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Cortison + Antibiotikum: Betamethason, Fluocinolon oder Flupredniden + Fusidinsäure, Gentamicin oder Neomycin (äußerlich/Kombinationen)

Wirkungsweise

Die Kombination eines Glucocorticoids mit einem Antibiotikum soll bei Ekzemen und Neurodermitis hilfreich sein. Betamethason und Fluocinolon gehören zu den stark wirkenden, Flupredniden zu den mittelstark wirkenden Glucocorticoiden. Fusidinsäure, Gentamicin und Neomycin sind Antibiotika. Lokal eingesetzte Antibiotika führen häufig zu Allergien und Resistenzen. Ist ein Wirkstoff gegen Bakterien unwirksam geworden, steht er auch in anderen Zubereitungen (z. B. als Tablette oder Injektionslösung) für die Behandlung schwerer Infektionen im Körper (z. B. bei einer Blutvergiftung) nicht mehr zur Verfügung. Der Einsatz dieser äußerlich anzuwendenden Antibiotika sollte deshalb möglichst vermieden werden.

Präparate, die Fusidinsäure oder Gentamicin enthalten (Fucicort, Diprogenta, Sulmyzin mit Celestan-V, Decoderm comp.), sind mit Einschränkung geeignet. Ihr Einsatz ist allenfalls in der Anfangsbehandlung zu vertreten, wenn der Hautausschlag bakteriell infiziert ist. Dass die Kombinationsmittel wirksamer sind als die Einzelmittel, sollte noch besser nachgewiesen werden. Bei Ekzemen ohne bakterielle Infektion sind diese Kombinationspräparate nicht sinnvoll. Der Zusatz eines Antibiotikums erhöht das Risiko für unerwünschte Wirkungen. Monopräparate mit einem Glucocorticoid sind vorzuziehen.

Jellin-Neomycin ist wenig geeignet, selbst wenn der Hautausschlag bakteriell infiziert ist, weil das enthaltene Antibiotikum Neomycin besonders häufig Allergien und andere gravierende Nebenwirkungen auslöst.

Anwendung

Länger als sieben bis zehn Tage sollten Sie diese Kombinationspräparate nicht anwenden.

Alle weiteren Angaben zu Gegenanzeigen, Wechselwirkungen, unerwünschten Wirkungen sowie Hinweise finden Sie unter Glucocorticoide (äußerlich).

Zusätzlich ist zu beachten:

Achtung

Einige Präparate enthalten Parabene (siehe Tabelle). Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Präparate nicht anwenden.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Auch äußerlich angewendete Antibiotika können Durchfall hervorrufen. Hält dieser länger als zwei bis drei Tage an oder ist er blutig, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Jellin-Neomycin: Neomycin kann die Blutbildung beeinträchtigen. Fühlen Sie sich schwach und treten vermehrt Infekte auf, sollte der Arzt das Blutbild kontrollieren.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Jellin-Neomycin: Wenn Sie dieses neomycinhaltige Mittel auf großen Hautflächen anwenden, kann das Antibiotikum das Gehör und die Nieren schädigen. Können Sie nicht mehr gut hören, treten Ohrgeräusche, Gleichgewichtsstörungen oder Schmerzen in der Nierengegend auf, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Ekzemen und Neurodermitis in der Schwangerschaft sollten Sie diese Mittel möglichst nicht anwenden, insbesondere nicht in den ersten drei Monaten.

In der Stillzeit dürfen Sie die Mittel nicht auf der Brust auftragen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

An Kindern ist die Behandlung mit einer festgelegten Kombination aus Cortison und Antibiotikum nicht ausreichend untersucht. Stark wirkende Glucocorticoide wie Betamethason und Fluocinolon sollten bei Kindern grundsätzlich nur eingesetzt werden, wenn sie an einem schweren Hautekzem oder einer schweren Neurodermitis leiden.

Und auch dann dürfen diese Wirkstoffe nur über kurze Zeit (maximal 7 bis 10 Tage) und auf einer kleinen Hautfläche eingesetzt werden. Bei einer Infektion größerer Hautflächen müssen die Antibiotika eingenommen werden. Aufgrund dieser Einschränkungen sind diese Kombinationsmittel für Kinder im Allgemeinen nicht zu empfehlen. *

* Aktualisiert am 20.03.2020

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