Medikamente im Test

Antimykotikum + Cortison: Nystatin + Flupredniden oder Hydrocortison (Kombination)

Wirkungsweise

In diesen Mitteln soll das Antimykotikum Nystatin in Kombination mit einem Glucocorticoid, Flupredniden oder Hydrocortison, bei Hefepilzinfektionen der Haut helfen. Die Wirksamkeit von Nystatin gegen Hefepilze ist nachgewiesen. Flupredniden, ein mittelstark wirkendes und Hydrocortison, ein schwach wirkendes Glucocorticoid, sollen eine gleichzeitig mit der Pilzinfektion auftretende Entzündung rascher abklingen lassen.

Bei Pilzinfektionen, bei denen in der Regel die Haut nur wenig entzündet ist, ist die Kombination dieser beiden Wirkstoffe unnötig. Die Entzündung klingt auch ohne Glucocorticoid rasch ab, wenn die Pilzerkrankung ursächlich behandelt wird. Der Zusatz des Glucocorticoids ist umso problematischer, als die Behandlung meist über mehrere Wochen erfolgen muss und die Haut durch das Cortison dann geschädigt werden kann.

Nur wenn der Pilzbefall von einer heftigen Entzündung und starkem Juckreiz begleiet wird – was selten vorkommt –, kann es sinnvoll sein, beide Wirkstoffe zu Beginn der Behandlung gleichzeitig einzusetzen. Dann können die Glucocorticoide zur Beschwerdelinderung beitragen.

Die Mittel sind zur Behandlung von Hautpilzerkrankungen mit Einschränkung geeignet. Monopräparate mit einem Antipilzmittel allein sind vorzuziehen.

Anwendung

Sie tragen die Mittel ein- bis zweimal täglich auf die befallenen Hautstellen auf. Alle Mittel sollten Sie nicht länger als ein bis zwei Wochen anwenden, weil sonst die unerwünschten Wirkungen der Glucocorticoide überwiegen. Zur weiteren Behandlung sollten Sie ein Mittel mit einem pilzabtötenden Wirkstoff allein anwenden.

Wenn das Mittel auf sehr dünne Haut aufgetragen wird, z. B. unter den Achseln, im Gesicht, im Genitalbereich – insbesondere auf dem Hodensack – oder bei Kleinkindern, deren Haut noch sehr viel dünner ist als die von Erwachsenen, dringt der Wirkstoff schneller und tiefer in die Haut ein. Dann steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen, was vor allem bei den stark wirkenden Glucocorticoiden Betamethason und Diflucortolon zu beachten ist (z.B. in Lotricom bzw. Travocort).

Achtung

Unter einem luftdichten Verband sowie im Windelbereich dürfen Sie das Mittel nicht anwenden, weil die Glucocorticoide dabei verstärkt durch die Haut in den Blutkreislauf gelangen und unerwünschte Wirkungen hervorrufen können.

Die Mittel dürfen nicht in die Augen gelangen.

Falls Sie das Mittel längere Zeit im Gesicht anwenden, kann sich die Haut um den Mund herum entzünden (periorale Dermatitis). Nach Absetzen des Präparats blüht diese Entzündung erst richtig auf. Wenden Sie das Mittel dann erneut an, um die Entzündung zu behandeln, verschlimmert sich die Hautentzündung noch weiter. Dagegen hilft nur, das Mittel konsequent wegzulassen. Eine solche "Sucht" auf Glucocorticoide kommt im Gesicht besonders häufig vor. Deshalb sollten Sie Glucocorticoide dort möglichst nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie keine glucocorticoidhaltigen Salben, Cremes, Gele und Lotionen anwenden:

  • Sie haben eine bakterielle Hautentzündung.
  • Es handelt sich bei dem Ausschlag um eine Impfreaktion oder "Kupferfinne" (Rosazea).
  • Sie haben Windpocken oder eine Gürtelrose (Zoster).
  • Sie haben einen Trommelfellriss. Dann dürfen Glucocorticoide nicht im Ohr angewendet werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Der Wirkstoff Nystatin und Wirkstoffe, die zur Gruppe der Imidazole gehören (Clotrimazol, Econazol, Isoconazol, Miconazol) können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Vermeiden Sie es daher, solche Wirkstoffe  gleichzeitig anzuwenden.

In sehr seltenen Fällen können äußerlich aufgetragenes Econazol und Miconazol die Wirkung gerinnungshemmender Mittel wie Phenprocoumon und Warfarin (als Tablette bei erhöhter Thrombosegefahr) verstärken. Vorsichtshalber sollten Sie daher die Blutgerinnung häufiger als sonst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen. Gegebenenfalls muss die Dosierung der Blutgerinnungshemmer angepasst werden.

Nebenwirkungen

Nystaderm comp.: Dieses Mittel enthält das schwach wirkende Glucocorticoid Hydrocortison. Die nachfolgend genannten unerwünschten Wirkungen treten nur sehr selten auf, wenn Sie das Mittel kurzzeitig anwenden. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Gefahr für Nebenwirkungen am größten.

Keine Maßnahmen erforderlich

Aufgrund von Pigmentverschiebungen kann die Haut blasser oder dunkler werden. Diese Erscheinung bildet sich wieder zurück, wenn Sie das Mittel absetzen.

Muss beobachtet werden

Wenn Sie folgende Veränderungen bemerken, sollten Sie den Arzt aufsuchen und mit ihm besprechen, ob Sie das Mittel weiter anwenden sollen:

  • Die Haut wird dünn und leicht verletzlich (Pergamenthaut).
  • Im Bindegewebe bilden sich Risse, ähnlich wie Schwangerschaftsstreifen (Striae).
  • Auf der Haut zeigen sich zahlreiche Pickel, ähnlich wie bei Akne (Steroid-Akne), oder eine bestehende Akne verschlimmert sich.
  • Die feinen Äderchen in der Haut erweitern sich. Dabei bilden sich rote Punkte oder kleine Streifen auf der Haut.
  • Es treten häufiger Herpesinfektionen auf.
  • Wunden heilen verzögert, vor allem offene Stellen am Unterschenkel im Rahmen einer Venenschwäche (Ulcus cruris).

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann sich das Knochenwachstum bei langfristiger (mehr als vier Wochen) Behandlung mit Glucocorticoiden verlangsamen. Bei Pilzinfektionen sollten Kinder daher – wenn überhaupt – nur mit schwach bis mittelstark wirkenden Glucocorticoiden behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Pilzinfektionen in der Schwangerschaft sollten Sie diese glucocorticoidhaltigen Mittel möglichst nicht anwenden, insbesondere nicht in den ersten drei Monaten.

Keinesfalls dürfen Sie die Mittel während der Stillzeit auf die Brust auftragen.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs