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Antimykotikum + Cortison: Clotrimazol, Econazol, Isoconazol oder Miconazol + Betamethason, Diflucortolon, Flupredniden oder Triamcinolon (äußerlich/Kombinationen)

Wirkungsweise

Diese Mittel enthalten neben dem pilzhemmenden Wirkstoff Cortison (medizinisch: Glucocorticoid). Dadurch soll die Entzündung rascher abklingen und Juckreiz gedämpft werden.

Juckreiz, Ekzem, Neurodermitis

Flupredniden ist ein mittelstark wirkendes Cortison. Die festgelegte Kombination mit einem Antipilzmittel ist bei Ekzemen als kurzzeitige Maßnahme nur dann sinnvoll, wenn das Ekzem tatsächlich mit einem Pilz infiziert ist. Dass die kombinierte Anwendung besser wirksam ist als die jeweiligen Einzelmittel, sollte mit weiteren Studien noch besser belegt werden. Daher sind die Mittel nur mit Einschränkung geeignet. Nach der Anfangsbehandlung, wenn beispielsweise die Entzündung abgeklungen ist, sollte mit den Einzelmitteln weiterbehandelt werden, wobei auf die jeweilige zeitliche Beschränkung zu achten ist.

Fuß- und Hautpilz

Clotrimazol, Econazol, Isoconazol und Miconazol gehören zu den Imidazolen und wirken gegen unterschiedliche Hautpilzarten. Betamethason und Diflucortolon gehören zu den stark wirkenden, Flupredniden und Triamcinolon zu den mittelstark wirkenden Glucocorticoiden.

Der Zusatz des Glucocorticoids soll eine gleichzeitig mit der Pilzinfektion auftretende Entzündung dämpfen. Bei Pilzinfektionen, bei denen in der Regel die Haut nur wenig entzündet ist, ist die Kombination dieser beiden Wirkstoffe unnötig. Die Entzündung klingt auch ohne Glucocorticoid rasch ab, wenn die Pilzerkrankung ursächlich behandelt wird. Der Zusatz des Glucocorticoids ist umso problematischer, als die Behandlung meist über mehrere Wochen erfolgen muss und die Haut durch das Cortison dann geschädigt werden kann.

Nur wenn der Pilzbefall von einer heftigen Entzündung und starkem Juckreiz begleitet wird – was selten vorkommt –, kann es sinnvoll sein, beide Wirkstoffe zu Beginn der Behandlung gleichzeitig einzusetzen. Dann können die Glucocorticoide zur Beschwerdelinderung beitragen.

Alle diese Mittel sind mit Einschränkung geeignet. Monopräparate mit einem Antimykotikum allein sind vorzuziehen.

Anwendung

Sie tragen die Mittel ein- bis zweimal täglich auf die befallenen Hautstellen auf. Alle Mittel sollten Sie nicht länger als ein bis zwei Wochen anwenden, weil sonst die unerwünschten Wirkungen der Glucocorticoide überwiegen.

Fuß- und Hautpilz

Zur weiteren Behandlung sollten Sie ein Mittel mit einem pilzabtötenden Wirkstoff allein anwenden.

Wenn die Mittel auf sehr dünne Haut aufgetragen werden, z. B. unter den Achseln, im Gesicht, im Genitalbereich – insbesondere auf dem Hodensack – oder bei Kleinkindern, deren Haut noch sehr viel dünner ist als die von Erwachsenen, dringt der Wirkstoff schneller und tiefer in die Haut ein.

Fuß- und Hautpilz

Dann steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen, was vor allem bei den stark wirkenden Glucocorticoiden Betamethason und Diflucortolon zu beachten ist (z.B. in Lotricom bzw. Travocort).

Achtung

Unter einem luftdichten Verband sowie im Windelbereich dürfen Sie die Mittel nicht anwenden, weil die Glucocorticoide dabei verstärkt durch die Haut in den Blutkreislauf gelangen und unerwünschte Wirkungen hervorrufen können.

Die Mittel dürfen nicht in die Augen gelangen.

Falls Sie dies Mittel längere Zeit im Gesicht anwenden, kann sich die Haut um den Mund herum entzünden (periorale Dermatitis). Nach Absetzen des Präparats blüht diese Entzündung erst richtig auf. Wenden Sie das Mittel dann erneut an, um die Entzündung zu behandeln, verschlimmert sich die Hautentzündung noch weiter. Dagegen hilft nur, die Mittel konsequent wegzulassen. Eine solche "Sucht" auf Glucocorticoide kommt im Gesicht besonders häufig vor. Deshalb sollten Sie Glucocorticoide dort möglichst nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie keine glucocorticoidhaltigen Salben, Cremes, Gele und Lotionen anwenden:

  • Sie haben eine bakterielle Hautentzündung.
  • Es handelt sich bei dem Ausschlag um eine Impfreaktion oder "Kupferfinne" (Rosazea).
  • Sie haben Windpocken oder eine Gürtelrose (Zoster).
  • Sie haben einen Trommelfellriss. Dann dürfen Glucocorticoide nicht im Ohr angewendet werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Der Wirkstoff Nystatin und Wirkstoffe, die zur Gruppe der Imidazole gehören (Clotrimazol, Econazol, Isoconazol, Miconazol) können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Vermeiden Sie es daher solche Wirkstoffe  gleichzeitig anzuwenden.

In sehr seltenen Fällen können äußerlich aufgetragenes Econazol und Miconazol die Wirkung gerinnungshemmender Mittel wie Phenprocoumon und Warfarin (als Tablette bei erhöhter Thrombosegefahr) verstärken. Vorsichtshalber sollten Sie daher die Blutgerinnung häufiger als sonst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen. Gegebenenfalls muss die Dosierung der Blutgerinnungshemmer angepasst werden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Aufgrund von Pigmentverschiebungen kann die Haut blasser oder dunkler werden. Diese Erscheinung bildet sich wieder zurück, wenn Sie das Mittel absetzen.

Muss beobachtet werden

Wenn Sie folgende Veränderungen bemerken, sollten Sie den Arzt aufsuchen und mit ihm besprechen, ob Sie das Mittel weiter anwenden sollen:

  • Die Haut wird dünn und leicht verletzlich (Pergamenthaut).
  • Im Bindegewebe bilden sich Risse, ähnlich wie Schwangerschaftsstreifen (Striae).
  • Auf der Haut zeigen sich zahlreiche Pickel, ähnlich wie bei Akne (Steroid-Akne), oder eine bestehende Akne verschlimmert sich.
  • Die feinen Äderchen in der Haut erweitern sich. Dabei bilden sich rote Punkte oder kleine Streifen auf der Haut.
  • Es treten häufiger Herpesinfektionen auf.
  • Wunden heilen verzögert, vor allem offene Stellen am Unterschenkel im Rahmen einer Venenschwäche (Ulcus cruris).

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Hauterkrankungen in der Schwangerschaft sollten Sie diese glucocorticoidhaltigen Mittel möglichst nicht anwenden, insbesondere nicht in den ersten drei Monaten.

Keinesfalls dürfen Sie die Mittel während der Stillzeit auf die Brust auftragen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann sich das Knochenwachstum bei langfristiger (mehr als vier Wochen) Behandlung mit Glucocorticoiden verlangsamen.

Juckreiz, Ekzem, Neurodermitis

Die Mittel dürfen nicht bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden.

Aber auch für ältere Kinder bis 12 Jahren liegen keine wissenschaftlichen Studien vor, die belegen, dass dieses Kombinationsmittel Vorteile gegenüber den Einzelmitteln besitzt. Ebensowenig ist die Verträglichkeit einer Behandlung mit Decoderm tri für Kinder unter 12 Jahren ausreichend nachgewiesen. Daher wird für die Behandlung von Kindern das Mittel als "wenig geeignet" bewertet. Allenfalls wenn sich bei einem Kind ein schwereres Hautekzem oder eine schwere Neurodermitis flächenmäßig begrenzt mit einem Pilz infiziert hat, kann dieses Mittel im Einzelfall eingesetzt werden. *

Fuß- und Hautpilz

Bei Pilzinfektionen von Kinderhaut sollen daher möglichst Mittel verwendet werden, die nur ein Antipilzmittel enthalten. Die Hautinfektion heilt in der Regel rasch mit dem Antipilzmittel alleine ab. Es fehlen Untersuchungen, die bei Kindern belegt, dass hierfür eine festgelegte Kombinationen mit Glukokortikoiden Vorteile hat. Eine gleichzeitige Behandlung mit einem Glucocorticoid ist daher allenfalls im Einzelfall vertretbar, etwa wenn die Pilzinfektion mit einer deutlich schmerzhaften Entzündung einhergeht. Für diesen Fall sollen Kombinationen mit mittelstark wirkenden Glucocorticoiden bevorzugt werden. Und auch dann darf das Mittel nur kurze Zeit eingesetzt werden. *

* Textänderung 23.03.2020

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