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Ciclosporin (Auge)

Wirkungsweise

Ciclosporin unterdrückt die Funktionen des Immunsystems, indem es die Produktion von körpereigenen Eiweißstoffen, die an Immunreaktionen und Entzündungsprozessen beteiligt sind, hemmt. Damit kann das Mittel Entzündungen zurückdrängen. Bei der Behandlung trockener Augen soll Ciclosporin in Form von Augentropfen verhindern, dass die Hornhaut durch eine fortdauernde Entzündung nachhaltig geschädigt wird.

Zwei Studien untersuchten Betroffene, die als Folge trockener Augen eine schwere Hornhautentzündung entwickelt hatten. Sie verglichen dabei die einmal tägliche Anwendung einer Ciclosporin-Emulsion mit der Anwendung einer wirkstofffreien Emulsion. Nach sechs Monaten hatte sich der Zustand der Hornhaut bei den Patientinnen und Patienten, die Ciclosporin eintropften, deutlicher verbessert als bei denen, die ein Scheinmedikament erhielten.Dass sich auch die mit der Erkrankung einhergehenden Augenbeschwerden besserten, wurde nach sechs Monaten jedoch nicht festgestellt. Experten vermuten, dass sich das Krankheitsbild bei längerer Anwendung von IKERVIS verbessert. Hierzu fehlen jedoch Daten. Auch die Verträglichkeit des Mittels bei Langzeitanwendung kann aktuell nicht ausreichend eingeschätzt werden. Das Mittel ist daher mit Einschränkung geeignet. Es sollte nur zum Einsatz kommen, wenn durch die regelmäßige Behandlung mit künstlichen Tränen oder eine kurzzeitige Anwendung von cortisonhaltigen Augentropfen keine Besserung eingetreten ist.

Anwendung

Tropfen Sie einmal täglich vor dem Schlafengehen einen Tropfen in das betroffene Auge. Mehr als einen Tropfen dürfen Sie pro Auge am Tag nicht anwenden. Vor dem Eintropfen sollte das Einzeldosisbehältnis vorsichtig bewegt werden, um den Wirkstoff in der Emulsion gut zu verteilen.

Achten Sie darauf, den Tränenwinkel nach Anwendung des Mittels für zwei Minuten zu blockieren, damit möglichst wenig Ciclosporin in den Organismus gelangt.

Sollten Sie die Anwendung einmal vergessen haben, lassen Sie diese aus und führen Sie die Behandlung erst am nächsten Tag zur vorgesehenen Zeit fort.

Wenn Sie noch andere Augenmittel anwenden müssen, sollten zwischen den Anwendungen mindestens 15 Minuten vergehen. Tropfen Sie die Ciclosporin-Emulsion als letztes ein.

Weitere Hinweise zur richtigen Anwendung von Augenmitteln und beim Tragen von Kontaktlinsen sowie zur Verkehrstüchtigkeit lesen Sie unter Augenmittel richtig anwenden.

Alle sechs Monate sollte eine Ärztin oder ein Arzt die Augen untersuchen und entscheiden, ob die Behandlung fortgeführt wird.

Achtung

Bei einer Infektion des behandelten Auges, der Augenlider oder einer Infektion am Auge (zum Beispiel einer Herpesinfektion), dürfen Sie das Mittel nicht anwenden. Tritt während der Behandlung eine Augeninfektion auf, müssen Sie die Behandlung so lange unterbrechen, bis die Infektion ausgeheilt ist. Wird eine Infektion vermutet, muss die Behandlung unterbrochen werden, bis ein Augenarzt eine Infektion ausgeschlossen hat.

Auch wenn eine Krebserkrankung am Auge oder in Augenumgebung vorliegt, dürfen Sie das Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie hatten schon einmal eine Herpesinfektion am Auge.
  • Sie haben einen Grünen Star (Glaukom) und werden mit anderen Augenmitteln behandelt.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei knapp jedem Fünften kommt es nach dem Eintropfen zu Brennen, Stechen oder einem Fremdkörpergefühl im Auge.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten rötet sich das Auge, tränt oder juckt. Das Augenlid kann anschwellen. Direkt nach dem Eintropfen kann zudem das Sehen verschwommen sein. Diese Beschwerden bessern sich normalerweise innerhalb einer Stunde nach der Anwendung von alleine.

Muss beobachtet werden

Wenn die beschriebenen Augenbeschwerden längere Zeit nach der Verabreichung anhalten oder im Laufe der Behandlung neu auftreten, sollten Sie sich möglichst bald in der Augenarztpraxis untersuchen lassen. Das gilt auch, wenn das Auge im Laufe der Behandlung anschwillt, sich rötet und schmerzt oder ein weißlich-gelbes Sekret absondert. Es könnte sich um eine bakterielle oder virale Augenentzündung handeln. Dann muss die Behandlung vorübergehend unterbrochen werden.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft sollte das Mittel nur eingesetzt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Negative Auswirkungen für das Ungeborene sind zwar bei korrekter Anwendung unwahrscheinlich, können aber nicht sicher ausgeschlossen werden.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch bei der Anwendung als Augentropfen geringe Mengen Ciclosporin in die Muttermilch übergehen. Wenn eine Anwendung der Ciclosporin-Emulsion unabdingbar ist, sollten Sie gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt beraten, ob Sie das Stillen fortsetzen können. Wenn Sie sich für das Stillen entscheiden, sollten Sie besonders darauf achten, nach dem Eintropfen den Tränenwinkel für zwei Minuten zu blockieren, damit möglichst wenig Ciclosporin in den restlichen Organismus gelangt.

Für ältere Menschen

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Bei einer Augenentzündung sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen. Sie belasten das Augengewebe zusätzlich. Bedenken Sie auch, dass die Emulsion ein Konservierungsmittel enthält. Zusammen mit Kontaktlinsen angewendet steigert das die Gefahr für Augenreizungen.

Wenn Sie dennoch nicht auf Kontaktlinsen verzichten wollen, müssen Sie die Linsen vor der Anwendung herausnehmen und dürfen Sie erst am nächsten Morgen wieder einsetzen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Nach dem Eintropfen des Mittels kann die Sehfähigkeit - zum Beispiel durch verschwommenes Sehen - vorübergehend beeinträchtigt sein. Sie sollten daher direkt nach der Anwendung des Mittels nicht aktiv am Verkehr teilnehmen und keine Maschinen bedienen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs