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Benzydamin

Wirkungsweise

Benzydamin wird bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Es hat schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften und wirkt außerdem leicht betäubend. Es ist jedoch nicht ausreichend nachgewiesen, dass das Mittel Schmerzen im Mund- und Rachenraum besser lindert als ein Scheinmedikament. Die bisher vorliegenden Untersuchungen haben recht unterschiedliche Ergebnisse gebracht, inwieweit das Mittel wirkt. Es ist nicht ausreichend nachgewiesen, dass Benzydamin bei gelegentlich auftretenden Mundschleimhautentzündungen hilfreich ist. Auch Nutzenhinweise in speziellen Einsatzgebieten beispielsweise im Rahmen einer Krankenhausbehandlung müssen noch durch gute wissenschaftliche Studien bestätigt werden. Deshalb und wegen des Risikos für unerwünschte Wirkungen ist Benzydamin zur Behandlung von Mundschleimhautentzündungen und Aphthen wenig geeignet.

Lediglich wenn im Rahmen einer Krebsbehandlung eine Strahlentherapie durchgeführt werden muss, scheint eine Behandlung mit Benzydamin eine Mundschleimhautentzündung verhindern oder deren Beschwerden zumindest abmildern zu können. In einem solchen Fall kann das Mittel versuchsweise eingesetzt werden.

Anwendung

Die Lösung wenden Sie nur morgens und abends an. Sie spülen den Mund mit etwa 15 Milliliter (ein Esslöffel) der unverdünnten Lösung und spucken sie danach aus. Anschließend den Mund nicht mehr nachspülen. Das Mittel kann an den benetzten Stellen ein leichtes Taubheitsgefühl hinterlassen, das nach einigen Minuten wieder verschwindet. Wenn die Betäubung nachlässt, sollten Sie das Mittel nicht sofort erneut benutzen, weil Sie es sonst überdosieren und sich das Risiko für unerwünschte Wirkungen zusätzlich erhöht.

Von den Lutschtabletten sollten Sie nicht mehr als drei Stück täglich verwenden und dies nicht länger als sieben Tage.

Bei den Sprays richten Sie sich in Häufigkeit und bei der Zahl der Sprühstöße nach den Herstellerangaben.*

Achtung

Dei flüssigen Produkte enthalten Alkohol (s. Übersicht). Personen mit Alkoholproblemen dürfen sie nicht anwenden. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.*

Achten Sie darauf, dass Sie oder Ihr Kind die Lösung nicht in größeren Mengen verschlucken, sonst können kurzzeitig Muskelzittern, Schweißausbrüche, Erregung und Krämpfe auftreten.

Durch das Mittel kann auch die Zunge leicht betäubt sein. Das kann dazu führen, dass Sie sich beim Kauen aus Versehen auf die Zunge beißen. Daher sollten Sie, solange die Betäubung anhält, vorsichtshalber nichts essen.

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten wird die Haut empfindlicher für UV-Strahlen. Dann besteht ein erhöhtes Risiko für einen Sonnenbrand.

Die Sprays und die Lösung enthalten Parabene (s. Übersicht). Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie das Mittel nicht anwenden.*

Gegenanzeigen

Wenn Sie Asthma haben oder schon einmal Asthmaanfälle aufgetreten sind, sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abwägen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Atemwege verkrampfen, wenn Sie mit der Lösung gurgeln oder die Lutschtabletten im Munde zergehen lassen.

Das gilt auch, wenn Sie auf Salicylate (z. B. Acetylsalicylsäure) allergisch reagieren. Dann besteht ein höheres Risiko, dass Sie auch auf Benzydamin allergisch reagieren.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Der Wirkstoff kann auf der Mundschleimhaut etwas brennen und diese kann sich trocken anfühlen. Außerdem können Aufstoßen, Übelkeit oder Erbrechen vorkommen.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Mundschleimhaut verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn die Mundschleimhaut weiter anschwillt, sich rötet und zusätzlich Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Außerdem müssen Sie den Notarzt rufen, wenn das Unterhautgewebe von Zunge und Lippen anschwillt. Dann drohen Atemnot und Erstickungsanfälle.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder müssen mindestens sechs Jahre alt sein, bevor Sie sie mit dem Mittel behandeln. Da das Mittel ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird, sollten Sie auch bei älteren Kindern möglichst darauf verzichten. Wenn Sie es dennoch anwenden, sollten Sie darauf achten, dass das Kind die Flüssigkeit beim Gurgeln oder die Tablette beim Lutschen nicht ungewollt verschluckt.

Bedenken Sie außerdem, dass die flüssigen Produkte Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.*

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Es gibt keine Erfahrungen zur Anwendung von Benzydamin während Schwangerschaft und Stillzeit. Auch ist unklar, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Da das Mittel ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird, sollten Sie es sicherheitshalber nicht anwenden.

Bedenken Sie, dass die flüssigen Produkte Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.*

*Textänderungen 6. Januar 2020

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs