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Bakterienprodukt: Bifidobacterium bifidum MIMBb75 (Kijimea Reizdarm)

Wirkungsweise

Bifidobakterien werden als Fermente in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung bestimmter Milchprodukte verwendet (Käse, Dickmilch, Joghurt etc.). Die Bakterien kommen auch in unserem Körper vor: Sie siedeln dort in friedlicher Koexistenz auf Haut und Schleimhäuten.

Bifidobakterien gehören zu den Probiotika. Liegen Krankheiten der Schleimhäute – wie etwa der Darmschleimhaut bei Reizdarm – vor, werden sie auch therapeutisch eingesetzt. Sie sollen die natürliche Besiedelung der Schleimhaut mit Mikroorganismen unterstützen und über diesen Weg die Krankheitsbeschwerden lindern. Dass dies mit Bifidobakterien generell auch gelingt, ist aber nicht hinreichend belegt.Daher müssen die verschiedenen Bifidobakterienstämme einzeln betrachtet werden. Für den lebensfähigen Bakterienstamm Bifidobacterium MiMBb75 liegt bisher lediglich eine Studie an wenigen Patienten mit Reizdarmbeschwerden vor.Die Behandlungsdauer betrug vier Wochen – zu wenig für ein in der Regel chronisches, oft wiederkehrendes Krankheitsgeschehen. Nach der Studie kann Kijimea Reizdarm im Vergleich zu einem Scheinmedikament für kurze Zeit die Gesamtbeschwerden wohl etwas besser lindern. Ob dies für die betroffenen Menschen von Bedeutung ist, kann mit den Angaben in der Studie aber nicht sicher beantwortet werden und bleibt offen. Das Mittel wird daher als wenig geeignet bewertet. Kijimea Reizdarm stellt allenfalls einen Therapieversuch dar, wenn die für die Behandlung des Reizdarm besser bewerteten Mittel nicht ausreichend gewirkt haben.

Kijimea Reizdarm ist nicht als Arzneimittel im Handel, sondern als Medizinprodukt. Als solches darf es seine Wirksamkeit ausschließlich physikalisch entfalten und keine physiologischen Vorgänge im Organismus beeinflussen. Testergebnis: Kijimea Reizdarm

Anwendung

Zwei Kapseln täglich zu einer Mahlzeit einnehmen. Die Dauer der Behandlung sollte 4 Wochen betragen und kann nach Angaben des Herstellers auf 12 Wochen verlängert werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Der Bakterienstamm in Kijimea Reizdarm ist lebensfähig. Wenn Sie gleichzeitig mit Antibiotika behandelt werden, können die Bifido-Bakterien des Mittels Schaden nehmen und damit die erwarteten Effekte beeinträchtigt sein.

Nebenwirkungen

In der Packungsbeilage werden keine Nebenwirkungen genannt. Der Hersteller weist aber darauf hin, dass sich die Darm-Beschwerden im natürlichen Verlauf der Erkrankung verändern oder verschlimmern können. Wenn innerhalb der ersten Woche keine Linderung der Beschwerden eintritt, sich diese sogar verschlimmern oder neue Beschwerden auftreten, sollte ein Arzt die Ursachen klären.

Sofort zum Arzt

Bei schwerkranken und immungeschwächten Personen (z. B. HIV-Infektion, Krebserkrankung, nach Transplantation eines fremden Organs) und bei sehr unreifen Frühgeborenen kann es passieren, dass Bakterien die Darmwand durchdringen und sich über das Blut im Körper verbreiten. Diese Infektion äußert sich in Fieberschüben, extremer körperlicher Schwäche bis hin zu Bewusstlosigkeit und Kreislaufkollaps. Sollten Sie solche Symptome bemerken, müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt anwenden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Da das Mittel mit wenig geeignet bewertet wird, sollten Sie auf die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen verzichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs