Medikamente im Test

Antibiotikum: Clindamycin

Wirkungsweise

Clindamycin wirkt ähnlich wie Erythromycin und Penicilline, vor allem gegen grampositive Bakterien, zusätzlich aber auch gegen solche, die für ihre Existenz keinen Sauerstoff benötigen (Anaerobier). Das Mittel ist geeignet bei schweren Infektionen mit anaeroben Bakterien, beispielsweise bei Abszessen in der Lunge, bei Infektionen der Knochen und Knochenhäute sowie bei Eiteransammlungen im Rippenfell (Empyem) und bei bakteriellen Hautinfektionen.

Wegen seiner unerwünschten Wirkungen und aufgrund ansteigender Resistenzen sollte Clindamycin nur eingesetzt werden, wenn Penicilline wegen Allergien oder Resistenzen nicht infrage kommen.

Hier finden Sie allgemeine Informationen zu Resistenzen.

Anwendung

Alle Angaben hierzu lesen Sie unter "Anwendung" bei Antibiotika allgemein. Zusätzlich ist zu beachten:

Wenn Sie Clindamycin länger als drei Wochen einnehmen, muss der Arzt die Funktion von Leber und Nieren sowie das Blutbild in regelmäßigen Abständen (z. B. wöchentlich) kontrollieren.

Wenn Sie leberkrank sind, sollten Sie die normale Dosis im Abstand von mindestens acht Stunden einnehmen.

Achtung

Alle Angaben hierzu lesen Sie unter "Achtung" bei Antibiotika allgemein.

Sobelin Granulat: Dieses Präparat enthält als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie es nicht einnehmen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken der Behandlung mit Clindamycin besonders sorgfältig abwägen:

  • Die Übertragung von Nervenreizen auf die Muskulatur ist gestört (Myasthenia gravis und Parkinsonkrankheit). Clindamycin kann dann die Blockade der Reizübertragung verstärken, sodass sich die Muskelschwäche bedrohlich verschlimmert.
  • Sie hatten schon einmal eine entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn). Dann besteht ein höheres Risiko für eine pseudomembranöse Kolitis (schwere Darmentzündung durch Clostridienbakterien).

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Clindamycin sollten Sie sicherheitshalber nicht zusammen mit den Antibiotika Erythromycin oder Azithromycin anwenden, weil Versuche gezeigt haben, dass sich die Mittel in ihrer Wirkung gegenseitig abschwächen können.

Nebenwirkungen

Alle Angaben hierzu lesen Sie unter "Unerwünschte Wirkungen" bei Antibiotika allgemein. Zusätzlich ist zu beachten:

Sofort zum Arzt

Bei der Anwendung von Clindamycin ist das Risiko für eine schwere Darmentzündung durch Clostridien (pseudomembranöse Kolitis) größer als bei anderen Antibiotika. Wenn heftige blutige Durchfälle und Bauchkrämpfe auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Allgemein

Alle Angaben hierzu lesen Sie unter "Hinweise" bei Antibiotika allgemein. Zusätzlich ist zu beachten:

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder, die älter sind als vier Wochen, können mit Clindamycin behandelt werden. Bis zum 14. Lebensjahr wird das Antibiotikum dem Körpergewicht entsprechend dosiert.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Clindamycin sollte in der Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn Penicilline, Cephalosporine oder Makrolide nicht infrage kommen. Haben Sie Clindamycin jedoch bereits eingenommen, ist das kein Grund zur Sorge.

Auch in der Stillzeit sind die anderen genannten Antibiotika zu bevorzugen. Ist eine Behandlung mit Clindamycin aber unbedingt erforderlich, können Sie dennoch weiterstillen. Selten hat der Säugling dann dünneren Stuhlgang.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs