Arzt sollte während der Anwendung Gewicht, Blutdruck und Mineralstoffe sorgfältig überwachen. Außer bei einem Morbus Addison sollten Sie das Mittel nicht länger als zwei Monate einnehmen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Es besteht ein Mangel an Kalium.
  • Ihr Säure-Basen-Haushalt ist aus dem Gleichgewicht geraten und in den alkalischen Bereich verschoben (metabolische Alkalose).
  • Die vermehrte Wassereinlagerung im Gewebe kann problematisch werden, z. B. bei koronarer Herzerkrankung, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Erweiterung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma), Herzschwäche, Herzklappenfehlern, Leberzirrhose, eingeschränkter Nierenfunktion, Wassereinlagerungen in der Lunge.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Wasserausschwemmende Mittel (Diuretika, bei hohem Blutdruck oder Ödemen) senken den Blutdruck noch weiter ab und können ebenso wie Abführmittel (bei Verstopfung) die Kaliumausscheidung verstärken und somit einen Kaliummangel begünstigen.
  • Phenytoin, Phenobarbital und Primidon (alle bei Epilepsie) sowie Rifampicin (bei Tuberkulose) schwächen die Wirkung von Fludrocortison ab. Der Blutdruck kann dann stark absinken. Müssen Sie eines dieser Mittel gleichzeitig mit Fludrocortison anwenden, sollte der Arzt dessen Dosis erhöhen.
  • Wenn Sie blutverdünnende Mittel wie Phenprocoumon oder Warfarin (bei erhöhter Thrombosegefahr) einnehmen, sollten Sie oder Ihr Arzt die Blutgerinnung häufiger als sonst kontrollieren.

Unbedingt beachten

Wenn durch Fludrocortison ein Kaliummangel auftritt, kann dies die unerwünschten Wirkungen von Digitalisglycosiden (bei Herzschwäche) verstärken. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Kopfschmerzen auftreten.

Muss beobachtet werden

Da das Mittel Flüssigkeit im Körper zurückhält, kann sich diese im Gewebe einlagern, wodurch der Blutdruck zu sehr ansteigen oder das Herz sich erweitern kann. Wenn Sie merken, dass das Gewebe zu viel Flüssigkeit speichert (z. B. geschwollene Fußknöchel und Gewichtszunahme aufgrund von Wassereinlagerungen), sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Fludrocortison kann einen Kaliummangel verursachen. Infolgedessen können Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen oder Verstopfung auftreten. Wenn Sie solche Symptome bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und die Kaliumspiegel im Blut kontrollieren lassen. Mit kaliumhaltigen Nahrungsmitteln (Gemüse, Bananen, Aprikosen, Trockenobst) können Sie den Mangel ausgleichen.

Wenn Sie bereits eine Muskelerkrankung haben (z. B. Myasthenia gravis), kann Fludrocortison die Krankheit verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Behandlung von Schwangeren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Deshalb darf das Mittel während der Schwangerschaft nur bei einer Funktionsstörung der Nebennierenrinde angewendet werden.

In der Stillzeit dürfen Sie das Mittel nur einnehmen, wenn der Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder erhalten anfangs eine bis drei Tabletten täglich. Sobald sich die Beschwerden bessern, wird die Dosis auf eine bis eine halbe Tablette pro Tag oder eine Tablette alle zwei Tage reduziert.

Für ältere Menschen

Der Hersteller rät zwar ab, das Mittel in dieser Altersgruppe einzusetzen. Bei durch Nervenerkrankungen bedingtem niedrigen Blutdruck mit zeitweisen Ohnmachtsanfällen kann es aber sinnvoll sein, Fludrocortison anzuwenden. Damit kann es gelingen, den Blutdruck so weit zu stabilisieren, dass die Hirndurchblutung aufrechterhalten wird und sich Ohnmachtsanfälle vermeiden lassen. Solche Erkrankungen kommen allerdings nur sehr selten vor. Der Arzt sollte dann über die möglichen Beeinträchtigungen des Mineralstoffhaushalts aufklären und alle notwendigen Kontrollen, insbesondere die des Mineralstoffwechsels, regelmäßig vornehmen.

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