Medikamente im Test

Antibiotika: Doxycyclin, Minocyclin und Tetracyclin (Tetracycline)

Wirkungsweise

Tetracycline wie Doxycyclin, Minocyclin und Tetracyclin sind Breitbandantibiotika. Alle drei Wirkstoffe hemmen viele verschiedene Bakterienarten in ihrem Wachstum, unterscheiden sich aber hinsichtlich ihrer Aufnahme in den Körper und ihrer Wirkdauer.

Bei Hauterkrankungen werden Vertreter dieser Wirkstoffgruppe zudem wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung in niedriger Dosierung eingesetzt.

Von allen drei Wirkstoffen wird Doxycyclin am besten in den Körper aufgenommen und ist auch verträglicher als die beiden anderen Substanzen.

Sexuell übertragbare Erkrankung: Chlamydieninfektion

Doxycyclin ist daher zur Behandlung von Chlamydieninfektionen geeignet.

Lyme-Borreliose

Doxycyclin ist daher zur Behandlung der Lyme-Borreliose geeignet.

Lungenentzündung

Da Doxycyclin aber in den vergangenen Jahrzehnten häufig – oft auch ungezielt – bei Atemwegsinfektionen eingesetzt wurde, besteht bereits eine erhöhte Resistenzrate. Das Mittel ist daher bei Lungenentzündungen außerhalb des Krankenhauses nur noch mit Einschränkung geeignet. Es sollte nur angewendet werden, wenn Penicilline nicht eingesetzt werden können. Sind allerdings atypische Bakterien wie Mykoplasmen die Ursache der Lungenentzündung, ist Doxycyclin ein geeignetes Antibiotikum zur Behandlung. Etwa 10 bis 20 Prozent der Lungenentzündungen werden durch diese Erregerart verursacht. Der Wirkstoff Tetracyclin ist zur Behandlung bei Lungenentzündungen durch untypische Erreger dagegen nur mit Einschränkung geeignet, weil er schlechter verträglich ist als Doxycyclin und in seiner Wirksamkeit durch einige Lebensmittel deutlich beeinträchtigt wird. Mittel mit Doxycyclin sind deshalb hierfür vorzuziehen.

Zwar sind viele Erreger bereits gegen Tetracycline resistent. Dennoch gelten die Mittel weiterhin als Mittel der ersten Wahl bei bestimmten Atemwegsinfektionen.

Akne

Bei schwerer Akne gilt Doxycyclin als "mit Einschränkung geeignet". Wenn äußerlich anzuwendende Aknemittel die Hauterscheinungen nicht ausreichend bessern, zahlreiche Entzündungsherde vorhanden sind und die Pusteln zu Vernarbungen auf der Haut führen, kann es zum Einsatz kommen. Da aber die Gefahr besteht, dass Resistenzen entstehen, soll das Mittel nur für kurze Zeit und auch nicht als alleinige Maßnahme angewendet werden. Wie alle Bakterien können auch Propionibakterien gegen Antibiotika resistent werden, was sich daran zeigt, dass sich die Akne trotz kontinuierlicher Einnahme der Mittel nicht mehr bessert. Aus diesem Grund sollen Antibiotika zum Einnehmen nur zurückhaltend und lediglich über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden. Um eine Resistenzbildung bestmöglich zu vermeiden, wird eine kombinierte Anwendung mit Mitteln zum Auftragen wie Benzoylperoxid empfohlen.

Der Wirkstoff Minocyclin ist weniger gut verträglich als Doxycyclin. Doxycyclin ist daher vorzuziehen, dennoch wird Minocyclin vom Hersteller besonders als "Akneantibiotikum" herausgestellt. Es wirkt wie Doxycyclin bei entzündlicher Akne gut und reichert sich insbesondere im Fettgewebe an. Dies wird bei Akne als vorteilhaft angesehen, weil sich die Propionibakterien vorwiegend im fetthaltigen Talg der Haarfollikel sammeln. Dieser vermeintliche Vorteil ist aber gleichzeitig ein Nachteil: Minocyclin kann sich damit auch stärker in der Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit (Liquor) anreichern. Dadurch treten häufiger unerwünschte Wirkungen bei diesem Mittel auf. Auch das Risiko für schwere Hautreaktionen steigt. Dass das Mittel Wirksamkeitsvorteile gegenüber Doxycyclin besitzt, ist dagegen nicht ausreichend belegt.

Rosazea

Bessert sich die Rosazea mit äußerlich anzuwendenden Mitteln nicht genug, werden Antibiotika eingesetzt, vor allem Tetracycline. Dazu liegen aber nur wenige Studien vor, aus denen hervorgeht, dass die Antibiotika besser wirken als Scheinmedikamente. Die therapeutische Wirksamkeit sollte daher noch besser belegt werden. Tetracycline sind mit Einschränkung geeignet, wenn äußerlich anzuwendende Mittel nicht ausreichend wirksam waren. Dabei sind Mittel mit Doxycyclin denjenigen mit Minocyclin vorzuziehen, weil sie besser verträglich sind. Zudem ist zu berücksichtigen, dass mit einem dauerhaften Einsatz von Antibiotika zum Einnehmen auch die Gefahr verbunden ist, dass sich bei den im Körper befindlichen Bakterien Resistenzen ausbilden. In Oraycea ist Doxycyclin niedriger dosiert als in den Mitteln, die sonst bei bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. In dieser Dosierung wirkt Doxycyclin vor allem antientzündlich, weniger keimhemmend. Deswegen ist Oraycea auch nur zur Behandlung von Rosazea zugelassen. Hier kann es im Vergleich zu einem Scheinmedikament den Hautzustand stärker verbessern. Die therapeutische Wirksamkeit des Mittels ist in Studien über einen Zeitraum von etwa vier Monaten nachgewiesen. Möglicherweise wird es auch besser vertragen als höher dosiertes Doxycyclin. Die bisher vorliegenden Studien finden beim niedrig dosierten Einsatz von Doxycyclin keine Hinweise auf eine Resistenzentwicklung. Allerdings wurde in diesen Untersuchungen nur eine begrenzte Anzahl von Patienten beobachtet. Dass bei diesem Mittel auch bei langfristiger Anwendung keine Resistenzen auftreten, sollte noch besser nachgewiesen werden. Oraycea ist bei Rosazea mit Einschränkung geeignet und soll nur angewendet werden, wenn äußerliche Mittel nicht ausreichend wirken.

Wichtig beim Einsatz von Tetracyclinen ist es grundsätzlich, die aktuelle Lage zu berücksichtigen. Hier finden Sie allgemeine Informationen zu Resistenzen.

Anwendung

Alle Angaben hierzu lesen Sie unter "Anwendung" bei Antibiotika allgemein. Zusätzlich ist zu beachten:

Nehmen Sie die Mittel nur aufrecht im Sitzen oder Stehen ein und nur zusammen mit einer ausreichenden Menge Wasser, da die Tabletten sonst in der Speiseröhre haften bleiben und dort das Gewebe schädigen können. Nach der Einnahme sollten Sie etwa ein bis zwei Stunden nicht liegen.

Doxycyclin und Minocyclin sind erst nach 16 bis 18 Stunden zur Hälfte abgebaut. Sie verweilen also lange im Körper und brauchen deshalb nur einmal täglich eingenommen zu werden. Tetracyclin ist bereits nach acht bis zehn Stunden zur Hälfte abgebaut und muss zweimal täglich eingenommen werden.

Wenn Sie die Mittel in hoher Dosierung oder über längere Zeit einnehmen, sollte der Arzt in regelmäßigen Abständen die Leber- und Nierenwerte im Blut prüfen, weil die Mittel die Funktion von Leber und Bauchspeicheldrüse (Pankreas) beeinträchtigen können.

Doxycyclin wird zu Beginn der Behandlung höher dosiert, damit die erforderlichen Wirkstoffkonzentrationen rascher erreicht werden. Anschließend wird die Dosis verringert. Bei innerlichen Erkrankungen wie Lyme-Borreliose und Lungenentzündungen nehmen Sie am ersten Tag der Behandlung 200 Milligramm Doxycyclin ein. An den restlichen Tagen der Behandlung genügen 100 Milligramm. Bei den Hauterkrankungen Akne und Rosazea nehmen Sie in den ersten drei Wochen täglich 100 Milligramm ein. Danach schließt sich eine Erhaltungstherapie in geringerer Dosierung mit 50 Milligramm Doxycyclin täglich an, die Sie bei Rosazea maximal drei Wochen fortführen, bei Akne maximal zwölf Wochen.

Oraycea: Dieses niedrig dosierte Doxycyclin kommt nur bei Rosazea zum Einsatz. Über einen Zeitraum von sechs Wochen hinweg nehmen Sie täglich am Morgen eine Kapsel ein. Wenn sich das Hautbild in diesem Zeitraum nicht verbessert, sollten Sie nach Rücksprache mit dem Arzt die Behandlung abbrechen. Bislang liegen erst für eine Behandlung von vier Monaten Erfahrungen aus klinischen Studien vor.

Bei Lyme-Borreliose und Lungenentzündungen nehmen Sie am ersten Tag der Behandlung 200 Milligramm Minocyclin ein. An den restlichen Tagen der Behandlung genügen 100 Milligramm. Bei Akne nehmen Sie üblicherweise zweimal täglich 50 Milligramm Minocyclin ein, und zwar über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Bei Rosazea nehmen Sie bis zu drei Wochen lang einmal täglich 100 Milligramm.

Ist die Nierenfunktion bereits beeinträchtigt, sollte der Arzt die Dosierung von Minocyclin verringern.

Achtung

Beachten Sie für die folgenden Abschnitte auch die Ausführungen unter Antibiotika allgemein.

Tetracycline machen die Haut empfindlicher für Sonnenlicht. Während der Behandlung sollten Sie keine Sonnenbäder nehmen und nicht ins Solarium gehen. Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie die Haut tagsüber mit Sunblockern schützen. Entsteht dennoch ein Sonnenbrand mit stark geröteter, entzündeter Haut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Tetracycline dürfen Sie keinesfalls nach Ablauf des Verfallsdatums verwenden, da die Zersetzungsprodukte veralteter Tabletten ein Fanconi-Syndrom auslösen können. Anzeichen dafür sind erhöhte Mengen an Urin, wobei die Nieren verstärkt Zucker, Eiweiß und Kalium ausscheiden und das Blut übersäuert (Azidose).

Gegenanzeigen

Wenn die Funktion Ihrer Leber massiv gestört ist, dürfen Sie nicht mit Tetracyclinen behandelt werden.

Wenn Ihre Nierenfunktion oder Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist, muss der Arzt Nutzen und Risiken der Behandlung sorgfältig abwägen. Das gilt auch, wenn Sie an Myasthenia gravis erkrankt sind, weil dann die Gefahr besteht, dass sich die Krankheit unter der Behandlung mit Tetracyclinen verschlimmert.

Wenn Sie Minocyclin länger anwenden als empfohlen, sollte der Arzt Ihre Schilddrüsenfunktion überprüfen.

Wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist, dürfen Sie Tetracyclin nicht einnehmen.

Rosazea

Oraycea: Dieses Mittel ist nicht für die Behandlung einer Rosazea gedacht, die bereits das Auge erfasst hat. Dafür liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Damit sich keine Resistenzen gegen verschiedene Antibiotika entwickeln, sollten nicht mehrere Antibiotika hintereinander oder gleichzeitig eingesetzt werden, auch nicht äußerlich und innerlich parallel. Auch vorbeugend sollten Sie diese Mittel nicht anwenden.

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

Unbedingt beachten

  • Doxycyclin und Minocyclin dürfen keinesfalls gleichzeitig und auch nicht kurz vor oder nach einer Behandlung mit Isotretinointabletten angewendet werden, weil dann der Hirndruck gefährlich ansteigen kann. Diese Mittel werden auch bei Akne eingesetzt und ebenfalls bei Rosazea.
  • Doxycyclin und Minocyclin verstärken die Wirkung der blutzuckersenkenden Sulfonylharnstoffe (z. B. Glibenclamid, bei Typ-2-Diabetes), sodass der Blutzucker zu stark absinken und eine Unterzuckerung auftreten kann. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.
  • Doxycyclin und Minocyclin verstärken die Aufnahme von Digoxin (bei Herzschwäche) ins Blut. Wenn Sie die Antibiotika länger als einige Tage einnehmen müssen, sollte der Arzt die Dosis von Digoxin anpassen. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung.
  • Doxycyclin und Minocyclin verstärken die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln (Wirkstoffe: Warfarin, Phenprocoumon, bei erhöhter Thrombosegefahr). Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.
  • Antazida (bei Sodbrennen) und Eisen (bei Blutarmut) beeinträchtigen die Aufnahme von Doxycyclin und Minocyclin, sodass diese nicht mehr so gut wirken. Auch Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Carbamazepin (alle bei Epilepsien) sowie Rifampizin (bei Tuberkulose) vermindern die Wirkung von Doxycyclin und Minocyclin. Näheres hierzu lesen Sie unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung. Nehmen Sie diese Mittel deshalb im Abstand von zwei bis drei Stunden ein.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Tetracycline dürfen Sie nicht zusammen mit Milch einnehmen und auch nicht mit Mineralwässern und Säften, die mit Calcium angereichert sind, weil die Mittel dann nicht richtig ins Blut aufgenommen werden. Bei dem Wirkstoff Tetracyclin sind diese Wechselwirkungen sehr viel häufiger und ausgeprägter als bei Doxycyclin und Minocyclin. Im Abstand von zwei bis drei Stunden jedoch können Sie Milch oder Milchprodukte wie Jogurt, Quark oder Käse zu sich nehmen.

Nebenwirkungen

Alle Angaben hierzu lesen Sie unter "Unerwünschte Wirkungen" bei Antibiotika allgemein.

Wenn Übelkeit, Sodbrennen, Magendrücken, Erbrechen, Durchfall oder Blähungen auftreten, sollten Sie die Mittel mit dem Essen einnehmen (aber nicht mit Milch oder Milchprodukten). Oft legen sich die Beschwerden dann.

Oraycea: Da das Risiko für unerwünschte Wirkungen in der Regel von der verabreichten Dosis abhängig ist, treten die meisten der im Folgenden genannten Nebenwirkungen bei diesem niedrig dosierten Mittel seltener auf als bei den höher dosierten Doxycyclinpräparaten.

Zusätzlich ist zu beachten:

Keine Maßnahmen erforderlich

Tetracycline können sich in Knochen und Zähne einlagern. Die Zähne können sich dadurch gelb, braun oder schwarz verfärben, vor allem die Milchzähne bei Kindern. Außerdem werden sie anfälliger für Karies. Das Knochenwachstum kann sich verzögern. Bei Erwachsenen kommen diese unerwünschten Wirkungen nur sehr selten vor und hauptsächlich bei langfristiger hoch dosierter Einnahme der Tetracycline.

Während Sie mit Tetracyclin behandelt werden, sollten Sie die Haut nie ohne Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen. Sehr oft kommt es zu sonnenallergieähnlichen Symptomen: Es bilden sich Bläschen und die Haut rötet sich. Auch Ihre Nägel sollten sie vor allzu starker Sonneneinwirkung schützen.

Muss beobachtet werden

Wenn Sie sich auffällig müde fühlen, sollte der Arzt Blutbild und Nierenwerte prüfen.

Tetracycline können vorübergehende Kurzsichtigkeit auslösen. Wenn Sie das Gefühl haben, schlechter zu sehen, sollten Sie das mit Ihrem Arzt besprechen und Ihr Verhalten daran anpassen.

Wenn Sie Tetracycline über lange Zeit anwenden, kann sich die Zunge verändern (schwarze Haarzunge). Stellen Sie Veränderungen an der Zunge fest, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Beachten Sie bei der Einnahme von Minocyclin: Falls Sie einen Hautausschlag und wunde Stellen am Mund bekommen, die Haut auffällig lichtempfindlich ist und diese Erscheinungen nach zwei bis drei Tagen nicht wieder verschwunden sind, kann es sich um eine durch Minocyclin hervorgerufene rheumaähnliche Erkrankung handeln (Lupus erythematodes). Suchen Sie dann möglichst bald einen Arzt auf. Bilden sich zusätzlich Knötchen oder Bläschen, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

In seltenen Einzelfällen kann sich die Schilddrüse entzünden oder in ihrer Funktion verändern. Wenn die Umgebung der Schilddrüse schmerzempfindlich ist oder sich verändert, sollte ein Arzt die Schilddrüsenfunktion überprüfen.

Minocyclin kann die Leber schädigen. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

In sehr seltenen Fällen (bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten) kann eine reversible Drucksteigerung im Gehirn auftreten (Pseudotumor cerebri). Mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und eventuell auch Sehstörungen durch Wassereinlagerungen im Auge (Papillenödem), die sich wie ein Schleier vor den Augen bemerkbar machen. Wenn derartige Beschwerden auftreten, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Diese unerwünschte Wirkung verschwindet, wenn die Mittel abgesetzt werden.

Wenn bei der Einnahme von Minocyclin Benommenheit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Krämpfe, Hörstörungen, Müdigkeit oder Empfindungsstörungen auftreten, müssen Sie sofort zum Arzt gehen. Diese Beschwerden deuten darauf hin, dass Minocyclin die Funktion des zentralen Nervensystems beeinträchtigt. Diese unerwünschte Wirkung tritt bei Minocyclin häufiger auf als bei den anderen Tetracyclinen (z. B. Doxycyclin).

Das Mittel kann die Leber auch schwer schädigen und eine Gelbsucht auslösen. Wenn Sie zusätzlich einen starken Juckreiz am ganzen Körper verspüren, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Wenn das Mittel abgesetzt wird, bilden sich die Symptome wieder zurück.

Besondere Hinweise

Allgemein

Alle Angaben hierzu lesen Sie unter "Hinweise" bei Antibiotika allgemein. Zusätzlich ist zu beachten:

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Vor allem Kinder bis zum achten Lebensjahr dürfen Tetracycline wegen der unerwünschten Wirkungen auf Knochenwachstum und Zähne nur bekommen, wenn kein anderes Antibiotikum angewendet werden kann – was aber selten vorkommt.

Werden Tetracycline bei Kindern unter acht Jahren eingesetzt, können das Knochenwachstum verzögert werden und Gelenke und Glieder schmerzen. Einige Hersteller empfehlen deshalb die Anwendung erst ab einem Alter von zwölf Jahren, auch der Hersteller von Oraycea.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Tetracycline dürfen Sie ab der 16. Schwangerschaftswoche nicht mehr einnehmen, weil sie die Zahn- und Knochenbildung des Ungeborenen beeinträchtigen.

In der Stillzeit dürfen Sie die Mittel nicht einnehmen, weil sie später an den Milchzähnen der gestillten Kinder Zahnverfärbungen und Defekte am Zahnschmelz hervorrufen können.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Tetracycline können in Einzelfällen vorübergehend Kurzsichtigkeit auslösen. Dann sollten Sie ohne angepasste Sehhilfe nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs