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Antibiotikum: Amoxicillin + Clavulansäure (Kombination)

Wirkungsweise

Die Mischung aus Amoxicillin und Clavulansäure ist zur Behandlung bestimmter bakteriell bedingter Infektionen, beispielsweise der Harnwege, sinnvoll zusammengesetzt. Clavulansäure schützt das stark wirksame Antibiotikum Amoxicillin vor dem Enzym Betalaktamase, mit dem einige Bakterien das Antibiotikum unwirksam machen können. Mit dieser Wirkstoffkombination lassen sich deshalb auch Keime abtöten, die aufgrund des Enzyms bereits gegen Amoxicillin allein resistent geworden sind. Sie soll aber nur zum Einsatz kommen, wenn dies aufgrund der Erreger auch notwendig ist.

Die Mittel sind geeignet bei Mischinfektionen mit Bakterien, die das besagte Enzym ausbilden; das kann z. B. bei bakteriellen Infektionen der Atemwege einschließlich der Lunge, der Harnwege sowie bei Infektionen im Bauchraum der Fall sein. Voraussetzung ist, dass der Arzt die Resistenzlage anhand der regionalen Tabellen geprüft oder eine Resistenzprüfung im Labor veranlasst hat.

Die Wirkstoffkombination wird bei komplizierten Harnwegsinfektionen als "geeignet" angesehen, wenn vor der Behandlung ein Test die Erreger identifiziert hat und bestätigt wurde, dass sie gegenüber diesem speziellen Antibiotikum empfindlich sind.

Wichtig beim Einsatz des Mittels ist es grundsätzlich, auch die aktuelle Resistenzlage zu berücksichtigen. Hier finden Sie allgemeine Informationen zu Resistenzen. Die besondere Situation bei Harnwegsinfektionen wird unter Resistenzgefahr beachten dargestellt.

Anwendung

Grundsätzliche Angaben zur Anwendung lesen Sie bei Antibiotika allgemein.

Bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion kann die Konzentration der Wirkstoffe im Blut ansteigen. Damit erhöht sich das Risiko für unerwünschte Wirkungen. Um das zu vermeiden, müssen bei schweren Nierenfunktionsstörungen die Dosierung des Antibiotikums verringert oder die Zeitabstände zwischen den Einnahmen ausgedehnt werden.

Während der Anwendung dieser Mittel sollte der Arzt die Leberwerte im Blut kontrollieren. Dies gilt insbesondere, wenn Ihre Leberfunktion bereits eingeschränkt ist, wenn Sie über 60 Jahre alt sind oder wenn Säuglinge behandelt werden müssen. Bei Neugeborenen und Säuglingen ist die Leberfunktion noch nicht vollständig ausgebildet. Steigen die Leberwerte während der Behandlung an, muss diese abgebrochen werden, weil es sich um eine beginnende Leberentzündung handeln könnte.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie diese Kombinationsmittel nicht anwenden:

  • Wenn nach Einnahme solcher Kombinationspräparate schon einmal eine Gelbsucht oder eine Leberfunktionsstörung aufgetreten ist.
  • Sie reagieren auf Cephalosporine oder Penicilline allergisch.
  • Wenn Sie starken Durchfall haben oder häufig erbrechen müssen, sind Antibiotikatabletten nicht sinnvoll, weil der Wirkstoff nicht in ausreichender Menge ins Blut gelangt. Das Mittel muss dann gespritzt oder infundiert werden.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abwägen:

  • Die Funktionsfähigkeit Ihrer Leber ist bereits eingeschränkt.
  • Wenn Sie anderweitig an Allergien, an allergischem Asthma oder Heuschnupfen leiden. Dann ist das Risiko erhöht, dass Sie auch auf diese Mittel allergisch reagieren. Trotzdem können Sie mit diesen Mitteln behandelt werden. Sie sollten dann lediglich besonders wachsam sein, ob Anzeichen für eine Allergie auftreten. Auch kann der Arzt gegebenenfalls statt eines Antibiotikums aus der Gruppe der Penicilline wie Amoxicillin ein anderes Antibiotikum auswählen.
  • Sie leiden an Pfeifferschem Drüsenfieber oder an einer lymphatischen Leukämie. Möglicherweise sollten Sie dann das Kombinationsmittel nicht anwenden, weil es schwere Hautausschläge auslösen kann.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Aufgrund des Bestandteils Amoxicillin in diesen Kombinationsmitteln können sich die Wirkung und Nebenwirkungen von Methotrexat (bei Arthritis, Krebserkrankungen, Schuppenflechte) verstärken.
  • Zusammen mit Allopurinol (bei Gicht) eingenommen, steigt das Risiko, dass Sie auf den Bestandteil Amoxicillin in diesem Kombinationsmittel mit einem Hautausschlag reagieren.

Unbedingt beachten

Das Mittel verstärkt die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Wie alle Antibiotika kann auch dieses Mittel Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Appetitlosigkeit verursachen. Leichter Durchfall ist dadurch bedingt, dass Antibiotika die nützlichen Darmbakterien abtöten. Er kommt bei mehr als ein von zehn Behandelten vor. Mit dem Ende der Behandlung reguliert sich die Verdauung wieder.

Es kann zu Beginn der Behandlung zu einem allgemeinen Unwohlsein kommen begleitet von Kopfschmerzen, Schwindel oder Nervosität. Die Beschwerden vergehen nach kurzer Zeit oder spätestens nach Beendigung der Behandlung wieder.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Wenn Sie dieses Mittel über mehrere Wochen und in hoher Dosierung einnehmen, tötet das Medikament die nützliche Bakterienflora auf den Schleimhäuten in Mund, Rachen und im Genitalbereich ab. Dann können sich Pilze verstärkt ausbreiten. Pilzinfektionen können sich dadurch bemerkbar machen, dass sich die Schleimhaut entzündet und sich ein weißlicher Belag bildet. Pilzinfektionen im Genitalbereich betreffen vor allem Frauen. Sie gehen mit starkem Juckreiz sowie einem weiß-krümeligen Ausfluss einher. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bei einer Immunschwäche können die Pilze innere Organe befallen. Fieber und Abgeschlagenheit können darauf hindeuten. Dann sollte der Arzt entsprechende Diagnosemaßnahmen einleiten.

In wenigen Einzelfällen kann das Mittel die Nierenfunktion beeinträchtigen. Solche beginnenden Schäden der Nieren kann der Arzt nur durch gezielte diagnostische Maßnahmen feststellen. Bei vermehrter oder verminderter Urinproduktion, wenn die Haut nach Urin riecht, bei neu auftretenden oder sich verschlimmernden Wasseransammlungen z. B. in den Beinen (Ödeme) oder Schmerzen in der Nierengegend sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen und gezielt die Nieren untersuchen lassen. Falls Sie die Mittel gegen Harnwegsinfektionen einsetzen, sind diese Anzeichen allerdings nicht immer eindeutig zu bemerken.

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen. Diese Nebenwirkung tritt nur selten auf. Solche Leberschäden treten in Einzelfällen auf.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Auch bei heftigem blutigen Durchfall mit Bauchkrämpfen und Fieber müssen Sie sofort einen Arzt rufen. Diese Beschwerden können auf einer Infektion mit dem Bakterium Clostridium difficile beruhen (pseudomembranöse Colitis). Diese Bakterien können sich verstärkt vermehren, wenn Antibiotika die nützlichen Darmbakterien abgetötet haben. Das von den Clostridien abgegebene Gift löst eine schwere Darmentzündung aus, die lebensbedrohlich werden kann.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Frauen, die die Pille einnehmen, sollten beachten, dass die empfängnisverhütende Wirkung unter Umständen nicht mehr gewährleistet ist. Antibiotika zerstören einen Großteil der Bakterienflora im Darm. Daraus resultiert oft Durchfall, sodass die Wirkstoffe aus der Pille nur noch vermindert aufgenommen werden. Es ist nicht sicher, dass sie den Eisprung dann noch wirksam unterdrücken. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Empfängnisverhütung: verringerte Wirkung.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder mit einem Körpergewicht unter 40 Kilogramm, gibt es eine flüssige Zubereitung. Diese kann genauer dosiert werden, abgestimmt auf das Körpergewicht des Kindes.

Tabletten können ab einem Körpergewicht von 40 Kilogramm zum Einsatz kommen. Alle Mittel werden dreimal täglich eingenommen. Am besten wird das Mittel zu den Mahlzeiten gegeben, so lassen sich unerwünschte Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt verringern.

In Einzelfällen kann es bei der Anwendung der flüssigen Form zu Zahnverfärbungen kommen, die sich aber gut mit der Zahnbürste wieder entfernen lassen. Während der Behandlung sollten Sie Ihr Kind beim Zähneputzen unterstützen.

Weitere Angaben unter Antibiotika allgemein.

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