Medikamente im Test

Antibiotikum: Gentamicin (äußerlich)

Wirkungsweise

Das Antibiotikum Gentamicin behindert die Vermehrung von Bakterien oder tötet sie ab. Damit kann dieses Wundbehandlungsmittel zwar Keime auf offenen Wunden abtöten, aber es ist nicht erwiesen, dass die Wunde damit schneller verheilt, auch nicht, wenn sie bakteriell infiziert ist. Eher kann das Mittel sogar die Wundheilung hemmen. Darüber hinaus kann es leicht Allergien auslösen.

Außerdem fördert das Antibiotikum die Resistenzentwicklung der Bakterien. Bei Gentamicin, das auch innerlich angewendet wird, ist dies besonders problematisch. Der Wirkstoff steht dann für einen Einsatz in anderen Zubereitungsarten, z. B. wenn schwere Infektionen im Körper mit Antibiotika zum Einnehmen oder zur Infusion bekämpft werden müssen, nicht mehr zur Verfügung.

Gentamicin ist deshalb zur Förderung der Wundheilung wenig geeignet. Die therapeutische Wirksamkeit ist nicht ausreichend nachgewiesen. Der Einsatz ist allenfalls dann vertretbar, wenn das Mittel nur wenige Tage angewendet wird, etwa um nach Operationen zu verhindern, dass sich die Wunde infiziert.

Anwendung

Diese Präparate darf immer nur ein und dieselbe Person verwenden, damit die Keime nicht auf andere Menschen übertragen werden. Angebrochene Tuben müssen Sie aus dem gleichen Grund nach Abschluss der Behandlung wegwerfen.

Damit die Bakterien gegen den Wirkstoff nicht resistent werden, dürfen Sie das Mittel nur kurze Zeit (sieben bis zehn Tage) anwenden. Wenn die Entzündung in dieser Zeit nicht abklingt oder sich sogar verschlimmert, müssen Sie die Behandlung abbrechen und den Arzt aufsuchen. Möglicherweise sind die Bakterien bereits gegen das Antibiotikum resistent geworden.

Achtung

Dieses Mittel sollten Sie wegen der möglichen unerwünschten Wirkungen nicht am Ohr anwenden.

Gegenanzeigen

Gentamicin dürfen Sie nicht anwenden, wenn Sie auf Aminoglycosid-Antibiotika (Amikazin, Kanamycin, Neomycin, Netilmizin, Streptomyzin, Tobramycin) allergisch reagieren.

Wenn Sie an einer Myasthenia gravis leiden, sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Anwendung des Mittels bei Ihnen besonders gut abwägen. Die Wirkstoffe können die Impulsübertragung zwischen Nerv und Muskel hemmen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Haut kann sich röten und brennen.

Muss beobachtet werden

Wenn Sie dieses Mittel auf größeren Hautflächen anwenden, können sie die Nieren schädigen. Spüren Sie Schmerzen in der Nierengegend oder verändert sich die Urinmenge, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bilden sich auf geröteter Haut kleine, juckende Bläschen oder größere, schmerzhafte Blasen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Solche Hauterscheinungen deuten auf eine allergische Reaktion hin.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Wenden Sie Gentamicin auf großen Hautflächen an, können Hörstörungen bis hin zur Taubheit auftreten, die sich nicht wieder zurückbilden. Wenn Sie Hörstörungen bemerken, sollten Sie möglichst rasch einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei Kindern unter vier Jahren dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Diesen Wirkstoff dürfen Sie im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht anwenden. Da das Mittel zur Wundbehandlung ohnehin wenig geeignet ist und die Gefahr besteht, dass es beim Ungeborenen zu Hör- und Nierenschäden führt, sollten Sie auf eine Anwendung auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft verzichten. Das Mittel kann in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen. Sicherheitshalber sollten Sie es während der Stillzeit nicht anwenden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs