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Cortison: Prednisolon (äußerlich)

Wirkungsweise

Dieses cortisonhaltige Mittel wirkt entzündungshemmend. Der Wirkstoff Prednisolon (medizinisch Glucocorticoid) gehört zu den schwach wirkenden Substanzen (Klasse 1). Zur kurzzeitigen Anwendung bei Mundschleimhautentzündung und Aphthen ist das Mittel geeignet, sofern nicht Bakterien oder Pilze die Ursache sind. Der Wirkstoff kann die körpereigene Abwehr gegen solche Erreger schwächen und die Infektion dadurch verschlimmern.

Das Mittel kann die mit einer Mundschleimhautentzündung einhergehenden Schmerzen lindern und auch dafür sorgen, dass sich Aphthen schneller verkleinern und abheilen.

Anwendung

Sie tragen die Paste ein- bis dreimal täglich nach den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen mit dem Finger oder einem Wattestäbchen auf die entzündeten Stellen auf. Anschließend sollten Sie eine Stunde lang nichts essen und trinken. Die Schmerzen lassen erst einige Stunden nach dem Auftragen nach.

Wenn nach sieben Tagen noch keine Besserung eingetreten ist, sollten Sie erneut einen Arzt aufsuchen. Wenden Sie das Mittel länger als vier Wochen an, kann es die Schleimhaut schädigen.

Achtung

Das Mittel wird häufig zur Behandlung von Prothesendruckstellen eingesetzt. Diese sollten aber bei einer Behandlung nicht durch Pilze infiziert sein oder eitern. Auch sollten Sie das Mittel nicht auf Dauer anwenden. In erster Linie ist darauf zu achten, die Ursache für die Entzündung zu beseitigen, indem der Zahnarzt die Prothese so anpasst, dass keine Druckstellen entstehen.

Grundsätzlich gelten die gleichen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen wie bei der innerlichen Anwendung von Glucocorticoiden – allerdings nur, wenn Sie das Mittel entgegen den Empfehlungen länger als zwei Wochen oder auf großen Flächen anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben eine Pilzinfektion in der Mundhöhle.
  • Sie haben Windpocken oder eine Gürtelrose.
  • Die zu behandelnde Stelle eitert.
  • Die Mundschleimhautentzündung ist durch einen Mangel an Vitamin C oder durch eine Impfung bedingt.

Nebenwirkungen

Da ein Teil des Wirkstoffs ins Blut und in den Körperkreislauf gelangt, kann das Mittel grundsätzlich die gleichen unerwünschten Wirkungen haben wie cortisonhaltige Tabletten zum Einnehmen. Da Sie das Mittel hier jedoch nur äußerlich und für kurze Zeit auf der Mundschleimhaut anwenden und da auch die Dosis erheblich geringer ist, treten unerwünschte Wirkungen – wenn überhaupt – wesentlich seltener und auch deutlich schwächer auf.

Muss beobachtet werden

Wenn Sie das Mittel zu lange anwenden, kann sich die Schleimhautstruktur verändern und die Haut dünner werden.

Cortisonhaltige Mittel können die körpereigene Immunabwehr verringern. Das kann die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilze schwächen, sodass häufiger Infektionen auftreten. Das Risiko dafür ist größer, wenn Sie das Mittel zu lange und in hoher Dosierung anwenden. Wenn Sie Veränderungen an der Mundschleimhaut feststellen oder wenn sich gelblich-cremige Stippchen bilden, die sich nur schwer abstreifen lassen, wenn eitrige Pusteln auftreten oder sich die entzündeten Stellen auf der Mundschleimhaut ausbreiten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.*

Wenn die Schleimhaut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei Kindern müssen Sie besonders darauf achten, dass sie das Mittel nicht zu lange anwenden und die Dosierungsempfehlungen genau einhalten.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft können Sie das Mittel kurzzeitig anwenden, wenn es unbedingt erforderlich ist. In der Stillzeit sind bei kurzzeitiger Anwendung kleiner Mengen, wie sie bei der Behandlung einer Mundschleimhautentzündung erforderlich sind, keine schädlichen Auswirkungen zu befürchten.

*korrigiert am 26.06.2019

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