Medikamente im Test

Beta-2-Sympathomimetika: Bambuterol, Clenbuterol und Salbutamol

Wirkungsweise

Beta-2-Sympathomimetika zum Einnehmen erweitern ebenso wie die Mittel zum Inhalieren die Atemwege und werden daher bei Asthma und COPD eingesetzt.

Allerdings müssen die Mittel höher dosiert werden als die Inhalationsmittel, um den gleichen bronchienerweiternden Effekt zu erreichen. Dadurch treten unerwünschte Wirkungen am Herzen häufiger auf und sind stärker ausgeprägt als bei den Mitteln zum Inhalieren. Auch mit vermehrtem Muskelzittern und einem gefährlichen Absinken der Kaliumblutspiegel ist zu rechnen.

Asthma

Zur Behandlung eines akuten Asthmaanfalls sind die Mittel zum Einnehmen außerdem nicht sinnvoll, weil die Wirkung zu spät einsetzt.

Beta-2-Sympathomimetika zum Einnehmen sind bei Asthma und COPD wenig geeignet und sollten nur ausnahmsweise und vorwiegend bei sehr schwer ausgeprägter Krankheit vorbeugend eingesetzt werden, wenn das Inhalieren nicht möglich ist oder nicht funktioniert, beispielsweise bei Säuglingen und Kleinkindern (als Tropfen) oder bei älteren Menschen mit Erkrankungen des Nervensystems.

Anwendung

Wenn Ihre Nieren oder Ihre Leber nur noch eingeschränkt arbeiten, muss der Arzt die Dosis anpassen.

Achtung

Wenn Sie eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und/oder eine koronare Herzkrankheit haben oder zu Herzrhythmusstörungen neigen, sollte der Arzt die Herztätigkeit häufig mit einem EKG kontrollieren, um unerwünschte Wirkungen frühestmöglich zu erkennen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Beta-2-Sympathomimetika nicht oder nur mit Vorsicht anwenden:

  • Sie haben eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).
  • Sie haben hohen Blutdruck.
  • Ihr Blut enthält zu wenig Kalium (Hypokaliämie).
  • Sie haben Diabetes und haben Schwierigkeiten, die Blutzuckerwerte gut zu regulieren.
  • Sie haben einen Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom).
  • Ihr Herz arbeitet nicht effektiv, weil sich der Herzmuskel immer weiter verdickt (hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie).
  • Sie haben eine schwere Herzschwäche.
  • Sie hatten einen Herzinfarkt.
  • Ihr Herz schlägt zu schnell (Tachykardie).

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist Folgendes zu beachten:

  • Beta-2-Sympathomimetika können den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Dann wirken blutzuckersenkende Medikamente wie Metformin oder Sulfonylharnstoffe (bei Typ-2-Diabetes) schwächer. Zu Beginn der Behandlung sowie bei Änderung der Dosierung sollten Sie den Blutzucker häufiger als sonst messen lassen und der Arzt muss gegebenenfalls die Dosis der Mittel anpassen.
  • Bei gleichzeitiger Anwendung weiterer Beta-2-Sympathomimetika – beispielsweise kurzwirkende oder langwirkende Beta-2-Sympathomimetika zum Inhalieren – auch in Kombinationspräparaten (bei Asthma und COPD) – können die unerwünschten Wirkungen verstärkt werden.

Unbedingt beachten

Betablocker (bei hohem Blutdruck), vor allem Propranolol, können die Wirkung der Beta-2-Sympathomimetika abschwächen oder hemmen, sodass es zu akuten Anfällen von Atemnot kommen kann. Das gilt auch für Augentropfen mit Betablockern (bei Glaukom). Bei Asthma dürfen Sie deshalb generell nicht mit Betablockern behandelt werden. Ist das bei COPD nicht zu vermeiden, sollten die Wirkstoffe Bisoprolol oder Metoprolol in möglichst niedriger Dosierung vorgezogen werden, weil sie sich weniger auf die Atemwege auswirken als andere Betablocker.

Werden Beta-2-Sympathomimetika zusammen mit wasserausschwemmenden Mitteln (Diuretika wie z. B. Furosemid, bei hohem Blutdruck, Herzschwäche), Digitalis-Glycosiden (bei Herzschwäche), Glucocorticoiden (bei Entzündungen, Immunreaktionen), Xanthinen (z. B. Theophyllin, bei Asthma) angewendet, kann – vor allem bei hoher Dosierung der Beta-2-Sympathomimetika – der Kaliumgehalt des Blutes stark absinken. Dann können vermehrt Herzrhythmusstörungen auftreten. Verstärkt wird diese Gefahr, wenn der Organismus bei Atemnot nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ist eine gleichzeitige Anwendung erforderlich, sollte der Arzt zu Beginn der Behandlung die Kaliumspiegel im Blut kontrollieren. Außerdem sollten Sie besonders auf typische Anzeichen eines Kaliummangels wie Muskelschwäche, Benommenheit, Herzstolpern oder -rasen achten und gegebenenfalls den Arzt darauf aufmerksam machen.

Nebenwirkungen

Die meisten unerwünschten Wirkungen dieser Mittel sind dosisabhängig. Bei den Mitteln zum Einnehmen treten sie stärker und häufiger auf als bei den Mitteln zum Inhalieren.

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Muskelzittern, Herzklopfen, Nervosität und Unruhe vorkommen. Die Beschwerden bilden sich oft in den ersten ein bis zwei Wochen der Behandlung wieder zurück.

Muss beobachtet werden

Es können Herzrhythmusstörungen vorkommen. Typisch dafür ist ein sehr schneller und unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie) oder Herzstolpern (ventrikuläre Extrasystolen). Wenn Sie solche Rhythmusstörungen spüren oder der Puls dauerhaft auf über 100 Schläge pro Minute ansteigt, sollten Sie sich innerhalb von 24 Stunden an den behandelnden Arzt wenden.

Sehr selten können Muskelkrämpfe auftreten. Halten diese an oder treten sie wiederholt auf, sollten Sie innerhalb der folgenden ein bis drei Tage einen Arzt aufsuchen.

Der Blutdruck kann ansteigen oder absinken. Typisch für einen niedrigen Blutdruck sind Müdigkeit, Schwindel, "Anlaufschwierigkeiten" beim Aufstehen, Schwarzwerden vor Augen. Wenn Ohnmachten auftreten, sollte sofort der behandelnde Arzt informiert werden. Beeinträchtigen die Beschwerden Ihren Alltag, sollten Sie mit dem Arzt überlegen, ob ein anderes Mittel genommen werden sollte. Ein erhöhter Blutdruck bleibt oft symptomlos. Je nachdem, wie hoch er ansteigt, können aber auch Kopfschmerzen, Sehstörungen und Schwindel einsetzen. Halten die Beschwerden an, nehmen sie zu, treten sie wiederholt auf oder bleibt der Blutdruck dauerhaft erhöht, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Ist Ihr Herz vorgeschädigt und treten Herzrhythmusstörungen wie Herzstolpern auf – eventuell mit Schwindel, Ohnmacht und Krampfanfällen –, sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen. Wenn ein Engegefühl und/oder Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris) vorkommen, sollten Sie umgehend den Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Alle Beta-2-Sympathomimetika zum Einnehmen sollten Sie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwenden, sondern durch Mittel zum Inhalieren ersetzen. Ist das nicht möglich, sollten Sie die Mittel nur anwenden, wenn der zu erwartende Nutzen größer ist als die Risiken der Behandlung.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs