Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Antimykotikum: Miconazol (Mundgel)

Wirkungsweise

Miconazol tötet Pilze ab und hemmt deren Vermehrung. Miconazol wirkt als Breitband-Antipilzmittel gegen verschiedene Pilzarten. Die Wirksamkeit gegen Candidahefepilze, auf die Mundsoor häufig zurückgeht, ist erwiesen. Das Mittel ist deshalb zur Behandlung von Pilzinfektionen im Mund geeignet.

Anwendung

Wenden Sie das Mittel drei- bis viermal täglich an, am besten nach den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen. Behalten Sie das Gel so lange wie möglich im Mund, den Rest können Sie herrunterschlucken oder ausspucken.

Auch wenn keine weißlichen Beläge oder Rötungen als Zeichen eines Pilzbefalls mehr zu sehen sind, müssen Sie die Behandlung weitere sieben Tage lang fortsetzen, um gegebenenfalls noch vorhandene Pilzsporen abzutöten.

Besteht die Pilzinfektion nach zweiwöchiger Behandlung immer noch, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Miconazol nicht anwenden:

  • Sie haben eine Lebererkrankung.
  • Sie nehmen wegen erhöhter Thrombosegefahr Mittel mit den Wirkstoffen Warfarin oder Phenprocoumon ein.
  • Sie haben Schlafstörungen und nehmen dagegen den Wirkstoff Triazolam.
  • Sie haben Herzrhythmusstörungen und werden mit Chinidin behandelt.
  • Ihre Blutfette sind erhöht und Sie nehmen dagegen Mittel mit den Wirkstoffen Lovastatin oder Simvastatin ein.
  • Sie haben eine Allergie und nehmen Mittel mit dem Wirkstoff Mizolastin ein.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Arzneimittel anwenden, ist bei der Behandlung mit Miconazol zu beachten:

  • Der Wirkstoff verstärkt die Wirkung von Phenytoin und Carbamazepin (bei Epilepsien). Wenden Sie sich dann an Ihren Arzt, weil gegebenenfalls die Dosis verringert werden muss.
  • Das Mittel kann den Abbau von Medikamenten hemmen, die das Immunsystem unterdrücken (Wirkstoffe z. B. Ciclosporin oder Tacrolimus, beide nach Organtransplantationen) und somit deren unerwünschte und erwünschte Wirkungen verstärken. Das gilt auch für Ritonavir (bei HIV-Infektionen, Aids). Gegebenenfalls muss der Arzt dann die Dosierung dieser Mittel verringern.
  • Bei gleichzeitiger Anwendung von Sildenafil (bei Erektionsstörungen) kann der Blutdruck stark sinken. Dies ist besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beachten.
  • Miconazol sollten Sie nicht gleichzeitig mit anderen Antipilzmitteln anwenden, weil sich dann das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht. Zudem kann sich die Wirkung bestimmter Antipilzmittel (z. B. das rezeptpflichtige Amphotericin B) abschwächen.

Unbedingt beachten

Miconazol verstärkt die Wirkung von Sulfonylharnstoffen (bei Typ-2-Diabetes) und von Chinidin (bei Herzrhythmusstörungen). Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung und Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Der Wirkstoff verstärkt auch die Wirkung der gerinnungshemmenden Wirkstoffe Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Sie müssen deshalb die Blutgerinnung häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Miconazol dürfen Sie nicht gleichzeitig mit dem Antihistaminikum Mizolastin (bei Allergien) anwenden, weil sich dann die unerwünschten Wirkungen dieser Medikamente (z. B. schwere Herzrhythmusstörungen) verstärken können. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Miconazol verstärkt auch die Wirkung von Pimozid (bei Schizophrenien und anderen Psychosen). Dadurch steigt die Gefahr, dass als unerwünschte Wirkung Herzrhythmusstörungen auftreten.

Das Mittel verstärkt die Wirkung, aber auch die unerwünschten Wirkungen von Lovastatin und Simvastatin (blutfettsenkende Mittel, bei koronarer Herzkrankheit). Dadurch steigt die Gefahr für eine bestimmte schwerwiegende Form von Muskelerkrankungen (Myopathie), die bei diesen Mitteln als unerwünschte Wirkung auftreten kann. Wenn es nicht vertretbar ist, die Statine vorübergehend abzusetzen, kann der Arzt stattdessen Mittel mit Fluvastatin oder eventuell auch Pravastatin verordnen, bis die Miconazolbehandlung abgeschlossen ist.

Miconazol verzögert den Abbau von Triazolam (bei Schlafstörungen), das dadurch deutlich länger wirkt, sodass häufiger unerwünschte Wirkungen auftreten (z. B. Schläfrigkeit am Tag, Gedächtnislücken).

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Übelkeit, Erbrechen und leichter Durchfall auftreten, meist jedoch erst nach längerer Anwendung. Wenn Sie das Mittel absetzen, legen sich die Beschwerden wieder.

Muss beobachtet werden

Die Mittel können die Schleimhaut reizen, sodass sie brennt und juckt. Diese Beschwerden legen sich wieder, wenn Sie das Mittel nach Abschluss der Behandlung absetzen. Bessert sich die Reizung auch einige Tage danach nicht merklich, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn sich ein schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschen ausbildet, handelt es sich vermutlich um eine Allergie. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Bei Kindern

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten die Mittel nicht hinten im Mund aufgetragen werden. Es besteht dann die Gefahr, dass das Gel versehentlich in die Atemwege gelangt.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit können Sie die Mittel anwenden.

Tragen Sie das Gel nicht auf die Brust auf, auch wenn Sie bei einem gestillten Säugling eine Pilzinfektion im Mund behandeln wollen. Miconazol kann auf der Brusthaut Rötungen oder Bläschen hervorrufen.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs