Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Antivertiginosum: Cinnarizin + Dimenhydrinat (Kombination)

Wirkungsweise

Arlevert ist ein Kombinationsmittel aus Cinnarizin und Dimenhydrinat. Cinnarizin wirkt wie ein Antihistaminikum und beeinflusst Schwindel und Übelkeit. Darüber hinaus erweitert es die kleinen Blutgefäße und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes.

Dimenhydrinat gehört in die Gruppe der Antihistaminika. Die Angaben zu diesem Wirkstoff lesen Sie unter Antihistaminikum: Dimenhydrinat.

Die therapeutische Wirksamkeit dieser Kombination bei Menière-Schwindel ist nicht ausreichend nachgewiesen. Es liegt zwar eine Studie vor, die so aufgebaut ist, wie es notwendig ist, um die Wirksamkeit eines Kombinationsmittels nachzuweisen. Sie legt nahe, dass das Mittel bei Schwindel verschiedener Ursachen zumindest in der Akutphase besser wirken kann als zum Beispiel der Einzelwirkstoff Dimenhydrinat. Allerdings wurden in diese Studie keine Personen einbezogen, deren Schwindel auf der Menière-Krankheit beruht. Insofern ist die therapeutische Wirksamkeit bei dieser Krankheit nach wie vor nicht ausreichend belegt und das Mittel wird als "wenig geeignet" bewertet.

Anwendung

Die Behandlung sollte sich auf die Zeit beschränken, in der akute Schwindelanfälle auftreten, und nicht länger als vier Wochen dauern.

Achtung

Soll bei Ihnen ein Allergietest durchgeführt werden, müssen Sie Arlevert 10 bis 14 Tage vorher absetzen. Das Mittel kann Ihre Überempfindlichkeit verschleiern.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie leiden an Asthma.
  • Sie haben Epilepsie.
  • Sie haben einen Tumor im Kopf.
  • Ihre Prostata ist so vergrößert, dass Sie die Blase nicht mehr ganz entleeren können.
  • Ihr Augeninnendruck ist erhöht (grüner Star, Glaukom).
  • Sie werden mit Aminoglycosid-Antibiotika (z. B. Gentamicin, Neomycin, Streptomyzin, bei Infektionen) behandelt.

Bei folgenden Konstellationen sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung mit dem Kombinationsmittel besonders sorgfältig abwägen:

  • Ihr Blut enthält zu wenig Kalium oder Magnesium.
  • Sie haben Herzrhythmusstörungen oder eine koronare Herzkrankheit.
  • Sie leiden an Parkinsonkrankheit.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin bei Depressionen) müssen seit mindestens zwei Wochen abgesetzt sein, bevor das Menière-Medikament eingenommen wird.
  • Arlevert kann die dämpfende Wirkung von Schlafmitteln und Mitteln bei Angststörungen verstärken.
  • Durch Arlevert können die unerwünschten Wirkungen von trizyklischen Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Clomipramin und Doxepin), wie Mundtrockenheit, Seh- und Blasenentleerungsstörungen, verstärkt auftreten.

Unbedingt beachten

Aminoglycosid-Antibiotika (z. B. Gentamicin, Neomycin, Streptomyzin) können das Innenohr schwer schädigen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Arlevert bleibt diese Nebenwirkung jedoch zunächst unbemerkt, weil das Menière-Medikament sie verdeckt.

In Kombination mit bestimmten Mitteln, die am Herzen wirken, kann Arlevert zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Zu diesen Medikamenten gehören solche, mit denen Herzrhythmusstörungen behandelt werden (z. B. Amiodaron, Flecainid), Mittel bei Infektionen (z. B. Erythromycin, Moxifloxacin) sowie Mittel bei Schizophrenien und anderen Psychosen (z. B. Haloperidol, Melperon). Das Risiko besteht auch, wenn neben Arlevert ein Entwässerungsmittel (Diuretikum, z. B. Furosemid, Hydrochlorothiazid, bei hohem Blutdruck, Nierenstörungen) eingenommen wird, das den Kaliumspiegel im Blut senken kann. Näheres hierzu finden Sie unter Torsade de pointes.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol dämpft die Gehirnfunktionen. In Kombination mit Arlevert können vermehrt Schläfrigkeit, Benommenheit, Konzentrations- und Koordinationsstörungen auftreten.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Mehr als 1 von 100 Personen, die dieses Mittel einnehmen, fühlen sich müde, schwindlig und in der Reaktionsfähigkeit eingeschränkt. Manche können ihre Blase nicht richtig entleeren, bei anderen fühlt sich der Mund trocken an.

Muss beobachtet werden

Sehstörungen und ein Druckgefühl im Auge können darauf hinweisen, dass der Augeninnendruck angestiegen ist. Dann sollte ein Augenarzt den Druck kontrollieren.

Wenn Sie sich längere Zeit erschöpft fühlen und häufig Infektionen oder Fieber haben, sollte der Arzt Ihr Blut untersuchen. Es kann eine Blutbildungsstörung vorliegen.

Wenn Ihre Haut sich rötet oder juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dies sollten Sie einem Arzt mitteilen. Bei roten, juckenden, entzündlichen Flecken an den Unterarmen und der Mundschleimhaut kann es sich um eine Knötchenflechte handeln, die vom Arzt behandelt werden muss.

Sofort zum Arzt

Menschen, deren Augeninnendruck unbemerkt an der oberen Grenze liegt, können einen akuten Glaukomanfall erleiden. Symptome dafür sind gerötete, schmerzende Augen, geweitete Pupillen, die sich bei Lichteinfall nicht mehr verengen, sowie sich hart anfühlende Augäpfel. Dann müssen Sie unverzüglich einen Augenarzt oder die nächste Notfallambulanz aufsuchen. Wird ein solcher akuter Glaukomanfall nicht sofort behandelt, können Sie erblinden.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Weil der Nutzen ungewiss und mögliche Schadwirkungen unbekannt sind, sollten sie das Mittel sicherheitshalber nicht einnehmen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Risiken einer Anwendung des Kombinationsmittels in der Schwangerschaft gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Dimenhydrinat kann Wehen hervorrufen und sollte schon allein deswegen im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht angewendet werden.

Der Wirkstoff geht in geringer Menge auch in die Muttermilch über. Die Verträglichkeit von Arlevert während der Stillzeit ist nicht ausreichend belegt. Schädliche Wirkungen beim gestillten Kind sind nicht sicher auszuschließen.

Daher soll das Mittel weder in der Schwangerschaft noch während der Stillzeit zum Einsatz kommen.

Für ältere Menschen

Bei relativ hoher Dosierung von Cinnarizin können als unerwünschte Wirkung Zittern, erhöhte Muskelspannung und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit auftreten. Dies kann mitunter als Parkinsonkrankheit fehlgedeutet werden. Treten diese Effekte auf, dürfen Sie das Medikament nicht weiter einnehmen. Ein Arzt muss entscheiden, ob Sie die Behandlung mit einer geringeren Dosis fortsetzen können. Das Mittel enthält außerdem Diphenhydramin. Bei diesem Wirkstoff sollten ältere Menschen damit rechnen, dass sie ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen wie verminderte Aufmerksamkeit, Gedächtnis- und Orientierungsleistung haben. Näheres hierzu lesen Sie unter Hinweise für ältere Menschen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Das Medikament macht deutlich müde. Solange Sie es anwenden, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs