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Cilostazol

Wirkungsweise

Cilostazol wird bei der "Schaufensterkrankheit" eingesetzt, da es gefäßerweiternd wirkt, das Verkleben der Blutplättchen hemmt und die Kontraktionskraft des Herzens steigert. Der genaue Wirkungsmechanismus ist noch unklar.

Mit Cilostazol lässt sich die schmerzfreie Gehstrecke um durchschnittlich zirka 50 Meter verlängern, wenn kein Gehtraining möglich ist und wenn die Gehstrecke zu Beginn der Behandlung unter 280 Metern liegt.

Das Mittel darf erst dann eingesetzt werden, wenn Lebensstiländerungen einschließlich körperlichen Trainings unter Anleitung und ein Aufgeben des Rauchens keine Besserung erbracht haben. Nur dann überwiegt der Nutzen die Risiken.

Ob das Mittel diesen Nutzen auch zusätzlich zu einem Gehtraining erbringt, ist noch nicht untersucht. Außerdem fehlen direkte Vergleichsstudien zu einem anderen durchblutungsfördernden Mittel wie Naftidrofuryl sowie Studiendaten, mit denen die Langzeitverträglichkeit beurteilt werden könnte. Solche Daten wären aber wünschenswert, denn die Behandlung wird häufig wegen unerwünschter Wirkungen (insbesondere Kopfschmerzen, Durchfall, Herzrasen) abgebrochen. Deswegen unterliegt das Mittel bezüglich seiner Verträglichkeit einer besonderen Überwachung.

Cilostazol ist bei PAVK mit Einschränkung geeignet. Es sollte nur eingesetzt werden, wenn eine ausgeprägte "Schaufensterkrankheit" (Claudicatio intermittens) vorliegt und ein Gehtraining oder andere Therapien wie ein Aufdehnen der Engstellen in den Blutgefäßen mit Einlage eines Stents oder Gefäßoperationen nicht möglich sind.

Anwendung

Sie nehmen das Mittel zweimal täglich ein, und zwar jeweils eine halbe Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Frühstück und Abendessen. Verlängert sich damit die schmerzfreie Gehstrecke spürbar, können Sie das Mittel sechs bis zwölf Monate lang einnehmen. Danach sollten Sie mit dem Arzt überlegen, ob die PAVK mit anderen Mitteln (z. B. einem Gehtraining) weiter behandelt werden könnte.

Wenn sich die Beschwerden nach drei Monaten nicht gebessert haben, sollten Sie das Mittel absetzen.

Achtung

Wenn eine Operation oder ein zahnärztlicher Eingriff bevorsteht, sollten Sie das Mittel mindestens fünf Tage vorher absetzen, es sei denn, eine gerinnungshemmende Wirkung ist erwünscht. Sprechen Sie das Vorgehen auf jeden Fall mit dem Arzt ab.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Cilostazol nicht anwenden:

  • Die Funktion Ihrer Leber und/oder Nieren ist erheblich eingeschränkt.
  • Sie haben eine Herzschwäche.
  • Sie haben ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Sie hatten innerhalb der vergangenen sechs Monate einen Schlaganfall mit Einblutungen ins Gehirn, eine instabile Angina Pectoris, einen Herzinfarkt oder eine Bypass-Operation.
  • Sie haben Diabetes und die Netzhaut der Augen ist geschädigt.
  • Ihr Blutdruck ist zu hoch.
  • Sie haben einen zu schnellen Herzschlag (Tachykardie).
  • Das EKG weist eine Auffälligkeit auf (verlängertes QT-Intervall).
  • Sie werden mit einer Kombination aus zwei Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulanzien behandelt.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Unbedingt beachten

Wenn Sie gleichzeitig mit den gerinnungshemmenden Mitteln Phenprocoumon oder Warfarin behandelt werden (bei erhöhter Thrombosegefahr), müssen Sie selbst oder der Arzt besonders häufig die Gerinnungsfähigkeit des Blutes kontrollieren, weil bei gleichzeitiger Anwendung dieser Mittel mit Cilostazol eine erhöhte Gefahr für Blutungen besteht. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Folgende Wirkstoffe können die Wirkung von Cilostazol verstärken, sodass vermehrt unerwünschte Wirkungen wie starke Kopfschmerzen, Durchfall, zu schneller Herzschlag und andere Herzrhythmusstörungen auftreten: Ketoconazol und Itraconazol zum Einnehmen (bei Pilzinfektionen), Clarithromycin und Erythromycin (Antibiotika, bei bakteriellen Infektionen), antivirale Substanzen wie Nelfinavir, Ritonavir (bei HIV-Infektionen, Aids), säureblockierende Mittel wie Lansoprazol, Omeprazol (bei Speiseröhrenentzündung, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür), Diltiazem (bei hohem Blutdruck und koronarer Herzkrankheit). Wenn Sie diese Mittel gleichzeitig einnehmen, sollte der Arzt die Dosis von Cilostazol auf die Hälfte reduzieren.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei mehr als drei von zehn Behandelten treten Kopfschmerzen auf.

Bei etwa zwei von zehn Behandelten kommt es zu Durchfall, bei bis zu 10 von 100 auch zu Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden oder Bauchschmerzen.

Ebenso viele bemerken Schwellungen (Ödeme) im Gesicht, Schwindel, Schnupfen oder eine Rachenentzündung, die sich in Schluckbeschwerden äußert.

Bei bis zu 10 von 1 000 Behandelten entstehen Muskelschmerzen.

Muss beobachtet werden

Wenn die oben beschriebenen Verdauungsbeschwerden länger andauern oder wenn Sie Blut im Stuhl bemerken, sollten Sie dies dem Arzt mitteilen. Ursache kann eine Magenschleimhautentzündung oder eine Blutung im Magen-Darm-Trakt sein (bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten).

Bei bis zu 10 von 100 Behandelten kommt es zu kleinen Einblutungen in der Haut, bei bis zu 10 von 1 000 zu Nasenbluten. Das kann harmlos sein, es kann aber auch anzeigen, dass eine erhöhte Blutungsneigung besteht. Informieren Sie deshalb den Arzt, wenn Sie solche Symptome bemerken.

Bei bis zu 10 von 100 Behandelten schlägt das Herz sehr schnell oder unregelmäßig. Dies gilt insbesondere, wenn Sie noch andere gefäßerweiternde Mittel einnehmen, wie z. B. Calciumantagonisten vom Nifedipintyp (z. B. Nitrendipin). Wenn Ihnen außerdem häufig schwindlig ist oder wenn sich Wasser im Gewebe einlagert, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er sollte dann ein EKG schreiben.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn Sie Brustschmerzen bemerken, die in Arme, Hals, Schulter oder Bauch ausstrahlen, oder wenn ein Engegefühl im ganzen Brustkorb auftritt, das mit Atemnot, Übelkeit und Angstgefühl verbunden ist, müssen Sie sofort den Notarzt rufen (Telefon 112), weil es sich um einen Herzinfarkt handeln kann (bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten).

Wenn sich Ihr Gesichtsfeld plötzlich einschränkt, sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen. Es könnte eine Netzhautblutung aufgetreten sein.

Wenn Sie sich schlapp und müde fühlen und häufiger Infektionen mit Fieber und/oder Halsschmerzen haben, kann dies anzeigen, dass die Funktion der weißen Blutkörperchen beeinträchtigt ist. Lassen Sie dann unverzüglich vom Arzt ein Blutbild erstellen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Mangels Erfahrungen sollten Kinder und Jugendliche nicht mit Cilostazol behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Sie dürfen Cilostazol nicht anwenden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen von dem Mittel schwindlig wird, sollten Sie kein Fahrzeug lenken, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs