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Blutdrucksenker: Metoprolol + Hydrochlorothiazid (Kombination)

Wirkungsweise

In diesem Mittel ist der Betablocker Metoprolol mit dem Thiaziddiuretikum Hydrochlorothiazid zur Blutdrucksenkung kombiniert. Testergebnisse Metoprolol + Hydrochlorothiazid

Ein solches Kombinationspräparat aus einem Betablocker und einem Thiaziddiuretikum bietet sich an, wenn eines der Mittel allein nicht genügt, um den Blutdruck ausreichend zu senken. Durch ihre gemeinsame Anwendung sinkt der Blutdruck deutlicher als unter der alleinigen Behandlung mit einem der Mittel. Metoprolol kann erwiesenermaßen die Folgeerkrankungen von Bluthochdruck verzögern oder verhindern. Für Hydrochlorothiazid liegt dies nahe. Betablocker wie Metoprolol zählen aber nicht mehr zu den Mitteln der ersten Wahl, um einen unkomplizierten hohen Blutdruck zu senken. Als man die Ergebnisse aus Studien, die verschiedene Blutdrucksenker untersuchten, miteinander verglichen hat, zeigte sich, dass andere Wirkstoffe – etwa aus der Gruppe der ACE-Hemmer und Diuretika – Folgeerkrankungen am Herz-Kreislaufsystem besser verhindern können. Diese Einschränkung gilt auch für die Kombination eines Betablockers mit einem Diuretikum wie diese. Das Mittel mit Metoprolol und Hydrochlorothiazid wird daher bei hohem Blutdruck ohne Zusatzerkrankungen als mit Einschränkung geeignet bewertet. Liegen aber zusätzlich bereits andere Herzerkrankungen vor, ist eine solche Fixkombination sinnvoll. Dies ist bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit gegeben oder – wenn zusätzlich noch ein ACE-Hemmer eingenommen wird – auch bei Patienten mit einer Herzschwäche. Für diesen Einsatz ist die Kombination geeignet.

Zur Frage des Einsatzes von Kombinationspräparaten bei hohem Blutdruck beachten Sie bitte auch die Hinweise unter Einzelsubstanz oder Kombinationsmittel?

Anwendung

Das Mittel wird in der Regel nur einmal täglich eingenommen. Damit der Wirkspiegel im Blut möglichst kontinuierlich aufrechterhalten bleibt, ist es sinnvoll, die Tablette immer etwa zur gleichen Tageszeit einzunehmen (z. B. zum Frühstück oder Abendessen).

Da das Mittel einen wasserausschwemmenden Wirkstoff enthält, sollten Sie es am besten morgens einnehmen, sonst müssen Sie nachts oft zur Toilette und können nicht durchschlafen. Allerdings nehmen Sie den harntreibenden Effekt oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr wahr.

Wenn Sie die Kombination über lange Zeit einnehmen müssen, sollte der Arzt regelmäßig die Kalium- und Natriumspiegel im Blut kontrollieren, ebenso die Harnsäurewerte und die harnpflichtigen Substanzen (z. B. Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin), die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden. Dies gilt insbesondere, wenn Ihre Nieren- oder Leberfunktion leicht bis moderat eingeschränkt ist.

Wird die blutdrucksenkende Behandlung direkt mit einer Kombination begonnen, was bei moderat erhöhten Blutdruckwerten mittlerweile empfohlen wird, tritt ein deutlicher blutdrucksenkender Effekt meist erst zwei bis vier Wochen nach Behandlungsbeginn ein, oft ist er erst nach zwölf Wochen optimal. Vorher sollte der Arzt keine Therapieumstellung machen.

Wenn Sie vergessen haben, das Mittel einzunehmen, und der Abstand zum gewohnten Einnahmezeitpunkt beträgt nicht mehr als sechs bis acht Stunden, können Sie diese Tablette noch nachträglich einnehmen, ansonsten nehmen Sie die nächste Tablette wie gewohnt zum vorgesehenen Zeitpunkt ein.

Achtung

Sie dürfen dieses Kombinationsmittel auf keinen Fall von einem auf den anderen Tag absetzen, weil dann Herzschlag und Blutdruck schlagartig in die Höhe schießen können (Rebound-Phänomen), das gilt vor allem, wenn bereits Herzerkrankungen vorliegen. Anzeichen dafür sind meist Zittern, vermehrtes Schwitzen, Herzklopfen und Kopfschmerzen. Sie dürfen die Dosis nur in Absprache mit dem Arzt nach und nach reduzieren und sich so aus der Therapie ausschleichen. Dies gilt vor allem, wenn Sie das Mittel bereits mehrere Wochen lang eingenommen haben.

Nach längerem Fasten oder bei schwerer körperlicher Belastung kann der Blutzucker stark absinken. Die damit verbundenen Symptome – Zittrigkeit, Herzrasen, Schweißausbruch, Angst, Unruhe – werden durch einen Betablocker wie Metoprolol, das in dieser Kombination enthalten ist, verschleiert. Das kann zur Folge haben, dass eine solche Unterzuckerung nicht rechtzeitig erkannt wird. Besonders gefährlich ist das, wenn Sie Diabetes haben und mit blutzuckersenkenden Medikamenten behandelt werden. Sie sollten vor allem zu Behandlungsbeginn häufiger als gewohnt den Blutzucker bestimmen und besonders sorgfältig auf Unterzuckerungssymptome achten.

Das Mittel kann die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Untersuchungen mit Hydrochlorothiazid legen nahe, dass sich damit auch das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen könnte. Für einen optimalen Hautschutz während der Behandlung sollten Sie im Sommer leichte Kleidung tragen, die die Haut bedeckt, ungeschützte Haut mit einem Sonnenschutzmittel eincremen und ausgedehnte Sonnenbäder und Solarienbesuche meiden. Bei einer Dauereinnahme ist es wichtig, dass Sie selbst Ihre Haut sorgfältig beobachten, – vor allem die Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind – und sich von Zeit zu Zeit von einem Arzt auf Hautveränderungen untersuchen lassen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Ihr Herz schlägt bereits sehr langsam (weniger als 50, bei Herzkranken weniger als 60 Schläge pro Minute) oder Ihr EKG zeigt Veränderungen, die die Gefahr eines zu langsamen Herzschlags (Bradykardie) anzeigen.
  • Ihr Blutdruck ist sehr niedrig (der obere, systolische Wert liegt unter 90 mmHg).
  • Sie haben Asthma oder eine chronisch obstruktive Bronchitis. Soll dennoch ein Behandlungsversuch unternommen werden, müssen für den Fall akuter Atemnot rasch wirkende bronchienerweiternde Mittel zur Verfügung stehen.
  • Das in diesen Mittel enthaltene Diuretikum Hydrochlorothiazid ähnelt Sulfonamiden – Medikamente, mit denen Harnwegsinfektionen häufig behandelt werden. Sie verursachen relativ oft Allergien. Wenn Sie gegen Sulfonamide allergisch sind, dürfen Sie diese Kombination nicht einnehmen. Zu dieser Medikamentengruppe zählen auch Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid (bei Typ-2-Diabetes) oder Cotrimoxazol (bei Harnwegsinfektionen). Aber auch wenn Sie auf ein anderes Arzneimittel schon einmal allergisch reagiert haben, sollten Sie nach Möglichkeit nicht mit dieser Kombination mit Hydrochlorothiazid behandelt werden. Denn dann besteht generell ein erhöhtes Risiko für eine ähnliche Reaktion.
  • Sie leiden an einer Depression und werden mit einem MAO-Hemmer wie Tranylcypromin behandelt.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung dieser Kombination sorgfältig abwägen. Sowohl der enthaltene Betablocker Metoprolol als auch das Diuretikum Hydrochlorothiazid sind hierbei zu berücksichtigen.

  • Sie haben eine schwere Allergie (z. B. auf Blütenpollen oder Insektengift) und es soll eine Hyposensibilisierung vorgenommen werden. Metoprolol kann dann eine besonders schwere allergische Reaktion begünstigen und die Wirkung von Adrenalin, das als Notfallarzneimittel eingesetzt wird, abschwächen.
  • Sie haben schwere arterielle Durchblutungsstörungen, z. B. in den Beinen (PAVK). Da Metoprolol den Blutfluss in den kleinen Blutgefäßen der Gliedmaßen vermindern kann, kann sich die Durchblutung weiter verschlechtern, sodass sich die Strecke, die Sie noch schmerzfrei gehen können, noch weiter verkürzt. Dieses gilt zwar vor allem, aber nicht nur, für nichtselektive Betablocker wie Propranolol.
  • Sie haben Schuppenflechte (Psoriasis). Betablocker wie Metoprolol können deren Symptome verschlimmern.
  • Sie haben Beschwerden aufgrund von Gicht. Hydrochlorothiazid kann die Harnsäurewerte ansteigen lassen.
  • Sie haben zu hohe Calcium- oder zu niedrige Kalium- oder Natriumspiegel im Blut. Das Diuretikum kann diese Elektrolytstörungen noch verstärken.
  • Sie haben Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ein Flüssigkeitsmangel kann dann gefährliche Folgen haben.
  • Sie haben Diabetes oder eine Vorstufe dieser Stoffwechselerkrankung (gestörte Glucosetoleranz). Dann kann sich im Verlauf der Therapie ein Diabetes entwickeln. In jedem Fall sollten die Blutzuckerwerte regelmäßig kontrolliert werden.
  • Die Funktion von Nieren oder Leber ist leicht bis moderat beeinträchtigt. Wenn die Organfunktion hingegen erheblich gestört, darf die Kombination nicht eingenommen werden.

Wechselwirkungen

Die Kombination enthält mit Metoprolol einen Betablocker und mit Hydrochlorothiazid ein Diuretikum. Bei den Wechselwirkungen sind daher beide Wirkstoffe zu berücksichtigen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

In Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln verstärken sich die Wirkungen der Medikamente gegenseitig, sodass der Blutdruck besonders stark absinken kann. Dies kann bei hohem Blutdruck eine erwünschte, bei normalen oder niedrigen Blutdruckwerten aber eine unerwünschte Wirkung sein, z. B., wenn die Mittel bei Herzschwäche oder koronarer Herzkrankheit eingesetzt werden. Unerwünscht ist die verstärkte blutdrucksenkende Wirkung auch bei Arzneimitteln, bei denen die Blutdrucksenkung zu den Nebenwirkungen gehört, z. B. bei trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin, Imipramin (bei Depressionen) und Thioridazin (bei Schizophrenie und anderen Psychosen).

  • Wenn Sie Diabetes haben und Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihre Blutzuckerwerte häufiger als sonst kontrollieren und die Dosis in Abstimmung mit dem Arzt anpassen.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin bei Schmerzen, Arthrose und rheumatoider Arthritis) und Coxibe (z. B. Celecoxib, Etoricoxib, bei Arthrose und rheumatoider Arthritis) schwächen bei dauerhafter Anwendung die Wirkung des Mittels. Wenn Sie nichtsteroidale Antirheumatika kontinuierlich einnehmen müssen, sollten Sie häufiger als sonst den Blutdruck kontrollieren, vor allem zu Beginn der Behandlung. Darüber hinaus erhöhen nichtsteroidale Antirheumatika das Risiko, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert, bis hin zu akutem Nierenversagen. Das gilt insbesondere, wenn die Mittel länger als 2 Wochen gleichzeitig eingenommen werden. Dann sollte der Arzt die Nierenfunktion besonders sorgfältig kontrollieren.
  • MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid, Tranylcypromin, bei Depressionen) sollten Sie möglichst nicht gleichzeitig mit Betablockern einnehmen, weil dies unterschiedliche Auswirkungen auf den Blutdruck haben kann. Einerseits verstärkt sich der blutdrucksenkende Effekt und andererseits besteht die Gefahr, dass der Blutdruck nach Absetzen des MAO-Hemmers stark ansteigt. Ist eine gleichzeitige Anwendung unvermeidbar, sollten Sie insbesondere zu Behandlungsbeginn und nach Absetzen des MAO-Hemmers ihren Blutdruck häufiger kontrollieren.
  • Glucocorticoide wie Hydrocortison oder Prednison und Prednisolon zum Einnehmen (bei Entzündungen, Immunreaktionen) können die Kaliumkonzentration im Blut stark absenken, wenn sie zusammen mit Hydrochlorothiazid gegeben werden. Typisch für einen solchen Kaliummangel sind Schwäche, Verstopfung, Müdigkeit und gegebenenfalls auch Herzrhythmusstörungen. Wenn Sie beide Medikamente über längere Zeit gleichzeitig einnehmen müssen, sollte der Arzt regelmäßig die Kaliumspiegel im Blut prüfen.
  • Wenn Sie ein Diuretikum zusammen mit ACE-Hemmern oder Sartanen einnehmen, kann sich die Nierentätigkeit aufgrund des wasserausschwemmenden Bestandteils weiter verschlechtern, insbesondere wenn die Nierenfunktionsstörung bereits gestört ist. Zu Behandlungsbeginn und danach ist die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen. Auch sollten Sie darauf achten, ausreichend zu trinken.
  • Wenn Sie Colestyramin (bei erhöhten Blutfetten) einnehmen, sollten Sie das Kombinationsmittel vier Stunden vorher einnehmen.

Unbedingt beachten

  • Mittel, die die Herzschlagfrequenz senken, sollten nicht oder nur sehr vorsichtig mit Metoprolol kombiniert werden, sonst wird der Herzschlag zu langsam. Zu diesen Mitteln gehören Digitaliswirkstoffe (bei Herzschwäche), die Calciumantagonisten Verapamil, Diltiazem und Gallopamil sowie Clonidin (alle ebenfalls bei hohem Blutdruck) und Antiarrhythmika wie Amiodaron, Dronedaron, Flecainid und Propafenon (bei Herzrhythmusstörungen).
  • Wenn Sie Clonidin gleichzeitig mit dieser Kombination nehmen müssen und die Behandlung beendet werden soll, müssen Sie zuerst ausschleichend die Kombination mit dem Betablocker absetzen und danach Clonidin (ebenfalls ausschleichend). Andernfalls kommt es leicht zu einem starken Anstieg des Blutdrucks (Hochdruckkrise).
  • Der Calciumantagonist Verapamil darf auf keinen Fall gespritzt werden, wenn Metoprolol wie in dieser Kombination angewendet wird, weil es dann zum Herzstillstand kommen kann.
  • Wenn Sie Diabetes haben und deshalb Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Tabletten einnehmen, spüren Sie unter Umständen eine Unterzuckerung nicht mehr so gut. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.
  • Wenn Sie aufgrund einer Insektengiftallergie eine Hyposensibilisierungsbehandlung erhalten, sollte währenddessen auf die Einnahme dieses Mittels verzichtet werden. Bei gemeinsamer Anwendung erhöht Metoprolol das Risiko für schwere überschießende Immunreaktionen bis hin zum Kreislaufkollaps.
  • Betablocker können die Wirkung von Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol (bei Asthma) verringern. Dies gilt vor allem für nichtselektive Betablocker wie Propranolol, kann aber auch bei selektiven Betablockern wie das in der Kombination verwendete Metoprolol nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Betablocker dürfen Sie generell nicht einnehmen, wenn Sie schweres Asthma oder COPD haben, weil sie dazu beitragen können, dass sich die Bronchialmuskulatur verkrampft. Ist der Einsatz eines Betablockers aber dennoch unbedingt nötig, sollen selektive Betablocker vorgezogen werden, weil diese sich kaum auf die Funktion der Atemwege auswirken.
  • Diuretika lassen die Blutspiegel von Lithium (bei manisch-depressiven Störungen) ansteigen, sodass stärkere Nebenwirkungen auftreten können. Beide Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden. Ist dies dennoch erforderlich, sollte der Arzt während der Behandlung die Lithiumspiegel im Blut kontrollieren.
  • Hydrochlorothiazid schwemmt Kalium aus dem Blut aus. Wird das Kombinationsmittel zusammen mit Medikamenten angewendet, die das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen, sollte der Arzt den Kaliumspiegel überwachen, weil sonst das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt. Dazu gehören Wirkstoffe wie Amiodaron, Chinidin oder Sotalol (bei Herzrhythmusstörungen) sowie Neuroleptika wie Haloperidol oder Thioridazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen). Bei verringertem Kaliumgehalt im Blut kann sich bei gleichzeitiger Anwendung mit diesen Mitteln das Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen erhöhen. Nähere Informationen finden Sie unter Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, verstärkte Wirkung.
  • Wenn das Mittel durch das Diuretikum Hydrochlorothiazid zu viel Kalium ausschwemmt – was der Arzt an den Blutwerten erkennen kann –, kann das die unerwünschten Wirkungen von Digitalispräparaten (bei Herzschwäche) verstärken. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Lakritze steigert die Kaliumverluste, die bei Hydrochlorothiazid sowieso verstärkt vorkommen, sodass das Risiko für einen Kaliummangel zunehmen kann.

Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung des Mittels verstärken.

Nebenwirkungen

Die Kombination enthält mit Metoprolol einen Betablocker und mit Hydrochlorothiazid ein Diuretikum. Bei den unerwünschten Wirkungen sind daher beide Wirkstoffe zu berücksichtigen.

Vertreter aus der Gruppe der Betablocker können Haarausfall auslösen. Dieser lässt meist wieder nach, sobald das Medikament abgesetzt wird.

Bei stark übergewichtigen Menschen mit hohen Blutfettwerten und Insulinresistenz (die Körperzellen sprechen dabei auf das noch von den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Insulin nicht mehr gut an) können sowohl Betablocker als auch Diuretika das Risiko für Diabetes weiter erhöhen. Wenn nur ein zu hoher Blutdruck gesenkt werden soll, sollten bei diesen Personen die Mittel nicht kombiniert eingesetzt werden.

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Besonders zu Beginn der Behandlung, können Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel auftreten. Hände und Füße können kalt werden oder kribbeln.

Bei etwa 1 von 100 Behandelten treten vorübergehend Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen auf. Auch Geschmacksstörungen können kurzzeitig vorkommen.

In Einzelfällen können Potenzstörungen auftreten oder das sexuelle Verlangen kann nachlassen. Möglicherweise beruht das nicht nur auf dem Arzneimittel, sondern kann auch die Folge einer fortschreitenden Gefäßschädigung sein.

Muss beobachtet werden

Es kann sein, dass Sie nachts mehr und intensiver träumen (auch Albträume). Wenn Sie dies als sehr störend empfinden, sollten Sie mit dem Arzt sprechen. Er kann gegebenenfalls einen anderen Betablocker verschreiben, dessen Wirkstoff weniger fettlöslich (lipophil) ist und deshalb weniger unerwünschte Wirkungen am zentralen Nervensystem im Gehirn auslöst, z. B. Atenolol.

Wenn Sie kurzsichtig sind, kann sich diese Sehstörung durch die Anwendung von einem Mittel mit Diuretikum weiter verschlechtern. Dann müssen Sie Ihre Sehhilfe anpassen lassen.

Bei etwa 1 von 100 Behandelten kommt es vor, dass das Mittel den Blutdruck oder den Herzschlag absenkt, bei manchen deutlich. Dann fühlen Sie sich oft müde und schlapp und es wird Ihnen leicht schwindlig oder kurzzeitig schwarz vor Augen. Wenn solche Beschwerden immer wieder auftreten oder wenn ihr Pulsschlag ungewöhnlich langsam ist, sollten Sie den Arzt informieren.

Der Wirkstoff kann den Herzschlag stark verlangsamen. Auch die Überleitung der elektrischen Impulse vom Herzvorhof über den Atrioventrikularknoten (AV-Knoten) auf die Herzkammer kann mehr oder weniger blockiert sein. Diese Art von Herzrhythmusstörung (AV-Block) ist nur im EKG zu erkennen. Wenn Sie sich oftmals müde, schwach und nur bedingt leistungsfähig fühlen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und ein EKG schreiben lassen. Bei einem kompletten AV-Block können auch bedrohliche Ohnmachten (Synkopen) auftreten.

Wenn Sie Durchblutungsstörungen an Händen oder Füßen haben, bei denen die Finger oder Zehen weiß und gefühllos werden (Raynaud-Syndrom), können sich diese Beschwerden verschlimmern. Das gilt auch für die Beschwerden einer „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens). Sprechen Sie mit dem Arzt, ob die Dosis verringert werden kann oder ein Medikament aus einer ähnlichen Gruppe mit weniger gefäßverengender Wirkung verordnen kann.

Da Betablocker den Widerstand in den Atemwegen erhöhen können, kann Atemnot auftreten, vor allem bei Personen mit Atemwegserkrankungen (Asthma, chronisch obstruktive Bronchitis). Diese unerwünschte Wirkung wird zwar unter dem hier verwendeten selektiven Betablocker Metoprolol seltener beobachtet als unter nichtselektiven, ist aber auch für Metoprolol nicht vollkommen ausgeschlossen. Wenn Atemnot auftritt, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Mundtrockenheit, Durst, Schwäche- und Schwindelgefühle, Muskelschmerzen und -krämpfe sowie Kopfschmerzen können Anzeichen von übermäßigem Salz- und Flüssigkeitsverlust sein, der vor allem bei hoher Dosierung eines Diuretikums auftreten kann. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen und Natrium und Kalium sowie die Nierenwerte im Blut kontrollieren lassen. Achten Sie darauf, dass Sie genügend trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich, es sei denn, Sie haben eine Herzschwäche, dann folgen Sie dem Rat Ihres Arztes).

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten steigt der Blutzucker an. Dadurch kann ein bislang nur unterschwellig vorhandener Typ-2-Diabetes in Erscheinung treten. Wenn Sie gefährdet sind, an Diabetes zu erkranken (z. B. weil die Krankheit häufig in der Familie vorkommt oder weil Sie Übergewicht haben), sollte der Arzt mindestens einmal jährlich den Blutzucker kontrollieren.

Ebenso häufig kann der Harnsäurespiegel im Blut anstiegen. Das macht normalerweise keine Beschwerden. Sind die Harnsäurewerte aber schon erhöht, kann dadurch ein Gichtanfall ausgelöst werden. Anzeichen dafür sind Schmerzen im Großzehen- oder Daumengrundgelenk. Suchen Sie dann einen Arzt auf.

Das Blutbild kann sich bei etwa 1 von 1 000 Behandelten verändern: Die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten), der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), seltener auch der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) kann stark absinken.

Wenn Sie kleine rote Punkte in der Haut (Hauteinblutungen) oder vermehrt Blutergüsse und blaue Flecken bemerken, wenn häufig schwer stillbares Nasenbluten auftritt oder wenn Sie Blutungen im Auge feststellen, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Enthält das Blut weniger weiße Blutkörperchen, besteht eine höhere Anfälligkeit für Infekte. Wenn Sie auffällig oft an Erkältungen oder Harnwegsinfekten leiden, sollten Sie daher ebenfalls den Arzt aufsuchen, damit er das Blutbild kontrollieren kann. Ein Mangel an roten Blutkörperchen macht sich meist durch verstärkte Müdigkeit und zunehmende Schwäche bemerkbar. Auch dann sollten Sie den Arzt informieren.

Bei langfristiger Einnahme scheidet der Körper bei etwa 1 von 100 Behandelten zu viel Kalium aus. Ein zu hoher Kaliumverlust kann Störungen an den Nerven, am Herzen und im Stoffwechsel nach sich ziehen. Dadurch können Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen oder Verstopfung auftreten. Wenn solche Beschwerden auftreten, sollten Sie den Arzt aufsuchen und die Kaliumwerte kontrollieren lassen. Eine kaliumreiche Ernährung mit Bananen, Aprikosen, Gemüse oder Trockenobst kann den Kaliumverlust etwas ausgleichen. Bleiben die Kaliumwerte dennoch niedrig, sollte der Arzt eine Überfunktion der Nebennieren ausschließen. Er kann stattdessen ein kaliumsparendes Diuretikum verordnen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Das Mittel kann bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten – vor allem zu Beginn der Behandlung – Wahrnehmungsstörungen und Sinnestäuschungen (Halluzinationen, Psychosen) auslösen. Wenn Sie das Gefühl haben, wiederholt befremdliche Dinge zu sehen oder zu hören, die andere Personen nicht wahrnehmen, sollten Sie umgehend Ihren Arzt informieren beziehungsweise sollten Angehörige dies tun, wenn sie solche Anzeichen bei Ihnen bemerken.*

Vereinzelt kann hohes Fieber und Schüttelfrost auftreten. Wenn Sie hohes Fieber und Schüttelfrost bekommen, sollten Sie unverzüglich den Arzt rufen. Auch wenn Sie Blut im Stuhl oder Urin feststellen oder kaffeesatzartig erbrechen, müssen Sie umgehend den Arzt aufsuchen. Beides weist auf eine gravierende Störung der Blutbildung hin.

Wenn der Körper sehr viel Flüssigkeit ausscheidet, kann das Blut "eindicken", sodass die Gefahr für Thrombosen und Embolien wächst. Das kommt bei 1 bis 10 von 10000 Behandelten vor und ist vor allem bei hoher Dosierung von Diuretika zu befürchten. Das Risiko dafür ist besonders bei älteren Menschen, bei bestehender Venenschwäche (Krampfadern, Venenentzündung) und bei langandauerndem Sitzen (z. B. bei Langstreckenflügen) erhöht. Wenn Krämpfe oder Verwirrtheit mit zeitlicher und räumlicher Desorientierung auftreten oder wenn Sie nur noch sehr wenig Urin ausscheiden, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Die Fixkombination sollte während der Schwangerschaft sicherheitshalber nicht zum Einsatz kommen, da sie als Bestandteil ein Diuretikum enthält. Diese Wirkstoffe gehören nicht zu den Mitteln der Wahl für die Behandlung des hohen Blutdrucks während der Schwangerschaft. Der Blutdruck sollte in dieser Zeit besser mit den Einzelmitteln Methyldopa oder Metoprolol eingestellt werden. Diuretika sind nur in Ausnahmefällen während einer Schwangerschaft erforderlich. Dann kann Hydrochlorothiazid unter sorgfältiger Beobachtung der Fruchtwassermenge und des Kindeswachstums eingesetzt werden – für dieses Diuretikum liegen die meisten Erfahrungen unter den Thiaziden vor.

Auch während der Stillzeit sind Diuretika – allein sowie in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern – besser zu meiden. In hoher Dosierung können sie die Milchbildung hemmen, weil sie die gesamte Flüssigkeitsmenge im Körper verringern. Lässt sich das dennoch nicht vermeiden, können Sie Hydrochlorothiazid in der geringstmöglichen Dosis (bis maximal 50 Milligramm pro Tag) anwenden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei Kindern und Jugendlichen liegen Erfahrungen für den Einsatz von Metoprolol vor. Hydrochlorothiazid wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen dagegen nicht empfohlen. Sicherheitshalber sollte daher bei ihnen auf die Anwendung der Fixkombination verzichtet werden.

Für ältere Menschen

Die Fixkombination bestehend aus einem Betablocker und einem Diuretikum ist nur zur Behandlung eines hohen Blutdrucks zugelassen. Bei älteren Menschen steigt bei der Anwendung von Diuretika das Risiko für unerwünschte Wirkungen, insbesondere auf solche, die den Elektrolyt- und Wasserhaushalt des Organismus betreffen. Ältere Menschen trinken oft zu wenig, weil das Durstgefühl nachlässt, sodass der Körper leicht austrocknet. Außerdem ist häufig die Nierenfunktion eingeschränkt, ohne dass dies an den Blutwerten erkennbar ist. Diuretika und damit auch diese Kombination müssen bei älteren Menschen deshalb unbedingt so niedrig wie möglich dosiert werden. Kontinuierliche Kontrollen der Blutwerte sind während der gesamten Einnahmezeit erforderlich, um zu hohe Salzverluste rechtzeitig zu erkennen.

Hinzukommt, dass ältere Menschen häufig an einer Herzschwäche leiden, die sich noch nicht durch Beschwerden bemerkbar gemacht hat. Betablocker – in dieser Kombination das Metoprolol – können diese erkennbar und spürbar werden lassen. Werden diese Mittel bei älteren Menschen eingesetzt, sollten sie daher grundsätzlich nur langsam in ihrer Dosierung gesteigert werden. Wenn bereits eine Herzschwäche vorliegt, kann sich Metoprolol zusammen mit einer spezifischen Basisbehandlung der Herzschwäche (z. B. mit ACE-Hemmern und Diuretika) aber günstig auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Wenn Sie während der Behandlung bemerken, dass Ihre Augen weniger Tränenflüssigkeit produzieren, sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen – vor allem zu Beginn der Behandlung oder wenn die Dosierung verändert wird – wegen des niedrigeren Blutdrucks häufiger schwindlig ist, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

* Nebenwirkungen aktualisiert am 19.01.2022

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