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Beta-2-Sympathomimetikum + Cortison: Formoterol, Salmeterol oder Vilanterol + Beclometason, Budesonid oder Fluticason (zum Inhalieren/Kombination)

Wirkungsweise

In diesen Mitteln sind die langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika Formoterol, Salmeterol oder Vilanterol mit den Glucocorticoiden Beclometason, Budesonid oder Fluticason kombiniert. Diese Kombination ist sinnvoll, wenn eine länger andauernde Behandlung nötig ist. Beide Substanzgruppen ergänzen sich in ihrer Wirkung. Beta-2-Sympathomimetika erweitern die Bronchien, Glucocorticoide dämpfen die Entzündung in der Bronchialschleimhaut.

Asthma

In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass sich Asthma mit der Kombination aus beiden Wirkstoffen seltener akut verschlechtert als mit einem Cortisonspray allein.

Der Einsatz derart langwirkender Substanzen ist aber nur angezeigt, wenn bei Asthma ab Therapiestufe 3 eine Dauertherapie mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika tatsächlich notwendig ist und wenn die Zusammensetzung den individuellen Anforderungen entspricht. Das sollte zuerst mit den Einzelsubstanzen geprüft werden. Ist das Kombinationsmittel nicht passend zusammengesetzt, ist eine Behandlung mit den Einzelsubstanzen sinnvoller, weil dann nicht die Gefahr besteht, dass einer der Wirkstoffe unnötigerweise überdosiert wird. Es gibt bisher keinen Hinweis darauf, dass das Kombinationspräparat den nach den individuellen Erfordernissen zusammengestellten Einzelsubstanzen überlegen ist. Wenn das Inhalieren der Einzelsubstanzen zu schwierig ist (z. B. bei Kindern oder alten Menschen), kann es auch nötig sein, sofort die Kombinationsmittel zu geben.

Relvar Ellipta und flutiform: Diese Mittel gelten bei Asthma als "auch geeignet", wenn nach der Ersteinstellung mit den Einzelsubstanzen eine länger andauernde Behandlung nötig ist und die Dosierung des Kombinationsmittels den individuellen Anforderungen entspricht. Die Mittel sind noch wenig erprobt.

Diese Kombinationspräparate zum Inhalieren sind in der Regel nicht zur Behandlung eines akuten Anfalls von Atemnot vorgesehen. In diesem Fall sollten Sie ein rasch wirkendes Beta-2-Sympathomimetikum inhalieren.

Einige Kombinationen mit Formoterol (Duoresp Spiromax, Foster, Inuvair, Symbicort) können neben der Dauerbehandlung bei Asthma für einen besonderen Therapieansatz eingesetzt werden. Bei diesem SMART-Ansatz (single inhaler maintenance and reliever therapy) inhalieren die Patienten ihre tägliche Dauerdosis und wenden denselben Inhalator zusätzlich bei Bedarf an, wenn akute Beschwerden auftreten. Formoterol hat für ein langwirkendes Beta-2-Sympathomimetikum einen vergleichsweise schnellen Wirkungseintritt und kann deshalb auch zur Linderung von akuten Beschwerden eingesetzt werden. Bei diesem Therapieansatz wird das Glucocorticoid direkt bei Symptomverschlechterung hochdosiert.

Chronisch obstruktive Bronchitis

Bei COPD sind diese Kombinationspräparate – soweit sie dafür überhaupt zugelassen sind – mit Einschränkung geeignet. Sie kommen nur bei schwerer und sehr schwerer COPD (Schweregrad 3 und 4) infrage, wenn sich die Krankheit trotz regelmäßiger Behandlung mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika mehr als einmal pro Jahr akut verschlechtert hat. In früheren COPD-Krankheitsstadien sind Glucocorticoide zum Inhalieren nicht angezeigt, da ihre therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist. Vielmehr gibt es Hinweise, dass das Risiko für eine Lungenentzündung mit der Dosis der inhalierten Glucocorticoide ansteigen kann.

Anwendung

Sie inhalieren die Mittel zweimal täglich (morgens und abends). Die Wirkung hält rund zwölf Stunden vor.

Inhalieren Sie am besten unmittelbar vor dem Essen, dann werden Wirkstoffreste aus der Mundhöhle mit den Speisen entfernt. Wirken Glucocorticoide längere Zeit auf Mundhöhle und Rachen ein, begünstigen sie das Wachstum von Pilzen. Das lässt sich verhindern, indem Sie den Mund nach dem Inhalieren gründlich mit Wasser ausspülen beziehungsweise damit gurgeln, um auch den Rachen von Wirkstoffresten zu säubern.

Relvar Ellipta: Dieses Mittel inhalieren Sie einmal täglich, möglichst immer zur gleichen Tageszeit.

