Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Citrate: Kalium-Natrium-hydrogencitrat und Zitronensäure + Natriumcitrat + Kalium-hydrogencarbonat (Kombination)

Wirkungsweise

Die Salze der Zitronensäure (Citrate) können der Entstehung von Harn- und Nierensteinen, deren Hauptbestandteil Harnsäure oder Calciumoxalat ist, vorbeugen. Nach der Einnahme der Citrate werden diese im Körperstoffwechsel zum Teil in Bicarbonat umgebaut, das über die Nieren ausgeschieden wird und den Urin alkalisiert. Durch das Bicarbonat erhöht sich die Löslichkeit von Harnsäure im Urin. Der andere Teil der Citrate bleibt unverändert und kann die Bindung von Calciumionen an Oxalat verhindern. Beide Vorgänge tragen somit zur Vorbeugung von Harnsäure- und Oxalat-Nierensteinen bei. Daher werden Präparate mit Salzen der Zitronensäure als "geeignet" bewertet, um diesen Harn- und Nierensteinen vorzubeugen.

Wenn Harnsäuresteinen, die kleiner als zehn Millimeter sind, Beschwerden verursachen und durch allgemeine Maßnahmen nicht auszuspülen sind, kann der Arzt versuchen, mit Citraten solche Steine aufzulösen. Damit kann möglicherweise ein operativer Eingriff vermieden werden. Dies gelingt mit den Mitteln aber nur bei diesen bestimmten Harn- und Nierensteinen.

Anwendung

Bevor der Arzt Citrate verordnet, muss er den Gehalt des Blutes an Salzen und die Nierenfunktion kontrollieren. Da das Mittel zudem viel Natrium enthält, sollten Sie während der Behandlung die Kochsalzzufuhr über das Essen so weit wie möglich reduzieren.

Dosierung und Anwendungshäufigkeit der Mittel richten sich nach dem Säuregrad des Urins, der als pH-Wert angegeben wird. Sie hängen aber auch von der Zusammensetzung der Steine ab.

Mehrmals täglich muss mit Teststäbchen, die der Packung beiliegen, der pH-Wert des Urins ermittelt werden. Entsprechend dem getesteten pH-Wert und dem vom Arzt angegebenen Zielwert, wird dann eine bestimmte Anzahl Tabletten oder eine bestimmte Menge an Granulat eingenommen.

Die Behandlung dauert üblicherweise zwischen vier Wochen und einem halben Jahr. Es wird empfohlen, währenddessen täglich zwei bis drei Liter zu trinken.

Zwischen der Anwendung eines citrathaltigen Arzneimittels und einem Mittel, das Aluminium enthält (z. B. bei Magenbeschwerden), sollten mindestens zwei Stunden vergehen, da sonst zu viel Aluminium in den Körper aufgenommen werden kann.

Gegenanzeigen

Das Mittel enthält große Mengen an Salzen, unter folgenden Bedingungen dürfen Sie es daher nicht anwenden:

  • Sie sind von einer Krankheit betroffen, bei der sich Kalium im Blut anreichern kann. Das ist der Fall bei erheblich eingeschränkter Nierenfunktion und der Addisonkrankheit, einer Unterfunktion der Nebennierenrinden.
  • Sie sollen sich natriumarm ernähren. Das trifft auf viele Menschen mit hohem Blutdruck zu.
  • Sie leiden an chronischen Harnwegsinfektionen, die von Bakterien ausgelöst werden, die Harnstoff spalten, z. B. Klebsiella und Proteus. Dann ist das Risiko erhöht, dass sich Struvitsteine bilden. Um zu wissen, ob ein aktuell bestehender Harnwegsinfekt von diesen Erregern verursacht wurde, muss der Arzt eine Urinkultur anlegen und die Bakterienart bestimmen. Der häufigste Erreger von Harnwegsinfektionen, das Darmbakterium Escherichia coli, gehört nicht zu den harnstoffspaltenden Bakterien.

Wenn Sie eine schwere Leberfunktionsstörung haben, sollten Sie die Mittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden und nachdem er Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abgewogen hat.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass durch citrathaltige Mittel Lithium (bei Depressionen) schwächer wirken kann.

Unbedingt beachten

Durch die Harn- und Nierensteinmittel gelangt viel Kalium ins Blut. Wenn Sie zusätzlich kaliumsparende Diuretika wie Amilorid oder Triamteren, einen Aldosteronantagonisten wie Spironolacton, ACE-Hemmer wie Captopril und Enalapril oder Wirkstoffe wie Candesartan oder Losartan (alle meist bei hohem Blutdruck) einnehmen, kann sich im Blut zu viel Kalium anreichern. Erste Anzeichen dafür sind ein pelziges Gefühl im und um den Mund, das Gefühl, von "einer zweiten Haut umgeben zu sein", und Muskelschwäche. Später können sich Herzrhythmusstörungen ergeben.

Ebenfalls durch den hohen Kaliumgehalt im Blut können sich die erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Mitteln bei Herzrhythmusstörungen wie Chinidin und Flecainid verstärken. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Mittel mit Digitalis (bei Herzschwäche) können durch die Kaliumanreicherung des Blutes schwächer wirken. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verringerte Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Sodbrennen können auftreten.

Muss beobachtet werden

Magenschmerzen, die nicht nachlassen oder innerhalb von zwei bis drei Tagen schlimmer werden, können auf einem Magengeschwür beruhen, das zu einer Magenblutung führen kann.

Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Muskeln ungewöhnlich schwach sind, kann das durch den hohen Kaliumgehalt des Mittels bedingt sein. Bessern sich diese Beschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht, sollten Sie zum Arzt gehen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich der Herzschlag verlangsamt und Herzstolpern spürbar wird, dabei auch der Blutdruck absinkt und Schwindel auftritt, deutet das auf einen zu hohen Kaliumgehalt des Blutes hin. Dann sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Durch die veränderte Blutzusammensetzung kann es zu Kribbeln, Taubheitsgefühl, Muskelzittern und Kurzatmigkeit kommen. Diese unerwünschte Wirkung betrifft vor allem Menschen mit gestörter Nierenfunktion. Wenden Sie sich dann sofort an einen Arzt.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor. Daher sollten die Mittel bei ihnen nicht angewendet werden.

Für ältere Menschen

Wegen der altersbedingt nachlassenden Nierenfunktion sind Kontrolluntersuchungen besonders wichtig. Die Nierenfunktion muss überprüft und der Salzgehalt im Blut überwacht werden.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs