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Cortison + örtlich betäubendes Mittel: Dexamethason + Lidocain (Kombination)

Wirkungsweise

In diesem Injektionsmittel ist das langwirkende Glucocorticoid Dexamethason mit Lidocain kombiniert, einem Mittel zur örtlichen Betäubung.

Die Kombination eignet sich, um direkt in ein Gelenk gespritzt zu werden und dort eine Entzündung zurückzudrängen. Die Anwendung kann sinnvoll sein, wenn nicht mehr als zwei Gelenke entzündet sind. Dann bekommt das erkrankte Gelenk die notwendige Glucocorticoidbehandlung, ohne den übrigen Körper mit unerwünschten Wirkungen zu belasten. Eine solche Injektion lindert die Beschwerden für mehrere Wochen.

Zu den Einzelheiten wie Dexamethason wirkt und hinsichtlich der sonstigen Angaben gelten die gleichen Aussagen wie bei den Glucocorticoiden.

Anwendung

Welche Menge an Injektionslösung verabreicht wird, richtet sich nach der Größe des Gelenks.

Nach einer Glucocorticoidinjektion dürfen Sie das Gelenk nicht übermäßig belasten. Selbst wenn die Schmerzen nachlassen, bleibt es doch ein geschädigtes Gelenk. Wenn Sie das nicht berücksichtigen, verschlimmern sich die gelenkzerstörenden Prozesse der Erkrankung.

In dasselbe Gelenk darf frühestens nach vier Wochen erneut hineingespritzt werden, besser ist es, drei Monate zu warten. Die Behandlung ist auf drei- bis viermal pro Jahr zu begrenzen.

Achtung

Viruserkrankungen wie Masern und insbesondere Windpocken können bei Menschen, die mit Glucocorticoiden behandelt werden, sehr schwer verlaufen. Dies gilt vor allem für nicht geimpfte Personen.

Das Mittel darf nicht in den Muskel gespritzt werden, da sonst das Gewebe geschädigt und die körpereigene Cortisolbildung für lange Zeit und in unkontrollierbarer Weise unterdrückt wird.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen darf der Wirkstoff nicht in ein Gelenk hineingespritzt werden:

  • Im Gelenk, dem zu behandelnden Bereich oder in dessen unmittelbarer Nähe besteht eine bakterielle Infektion.
  • Sie neigen verstärkt zu Blutungen. Dann kann die Injektion zu anhaltenden Blutungen führen.
  • Es handelt sich um Erkrankungen von Gelenken oder Sehnen, die nicht mit einer Entzündung verbunden sind.

Da das Mittel das Lokalanästhetikum Lidocain enthält, darf es auch nicht angewendet werden, wenn bereits schwere Herzrhythmusstörungen bestehen.

Bei den nachfolgend genannten Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig abwägen.

  • Sie leiden an bestimmten Formen von chronischer Leberentzündung.
  • Sie haben ein Magen-Darm-Geschwür.
  • Sie haben eine ausgeprägte Osteoporose.
  • Sie hatten in der Vergangenheit eine psychische Erkrankung wie Depressionen oder Schizophrenie.
  • Sie haben eine akute Virusinfektion (z. B. Herpes – auch am Auge –, Windpocken, Gürtelrose), eine Pilzinfektion im Körperinnern oder eine Erkrankung durch Parasiten (z. B. Würmer, Malaria, Amöben).
  • Sie haben grünen Star (Glaukom).
  • Acht Wochen vor und zwei Wochen nach Impfungen sollten Sie kein Glucocorticoid einnehmen. Das Hormon schwächt das Immunsystem, sodass vor allem die Injektion eines Lebendimpfstoffs zu einer "richtigen" Infektion führen kann. Außerdem wird der Impfschutz unsicher, weil das geschwächte Abwehrsystem nicht ausreichend auf den Impfstoff reagieren kann.
  • Sie haben eine schwere Herzschwäche. Diese kann sich bei der Behandlung mit Glucocorticoiden verschlimmern.
  • Bei Ihnen wurde schon einmal eine Tuberkulose diagnostiziert. Diese kann bei einer längeren Behandlung mit Glucocorticoiden wieder aufflammen.
  • Bei Ihnen liegt eine Myasthenia gravis oder eine Nierenfunktionsschwäche vor.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, können sich folgende Wechselwirkungen einstellen:

  • Bei gleichzeitiger Behandlung mit Glucocorticoiden und Itraconazol oder Ketoconazol (innerlich bei Pilzinfektionen) werden die Glucocorticoide langsamer abgebaut. Dann können sie länger und stärker wirken. Insbesondere bei einer Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden ist dann eher mit Nebenwirkungen wie Akne, Gewichtszunahme und ansteigendem Blutdruck zu rechnen.
  • Glucocorticoide können die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, abschwächen.
  • Auch die Wirkung von Insulin und blutzuckersenkenden Tabletten (z. B. Metformin und Glibenclamid bei Diabetes) kann abnehmen. Darum sollte der Blutzucker zu Beginn der Behandlung mit Glucocorticoiden und nach ihrem Ende öfter als sonst kontrolliert werden. Gegebenenfalls muss der Arzt die Dosierung der Diabetesmedikamente anpassen.
  • Acetylsalicylsäure und NSAR (bei Schmerzen, Rheuma) können Magengeschwüre verursachen. Glucocorticoide verstärken diese Gefahr – besonders wenn die Mittel gespritzt werden. Diese Arzneimittel sollten daher nicht kombiniert angewendet werden.
  • Durch Hydrochlorothiazid und Schleifendiuretika wie Furosemid (beide bei hohem Blutdruck, Herzschwäche) verliert der Körper Kalium.

Nebenwirkungen

Das Mittel wird lokal begrenzt eingesetzt. Auch bei der Anwendung von Glucocorticoiden im Gelenk sind die im Folgenden genannten unerwünschten Wirkungen nicht auszuschließen. Das Risiko steigt mit der Dauer der Behandlung.

Injektion in ein Gelenk

Die Injektion eines Glucocorticoids in ein Gelenk kann unerwünschte Wirkungen haben, die vornehmlich auf der Art der Anwendung beruhen.

Beim Spritzen ins Gelenk besteht die Gefahr, dass Bakterien in das Gelenk gelangen. Sie können vor allem deshalb leicht zu einer Entzündung führen, weil die injizierten Glucocorticoide die körpereigene Abwehr gegen Keime unterdrücken.

Auf eine Gelenkentzündung wird man normalerweise aufmerksam, weil das Gelenk anschwillt, sich rötet und sich nur noch unter Schmerzen bewegen lässt. Wurden jedoch Glucocorticoide ins Gelenk gespritzt, drängt das die Entzündungszeichen so sehr zurück, dass sie kaum noch zu spüren sind. Dennoch muss sofort eine antibiotische Behandlung einsetzen, damit die Entzündung das Gelenk nicht zerstört. Auch eine bakterielle Blutvergiftung (Sepsis) kann eintreten. Um eine solche Gelenkentzündung so sicher wie möglich zu vermeiden, findet die Injektion unter keimfreien Bedingungen statt. Der Behandelte sollte das Gelenk aufmerksam beobachten und sich im Zweifelsfall rasch mit dem Arzt in Verbindung setzen.

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Haut kann sich heller oder dunkler färben. Das bildet sich nach dem Ende der Behandlung wieder zurück.

Die Haut wird dünner (Pergamenthaut) und verletzlicher; außerdem kann sich die Wundheilung verzögern. Eine gute Hautpflege hilft, Schäden vorzubeugen.

Da auch das Bindegewebe dünner wird, können sich rote Streifen, sogenannte Schwangerschaftsstreifen, bilden.

Eine stärkere Behaarung an einigen Stellen oder am ganzen Körper deutet darauf hin, dass sich die Konzentration an Geschlechtshormonen durch die Cortisonbehandlung verändert hat. Bei Männern kann eine weitere Folge sein, dass sie zeitweilig impotent werden, bei Frauen kann der Zyklus unregelmäßig werden und die Menstruation sogar ganz ausbleiben. All dieses normalisiert sich nach dem Ende der Behandlung wieder.

Die kleinen Blutgefäße können sich erweitern und in der Haut sichtbar werden (Teleangiektasien). Durch Einblutungen in die Haut können rote Punkte entstehen. Blaue Flecken können größer als üblich werden.

Bei Depotinjektionen kann sich an der Einstichstelle eine "Delle" bilden, weil sich dort das Fettgewebe zurückbildet.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Es kann sich eine akneartige Erkrankung ausbilden. Auch Entzündungen um den Mund herum kommen vor. Beides sollten Sie mit dem Arzt besprechen.

Verletzte Hautstellen müssen Sie sehr genau beobachten. Durch die verzögerte Wundheilung fassen Infektionen schneller Fuß.

Cortison schwächt die Immunabwehr. Wenn Sie vermehrt Infektionen, auch Pilzinfektionen, und Entzündungen bemerken, sollten Sie den Arzt informieren.

Schlafstörungen, Nervosität, Kopfschmerzen, Schwindel, Stimmungsschwankungen, psychische Unruhe und unangemessene Hochstimmung (Euphorie), aber auch Depressionen können auftreten. Besonders häufig wirken fluorierte Glucocorticoide, zu denen auch Dexamethason zählt, auf die Psyche. Sie können deutliche Gemütsveränderungen hervorrufen. Informieren Sie davon unbedingt den Arzt.

Der Appetit nimmt zu, das Gewicht steigt. Selten und dosisabhängig kann sich das zu massivem Übergewicht steigern, bei dem sich Gesicht und Körper auf typische Weise verändern. Das Gesicht rundet sich ("Vollmondgesicht"), der Hals verbreitert sich, der Körper wird stämmig. Diese Veränderungen normalisieren sich nach dem Ende der Behandlung nur ganz allmählich wieder.

Sehstörungen können darauf hinweisen, dass der Innendruck des Auges angestiegen ist (grüner Star). Dieses kann sich wieder zurückbilden.

Ein weiterer Grund für Sehstörungen kann eine Trübung der Augenlinsen (grauer Star) sein. Dafür müssen allerdings außer der Behandlung mit Glucocorticoiden noch andere Risikofaktoren vorliegen. Vereinzelt geht die Trübung nach Ende der Behandlung wieder zurück, meist wird sie aber mit der Zeit stärker.

Der Blutzuckerspiegel steigt. Wenn Ihr Körper Probleme hat, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren (unterschwelliger Diabetes mellitus), entwickeln Sie wahrscheinlich einen Diabetes, der entsprechend behandelt werden muss. Nach dem Ende der Behandlung bildet sich dieser in der Regel wieder zurück; es kann aber auch sein, dass aus dem unterschwelligen ein bleibender Diabetes wird. Nehmen Sie bereits Medikamente gegen Diabetes ein oder spritzen Sie Insulin, müssen Sie die Dosierung anpassen.

Durch den Einfluss von Glucocorticoiden nimmt der Körper weniger Calcium aus dem Darm auf, scheidet aber mehr über die Nieren aus. Das geht zulasten der Knochen, die an Dichte und Festigkeit verlieren. Auf lange Sicht gesehen, kann das zu einer Osteoporose führen, die Wirbel- und andere Knochenbrüche zur Folge haben kann. Der Verlust an Knochenmasse ist nach dem Ende der Therapie kaum wettzumachen. Bei Knochen- oder Rückenschmerzen informieren Sie den Arzt. Er kann gegebenenfalls Ihre Knochendichte messen.

Plötzliche Beschwerden in den großen Gelenken wie Knie, Hüfte und Schulter müssen durch Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen abgeklärt werden. Durch Glucocorticoide kann die Knochensubstanz der Gelenkköpfe zerfallen (aseptische Knochennekrose).

Muskelschwäche und -schwund, besonders im Bereich von Schultern und Hüften, beruhen darauf, dass Eiweiß in der Muskulatur abgebaut wird (häufiger bei fluorierten Glucocorticoiden). Das kann so schlimm werden, dass sich der Betroffene ohne Hilfe der Arme nicht von einem Sitz erheben kann.

Magenbeschwerden können das erste Anzeichen für ein Magengeschwür sein. Anders als früher angenommen, können Glucocorticoide allein wohl keine Geschwüre verursachen; nicht auszuschließen ist aber, dass sie die Abheilung bestehender Geschwüre verzögern. Das Risiko einer Behandlung mit sehr hohen Dosen Glucocorticoiden ist noch nicht endgültig zu bewerten. Ein eindeutiges Risiko besteht jedoch, wenn Glucocorticoide und NSAR – ausgenommen Celecoxib und Etoricoxib – gemeinsam angewendet werden, wie das bei rheumatischen Erkrankungen manchmal der Fall ist. Bei anhaltenden Magenbeschwerden sprechen Sie mit dem Arzt.

Wenn Sie zu Nierensteinen neigen, können sich aufgrund der verstärkten Calciumausscheidung Nierensteine mit Koliken entwickeln.

Insbesondere wenn Glucocorticoide in höherer Dosierung und längere Zeit angewendet werden, verändert sich der Salzgehalt des Blutes. Dann wird mehr Kalium ausgeschieden und mehr Natrium und in der Folge auch Wasser im Körper zurückgehalten. Diese Flüssigkeit kann sich in den Geweben der Beine stauen (Ödeme). Außerdem steigt der Blutdruck an und es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt rufen (Telefon 112), weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Augenschmerzen und Sehstörungen können Symptome eines akuten Engwinkelglaukoms sein, das auf einem erhöhten Augeninnendruck beruht. Suchen Sie sofort einen Arzt auf.

Kopfschmerzen, Sehstörungen, Erbrechen und Schwindel deuten auf einen lebensbedrohlich erhöhten Hirndruck durch Wasseransammlung im Gehirn hin. Rufen Sie sofort einen Arzt.

Bei starken Bauch- und Rückenschmerzen, schwarzem Stuhl und Erbrechen von Blut kann es sich um eine Magenblutung handeln. Da sich im Magen-Darm-Trakt unbemerkt viel Blut ansammeln kann, sollten Sie sofort zum Arzt gehen, wenn Sie nur geringe Blutmengen bemerken.

Sehr starke Schmerzen in der Nierengegend deuten auf eine Nierenkolik hin.

Bei Schmerzen in den Kniekehlen oder der Leiste kann es sich um eine Thrombose, also um ein Blutgerinnsel, handeln. Gehen Sie sofort zum Arzt. Wenn sich ein solches Blutgerinnsel löst, kann es Gefäße in der Lunge oder im Gehirn verstopfen. Dann kommt es zu einer Lungen- oder Hirnembolie mit Atemnot und Brustschmerzen oder zu einem Schlaganfall.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei Kindern und Jugendlichen sind Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht ausreichend belegt. Sie sollten das Mittel nicht bekommen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn es der Gesundheitszustand der Frau erfordert, ist die Anwendung von Glucocorticoiden in der Schwangerschaft vertretbar. Empfohlen werden dann die Wirkstoffe Prednisolon und Prednison. Allerdings muss bei einer langdauernden hoch dosierten Therapie geprüft werden, ob das Kind nach der Geburt genügend eigenes Cortisol produziert. Eventuell ist vorübergehend die Unterstützung durch ein Medikament notwendig. Daher wird in diesen Fällen das Neugeborene nach der Geburt in der Kinderklinik stationär betreut.

Glucocorticoide gehen nur in geringer Menge in die Muttermilch über. Daher können Sie bei einer Behandlung mit Glucocorticoiden stillen, ohne sich um die Gesundheit des Kindes sorgen zu müssen. Als Wirkstoff sollte möglichst Methylprednisolon, Prednisolon oder Prednison gewählt werden, weil mit diesen Wirkstoffen reichlich Erfahrungen vorliegen.

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