Medikamente im Test

Antibiotika: Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin (Chinolone)

Wirkungsweise

Chinolone – auch Gyrasehemmer genannt – sind Antibiotika, die Vorgänge bei der Zellteilung der Bakterien, die von dem Enzym Gyrase gesteuert werden, blockieren und so Keime abtöten.

Chinolone wirken gegen viele verschiedene Bakterienarten gleichermaßen gut. Das hat dazu geführt, dass sie oft unnötig schnell, häufig und ungezielt verordnet werden, was der Resistenzentwicklung seit Jahren Vorschub leistet. Obwohl diese Mittel im Vergleich zur Gruppe der Penicilline noch nicht so lange zur Verfügung stehen, wirken sie in Deutschland bereits bei 10 bis 20 Prozent der Infektionen mit Escherichia coli, dem Hauptkeim bei Harnwegsinfektionen, nicht mehr, weil die Bakterien dagegen resistent geworden sind. Außerdem können die Mittel mit teilweise auch schweren unerwünschten Wirkungen einhergehen. Chinolone sollten daher möglichst gezielt eingesetzt werden. Bei leichten Infektionen der Lunge, der Nasennebenhöhlen und der Harnwege sind – soweit erforderlich – andere Antibiotika bevorzugt einzusetzen.

Die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Levofloxacin und Ofloxacin sind geeignet bei komplizierten Infektionen der Harnwege oder auch bei Lungenentzündungen durch gramnegative Keime, wenn geprüft wurde, ob die Keime auf Chinolone ansprechen. Gleiches gilt auch für Norfloxacin, ein Wirkstoff der bei Harnwegsinfekten Anwendung findet. Levofloxacin kann bei Lungenentzündungen eingesetzt werden, wenn die Lungenentzündung nachweislich durch Pneumokokken verursacht wurde.

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen sind diese Mittel nur mit Einschränkung geeignet, weil die Erreger rasch resistent gegen diese Wirkstoffe werden, wenn sie ungezielt eingesetzt werden.

Harnwegsinfektionen

Weiteres zur Eignung von Chinolonen bei Harnwegsinfektionen lesen Sie unter Behandlung mit Medikamenten.

Für Ciprofloxacin und Levofloxacin gilt dabei noch eine Besonderheit. Bei Harnwegsinfektionen, an denen die oberen Harnwege und die Nieren beteiligt sind, können diese Substanzen auch ohne vorherige Testung der Erreger als Mittel der ersten Wahl eingesetzt werden. Mit dieser Eignung lösen sie das Medikament Cotrimoxazol ab. Gegen dieses sind die Erreger mittlerweile so häufig unempfindlich geworden, dass es nur noch nach vorheriger Testung eingesetzt werden soll.

Lungenentzündung

Moxifloxacin ist geeignet bei Lungenentzündungen durch gramnegative Keime und Pneumokokken, wenn ein bakteriologischer Nachweis vorliegt. Ohne diesen Nachweis ist es ist jedoch nur mit Einschränkung geeignet zur Behandlung von Lungenentzündungen außerhalb des Krankenhauses und sollte erst eingesetzt werden, wenn Standardwirkstoffe wie z. B. Amoxicillin nicht angewendet werden können, wenn ein besonderes Risiko für Komplikationen besteht (z. B. durch gleichzeitig bestehende andere Krankheiten) oder wenn bereits mit Antibiotika erfolglos vorbehandelt wurde. Zurzeit sind noch nicht viele Erreger gegen diese Substanz unempfindlich geworden, sodass sie nicht ungezielt eingesetzt werden und schweren Krankheitsfällen vorbehalten bleiben sollte. Das gilt auch für den Wirkstoff Levofloxacin.

Wichtig beim Einsatz von Chinolonen ist es grundsätzlich, auch die aktuelle Lage zu berücksichtigen. Hier finden Sie allgemeine Informationen zu Resistenzen. Die besondere Situation bei Harnwegsinfektionen wird unter Resistenzgefahr beachten dargestellt.

Anwendung

Die Wirkstoffe werden am besten in den Körper aufgenommen, wenn Sie sie auf nüchternen Magen oder ein bis zwei Stunden vor dem Essen schlucken. Um unerwünschte Wirkungen im Magen zu vermeiden, können Sie die Mittel auch während des Essens einnehmen – vorausgesetzt, Sie trinken keine Milch, kein calciumreiches Mineralwasser und essen keine Milchprodukte.

Harnwegsinfektionen

Bei komplizierten Harnwegsinfektionen liegt die Behandlungsdauer zwischen 7 und höchstens 14 Tagen.

Wenn Ihre Nieren nur eingeschränkt arbeiten, muss der Arzt die Dosis verringern.

Wenn Sie die Mittel länger als zwei Wochen einnehmen müssen, sollte der Arzt die Leberwerte kontrollieren, um rechtzeitig auf mögliche Leberschäden aufmerksam zu werden.

Achtung

Chinolone machen die Haut empfindlicher für Sonnenlicht. Während der Behandlung sollten Sie keine Sonnenbäder nehmen und nicht ins Solarium gehen. Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie die Haut tagsüber mit Sunblockern schützen. Entsteht dennoch ein Sonnenbrand mit stark geröteter, entzündeter Haut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Gegenanzeigen

Chinolone dürfen Sie nicht anwenden, wenn bei einer früheren Behandlung mit einem dieser Wirkstoffe eine schmerzhafte Sehnenschwellung, -entzündung oder ein Sehnenriss aufgetreten ist.

Wenn Sie Epilepsie haben oder zu Krampfanfällen neigen, dürfen Sie Chinolone nur mit Vorsicht anwenden, weil sie die Krampfneigung verstärken. Das gilt auch, wenn Sie eine Erkrankung haben, bei der die Übertragung von Nervenreizen auf die Muskulatur gestört ist (Myasthenia gravis). Durch Chinolone kann sich die Muskelschwäche bedrohlich verschlimmern.

Wenn bei Ihnen bereits eine Gewebeveränderung in der Hauptschlagader festgestellt wurde oder hierfür ein erhöhtes Risiko besteht, muss der Arzt Nutzen und Schaden von Chinolonen sorgfältig abwägen. Derzeit ist unklar, ob Chinolone die Gefahr erhöht, dass sich die Erkrankung akut verschlimmert. Dann droht eine lebensbedrohliche Blutung. Treten plötzlich Schmerzen im Bauchraum, Brustkorb oder Rücken auf, muss unverzüglich eine Notfallbehandlung vorgenommen werden.

Der Arzt muss unter folgenden Bedingungen Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Ciprofloxacin, Levofloxacin, Ofloxacin sorgfältig abwägen:

  • Sie haben eine Herzerkrankung (z. B. Herzschwäche) oder das Herz schlägt besonders langsam (Bradykardie).
  • Es besteht eine angeborene Veränderung der Erregungsleitung im Herzen (Long-QT-Syndrom).
  • Der Salz-Wasser-Haushalt ist gestört, das ist vor allem bei einem Mangel an Kalium oder Magnesium der Fall.
  • Die Funktion Ihrer Leber ist eingeschränkt.
  • Sie sind älter als 60 Jahre.

Moxifloxacin dürfen Sie unter folgenden Bedingungen nicht anwenden:

  • Sie haben oder hatten Herzrhythmusstörungen oder Ihr Herz schlägt zu langsam.
  • Sie nehmen Medikamente ein, die den Herzrhythmus beeinflussen wie z. B. Antiarrhythmika (Wirkstoffe z. B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, alle bei Herzrhythmusstörungen), Neuroleptika (Wirkstoffe z. B. Pimozid, Sertindol, Haloperidol, alle bei Schizophrenien und anderen Psychosen), trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitryptilin, bei Depressionen) oder die Antihistaminika Hydroxyzin und Mizolastin (bei Allergien). Dann besteht die Gefahr lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen.
  • Sie haben eine deutlich spürbare Herzschwäche.
  • Die Funktion Ihrer Leber ist eingeschränkt.
  • Der Salz-Wasser-Haushalt ist gestört, vor allem durch einen Mangel an Kalium.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass Ciprofloxacin die Blutkonzentration von Theophyllin (bei Asthma, COPD) erhöht. Dies kann zu Herzrasen und Krampfanfällen führen. Der Arzt sollte die Serumspiegel kontrollieren und gegebenenfalls die Dosis anpassen.

Wenn Sie mit Moxifloxacin behandelt werden, sollten Sie nicht zusätzlich noch Medikamente, die den Kaliumspiegel senken, einnehmen. Das gilt insbesondere für Menschen über 60 Jahre. Solche Mittel sind z. B. wasserausschwemmende Medikamente (Diuretika, bei hohem Blutdruck) oder cortisonhaltige Mittel zum Einnehmen (Glucocorticoide, bei Entzündungen, Immunreaktionen).