Asthma

Die Mittel sind in erster Linie für eine länger andauernde Behandlung gedacht. Sie müssen regelmäßig angewendet werden, auch wenn keine Beschwerden mehr vorliegen. Kommt es trotzdem zu Anfällen mit Atemnot (z. B. bei ungewöhnlicher Belastung), sollten Sie ein kurzwirkendes Beta-2-Sympathomimektikum zum Inhalieren als Notfallmedikament zur Hand haben – es sei denn, Sie werden nach dem SMART-Konzept behandelt. Wenn sich durch die kombinierte Behandlung bei Asthma der Zustand für die Dauer von mindestens drei Monaten stabilisiert hat, sollte versucht werden, die Dosierung so weit wie möglich zu reduzieren oder auf eine alleinige Glucocorticoidbehandlung zum Inhalieren umzustellen.

Keinesfalls dürfen Sie das Mittel schlagartig absetzen, wenn Sie es bereits über eine längere Zeit angewendet haben. Die Dosis sollte nur zusammen mit einem Arzt langsam verringert werden.

Alle weiteren Angaben finden Sie unter Beta-2-Sympathomimetika zum Inhalieren und unter Glucocorticoide zum Inhalieren.

Zusätzlich ist zu beachten:

Achtung

Bufori, DuoResp Spiromax, Symbicort, flutiform: Wenn Ihre Leber nur sehr eingeschränkt arbeitet, ist davon auszugehen, dass sich die Wirkstoffe im Blut anreichern, weil sie über die Leber abgebaut werden. Der Arzt sollte deshalb zumindest bei Beginn der Behandlung genau kontrollieren, ob die Dosierung tatsächlich den individuellen Erfordernissen entspricht oder gegebenenfalls verringert werden sollte.

Relvar Ellipta: Bei einer mäßig bis stark eingeschränkten Leberfunktion muss eine niedrigere Dosierung gewählt werden.

Nebenwirkungen

Wenn sich trotz der Behandlung die Asthmabeschwerden verschlimmern oder Anfälle häufiger auftreten, sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, etwa eine Infektion der Atemwege, eine noch unzureichende Therapie, aber auch ein Nachlassen der bisherigen Arzneimittelwirkung. Dies muss der Arzt näher untersuchen. Wenden Sie das Kombinationsprodukt keinesfalls häufiger an als vorgesehen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Da für die einzelnen Mittel nur unzureichende Erfahrungen vorliegen, geben die Hersteller für ihre Produkte unterschiedliche Empfehlungen.

Asthma

Fluticason (z. B. in airflusal, atmadisc, flutiform, Rolemium, Serroflo, Viani) ist ein stark wirkendes Glucocorticoid, das aufgrund seiner chemischen Eigenschaften mit ansteigender Dosierung vermehrt in den Organismus aufgenommen wird. Das Risiko für unerwünschte Wirkungen ist dann besonders bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren erhöht. Deshalb sollte die Therapie regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

atmadisc, Viani: Diese Mittel können Kindern ab vier Jahre gegeben werden. Für sie stehen spezielle Zubereitungen zur Verfügung.

Bufori, airflusal, Serroflo: Diese Mittel sollten Kinder unter zwölf Jahren mangels Erfahrungen nicht bekommen.

flutiform: In niedriger Dosierung kann das Mittel an Kinder ab fünf Jahre gegeben werden.

DuoResp Spiromax, Foster, Inuvair, Rolenium: Diese Mittel sollten bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren möglichst nicht eingesetzt werden, da noch keine Erfahrungen zur Anwendung in diesem Alter vorliegen.

Relvar Ellipta: Kinder unter zwölf Jahren sollten nicht mit diesem Mittel behandelt werden. Jugendliche über zwölf Jahren erhalten die Erwachsenendosis.

Symbicort: In niedriger Dosierung kann das Mittel an Kinder ab sechs Jahre gegeben werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bevor diese Mittel in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, sollte der Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig abwägen. Wenn sich der Einsatz dieser Kombinationspräparate empfiehlt, sollte die niedrigst mögliche Dosis gewählt werden, bei der das Asthma bestmöglich unter Kontrolle ist. Fluticason zählt zu den weniger gut untersuchten Mitteln. Wenn möglich, sollte die Behandlung während der Schwangerschaft mit besser erprobten Wirkstoffen erfolgen, z. B. Beclometason oder Budesonid.

Relvar Ellipta: Für den Einsatz von Vilanterol in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Sie sollten das Mittel deshalb besser nicht anwenden. Als besser erprobte Beta-2-Symphathomimetika stehen Formoterol oder Salmeterol zur Verfügung.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs