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Betablocker: Propranolol

Wirkungsweise

Propranolol gehört zu den Betablockern. Der Wirkstoff hat Einfluss auf zahlreiche Körperfunktionen, die nicht durch den Willen gesteuert werden können, z. B. die Herzfrequenz, die Weite von Blutgefäßen und Bronchien sowie die Darmtätigkeit. Das Herz und die glatte Muskulatur in den Bronchien und Blutgefäßen haben bestimmte Empfangsstellen (Rezeptoren) für die Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin aus den Nervenendigungen des sympathischen Nervensystems. Ein Teil dieser Rezeptoren heißt Betarezeptoren, wobei zwischen Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren unterschieden wird. Wirkstoffe, die beide Rezeptorgruppen unterschiedslos ansteuern, nennt man nichtselektiv. Propranolol ist ein Vertreter dieser nichtselektiv wirkenden Betablocker. Testergebnisse Propranolol

Die Botenstoffe des sympathischen Nervensystems unseres Körpers aktivieren am Herzen Beta-1-Rezeptoren. Diese lassen das Herz schneller schlagen und steigern seine Schlagkraft. Gleichzeitig werden die Beta-2-Rezeptoren in der Lunge aktiviert, wodurch sich die Bronchien erweitern. Betablocker binden an beide Arten von Rezeptoren und setzen sie teilweise damit außer Funktion. Das Herz schlägt dann langsamer, die Bronchien bleiben eng gestellt.

Propranolol kommt bei unterschiedlichen Erkrankungen zum Einsatz, dazu zählen Herzrhythmusstörungen, hoher Blutdruck, koronare Herzkrankheit und Vorbeugung bei Migräne. Bei all diesen Krankheiten wird Propranolol über lange Zeit, oft viele Jahre lang, eingenommen. Bei Säuglingen kommt der Wirkstoff in einer speziellen Zubereitungsform zur Behandlung eines Blutschwämmchens zum Einsatz. Andere Betablocker werden auch gegen Herzschwäche oder als Augentropfen beim grünen Star verordnet.

Hoher Blutdruck

Der Mechanismus, über den Betablocker den Blutdruck senken, ist noch nicht völlig geklärt. Bekannt ist, dass sie in den Nieren die Produktion des blutgefäßverengenden Hormons Renin bremsen. Außerdem aktivieren sie die "Druckfühler" in den Adern, die die Gefäßweite regulieren.

Dass Betablocker wie Propranolol den Blutdruck sehr wirksam senken, ist in zahlreichen Studien nachgewiesen worden, allerdings nicht für alle Arten von Betablockern gleichermaßen. Für die Beurteilung ihres Stellenwertes in der Therapie spielt es auch eine Rolle, ob der Patient noch weitere Begleiterkrankungen hat.

Offensichtlich können Betablocker bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck aber ohne Begleiterkrankungen Komplikationen wie einen Schlaganfall weniger gut verhindern – mit Diuretika, ACE-Hemmern, Sartanen oder dem Calciumantagonisten Amlodipin gelingt dies eher. Hierfür ist Propranolol daher nur eingeschränkt zu empfehlen.

Grundsätzlich sind Betablocker aber geeignet, wenn ein hoher Blutdruck besteht und zudem die Herzkranzgefäße bereits verengt sind und somit eine koronare Herzkrankheit besteht, was häufig bei Menschen mit Diabetes der Fall ist, oder wenn sich ein Herzinfarkt ereignet hat sowie in Kombination mit anderen Arzneimitteln, wenn eine Herzschwäche besteht.

Bei dem Betablocker Propranolol ist aber zu beachten, dass er auch an der Lunge wirkt. Das kann die Atemfunktion beeinträchtigen. Dies sollten vor allem Menschen mit Asthma berücksichtigen. Soll ein hoher Blutdruck mit einem Betablocker behandelt werden, sind daher prinzipiell - auch wenn zusätzliche Herzerkrankungen vorliegen - bevorzugt Substanzen einzusetzen, die selektiv nur Beta-1-Rezeptoren blockieren, um das Risiko für unerwünschte Wirkungen möglichst gering zu halten. Zu diesen gehören die Wirkstoffe Atenolol, Bisoprolol und Metoprolol.

Herz­rhythmus­störungen

Wenn das Herz zu schnell schlägt, können Betablocker wie Propranolol den Puls verlangsamen. Damit lässt sich ein gestörter Herzrhythmus zwar nicht unbedingt wieder normalisieren, das Mittel verhindert jedoch, dass die Herzfrequenz anfallsweise zunimmt, was bei bestimmten Rhythmusstörungen vorkommt. Im Notfall kann der Arzt bei einer Tachykardie Propranolol auch in die Vene spritzen, weil es dann besonders rasch wirkt.

Für Propranolol und auch für Metoprolol ist darüber hinaus nachgewiesen, dass die Wirkstoffe nach überstandenem Herzinfarkt lebensverlängernd wirken, wahrscheinlich weil sie die danach oft auftretenden lebensgefährlichen Rhythmusstörungen (Kammerflimmern) verhindern. Im Gegensatz zu Metoprolol wirkt Propranolol aber sowohl auf Beta-1- als auch auf Beta-2-Bindestellen. Daher kann Propranolol unerwünschte Effekte auf die Lungenfunktion haben. Außerdem wirkt Propranolol bei nichtverzögerter Freisetzung nur relativ kurz und muss daher bis zu dreimal täglich eingenommen werden, was die regelmäßige Anwendung in der Praxis erschweren kann. Der Wirkstoff ist zur Behandlung eines schnellen Herzschlages „auch geeignet“, wenn beispielsweise Metoprolol nicht infrage kommt.

Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris

Wegen ihrer besseren Verträglichkeit und nachgewiesenen Wirksamkeit werden selektive Betablocker wie Metoprolol bei koronarer Herzkrankheit und Angina Pectoris grundsätzlich bevorzugt gegenüber Propranolol eingesetzt.

Der nichtselektive Betablocker Propranolol ist bei koronarer Herzkrankheit und stabiler Angina Pectoris "auch geeignet". Mit Propranolol gehen die Beschwerden zurück und nach einem Herzinfarkt lässt sich die Krankheits- und Sterberate verringern. Propranolol ist aber ein nichtselektiver Betablocker und besetzt zusätzlich Beta-2-Rezeptoren. Er wirkt also auch an der Lunge und kann die Bronchien verengen. Deshalb sind Betablocker, die nur am Herzen wirken, vorzuziehen. Das gilt insbesondere für Personen mit Asthma oder chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD). Bei ihnen besteht das Risiko, dass unerwünschte Wirkungen eher auftreten. Wird der Wirkstoff nicht verzögert freigesetzt (Retard-Tabletten/-Kapseln), hält die Wirkung nur kurze Zeit an, dann muss das Mittel mehrmals täglich (bis zu dreimal) eingenommen werden. Das erschwert die Anwendung.

Migräne

Der genaue Wirkmechanismus der Betablocker zur Vorbeugung gegen Migräne ist nicht geklärt. Direkte Wirkungen auf Betarezeptoren von Zellen im zentralen Nervensystem scheinen dabei eine Rolle zu spielen. Möglicherweise beeinflussen Betablocker im zentralen Nervensystem aber auch die Konzentration des Botenstoffs Serotonin und stabilisieren das System, das für die Schmerzempfindung zuständig ist.

Die Wirkung von Propranolol zur Vorbeugung gegen Migräneanfälle ist ausreichend nachgewiesen. Da der Betablocker – im Gegensatz zu selektiven Vertretern dieser Wirkstoffgruppe – auch an der Lunge wirkt, besteht im Vergleich zu diesen eine erhöhte Gefahr, dass sich die Bronchien verengen. Außerdem wirkt der Wirkstoff nur kurz und muss häufig am Tag eingenommen werden, was die Anwendung erschweren kann. Er wird daher als „auch geeignet" bewertet.

Blutschwämmchen

Man nimmt an, dass Propranolol die Durchblutung eines Hämangioms verringert und so sein Wachstum hemmt. Das Mittel darf bei Kindern ab einem Alter von fünf Wochen eingesetzt werden. Für einen Behandlungsbeginn nach dem fünften Lebensmonat liegen keine Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit vor. So spät sollte daher die Behandlung nicht beginnen.

In einer Untersuchung, die zur Zulassung von Hemangiol führte, schrumpfte das Blutschwämmchen bei 60 von 100 Babys so deutlich, dass es kaum oder gar nicht mehr äußerlich sichtbar war. Bei den Säuglingen, die mit einem Scheinmedikament behandelt wurden, waren es nur 4 von 100, wobei diese Zahl nur grob geschätzt werden kann, da die Mehrzahl in dieser Gruppe die Behandlung vorzeitig abbrach.

Bei 10 bis 20 von 100 Kindern, bei denen sich das Hämangiom durch die Behandlung zurückgebildet hat, beginnt es nach Behandlungsende erneut zu wachsen. Falls notwendig, kann dann Propranolol erneut eingesetzt werden. Propranolol gilt als geeignet, um bei einem Säugling ein wachsendes Hämangiom zu behandeln, das unbehandelt mit bleibenden Schäden oder einer Entstellung einhergeht.

Anwendung

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris

Betablocker wie Propranolol sollten Sie anfangs in niedriger Dosis einnehmen. Der mögliche Dosisbereich pro Tag beträgt bei Propranolol 80–240 Milligramm, mit verzögerter Wirkstofffreisetzung bis 320 Milligramm. Bei höheren Dosierungen treten die Nebenwirkungen häufiger auf. Es dauert ungefähr zwei Wochen, bis das Mittel maximal wirkt.

Das Mittel wird als rasch freisetzende Tabletten angeboten, die bis zu dreimal täglich eingenommen werden müssen. Daneben stehen auch Mittel mit verzögerter Freisetzung zur Verfügung (Retardtabletten), die ein-, maximal zweimal täglich zur Anwendung kommen.

Damit die Wirkspiegel im Blut möglichst kontinuierlich aufrechterhalten bleiben, ist es sinnvoll, die Tabletten immer etwa zur gleichen Tageszeit einzunehmen. Propranolol wirkt am besten, wenn Sie es zu den Mahlzeiten einnehmen.

Wenn die Leber- und Nierenfunktion stark eingeschränkt ist, sollte der Arzt die übliche Dosis gegebenenfalls reduzieren. Bei Leberfunktionsstörungen sollten zudem die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden.

Wenn Sie vergessen haben, das Mittel einzunehmen, und dieser Zeitpunkt liegt noch nicht mehr als zwei bis drei Stunden zurück (bei dreimal täglicher Einnahme), sollten Sie diese Tablette noch nachträglich einnehmen, ansonsten nehmen Sie die nächste Tablette wie gewohnt ein. Nehmen Sie das Mittel einmal täglich ein, darf der Abstand zum ursprünglichen Einnahmezeitpunkt nicht mehr als sechs bis acht Stunden betragen.

Migräne

Zur Migränevorbeugung werden am Anfang der Behandlung 40 Milligramm Propranolol zur Nacht eingenommen. Dann wird die Dosis innerhalb von vier Wochen auf 120 Milligramm gesteigert. Diese kann – je nach erforderlicher Dosis – zur Hälfte jeweils morgens und abends oder auch auf drei Portionen am Tag verteilt eingenommen werden. Wenn diese Dosierung nicht ausreicht, kann sie in Absprache mit dem Arzt weiter gesteigert werden. Ob die Vorbeugung wirkt, lässt sich frühestens nach sechs bis zwölf Wochen beurteilen. Im Allgemeinen dauert eine Migräneprophylaxe sechs bis neun Monate. Dann wird die Dosierung der Mittel innerhalb von vier Wochen reduziert. Treten anschließend wieder Migräneanfälle auf, kann die Therapie erneut begonnen und kontinuierlich fortgeführt werden.

Blutschwämmchen

Propranolol wird als Lösung zweimal am Tag während oder kurz nach einer Mahlzeit dem Kind gegeben. Wenn Ihr Kind nichts zu sich nehmen möchte, sollten Sie ihm das Mittel nicht verabreichen. Die Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit ist wichtig, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Deshalb wird empfohlen, dass die Person, die das Kind füttert, ihm auch das Mittel verabreicht. Bieten Sie Ihrem Kind während der Behandlung regelmäßig Nahrung an und vermeiden Sie bei ihm längere Zeiten ohne Nahrungsaufnahme.

Die Dosis hängt vom Gewicht des Babys ab und muss daher mindestens einmal pro Monat vom Arzt angepasst werden. Zu Beginn der Behandlung beträgt sie täglich – aufgeteilt auf zwei Einzeldosen – ein Milligramm Propranolol pro Kilogramm Körpergewicht. Die Tagesmenge wird innerhalb von zwei Wochen auf täglich drei Milligramm Propranolol pro Kilogramm Körpergewicht erhöht. Für eine korrekte Dosierung müssen Sie die Dosierspritze verwenden, die der Packung beiliegt.

Sie können die abgemessene Dosis langsam direkt in den Mund Ihres Babys (gegen die Innenseite seiner Wange) geben oder auch mit einer geringen Flüssigkeitsmenge vermischt auf einem Teelöffel (bei Kindern bis 5 kg) oder einem Esslöffel (bei Kindern über 5 kg) verabreichen. Mischen Sie das Mittel nicht in eine ganze Flasche Milch oder Saft. Falls das Kind nicht die gesamte Flasche austrinkt, wäre das Mittel unterdosiert. Vermeiden Sie, Ihr Kind direkt nach der Arzneimittelgabe hinzulegen.

Zwischen den beiden Einnahmen von Propranolol sollten mindestens neun Stunden liegen. Wenn Sie bei Ihrem Kind einmal eine Dosis Propranolol vergessen haben, geben Sie ihm keine außerplanmäßige Dosis, sondern warten Sie bis zur nächsten planmäßigen Dosis ab.

Achtung

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Migräne

Sie dürfen Propranolol auf keinen Fall von einem auf den anderen Tag absetzen, weil dann Herzschlag und Blutdruck schlagartig in die Höhe schießen können (Rebound-Phänomen) und die Beschwerden sich gefährlich verschlimmern können. Anzeichen dafür sind meist Zittern, vermehrtes Schwitzen, Herzklopfen und Kopfschmerzen. Sie dürfen die Dosis nur in Absprache mit dem Arzt nach und nach reduzieren und sich so aus der Therapie ausschleichen. Dies gilt vor allem, wenn Sie Propranolol bereits mehrere Wochen lang eingenommen haben.

Nach längerem Fasten oder bei schwerer körperlicher Belastung kann der Blutzucker stark absinken. Die damit verbundenen Symptome – Zittrigkeit, Herzrasen, Schweißausbruch, Angst, Unruhe – werden durch Betablocker verschleiert. Das kann zur Folge haben, dass eine solche Unterzuckerung nicht rechtzeitig erkannt wird. Besonders gefährlich ist das, wenn Sie Diabetes haben und mit blutzuckersenkenden Medikamenten behandelt werden. Sie sollten vor allem zu Behandlungsbeginn häufiger als gewohnt den Blutzucker bestimmen und besonders sorgfältig auf Unterzuckerungssymptome achten.

Blutschwämmchen

Vor Therapiebeginn mit Propranolol sollte die Herzfunktion des Säuglings überprüft werden, um Herzprobleme auszuschließen. Propranolol bewirkt, dass das Herz langsamer schlägt. Auch wenn die Dosis erhöht wird, sollten Herzfrequenz, Blutdruck und Blutzucker ärztlich überwacht werden.

Gegenanzeigen

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Migräne

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Propranolol nicht anwenden:

  • Ihr Herz schlägt bereits sehr langsam (weniger als 50, bei Herzkranken weniger als 60 Schläge pro Minute) oder Ihr EKG zeigt deutliche Veränderungen, die die Gefahr eines zu langsamen Herzschlags (Bradykardie) anzeigen.
  • Ihr Blutdruck ist sehr niedrig (der obere, systolische Wert liegt unter 90 mmHg).
  • Sie haben Asthma oder eine chronisch obstruktive Bronchitis. Soll dennoch ein Behandlungsversuch mit einem Betablocker gemacht werden, muss der Arzt immer einen selektiven Vertreter dieser Wirkstoffgruppe verordnen beispielsweise Metoprolol, damit die verengende Wirkung auf die Bronchien so gering wie möglich bleibt.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von Propranolol sorgfältig abwägen:

  • Sie haben eine schwere Allergie (z. B. auf Blütenpollen oder Insektengift) und es soll eine Hyposensibilisierung vorgenommen werden. Propranolol kann dann eine besonders schwere allergische Reaktion begünstigen und die Wirkung von Adrenalin, das als Notfallarzneimittel eingesetzt wird, abschwächen.
  • Sie haben schwere arterielle Durchblutungsstörungen, z. B. in den Beinen (PAVK) oder das Raynaud-Syndrom. Da Betablocker den Blutfluss in den kleinen Blutgefäßen der Gliedmaßen vermindern können, kann sich die Durchblutung weiter verschlechtern, sodass sich die Beschwerden verschlimmern oder sich die Strecke, die Sie noch schmerzfrei gehen können, noch weiter verkürzt. Dieses gilt vor allem, aber nicht nur, für Propranolol, da es ein nichtselektiver Betablocker ist.
  • Sie haben Schuppenflechte (Psoriasis). Betablocker wie Propranolol können deren Symptome verschlimmern.
  • Die Funktion von Nieren oder Leber ist beeinträchtigt.
Blutschwämmchen

Unter folgenden Bedingungen darf das Kind nicht mit Propranolol behandelt werden:

  • Sein Herz schlägt bereits sehr langsam (dabei sind die Grenzwerte altersabhängig von 100 bis 80 Schläge pro Minute) oder das EKG zeigt Veränderungen, die die Gefahr eines zu langsamen Herzschlags (Bradykardie) anzeigen.
  • Es bestehen Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen.
  • Der Säugling hat Asthma oder Atemprobleme.
  • Der Säugling neigt zu sehr niedrigen Blutzuckerspiegeln.
  • Die Funktion von Nieren und Leber ist gestört. Da ausreichende Daten für diesen Fall fehlen, wird die Behandlung nicht empfohlen.

Leidet das Kind an einer Herzschwäche, sollte die Behandlung von einem Kardiologen begleitet werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Blutschwämmchen

Für Säuglinge, die wegen eines Hämangioms mit Propranolol behandelt werden, gibt es keine Studien zu Wechselwirkungen. Daher sind die Warnungen für Erwachsene zu beachten und zu bedenken, dass bei gestillten Kindern Wechselwirkungen auftreten können, wenn die Mutter mit den folgenden Mitteln behandelt wird.

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • In Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln verstärken sich die Wirkungen der Medikamente gegenseitig, sodass der Blutdruck besonders stark absinken kann. Dies kann bei hohem Blutdruck eine erwünschte, bei normalen oder niedrigen Blutdruckwerten aber eine unerwünschte Wirkung sein, z. B. wenn die Mittel bei Herzschwäche oder koronarer Herzkrankheit eingesetzt werden. Unerwünscht ist die verstärkte blutdrucksenkende Wirkung auch bei Arzneimitteln, bei denen die Blutdrucksenkung zu den Nebenwirkungen gehört, z. B. bei trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin, Imipramin (bei Depressionen) und Thioridazin (bei Schizophrenie und anderen Psychosen).
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin bei Schmerzen, Rheuma) und Coxibe (z. B. Celecoxib, Etoricoxib, bei Arthrose und rheumatoider Arthritis) schwächen bei dauerhafter Anwendung die Wirkung von Propranolol. Wenn Sie solche Mittel kontinuierlich einnehmen müssen, sollten Sie häufiger als sonst den Blutdruck kontrollieren, vor allem zu Beginn der Behandlung.
  • MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid, Tranylcypromin, bei Depressionen) sollten Sie möglichst nicht gleichzeitig mit Betablockern einnehmen, weil dies unterschiedliche Auswirkungen auf den Blutdruck haben kann: einerseits verstärkt sich der blutdrucksenkende Effekt und andererseits besteht die Gefahr, dass der Blutdruck nach Absetzen des MAO-Hemmers stark ansteigt. Ist eine gleichzeitige Anwendung unvermeidbar, sollten Sie insbesondere zu Behandlungsbeginn und nach Absetzen des MAO-Hemmers ihren Blutdruck häufiger kontrollieren.
  • Wenn Sie Rizatriptan (bei Migräne) anwenden müssen, kann Propranolol dessen Blutspiegel ansteigen lassen. Daher sollte bei gleichzeitiger Anwendung die Einzeldosis von Rizatriptan bei 5 Milligramm liegen.

Unbedingt beachten

Mittel, die die Herzschlagfrequenz senken, sollten nicht oder nur sehr vorsichtig mit Propranolol kombiniert werden, sonst wird der Herzschlag zu langsam. Zu diesen Mitteln gehören Digitaliswirkstoffe (bei Herzschwäche), die Calciumantagonisten Verapamil, Diltiazem und Gallopamil sowie Clonidin (alle ebenfalls bei hohem Blutdruck) und Antiarrhythmika wie Amiodaron, Dronedaron, Flecainid und Propafenon (bei Herzrhythmusstörungen). Wenn Sie Clonidin mit Propranolol kombinieren müssen und die Behandlung beendet werden soll, müssen Sie zuerst ausschleichend den Betablocker absetzen und danach Clonidin (ebenfalls ausschleichend). Andernfalls kommt es leicht zu einem starken Anstieg des Blutdrucks (Hochdruckkrise).

Der Calciumantagonist Verapamil darf auf keinen Fall gespritzt werden, wenn Sie Propranolol anwenden, weil es dann zum Herzstillstand kommen kann.

Wenn Sie Diabetes haben und deshalb Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Tabletten einnehmen, spüren Sie unter Umständen eine Unterzuckerung nicht mehr so gut. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.

Wenn Sie aufgrund einer Insektengiftallergie eine Hyposensibilisierungsbehandlung erhalten, sollte währenddessen auf die Einnahme von Betablockern verzichtet werden. Bei gemeinsamer Anwendung erhöht Propranolol das Risiko für schwere überschießende Immunreaktionen bis hin zum Kreislaufkollaps.

Betablocker können die Wirkung von Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol (bei Asthma) verringern. Dies gilt vor allem für nichtselektive Betablocker wie Propranolol. Betablocker dürfen Sie generell nicht einnehmen, wenn Sie Asthma oder COPD haben, weil sie dazu beitragen können, dass sich die Bronchialmuskulatur verkrampft. Ist der Einsatz eines Betablockers dennoch unbedingt nötig, sollten selektive Betablocker, z. B. Metoprolol, vorgezogen werden, weil sie sich kaum auf die Funktion der Atemwege auswirken.

Nebenwirkungen

Bei manchem Anwender von Betablocker kann das Gewicht etwas ansteigen (im Schnitt etwa ein Kilogramm), weil der natürliche Kalorienbedarf des Körpers (Grundumsatz) sinkt.

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Migräne

Bei stark übergewichtigen Menschen mit hohen Blutfettwerten und Insulinresistenz (die Körperzellen sprechen dabei auf das noch von den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Insulin nicht mehr gut an) können Betablocker wie Propranolol das Risiko für Diabetes weiter erhöhen oder zu dessen Verschlechterung beitragen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn bereits ein Thiaziddiuretikum (z. B. HCT, Xipamid, bei Bluthochdruck) eingenommen wird. Wenn möglich, etwa wenn ein hoher Blutdruck behandelt werden muss, sollten bei diesen Personen die Mittel nicht kombiniert eingesetzt werden. *

Propranolol kann Haarausfall auslösen. Dieser lässt meist wieder nach, sobald das Medikament abgesetzt wird.

Blutschwämmchen

Etwa 30 von 100 behandelten Kindern leiden unter einer unerwünschten Wirkung. Die meisten dieser unerwünschten Wirkungen sind jedoch leichter Natur. Wegen Nebenwirkungen wurde die Behandlung eines Hämangioms mit Propranolol nur selten abgebrochen.

Keine Maßnahmen erforderlich

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Migräne

Zu Beginn der Behandlung können bei 1 bis 10 von 100 Behandelten Müdigkeit und Schwindel auftreten. Hände und Füße können kalt werden oder kribbeln.

Manche Patienten berichten über Mundtrockenheit, verminderten Tränenfluss und Bindehautentzündung.

In Einzelfällen können Potenzstörungen auftreten oder das sexuelle Verlangen kann nachlassen. Möglicherweise beruht das nicht nur auf dem Arzneimittel, sondern kann auch die Folge einer fortschreitenden Gefäßschädigung sein.

Blutschwämmchen

Mehr als 10 von 100 Kindern bekommen Durchfall oder müssen sich erbrechen, ebenso viele haben Schlafprobleme oder sind unruhig.

Hände und Zehen Ihres Kindes können kalt und blass werden, weil sich die Blutgefäße zusammenziehen. Das ist bei 1 bis 10 von 100 Behandelten der Fall.

Muss beobachtet werden

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Migräne

Es kann sein, dass Sie nachts mehr und intensiver träumen (auch Albträume), davon berichten 1 bis 10 der Behandelten. Wenn Sie dies als sehr störend empfinden, sollten Sie mit dem Arzt sprechen. Er kann gegebenenfalls einen anderen Betablocker verschreiben, der weniger fettlöslich (lipophil) ist und deshalb weniger unerwünschte Wirkungen am zentralen Nervensystem im Gehirn auslöst, z. B. Atenolol.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten kommt es vor, dass das Mittel den Blutdruck oder den Herzschlag zu stark absenkt, bei manchen deutlich. Dann fühlen sie sich oft müde und schlapp und es wird Ihnen leicht schwindlig oder kurzzeitig schwarz vor Augen. Wenn solche Beschwerden häufig auftreten oder wenn ihr Pulsschlag ungewöhnlich langsam ist, sollten Sie den Arzt informieren.

Auch die Überleitung der elektrischen Impulse vom Herzvorhof über den Atrioventrikularknoten (AV-Knoten) auf die Herzkammer kann mehr oder weniger blockiert sein. Diese Art von Herzrhythmusstörung (AV-Block) ist nur im EKG zu erkennen. Wenn Sie sich häufig müde, schwach und nur bedingt leistungsfähig fühlen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und ein EKG schreiben lassen. Bei einem kompletten AV-Block können auch bedrohliche Ohnmachten (Synkopen) auftreten.

Wenn Sie Durchblutungsstörungen an Händen oder Füßen haben, bei denen die Finger oder Zehen weiß und gefühllos werden (Raynaud-Syndrom), können sich diese Beschwerden verschlimmern. Das gilt auch für die Beschwerden einer „Schaufensterkrankheit“ (claudicatio intermittens). Sprechen Sie mit dem Arzt, ob die Dosis verringert oder ein Medikament aus einer ähnlichen Gruppe mit weniger gefäßverengender Wirkung verordnet werden kann.

Da Propranolol den Widerstand in den Atemwegen erhöhen, kann Atemnot auftreten, vor allem bei Personen mit Atemwegserkrankungen (Asthma, chronisch obstruktive Bronchitis). Diese unerwünschte Wirkung wird unter selektiven Betablockern seltener beobachtet als unter dem nichtselektiven Wirkstoff Propranolol. Wenn Atemnot auftritt, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen.

Sofort zum Arzt

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Migräne

Das Mittel kann Wahrnehmungsstörungen und Sinnestäuschungen (Halluzinationen, Psychosen) auslösen. Wenn Sie das Gefühl haben, wiederholt befremdliche Dinge zu sehen oder zu hören, die andere Personen nicht wahrnehmen, sollten Sie umgehend Ihren Arzt informieren beziehungsweise sollten Angehörige dies tun, wenn sie solche Anzeichen bei Ihnen bemerken. *

Blutschwämmchen

Insbesondere wenn die behandelten Kinder eine Infektion der Bronchien (Husten) haben, können sich Atembeschwerden ergeben. Wenn Ihr Kind schnell oder schwer atmet oder keucht, sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden.

Wenn Ihr Kind nach der Einnahme des Mittels eine blasse oder bläuliche Hautfarbe bekommt, sich kalt anfühlt und müde ist, können das Anzeichen dafür sein, dass sein Herz sehr langsam schlägt und der Blutdruck stark abgesunken ist. Dann sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden.

Wird das Kind nach der Einnahme des Mittels blass und müde, schwitzt, zittert oder reagiert ängstlich, können das frühe Warnzeichen für einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel sein. Geben Sie ihm dann möglichst eine zuckerhaltige Flüssigkeit zu trinken. Sollten die Warnzeichen anhalten oder wenn Ihr Kind einen Krampfanfall bekommt oder ohnmächtig wird, müssen Sie sofort einen Arzt rufen oder direkt ins Krankenhaus fahren. *

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Herz­rhythmus­störungen und Hoher Blutdruck und Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris

Wenn sich während der Schwangerschaft ein hoher Blutdruck entwickelt, steht als Mittel der Wahl Methyldopa zur Verfügung. Falls Sie während der Einnahme von Propanolol schwanger werden und Sie weiterhin mit einem Betablocker behandelt werden sollen, kann der Arzt die Therapie auf Metoprolol umstellen, denn mit diesem Betablocker liegen die meisten Erfahrungen vor.

Grundsätzlich kann Propanolol aber auch während der Schwangerschaft weiter eingenommen werden, wenn keine Umstellung erwünscht ist. Wenn Sie bis zur Geburt Propranolol einnehmen, kann sich das auf das Kind auswirken: Der Blutzuckerspiegel kann niedriger sein als sonst und der Herzschlag kann verlangsamt sein. Das reguliert sich innerhalb von zwei Tagen von selbst und hat keine negativen Folgen. Dennoch sollten die Geburtshelfer wissen, dass Sie Betablocker einnehmen, damit sie das bei der Untersuchung des Neugeborenen berücksichtigen können.

Propanolol geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Wenn Sie in der Stillzeit mit einem Betablocker behandelt werden müssen, kann neben Metoprolol auch Propranolol eingenommen werden. Bisher sind bei gestillten Kindern keine unerwünschten Wirkungen beobachtet worden.

Migräne

Propranolol kann in der Schwangerschaft angewendet werden, wobei die meisten Erfahrungen für Metoprolol vorliegen. Es genügt, wenn das Wachstum des Kindes bei den üblichen Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert wird. Wenn Sie bis zur Geburt Betablocker einnehmen, kann sich das auf das Kind auswirken: Der Blutzuckerspiegel kann niedriger sein als sonst und der Herzschlag kann verlangsamt sein. Das reguliert sich innerhalb von zwei Tagen von selbst und hat keine negativen Folgen. Dennoch sollten die Geburtshelfer wissen, dass Sie Betablocker einnehmen, damit sie das bei der Untersuchung des Neugeborenen berücksichtigen können. Auch während der Stillzeit können diese Betablocker eingesetzt werden, wenn eine Migränevorbeugung notwendig ist. Bisher sind bei gestillten Kindern keine unerwünschten Wirkungen beobachtet worden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Hoher Blutdruck

Erfahrungen für den Einsatz bei Kindern liegen zwar für den Betablocker Propranolol vor. Zur Behandlung des hohen Blutdrucks besitzt aber derzeit nur das Salz Metoprololsuccinat eine Zulassung bei Kindern ab sechs Jahren.

Herz­rhythmus­störungen

Kinder mit Herzrhythmusstörungen können mit diesem Wirkstoff behandelt werden. Die Dosierung erfolgt nach Körpergewicht und muss individuell festgelegt werden.

Migräne

Über die Risiken einer Anwendung bei Kindern gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten sie bei Migräne nicht mit Betablockern behandelt werden.

Für ältere Menschen

Ältere Menschen haben häufig eine Herzschwäche, die sich noch nicht durch Beschwerden bemerkbar gemacht hat. Betablocker können diese erkennbar und spürbar werden lassen. Wenn gleichzeitig eine spezifische Basisbehandlung der Herzschwäche erfolgt (z. B. mit ACE-Hemmern und Diuretika), können sich Betablocker jedoch günstig auswirken. Die Dosis muss entsprechend angepasst werden. Außerdem sollte der Arzt ein EKG schreiben und damit die Herztätigkeit prüfen.

Prinzipiell sollte der Arzt die Dosis von Propranolol bei älteren Menschen nur sehr langsam steigern, um die Gefahr von unerwünschten Wirkungen zu verringern.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Wenn Sie während der Behandlung mit Betablockern wie Propranolol weniger Tränenflüssigkeit produzieren, sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen wegen des niedrigeren Blutdrucks häufiger schwindlig ist oder Sie sich oft müde fühlen, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

* Nebenwirkungen aktualisiert am 02.08.2022

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