Unbedingt beachten

Eisen (bei Blutarmut), Calcium (bei Osteoporose), Zink (bei Zinkmangel), Antazida (bei Sodbrennen), Sucralfat (bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren) und Didanosin (bei HIV-Infektion) können die Aufnahme von Chinolonen verringern. Sie müssen deshalb mindestens vier Stunden Abstand einhalten, bevor Sie die Mittel einnehmen. Näheres hierzu lesen Sie unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung.

Chinolone verstärken die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Sie müssen deshalb die Blutgerinnung häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin können das Risiko für schwerwiegende Herzrhythmusstörungen erhöhen, wenn sie zusammen mit Medikamenten eingenommen werden, die selbst den Herzrhythmus beeinflussen. Zu diesen gehören z. B. Amiodaron, Chinidin und Sotalol. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Die gleichen Chinolone verstärken die Wirkung von blutzuckersenkenden Sulfonylharnstoffen (z. B. Glibenclamid bei Typ-2-Diabetes). Sie sollten deshalb die Blutzuckerwerte häufiger selbst kontrollieren oder vom Arzt überprüfen lassen und gegebenenfalls in Absprache mit dem Arzt die Dosis der Medikamente verringern. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.

Ciprofloxacin darf nicht zusammen mit Tizanidin (bei Verspannungen) angewendet werden. Bei einer solchen Kombination können sich die unerwünschten Wirkungen von Tizanidin bedrohlich verstärken.

Wenn Sie Moxifloxacin zusammen mit Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, alle bei Herzrhythmusstörungen) einnehmen, besteht eine erhöhte Gefahr für bedrohliche Herzrhythmusstörungen. Das gilt vor allem für Frauen, für Personen über 60 Jahre sowie bei hoher Dosierung oder wenn Durchfall, Erbrechen oder ein Magnesiummangel besteht. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Bei Ciprofloxacin und Norfloxacin sollten Sie beachten, dass Milch und Milchprodukte die Aufnahme ins Blut beeinträchtigen. Daher sollten Sie sie entweder zwei Stunden vor diesen Lebensmitteln einnehmen oder vier Stunden danach.

Ciprofloxacin und Norfloxacin hemmen den Abbau von Coffein. Dadurch kann Coffein also verstärkt wirken und Erregung, Unruhe, Schlaflosigkeit und Herzklopfen auslösen. Während der Behandlung mit diesen Chinolonen sollten Sie daher möglichst wenig Kaffee, Tee oder Cola trinken.

Nebenwirkungen

Bei ein von zehn Behandelten treten unerwünschte Wirkungen auf, am häufigsten die bereits für alle Antibiotika beschriebenen Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall); Angaben hierzu lesen Sie unter "Unerwünschte Wirkungen" bei Antibiotika allgemein.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 10 von 100 Behandelten kommt es zu Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Erregtheit und Zittern.

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten schmerzen die Gelenke oder schwellen an.

Selten treten Geschmacks-, Geruchs- und Sehstörungen auf. Sie verschwinden nach dem Ende der Behandlung wieder.

Bei Moxifloxacin treten Geschmacksstörungen häufiger auf (bei 1 bis 10 von 100).

Muss beobachtet werden

Während der Behandlung mit Chinolonen können Stimmungsschwankungen und psychotische Zustände auftreten. Bemerken Sie oder Angehörige, dass Sie antriebsloser sind als sonst oder Ihre Außenwelt anders wahrnehmen, sollten Sie mit dem Arzt sprechen. Gegebenenfalls sollte er ein anderes Antibiotikum verordnen.

Die Mittel können die Leber schädigen. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Chinolone können die Nerven schädigen. Anzeichen dafür sind Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schwäche. Wenn solche Beschwerden auftreten, sollten Sie das Mittel nicht mehr weiter einnehmen und einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Setzen Schmerzen an Sehnenansätzen, an Hand- oder Fußgelenken, Ellenbogen, an der Schulter oder Leiste ein, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Bei der Behandlung mit Chinolonen treten selten Sehnenscheidenentzündungen oder -risse (z. B. an der Achillessehne) auf, vor allem bei vorangegangener oder gleichzeitiger Behandlung mit Glucocorticoiden (bei Entzündungen, Immunreaktionen).

Wenn Albträume, Halluzinationen (Verfolgungswahn, Trugbilder) oder schwere Depressionen bis hin zu Suizidgedanken auftreten, sollten Sie das Mittel absetzen und umgehend einen Arzt rufen.

Die Mittel können die Leber schwer schädigen. Wenn sich die Haut gelb färbt – möglicherweise begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper –, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Die Mittel können darüber hinaus vereinzelt auftretende, sehr schwerwiegende Hautreaktionen auslösen. Meist entwickeln sie sich etwa drei bis fünf Wochen nach der Anwendung. Sie beginnen damit, dass sich die Haut verstärkt rötet und juckt. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen. Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch verschlimmern.

Falls es zu Sehstörungen oder anderen Beeinträchtigungen der Augen kommt, sollten Sie unverzüglich zum Augenarzt gehen.

In Einzelfällen kann es – vor allem, wenn gleichzeitig ein Mangel an Kalium, eine Herzerkrankung und/oder Herzrhythmusstörungen vorliegen – zu besonders schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen vom Typ Torsade de pointes kommen. Diese können sich in Herzstolpern, Herzrasen und Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit äußern. Besonders empfindlich reagieren Frauen und ältere Personen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin dürfen Kinder und Jugendliche bis zum Ende des Wachstums nicht erhalten, weil sie den wachsenden Knorpel und somit die Gelenke dauerhaft schädigen können.

Für Ciprofloxacin gilt grundsätzlich das Gleiche wie für die anderen Chinilone – es darf Kindern und Jugendlichen bis zum Ende des Wachstums nicht gegeben werden, weil der wachsende Knorpel und somit die Gelenke dauerschaft geschädigt werden können. Es gelten aber zwei Ausnahmen: Es handelt sich um ein Kind mit Mukoviszidose, das älter ist als fünf Jahre und eine akute Lungenentzündung hat, die von einem speziellen Keim hervorgerufen wurde. Oder das Kind ist älter als ein Jahr und hat eine komplizierte Harnwegsinfektion oder Nierenbeckenentzündung. In beiden Fällen können Kinder mit Ciprofloxacin behandelt werden, wenn die Erreger zweifelsfrei nachgewiesen wurden und Standardmedikamente entweder nicht eingesetzt werden können oder nicht ausreichend wirken.

Zur Empfängnisverhütung

Frauen, die die Pille einnehmen, sollten beachten, dass die empfängnisverhütende Wirkung unter Umständen nicht mehr gewährleistet ist. Antibiotika zerstören einen Großteil der Bakterienflora im Darm. Daraus resultiert oft Durchfall, sodass die Wirkstoffe aus der Pille nur noch vermindert aufgenommen werden. Es ist nicht sicher, dass sie den Eisprung dann noch wirksam unterdrücken. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Empfängnisverhütung: verringerte Wirkung.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Harnwegsinfektionen

Während der Schwangerschaft zählen bei der Behandlung einer bakteriell bedingten Harnwegsinfektion Cephalosporine zu den Mitteln der ersten Wahl.

Bakterielle Infektionen allgemein

Chinolone sollten in der Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn Penicilline, Cephalosporine oder Makrolide nicht infrage kommen. Ciprofloxacin ist dann am ehesten geeignet, weil mit diesem Wirkstoff die meisten Erfahrungen vorliegen. Auch für Norfloxacin liegen viele Erfahrungen vort. Über die Anwendung von Moxifloxacin in der Schwangerschaft ist am wenigsten bekannt.

Auch in der Stillzeit sind die anderen genannten Antibiotika zu bevorzugen. Ist eine Behandlung mit Chinolonen unbedingt erforderlich, können Sie dennoch weiterhin stillen. Selten hat der Säugling dann dünneren Stuhlgang.

Für ältere Menschen

Da bei älteren Personen die Nierenfunktion häufig eingeschränkt ist, besteht ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen. Bei älteren Menschen mit Herzerkrankungen wie Herzschwäche, Herzinfarkt oder verlangsamtem Herzschlag, sollte der Arzt die Verordnung von Chinolonen besonders sorgfältig überdenken. Bei ihnen kann sich durch diese Medikamente das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Auch wegen der möglichen Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem (Halluzinationen, Psychosen), sollten Chinolone bei älteren Personen mit Nierenfunktionsstörungen nur zurückhaltend eingesetzt werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Chinolone können – vor allem zu Beginn der Behandlung oder wenn die Dosis erhöht wird sowie in Verbindung mit Alkohol – die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen und Sehstörungen wie Doppelbilder und verschwommenes Sehen auslösen. Wenn Moxifloxacin den Herzrhythmus beeinträchtigt, besteht zusätzlich die Gefahr, dass Sie plötzlich für kurze Zeit ohnmächtig werden. Solange Sie diese Mittel einnehmen, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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