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Blutdrucksenker: Perindopril + Amlodipin + Indapamid (Kombination)

Wirkungsweise

Dieser Blutdrucksenker enthält mit Perindopril, Amlodipin und Indapamid drei Wirkstoffe in einem festgelegten Dosisverhältnis. Die Wirkstoffe senken den Blutdruck auf jeweils unterschiedlichem Weg. Die kombinierte Anwendung der drei Mittel kann hohen Blutdruck besser senken als die Einzelmittel oder auch deren Zweierkombinationen alleine. Testergebnis Dreierkombination zur Blutdrucksenkung

Allerdings kommt die Kombination nur in Frage, wenn Dosierung und Zusammensetzung den individuellen Anforderungen entsprechen und der Blutdruck mit den jeweiligen Einzelsubstanzen allein bzw. deren Zweierkombinationen nicht ausreichend gesenkt werden kann.

Für die Einzelmittel und auch die Kombinationen Perindopril + Amlodipin bzw. Perindopril + Indapamid ist nachgewiesen, dass Folgeerkrankungen eines hohen Blutdrucks wie Herzinfarkt, Herzschwäche, und Schlaganfall verzögert oder verhindert werden können. Dass dies auch bei der festgelegten Dreierkombination der Fall ist, sollte noch besser belegt werden. Erste Hinweise gibt es für Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Problematisch können bei der Behandlung mit dieser Dreierkombination erforderliche Anpassungen während einer Dauertherapie werden. Im Laufe der Zeit kann es notwendig werden, die Behandlung zu ändern, beispielsweise weil Begleiterkrankungen auftreten. Eine Therapieanpassung ist aber bei der Fixkombination nur schwer möglich. Da das Mittel nur in einer einzigen Dosis in Handel ist, müssen Dosisänderungen wieder mit Einzelmittel vorgenommen werden. Das Mittel wird daher als "auch geeignet" bewertet. Zur Frage des Einsatzes von Kombinationspräparaten bei hohem Blutdruck beachten Sie bitte die Hinweise unter Blut­hoch­druck sicher behandeln – mit Einzel­substanz oder Kombinations­mittel?

Anwendung

Das Mittel ist nicht für die Anfangsbehandlung eines hohen Blutdrucks gedacht. Es kann zur Therapieerleichterung gewählt werden, wenn Ihr Blutdruck bereits mit einer festgelegten Kombination aus Perindopril + Amlodipin und dem Einzelmittel Indapamid gut eingestellt ist. Es kann auch mit einer Kombination aus Perindopril + Indapamid begonnen und dann Amlodipin als Einzelmittel eingesetzt werden. Voraussetzung ist aber, dass die bei Ihnen erforderlichen Wirkstoffmengen der jeweiligen Dosis in Viacorind entsprechen. Das Mittel gibt es nur in einem einzigen festgelegten Dosisverhältnis der drei Wirkstoffe.

Sind während der Behandlung mit dem Kombinationspräparat Dosisanpassungen erforderlich, muss wieder auf die Einzelmittel umgestellt werden.

Während der gesamten Behandlung sollte der Arzt ein- bis zweimal jährlich Elektrolyte und die Nierenwerte im Blut bestimmen, um unerwünschte Wirkungen rechtzeitig zu erkennen. Insbesondere wenn Ihre Nieren nur eingeschränkt funktionieren, muss der Arzt vor und auch häufiger während der Behandlung die Nierenwerte und die Kaliumkonzentration im Blut bestimmen.

Wenn Sie während der Einnahme von Mitteln, die einen ACE-Hemmer beinhalten, Durchfall oder Fieber haben oder stark schwitzen, müssen Sie darauf achten, dass Sie mindestens zwei Liter täglich trinken. Es sei denn, Sie haben eine Herzschwäche, dann folgen Sie dem Rat des Arztes. Sonst besteht die Gefahr, dass der Blutdruck zu stark absinkt und Sie ohnmächtig werden.

Das Mittel wird einmal täglich eingenommen, am besten morgens. Wichtig ist, das Mittel möglichst zur gleichen Zeit einnehmen. So ist gewährleistet, dass nahezu gleichbleibende Wirkspiegel erreicht werden. Wenn Sie eine Tablette vergessen haben, besteht keine Gefahr, dass der Blutdruck schlagartig ansteigt. Nehmen Sie dann die nächste Tablette zum gewohnten Zeitpunkt ein und lassen Sie die vergessene weg.

Achtung

Da das Mittel Indapamid enthält, kann es die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Indapamid gehört zu den Thiazid-Diuretika wie auch Hydrochlorothiazid. Untersuchungen mit Hydrochlorothiazid legen nahe, dass sich damit auch das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen könnte. Für einen optimalen Hautschutz während der Behandlung mit dem Mittel sollten Sie deswegen im Sommer leichte Kleidung tragen, die die Haut bedeckt, ungeschützte Haut mit einem Sonnenschutzmittel eincremen und ausgedehnte Sonnenbäder und Solarienbesuche meiden. Bei einer Dauereinnahme ist es wichtig, dass Sie selbst Ihre Haut sorgfältig beobachten, – vor allem die Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind – und sich von Zeit zu Zeit von einem Arzt auf Hautveränderungen untersuchen lassen.

Das Mittel enthält verschiedene Wirkstoffe, die Auswirkungen auf die Nierenfunktion haben können. Der Arzt sollte daher in den ersten Behandlungswochen die Nierenfunktion überwachen. Dazu gehört auch die Bestimmung der Kaliumwerte im Blut.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie dieses Mittel nicht einnehmen:

  • Sie reagieren auf Sulfonamide allergisch. Zu diesen Medikamenten zählen auch Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid (bei Typ-2-Diabetes) oder Cotrimoxazol (bei Harnwegsinfektionen). Auch wenn Sie auf ein anderes Arzneimittel schon einmal allergisch reagiert haben, sollten Sie nach Möglichkeit nicht mit dieser indapamidhaltigen Kombination behandelt werden. Denn dann besteht generell ein erhöhtes Risiko für eine ähnliche Reaktion.
  • Sie haben eine schwere Einschränkung der Nieren oder Leberfunktion.
  • Sie haben oder hatten schon einmal ein Quincke-Ödem (auch angioneurotisches Ödem) mit anfallsweise auftretenden Wassereinlagerungen in den Gliedmaßen, im Mund- und Rachenraum und im Magen-Darm-Trakt.
  • Sie hatten in den letzten vier Wochen einen Herzinfarkt oder haben eine koronare Herzkrankheit mit instabiler Angina Pectoris.
  • Sie haben zusätzlich zu dem erhöhten Blutdruck Diabetes oder die Funktion Ihrer Niere ist eingeschränkt und Sie werden bereits mit dem Wirkstoff Aliskiren (ebenfalls gegen hohen Blutdruck) behandelt.
  • Sie haben zusätzlich zum hohen Blutdruck eine Herzschwäche und werden mit der Kombination Sacubitril/Valsartan behandelt.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung dieser Kombination besonders sorgfältig abwägen:

  • Es besteht eine Verengung der Nierenarterien, die die Durchblutung der Nieren beeinträchtigt.
  • Zur Anwendung bei Personen nach Nierenversagen (mit der Notwendigkeit einer Dialysebehandlung) oder nach einer Nierentransplantation liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.
  • Eine Ihrer Herzklappen ist verengt (Aorten- oder Mitralklappenstenose) oder der Herzmuskel ist so stark vergrößert, dass das Herz nicht voll leistungsfähig ist (obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie).
  • Wenn Sie an einer Herzschwäche leiden, die nicht ausreichend behandelt ist, sollten die Mittel nur eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen den Blutdruck nicht ausreichend senken konnten. Ansonsten besteht das Risiko, dass das Risiko für einen Herzinfarkt steigt.
  • Sie haben Beschwerden aufgrund von Gicht. Thiazide wie Indapamid können die Harnsäurewerte ansteigen lassen.
  • Sie haben zu hohe Calcium- oder zu niedrige Natriumspiegel im Blut. Das Mittel enthält verschiedene Wirkstoffe, die Einfluss auf die Kaliumblutwerte nehmen können.
  • Sie haben Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ein Flüssigkeitsmangel kann dann gefährliche Folgen haben.
  • Sie haben Diabetes oder eine Vorstufe dieser Stoffwechselerkrankung (gestörte Glucosetoleranz). Dann kann sich unter der Therapie ein Diabetes entwickeln.
  • Das Blut enthält hohe Konzentrationen des Hormons Aldosteron (primärer Aldosteronismus). Dann lässt sich der hohe Blutdruck durch den in der Kombination enthaltenen ACE-Hemmer Perindopril nicht oder nicht ausreichend beeinflussen.

Wechselwirkungen

Das Mittel enthält drei verschiedene Wirkstoffe, die auf unterschiedliche Art und Weise andere Medikamente in ihrer Wirkung beeinflussen können oder von diesen selbst beeinflusst werden. Bei der Anwendung von Viacorind sind daher zahlreiche Wechselwirkungen zu beachten. Im Folgenden nennen wir nur einige wichtige Wechselwirkungen. Wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen, einschließlich solcher, die Sie sich selbst in der Apotheke oder Drogerie gekauft haben zur Selbstbehandlung, sollten Sie von Arzt oder Apotheker überprüfen lassen, ob eine gemeinsame Anwendung vertretbar ist.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • In Kombination mit weiteren blutdrucksenkenden Mitteln verstärken sich die Wirkungen der Medikamente gegenseitig, sodass der Blutdruck stärker absinkt. Dies gilt auch, wenn blutdrucksenkende Wirkstoffe in anderen Anwendungsgebieten eingesetzt werden, z. B. Metoprolol bei Migräne, Tamsulosin bei gutartiger Prostatavergrößerung. Bei hohem Blutdruck ist diese Verstärkung eine erwünschte Wirkung. Unerwünscht ist eine verstärkte blutdrucksenkende Wirkung aber bei kombinierter Anwendung mit Arzneimitteln, die als Nebenwirkung den Blutdruck senken. Zu diesen Arzneimitteln gehören z. B. die bei Depressionen häufig eingesetzten trizyklischen Antidepressiva, der Wirkstoff Sildenafil (bei Erektionsstörungen) sowie Tizanidin (bei spastischen Muskelverspannungen).
  • Das Mittel kann zusammen mit kaliumsparenden Diuretika wie Amilorid, Spironolacton oder Triamteren (bei hohem Blutdruck, bei Herzschwäche), Heparinen zum Spritzen und Fondaparinux (bei Venenerkrankung, Thrombosen) oder kaliumhaltigen Mineralstoffpräparaten (als Stärkungs- und Nahrungsergänzungsmittel) zu einer erhöhten Kaliumkonzentration im Blut führen, da es Perindopril enthält. Dies ist vor allem zu beachten, wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist. Anzeichen für zu hohe Kaliumwerte im Blut können Empfindungsstörungen, Muskelschwäche sowie ein verlangsamter Herzschlag sein.
  • Das kann auch bei gleichzeitiger Anwendung mit Ciclosporin (bei Schuppenflechte, rheumatoider Arthritis, nach Organtransplantationen), Tacrolimus (bei Neurodermitis) oder Trimethoprim (bei Harnwegsinfektionen) auftreten. Müssen diese Mittel gleichzeitig angewendet werden, sollte der Arzt während der gleichzeitigen Behandlung den Kaliumgehalt des Blutes regelmäßig überwachen.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika zum Einnehmen (z. B. Indometacin, Ibuprofen oder Diclofenac; bei Schmerzen, Rheuma) schwächen die Wirkung von Perindopril. Wenn Sie solche Mittel kontinuierlich einnehmen müssen, sollten Sie den Blutdruck häufiger als gewohnt kontrollieren, insbesondere zu Beginn der gleichzeitigen Behandlung. Außerdem erhöhen die Antirheumatika das Risiko, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert. Das gilt insbesondere dann, wenn die Kombinationsmittel zur Blutdrucksenkung zusammen mit weiteren blutdrucksenkenden Mitteln, z. B. Diuretika, eingenommen werden. Dann sollte der Arzt die Nierenfunktion und die Kaliumwerte im Blut häufiger kontrollieren.
  • Wenn Sie aufgrund einer Insektengiftallergie eine Hyposensibilisierungsbehandlung erhalten, sollten Sie sicherheitshalber in Absprache mit dem Arzt die Einnahme dieses Mittels unterbrechen, weil ansonsten das Risiko steigt, dass Sie auf das Allergen mit einer überschießenden Immunantwort reagieren, die bis hin zum Kreislaufkollaps führen kann.
  • Phenytoin, Phenobarbital, Primidon und Carbamazepin (alle bei Epilepsien) können die Wirkung von Amlodipin abschwächen und damit der Kombination. Der Arzt sollte dann den Blutdruck engmaschig überwachen.
  • Werden Mittel mit Amlodipin zusammen mit Simvastatin (bei erhöhten Blutfetten) eingenommen, ist dessen Dosis auf 20 Milligramm pro Tag zu beschränken, weil sich ansonsten die Wirkung und Nebenwirkungen von Simvastatin verstärken können.
  • Glucocorticoide wie Hydrocortison oder Prednison und Prednisolon zum Einnehmen (bei Entzündungen, Immunreaktionen) können die Kaliumkonzentration im Blut stark absenken, wenn sie zusammen mit thiazidartigen Diuretika wie Indapamid gegeben werden. Typisch für einen solchen Kaliummangel sind Schwäche, Verstopfung, Müdigkeit und gegebenenfalls auch Herzrhythmusstörungen. Wenn Sie beide Medikamente über längere Zeit gleichzeitig einnehmen müssen, sollte der Arzt regelmäßig die Kaliumspiegel im Blut prüfen.

Unbedingt beachten

Bei Menschen mit Diabetes kann das Mittel die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und Sulfonylharnstoffen verstärken, sodass eine Unterzuckerung entsteht. Sicherheitshalber sollten Sie die Blutzuckerwerte insbesondere zu Behandlungsbeginn häufiger als sonst kontrollieren. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.

Das Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig mit Aliskiren oder Sartanen (beide bei hohem Blutdruck) einnehmen. Dann steigt das Risiko, dass der Blutdruck zu stark sinkt. Keinesfalls dürfen Sie es mit Aliskiren kombinieren, wenn Sie Diabetes haben oder wenn Ihre Nierenfunktion gestört ist. Es besteht die Gefahr deutlich erhöhter Kaliumspiegel.

Dieses Mittel dürfen Sie ebenso wenig zusammen mit der Kombination Sacubitril/Valsartan (bei Herzschwäche) einnehmen, weil sich das Risiko für eine lebensbedrohliche Nebenwirkung (Quincke-Ödem oder angioneurotisches Ödem, siehe unter Sofort zum Arzt) erhöht. Sie dürfen frühestens 36 Stunden nach der letzten Einnahme von Viacorind mit der Anwendung der Kombination aus Sacubitil + Valsartan beginnen und umgekehrt.

Das Mittel lässt die Blutspiegel von Lithium (bei manisch-depressiven Störungen) ansteigen, sodass stärkere Nebenwirkungen auftreten können. Sie sollten Lithium daher nicht gleichzeitig mit der Kombination anwenden. Ist dies dennoch erforderlich, sollte der Arzt während der Behandlung die Lithiumspiegel im Blut kontrollieren.

Diuretika wie Indapamid schwemmen Kalium aus dem Blut aus. Werden sie zusammen mit Medikamenten angewendet, die das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen, sollte der Arzt den Kaliumspiegel überwachen, weil sonst das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt. Dazu gehören Wirkstoffe wie Amiodaron, Chinidin oder Sotalol (bei Herzrhythmusstörungen) sowie Neuroleptika wie Haloperidol oder Thioridazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen). Bei verringertem Kaliumgehalt im Blut kann sich bei gleichzeitiger Anwendung mit diesen Mitteln das Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen erhöhen. Nähere Informationen finden Sie unter Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, verstärkte Wirkung.

Wenn durch die Indapamid-Komponente zu viel Kalium ausgeschwemmt wird, kann das die unerwünschten Wirkungen von Digitalispräparaten (bei Herzschwäche) verstärken. Das erkennt der Arzt an den Blutwerten. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung dieses Mittels verstärken.

Grapefruit und Grapefruitsaft können die Blutwerte von Calciumantagonisten erhöhen, auch die von Amlodipin in dieser Kombination. In der Folge wird die blutdrucksenkende Wirkung des Mittels verstärkt. Dieser Effekt ist aber bei blutdrucksenkenden Mitteln, die Amlodipin als Calciumantagonisten enthalten, weniger stark ausgeprägt als bei anderen Calciumantagonisten. Dennoch kann auch bei diesem Mittel der Blutdruck vereinzelt bei gemeinsamer Anwendung mit Grapefruit absinken. Sie sollten deshalb sicherheitshalber keine Grapefruit essen und keinen Grapefruitsaft trinken, solange Sie die Fixkombination anwenden.

Lakritze steigert den Kaliumverlust, der bei diesem Mittel aufgrund des enthaltenen Indapamid sowieso verstärkt vorkommt, sodass das Risiko für einen Kaliummangel steigen kann.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken davon in der Regel nichts, vielmehr fallen die Funktionsänderungen nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom Einzelfall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man solche Leberwerte oft tolerieren und sie häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen und eventuell zu einem anderen Mittel wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten können – besonders zu Beginn der Behandlung – Kopfschmerzen, Brechreiz und Durchfall auftreten. Auch Müdigkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen können dann vorkommen.

Die Geschmacksempfindlichkeit der Zunge und die Sensibilität der Riechschleimhaut können nachlassen. Wenn dies sehr belastend ist, sollten Sie mit einem Arzt sprechen. Die veränderte Geschmackswahrnehmung verschwindet wieder, wenn Sie das Mittel absetzen und auf eine Kombination ohne Perindopril eventuell auch ohne Amlodipin umstellen.

Bei bis zu 10 von 100 Behandelten kann ein starkes, ins Gesicht aufsteigendes Wärmegefühl (Flush) auftreten. Das ist meist zu Beginn der Behandlung der Fall.

Es kann sein, dass Sie wegen des wasserausschwemmenden Wirkstoffs der Kombination zu Beginn der Behandlung häufiger Wasser lassen müssen.

1 bis 10 von 1 000 Behandelten berichten über Potenzstörungen.

Muss beobachtet werden

Da das Mittel einen wasserausschwemmenden Stoff enthält, kann sich während der Behandlung weniger Tränenflüssigkeit bilden.

Wenn Sie kurzsichtig sind, kann sich diese Sehstörung durch die Anwendung einer diuretikahaltigen Kombination weiter verschlechtern. Dann müssen Sie Ihre Sehhilfe anpassen lassen.

Mundtrockenheit, Durst, Schwäche- und Schwindelgefühle, Muskelschmerzen und -krämpfe sowie Kopfschmerzen können Anzeichen von übermäßigem Salz- und Flüssigkeitsverlust sein, der vor allem bei hoher Dosierung der Diuretika auftreten kann. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen und Natrium und Kalium sowie die Nierenwerte im Blut kontrollieren lassen. Achten Sie darauf, dass Sie genügend trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich, es sei denn, Sie haben eine Herzschwäche, dann folgen Sie dem Rat Ihres Arztes).

Das Zahnfleisch kann sich verdicken, bluten oder sich entzünden, und zwar vor allem, wenn Sie gleichzeitig Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. Ciclosporin, nach Organtransplantationen). Informieren Sie dann den behandelnden Arzt und suchen Sie einen Zahnarzt auf.

Sehr häufig (bei 20 von 100 Behandelten) verursachen ACE-Hemmer wie Perindopril einen unangenehmen Reizhusten, bei Frauen häufiger als bei Männern. Wenn der Husten sehr störend wird, sollten Sie mit dem Arzt sprechen, damit er Ihnen gegebenenfalls ein anderes Mittel verschreibt, z. B. aus der Gruppe der Sartane.

Die Nierenfunktion kann sich verschlechtern, insbesondere wenn sie bereits eingeschränkt ist. Diese Veränderungen vollziehen sich häufig ohne Beschwerden, in seltenen Fällen können Wasseransammlungen in den Beinen, geringe Harnausscheidung, Krankheitsgefühl und Blässe Hinweise darauf sein. Solche Nierenschäden sind abhängig von der Dosis des ACE-Hemmers sowie von bereits bestehenden Erkrankungen und den Begleitmedikamenten. Nach Absetzen des Mittels bilden sie sich nicht immer zurück. Der Arzt muss deshalb zu Behandlungsbeginn alle vier bis acht Wochen die Nierenfunktion anhand der Blutwerte überprüfen. Wichtig zu wissen: ACE-Hemmer können aufgrund ihrer blutdrucksenkenden Wirkeigenschaften bei vielen Patienten das Fortschreiten einer Nierenerkrankung auch aufhalten. Aus Angst vor Nierenproblemen sollte man daher nicht auf ihre Anwendung verzichten.

Wenn der Blutdruck zu stark absinkt, fühlen Sie sich müde und schwindlig (bei 1 bis 10 von 1000 Behandelten) oder es wird Ihnen kurz schwarz vor Augen bis hin zu kurzen Ohnmachten (Synkope). Wenn diese Beschwerden nicht nachlassen, sollten Sie mit dem Arzt sprechen.

Durch die gefäßerweiternde Wirkung von Amlodipin kann sich bei ungefähr 1 von 10 Behandelten verstärkt Wasser im Gewebe einlagern, vor allem an den Füßen und Unterschenkeln und insbesondere bei hoher Umgebungstemperatur. Wenn die Schwellungen sehr ausgeprägt sind oder sich deutlich verschlimmern, sollten Sie mit dem Arzt sprechen.

Herzklopfen und Herzrasen treten bei etwa 1 von 100 Behandelten auf. Steigt der Puls anhaltend über 100 Schläge pro Minute, sollten Sie sich mit einem Arzt besprechen.

In Einzelfällen verändert sich das Blutbild. Das Risiko dafür ist besonders erhöht, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist oder wenn Sie gleichzeitig Mittel einnehmen, die ebenfalls die Blutbildung beeinträchtigen können.

Wenn Sie kleine rote Punkte in der Haut (Hauteinblutungen) oder vermehrt Blutergüsse und blaue Flecken bemerken, wenn häufig schwer stillbares Nasenbluten auftritt oder wenn Sie Blutungen im Auge feststellen, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Enthält das Blut weniger weiße Blutkörperchen, besteht eine höhere Anfälligkeit für Infekte. Wenn Sie auffällig oft an Erkältungen oder Harnwegsinfekten leiden, sollten Sie ebenfalls den Arzt aufsuchen, damit er das Blutbild kontrollieren kann. Ein Mangel an roten Blutkörperchen macht sich meist durch verstärkte Müdigkeit und zunehmende Schwäche bemerkbar. Auch dann sollten Sie den Arzt informieren.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen.

Sofort zum Arzt

Bei 3 bis 5 von 1 000 Behandelten kann das Unterhautgewebe anschwellen. Geschieht dies im Gesicht an Lippen oder Zunge, drohen Atemnot und Erstickungsanfälle (Quincke-Ödem oder angioneurotisches Ödem). Dann müssen Sie umgehend den Notarzt (Telefon 112) rufen. Wenn eine derartige Reaktion einmal aufgetreten ist, dürfen Sie zukünftig keine ACE-Hemmer (weder in Kombination noch als Einzelmittel) mehr einnehmen. Auch Sartane sollten dann nur mit allergrößter Vorsicht eingesetzt werden.

Die im Weiteren genannten unerwünschten Wirkungen können vereinzelt auftreten:

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Insbesondere zu Beginn der Behandlung können Angina-Pectoris-Anfälle auftreten oder eine bereits bestehende Angina Pectoris kann sich verstärken. Symptome dafür sind Schmerzen hinter dem Brustbein, die möglicherweise auch in Bauch, Rücken oder Kiefer ausstrahlen. Zusätzlich können Angst, Unruhe, Atemnot, Blässe und Schweißausbrüche auftreten. Wenn Sie solche Beschwerden erstmals spüren, sollten Sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Wenn Sie hohes Fieber und Schüttelfrost bekommen, sollten Sie unverzüglich den Arzt rufen. Auch wenn Sie Blut im Stuhl oder Urin feststellen oder kaffeesatzartig erbrechen, müssen Sie umgehend den Arzt aufsuchen. Beides weist auf eine gravierende Störung der Blutbildung hin.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Frauen sollten während der Einnahme dieses Kombinationsmittels ein sicheres Verhütungsmittel anwenden, weil es Wirkstoffe enthält, die das Ungeborene vor allem im zweiten und im letzten Schwangerschaftsdrittel schwer schädigen können.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger werden wollen, sollte der Arzt Ihnen ein besser erprobtes Mittel zur Blutdrucksenkung verordnen, das Sie während der gesamten Schwangerschaft anwenden können.

Während der Schwangerschaft ist die Dreierkombination zur Behandlung eines Blutdruckes nicht zu empfehlen. Wenn Sie doch mit dem Mittel bis ins zweite Schwangerschaftsdrittel behandelt wurden, sollte baldmöglichst auf ein besser erprobtes Mittel umgestellt werden und der Arzt mit Hilfe einer Ultraschalldiagnostik die Entwicklung des Kindes beobachten.

Als Mittel der Wahl zur Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gilt Methyldopa.

Auch in der Stillzeit dürfen Sie das Mittel nicht anwenden, weil unklar ist, in welchem Ausmaß die Wirkstoffe in die Muttermilch übertreten. Zudem können sich wasserausschwemmende Mittel wie Indapamid negativ auf den Milchfluss auswirken. Als Mittel der Wahl während der Stillzeit gilt ebenfalls Methyldopa, alternativ auch der Calciumantagonist Nitrendipin oder der Betablocker Metoprolol.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vor. Bei ihnen sollte das Mittel deshalb nicht eingesetzt werden.

Für ältere Menschen

Bei älteren Menschen ist die Nierenfunktion oft beeinträchtigt. Dies gilt vor allem für Patienten über 70 Jahre. Bei der Anwendung von Arzneimitteln, insbesondere in Kombination, muss der Arzt dies bedenken, die Nierenwerte sowie die Kaliumblutwerte häufiger kontrollieren als bei Nierengesunden und die Dosierung der Wirkstoffe entsprechend anpassen. Eine Dosisanpassung ist bei einer festgelegten Kombination nicht ohne weiteres möglich. Vor allem Kombinationen wie Viacorind, die nur in einem einzigen Mischungsverhältnis zur Verfügung stehen und auch nicht teilbar sind, sind bei älteren Menschen daher kritisch zu sehen.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Wenn Sie während der Behandlung mit diesem Mittel zu trockenen Augen neigen, kann dies mit einem der Bestandteile in Zusammenhang stehen: Indapamid wirkt wasserausschwemmend und seine Wirkung kann sich auch in den Augen bemerkbar machen. Dann sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen zu Beginn der Behandlung wegen des niedrigeren Blutdrucks häufig schwindlig ist oder Sie sich müde fühlen, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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