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Antiseptikum + örtlich betäubendes Mittel: Cetylpyridinium + Benzocain (Kombination)

Wirkungsweise

In diesem Mittel ist ein antiseptischer Wirkstoff (Cetylpyridinium) mit einem örtlich betäubenden Wirkstoff (Benzocain) kombiniert, um bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum zu helfen. Benzocain setzt das Schmerzempfinden herab, indem es die Reizleitung in den Nerven blockiert. Cetylpyridinium tötet Bakterien ab.

Die therapeutische Wirksamkeit beider Wirkstoffe gilt als belegt, ihre Kombination ist aber dennoch nicht sinnvoll, weil Benzocain häufig Allergien auslöst und Cetylpyridinium gegen Plaque nicht so wirksam ist wie Chlorhexidin. Im Vergleich zu Mitteln mit Chlorhexidin allein besteht bei diesem Kombinationsmittel ein höheres Risiko für unerwünschte Wirkungen. Es ist deshalb wenig geeignet. Monopräparate mit einem geeigneten Antiseptikum (Chlorhexidin, gegebenenfalls auch Povidon-Jod) oder einem örtlich betäubenden Wirkstoff (Lidocain, Polidocanol) sind zur vorübergehenden Anwendung vorzuziehen.

Anwendung

Mehr als acht Lutschtabletten pro Tag sollten Sie nicht anwenden.

Wenn die Entzündung nach zwei Wochen immer noch besteht, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen.

Gegenanzeigen

Wenn größere Wundflächen behandelt werden müssen, sollten Sie das Mittel nicht anwenden. Dann steigt das Risiko, dass die Wirkstoffe ins Blut gelangen und eine allergische Reaktion hervorrufen. Außerdem kann es die Wundheilung stören.

Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie das Mittel nicht anwenden, weil Benzocain zu dieser Stoffgruppe gehört.

Wenn Sie auf bestimmte Konservierungsmittel (quaternäre Ammoniumverbindungen) allergisch reagieren, sollten Sie es ebenfalls nicht anwenden, weil Cetylpyridinium zu dieser Stoffgruppe gehört.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Das Mittel kann die Wundheilung beeinträchtigen.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Schleimhaut rötet und schmerzt, kann es sein, dass Sie die Wirkstoffe nicht vertragen. Vor allem Benzocain kann leicht solche allergischen Reaktionen auslösen. Setzen Sie das Mittel dann ab. Haben sich die Hauterscheinungen auch einige Tage danach nicht merklich gebessert, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Vor allem bei Kleinkindern kann Benzocain dazu führen, dass der rote Blutfarbstoff nicht mehr genügend Sauerstoff binden kann (Methämoglobinämie). Wenn das Kind eine bläuliche Hautfarbe und Atemnot bekommt, müssen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Bei Kindern unter sechs Jahren sollten Lutschtabletten ohnehin nicht angewendet werden. Säuglinge und Kleinkinder verschlucken die Tabletten oft, bevor diese sich vollständig aufgelöst haben. Da das Mittel ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird, sollten auch ältere Kinder nicht damit behandelt werden.

Kinder über sechs Jahre sollten nicht mehr als vier Tabletten pro Tag lutschen.Verschluckt ein Kind das Mittel in größerer Menge, äußert sich die einsetzende Vergiftung in Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall. Dann sollten Sie sofort eine Vergiftungszentrale anrufen oder einen Arzt aufsuchen. Die regionale Telefonnummer finden Sie beispielsweise auf der Internetseite giftnotruf.de.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Da es keine ausreichenden Erfahrungen zur Sicherheit bei einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt und das Mittel bei Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen ohnehin wenig geeignet ist, sollten Sie es nicht anwenden.

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