Medikamente im Test

Antimykotikum: Bifonazol, Clotrimazol, Econazol, Ketoconazol, Miconazol und Sertaconazol (äußerlich)

Wirkungsweise

Die pilztötenden Wirkstoffe Bifonazol, Clotrimazol, Econazol, Ketoconazol, Miconazol und Sertaconazol gehören zur Gruppe der Imidazole. In niedriger Konzentration hemmen Imidazole das Wachstum der Pilze, in hoher töten sie sie ab. Sie wirken gegen viele Pilzarten gleichermaßen.

Fuß- und Hautpilz

Zur Behandlung von Fußpilz sind alle diese Wirkstoffe geeignet.

Nagelpilz

Bei Nagelpilzinfektionen ist die therapeutische Wirksamkeit von Imidazolen als Creme oder Lösung nicht ausreichend nachgewiesen. Es ist unklar, ob die Wirkstoffe überhaupt tief genug in den Nagel eindringen und die Pilznester unter dem Nagel erreichen. Werden diese nicht zuverlässig abgetötet, wächst das Pilzgeflecht aus tief im Nagelbett befindlichen Nestern wieder nach, sodass selbst eine monatelange Anwendung nicht den erwünschten Erfolg hat. Aus diesem Grund sind Imidazole als Creme oder Lösung bei Nagelpilzen wenig geeignet, es sei denn der Nagel wurde vorher mit harnstoffhaltigen Salben aufgeweicht und vorsichtig abgetragen.

Windelpilz

Pilzinfektionen im Windelbereich gehen meist auf Hefepilze (Candida) zurück. Bei dieser Pilzart genügt es meist, Nystatin anzuwenden, das spezifisch gegen Hefepilze wirkt. Bei pilzbedingtem Windelausschlag sind Imidazole nur mit Einschränkung geeignet, weil für die Behandlung ein Breitspektrum-Antimykotikum nicht nötig ist. Reicht die Wirkung von Nystatin nicht aus oder hat ein Arzt festgestellt, dass die Infektion nicht auf Hefepilze zurückgeht, kann auch ein Wirkstoff dieser Gruppe angewendet werden. Die therapeutische Wirksamkeit aller Substanzen ist ausreichend belegt.

Der Wirkstoff Miconazol wird als Mundgel auch bei einer Pilzinfektion im Mund (Mundsoor), die durch Candida-Hefepilze ausgelöst wird, angewendet.

Anwendung

Die Präparate gibt es als Creme, Lösung, Pumpspray oder Puder. Puder sollten Sie nur zur Nachbehandlung anwenden, wenn die Haut nicht mehr nässt, sonst verklumpt der Puder und wirkt nicht breitflächig genug. Sprays sollen Sie bei Windelpilz nicht einsetzen.

Fuß- und Hautpilz

Sie tragen bei Fußpilz das Mittel ein- bis zweimal täglich auf die sorgfältig abgetrockneten Füße auf, vor allem in den Zwischenräumen der Zehen. Auch wenn kein Pilzherd mehr zu sehen ist, sollten Sie die Anwendung noch zwei Wochen lang fortsetzen, um einem erneuten Pilzbefall vorzubeugen. Länger als drei Monate hintereinander sollten Sie die Mittel jedoch nicht anwenden. Ist der Fußpilz dann immer noch vorhanden, sollten Sie mit einem Arzt besprechen, ob die Pilzinfektion mit Tabletten bekämpft werden sollte.

Nagelpilz

Bei Nagelpilz tragen Sie das Mittel ein- bis zweimal täglich auf den betroffenen Nagel auf und massieren es zwei Minuten lang ein. Vorher sollten Sie den Nagel mit Schleifpapier (120er-Körnung) bearbeiten oder mit harnstoffhaltigen Salben aufweichen und vorsichtig abtragen. So wird der Nagel dünner und kann das Antimykotikum besser aufnehmen. Den Schleifstaub müssen Sie sorgfältig zusammenfegen und gemeinsam mit dem Schleifpapier entsorgen, sonst können die Pilze auf andere Personen übertragen werden.

Da die Pilze oft sehr hartnäckig sind, müssen Sie die Behandlung noch mindestens zwei Wochen fortsetzen, auch wenn kein Pilzbefall mehr erkennbar ist und der Nagel gesund nachgewachsen ist.

Windelpilz

Bei einem Windelpilz tragen Sie das Mittel zweimal täglich auf die betroffene Hautstelle auf. Behandeln Sie etwa ein bis zwei Zentimeter über die sichtbar befallene Stelle hinaus. Lebende Pilzzellen können schon so weit vorgedrungen sein. Auch wenn alle Anzeichen für den Pilzbefall verschwunden sind, müssen Sie die Mittel noch 14 Tage darüber hinaus anwenden, um sicherzugehen, dass alle Pilzsporen abgetötet sind.

Achtung

Die Mittel dürfen Sie nicht am Auge anwenden, weil sie die Schleimhaut stark reizen. Wenn das Auge dennoch mit dem Wirkstoff in Kontakt gekommen ist, müssen Sie es sofort mit reichlich klarem Wasser gut ausspülen. Wenn Sie danach noch weiterhin Beschwerden haben, müssen Sie einen Augenarzt aufsuchen.

Einige Mittel enthalten als Konservierungsmittel Parabene (siehe Tabelle). Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Imidazolhaltige Präparate sollten Sie nicht gleichzeitig mit anderen pilztötenden Wirkstoffen (z. B. Nystatin) anwenden, weil beide dann schlechter wirken.

In sehr seltenen Fällen kann äußerlich aufgetragenes Miconazol die Wirkung gerinnungshemmender Mittel wie Phenprocoumon und Warfarin (als Tabletten bei erhöhter Thrombosegefahr) verstärken. Vorsichtshalber sollten Sie daher die Blutgerinnung häufiger als sonst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen. Gegebenenfalls muss die Dosierung der Blutgerinnungshemmer angepasst werden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Haut kann sich röten, brennen oder jucken.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung in der Schwangerschaft liegen mit Clotrimazol die meisten Erfahrungen vor, deshalb sollten Sie diesen Wirkstoff bevorzugen.

In der Stillzeit dürfen Sie die Mittel nicht auf der Brust anwenden, damit der Säugling die Wirkstoffe nicht mit der Muttermilch aufnimmt.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs