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Antibiotikum: Mupirocin (Nasensalbe)

Wirkungsweise

Mupirocin ist ein Stoffwechselprodukt des Bakteriums Pseudomonas fluorescens. Dieses Antibiotikum wird als Nasensalbe eingesetzt, um eine bestimmte Bakterienart, die in der Nasenschleimhaut siedelt und sich von dort im Organismus verbreitet (Staphylococcus aureus) abzutöten. Diese Bakterienart ist in Krankenhäusern weit verbreitet und häufig bereits gegen die üblichen Antibiotika resistent (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, abgekürzt MRSA), weshalb Infektionen damit vor allem bei Schwerkranken tödlich verlaufen können. Testergebnis Mupirocin

Mupirocin blockiert die Neubildung von Eiweißen in der Bakterienzelle und hemmt so das Bakterienwachstum. In höheren Konzentrationen kann es die Bakterien auch abtöten.

Der exakte Wirkmechanismus von Mupirocin ist bislang einzigartig und bei keinem anderen Antibiotikum vorhanden. Deshalb gibt es zurzeit keine Kreuzresistenzen mit anderen Antibiotika und es sind bis auf weiteres auch keine zu befürchten. Bei einem zurückhaltenden Einsatz des Mittels ist das Risiko, dass Bakterien gegen Mupirocin resistent werden, gering. Es steigt aber sofort an, wenn das Mittel unkritisch und langfristig eingesetzt wird.

In klinischen Studien sinkt nach Anwendung der Nasensalbe bei Schwerkranken die Rate an Infektionen mit Krankheitserregern, die bereits gegen andere Antibiotika unempfindlich sind (multiresistente Staphylokokken, MRSA). Ob dadurch auch die Sterberate sinkt, ist nicht untersucht. Außerdem werden die Keime nicht immer dauerhaft aus der Nasenschleimhaut entfernt. Das bedeutet, dass das Mittel gegebenenfalls wiederholt angewendet werden muss. Dies und ein genereller Einsatz bei Patienten mit einem erhöhten Infektionsrisiko, zum Beispiel bei Dialysepatienten, birgt die Gefahr, dass sich vermehrt Resistenzen gegen Mupirocin bilden. Deshalb ist Mupirocin zur Elimination von Staphylokokken nur mit Einschränkung geeignet: Es sollte nur kurzzeitig angewendet werden und gezielt nur bei Personen, die einem erheblichen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Das sind beispielsweise Schwerkranke, die operiert oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Wichtig beim Einsatz von Mupirocin ist es, die aktuelle lokale Resistenzlage zu berücksichtigen. Hier finden Sie allgemeine Informationen zu Resistenzen.

Anwendung

Das Mittel wird fünf bis sieben Tage lang zwei- bis dreimal täglich in kleiner Menge auf die Nasenschleimhaut aufgetragen. Damit es sich überall gut verteilt, sollten Sie die Nasenflügel nach dem Auftragen zusammendrücken und leicht massieren. Waschen Sie sich nach der Anwendung sofort die Hände, denn das Mittel darf nicht in die Augen gelangen. Ist dies aus Versehen geschehen, sollten Sie die Augen rasch mit warmem Wasser spülen.

Da die Salbe sich verändern kann und zudem die Gefahr eines Wirkverlustes besteht, soll Turixin nicht gemeinsam mit anderen Nasenmitteln angewendet werden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 von 1 000 Behandelten kann die Nasenschleimhaut vorübergehend brennen.

Muss beobachtet werden

Wenn es während der Behandlung mit Mupirocin zu einem länger anhaltenden und starken Durchfall kommt, dessen Ursache nicht bekannt ist, sollten Sie dies mit einem Arzt besprechen. Gegebenenfalls muss die Behandlung abgebrochen werden.

Wenn sich die Nasenschleimhaut sehr stark rötet und juckt und sich zusätzlich noch Bläschen bilden, deutet dies darauf hin, dass Sie den Wirkstoff nicht vertragen. Wenn Sie solche Hauterscheinungen bemerken, sollten Sie die Behandlung abbrechen und einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie beziehungsweise einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Eine solche Allergie tritt in Einzelfällen auf.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bisher liegen nur wenige Erfahrungen für die Anwendung von Mupirocin während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit vor. Es gibt aber keine Anhaltspunkte dafür, dass das Mittel das Ungeborene schädigen oder in größeren Mengen in die Muttermilch übergehen könnte. Wenn nach sorgfältiger Prüfung der Nutzen die möglichen Risiken übersteigt, ist die Anwendung des Mittels zur Abtötung von Staphylokokken in der Nasenschleimhaut vertretbar.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Mupirocin kann bei Kindern über einem Jahr angewendet werden. Das Auftragen sollte mit Hilfe eines Wattestäbchens erfolgen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs