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Calciumverbindungen

Wirkungsweise

Die Behandlung einer Osteoporose erfordert Calcium, um die Knochenbildung zu unterstützen. Wenn mit der Nahrung nicht genügend Calcium aufgenommen wird, muss es als Medikament zugeführt werden. Diese Medikamente enthalten Calcium in Form seiner Salze: als Carbonat und Lactogluconat. Das Lactogluconat wird aus dem Darm gut aufgenommen, das Carbonat weniger gut. Dafür bietet Calciumcarbonat Menschen mit Magenbeschwerden, die auf einem Überschuss an Magensäure beruhen, den Vorteil, dass es die vorhandene Säure neutralisiert.

Calciumpräparate sind geeignet, um Calcium zuzuführen, sodass eine Osteoporoseneigung zumindest nicht dadurch gefördert wird, dass es an diesem Mineral fehlt. Calcium einzunehmen kann aber nicht generell empfohlen werden, denn bisher ist nicht ausreichend nachgewiesen, dass sich – unabhängig von einem eventuell bestehenden Calciummangel – damit einer Osteoporose vorbeugen lässt.

Auch die positive Beurteilung einer Calciumeinnahme zur Osteoporosebehandlung gilt möglicherweise nicht für alle Betroffenen. In einer Studie ließ sich bei Personen, die mobil waren, bevor sich der erste Bruch ereignete, und die bis dahin keine Arzneimittel mit Calcium und Vitamin D eingenommen hatten, die Zahl der Brüche im weiteren Krankheitsverlauf nicht dadurch senken, dass sie Calcium und Vitamin D einnahmen. Zudem ist der Effekt von Calciumpräparaten auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit umstritten. So weisen einige Studien darauf hin, dass eine Dauereinnahme von Calcium auch unerwünschte Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben kann. Andere Untersuchungen können diesen Zusammenhang hingegen nicht bestätigen. Derzeit fehlen hochwertige Untersuchungen, die die offenen Fragen zu den Auswirkungen von Calcium auf die Herzgesundheit klären können. Die Calciummenge aus der Nahrung und die zusätzlich mit Medikamenten eingenommene Menge sollten daher sicherheitshalber 2 000 Milligramm Calcium am Tag nicht überschreiten.

Anwendung

Calciumprodukte, die aufgelöst und getrunken werden, sollten Sie auf leeren Magen einnehmen. Tabletten können Sie – je nach Dosierung verteilt auf mehrere Einzelportionen – zu jeder Tageszeit schlucken.

Bei Menschen mit Nierenfunktionsstörung muss der Arzt bei einer Langzeitanwendung von Calcium regelmäßig den Calciumgehalt in Blut und Urin kontrollieren.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie kein Calciumpräparat einnehmen:

  • Sie haben zu viel Calcium im Blut und/oder scheiden mit dem Urin zu viel aus. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Nebenschilddrüsen zu viel Parathormon produzieren und wenn sich in den Knochen und im Knochenmark Tumoren gebildet haben.
  • Ihre Osteoporose ist entstanden, weil Sie sich kaum bewegen können.

Wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist oder Sie Nierensteine haben, kann sich ein steigender Calciumspiegel negativ auswirken. In diesen Situationen – insbesondere wenn Sie die Mittel langfristig einnehmen – sollten Sie gemeinsam mit einem Arzt den Nutzen der Mittel besonders sorgfältig gegen die möglichen Risiken abwägen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Entwässernde Mittel (bei hohem Blutdruck, Nierenerkrankungen) wie Hydrochlorothiazid und Chlorthalidon (nicht jedoch Furosemid und Torasemid) lassen den Calciumspiegel des Blutes ansteigen. Der Calciumgehalt des Blutes erhöht sich auch, wenn Sie ein calciumhaltiges Mittel einnehmen, um Magensäure zu binden. Bei fortlaufender Einnahme dieser Medikamente zusammen mit Calciumpräparaten sollte der Calciumspiegel regelmäßig kontrolliert werden. Bei dieser Begleitmedikation brauchen Sie unter Umständen eine geringere Menge Calcium als ohne diese Behandlung.
  • Durch Calcium werden andere Medikamente schlechter aus dem Darm ins Blut aufgenommen. Insbesondere die Aufnahme von Eisen (bei Blutarmut) und Levothyroxin (bei Schilddrüsenerkrankungen) kann verringert sein. Nach der Einnahme von Calcium sollten Sie daher mindestens zwei Stunden warten, bevor Sie ein anderes Arzneimittel schlucken.
  • Sollen Sie außer Calcium noch ein Bisphosphonat (bei Osteoporose) einnehmen, müssen zwischen den beiden Medikamenten zwei Stunden Abstand liegen. Andernfalls wird das Bisphosphonat nicht in ausreichender Menge aus dem Magen-Darm-Trakt in den Organismus aufgenommen. Empfehlenswert ist die Einnahme des Calciums am Abend, die des Bisphosphonats am Morgen.

Unbedingt beachten

Durch Calcium werden Antibiotika wie Chinolone und Tetracycline (bei bakteriellen Infektionen) schlechter aus dem Darm aufgenommen. Nehmen Sie diese Mittel daher mindestens zwei Stunden vor oder nach dem Calciumpräparat ein. Näheres hierzu lesen Sie unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Während der Behandlung mit einem dieser Präparate sollten Sie ohne Rücksprache mit einem Arzt nichts zusätzlich zu sich nehmen, was mit Calcium angereichert ist. Das betrifft Lebensmittel wie Fruchtsäfte ebenso wie Vitaminpräparate und ähnliche Ergänzungsmittel.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Aus dem Calciumcarbonat in den Präparaten entsteht Kohlendioxid, das zu Völlegefühl führen kann.

Auch Verstopfung kann auftreten.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Calciummangel können Sie während Schwangerschaft und Stillzeit Calciumverbindungen einnehmen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs