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Blutdrucksenker: Olmesartan oder Valsartan + Hydrochlorothiazid + Amlodipin (Kombinationen)

Hintergrund zu den Rückrufen 2018

Im Sommer 2018 riefen Pharmafirmen bestimmte Präparate gegen Bluthochdruck und Herzschwäche zurück, die den Wirkstoff Valsartan enthalten. Sie waren mit Substanzen verunreinigt, die wahrscheinlich krebserregend wirken. Als Folge dieser Entdeckung gelten momentan besondere Auflagen für die Herstellung von Valsartan und den verwandten Sartanen Candesartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan. Für eine Übergangsfrist von zwei Jahren wurden sehr niedrige Grenzwerte für diese Verunreinigung vereinbart. Danach müssen diese komplett vermieden werden. Dieser Beschluss ist das Ergebnis eines europäischen Risikobewertungsverfahrens.*

Wirkungsweise

Drei blutdrucksenkende Wirkstoffe sollen miteinander kombiniert, den Blutdruck noch wirksamer senken als eine Kombination von zwei "geeigneten" Blutdrucksenkern. Aus der Gruppe der Sartane werden Olmesartan oder Valsartan eingesetzt zusätzlich mit dem Diuretikum Hydrochlorothiazid und dem Calciumantagonisten Amlodipin. Alle drei Substanzen verstärken sich gegenseitig in ihrer blutdrucksenkenden Wirkung. Die therapeutische Wirksamkeit sowohl der Einzelsubstanzen als auch der Kombination ist ausreichend nachgewiesen.

Exforge HCT und Dafiro HCT: Zur Behandlung von hohem Blutdruck sind diese Mittel geeignet, wenn der Blutdruck mit den Einzelsubstanzen allein oder deren Zweierkombination nicht ausreichend gesenkt werden kann und ACE-Hemmer als Kombinationspartner zu einem Diuretikum und einem Calciumantagonisten nicht infrage kommen, weil sie chronischen Reizhusten auslösen.

Sevicar HCT und Vocado HCT: Diese Mittel sind nur mit Einschränkung geeignet, weil Olmesartan nicht besser wirkt als andere Sartane, es aber Hinweise darauf gibt, dass es schlechter vertragen wird.

Zur Frage des Einsatzes von Kombinationspräparaten bei hohem Blutdruck beachten Sie bitte die Hinweise unter Einzelsubstanz oder Kombinationsmittel?.

Alle weiteren Angaben finden Sie unter Sartane, Diuretika und Calciumantagonisten vom Nifedipin-Typ. Zusätzlich ist zu beachten:

Achtung

Wenn der hohe Blutdruck auf zu hohe Konzentrationen des Hormons Aldosteron (primärer Aldosteronismus) zurückzuführen ist, sollten Sie keine sartanhaltigen Präparate einnehmen. In solchen Fällen ist der Wirkstoff Spironolacton angezeigt.

Sevicar HCT, Vocado HCT: Wenn Ihre Nieren und Ihre Leber nur eingeschränkt funktionieren, steigen die Plasmaspiegel von Amlodipin und Olmesartan an. Damit wächst die Gefahr, dass der Blutdruck zu stark absinkt und verstärkt unerwünschte Wirkungen auftreten. Sie sollten die Mittel deshalb zu Beginn in geringstmöglichen Dosis einnehmen und nur langsam und vorsichtig steigern. Auch sollten Sie den Blutdruck häufiger als sonst kontrollieren, und der Arzt sollte regelmäßig die Serumkaliumwerte überprüfen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Hydrochlorothiazid erhöht und die Sartane Olmesartan und Valsartan verringern die Kaliumspiegel im Blut, weshalb bei der kombinierten Anwendung der Mittel weder eine Anreicherung noch ein Mangel an Kalium zu erwarten ist. Wenn Sie jedoch gleichzeitig andere Medikamente einnehmen, die sich auf den Kaliumgehalt des Blutes auswirken, sollte der Arzt die Kaliumwerte regelmäßig überwachen (ein- bis zweimal jährlich). Zu diesen Medikamenten gehören Kaliumsalze (z. B. in Mineralstoffpräparaten) sowie kaliumsparende Diuretika wie Triamteren und Spironolacton (bei hohem Blutdruck).

Erhöhte Aufmerksamkeit ist auch erforderlich, wenn Sie Medikamente einnehmen, deren Wirkungen sich bei schwankenden Kaliumwerten deutlich verändern. Dazu gehören z. B. Digitoxin und Digoxin (bei Herzschwäche).

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen sind die Mittel nicht gedacht.

Bei Kinderwunsch

Wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie nicht mit diesen Mitteln behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Als Mittel der Wahl zur Behandlung des hohen Blutdrucks in der Schwangerschaft gilt Methyldopa. Während des ersten Schwangerschaftsdrittels dürfen die Mittel insbesondere aufgrund des enthaltenen Sartans nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken eingesetzt werden. Während des zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel dürfen Sie Sartane gar nicht einnehmen.

Auch in der Stillzeit dürfen Sie die Mittel nicht anwenden, weil unklar ist, ob und in welchem Ausmaß sie in die Muttermilch übertreten.

Für ältere Menschen

Da bei ihnen häufig die Funktion von Leber und Nieren eingeschränkt ist, besteht ein höheres Risiko für unerwünschte Wirkungen. Ist es nötig, die Dosierung der Mittel zu erhöhen, sollte dies nur langsam erfolgen.

Sevikar HCT, Vocado HCT: Bei älteren Menschen, vor allem bei Personen über 75 Jahre, sind diese Mittel möglichst nicht in der hohen Dosierung (40 Milligramm Olmesartan täglich) anzuwenden, weil die Nierenfunktion mit zunehmendem Alter nachlässt und dann ein höheres Risiko für unerwünschte Wirkungen besteht.

* Aktualisiert am 10.2.2020

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