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Antazida: Almasilat, Aluminium-Magnesiumsilikat, Aluminiumoxid + Magnesiumhydroxid, Carbaldrat, Hydrotalcit, Magaldrat, Magnesium- + Calciumcarbonat, Magnesium-trisilikat

Wirkungsweise

Aluminium- und/oder magnesiumhaltige Verbindungen binden den säurehaltigen Magensaft und wirken damit gegen Sodbrennen. Beide Stoffe werden häufig kombiniert, weil sie sich in ihren Eigenschaften ergänzen. Magnesium wirkt schneller, aber nicht so lange wie Aluminium, und es kann die Säure etwas besser binden. Es hat darüber hinaus leicht abführende Effekte, während Aluminium eher stopfend wirkt. Bei allen Antazida setzt die Wirkung rasch ein, hält aber nicht lange an.

Hydrotalcit (in Talcid) und Magaldrat (in Magaldrat-ratiopharm, Riopan) gehören zu den Schichtgitterantazida. Aluminium und Magnesium sind dabei gitterartig miteinander vernetzt. Das hat den Vorteil, dass die Verbindung besonders stabil ist und kaum Aluminium freigesetzt wird. Auch hält die Wirkung dieser Mittel länger an als die der anderen Antazida.

Antazida können bei Sodbrennen zirka zwei Wochen lang eingesetzt werden, aber nicht als Dauertherapie. Dafür sind die Mittel geeignet. Wenn die Beschwerden länger andauern oder immer wieder auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Anwendung

Sie wenden die Mittel nach Bedarf an. Tritt Sodbrennen häufig nach dem Essen auf, nehmen Sie die Mittel etwa eine Stunde nach dem Essen ein. Bildet der Magen aus anderer Ursache vermehrt Säure (z. B. aufgrund von Stress, Ärger oder Anspannung), nehmen Sie die Mittel sofort bei den ersten Anzeichen ein, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Wirkung setzt innerhalb von etwa 20 Minuten ein und hält bis zu drei Stunden an. Um zu vermeiden, dass in der Nacht im Liegen Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und Sodbrennen auslöst, nehmen Sie die letzte Portion unmittelbar vor dem Schlafengehen ein.

Kautabletten müssen Sie sorgfältig zerkauen, damit sie im Magen ihre Wirkung entfalten können. Der dabei vermehrt gebildete Speichel trägt zusätzlich dazu bei, die überschüssige Säure zu neutralisieren. Deshalb wirken Kautabletten geringfügig besser als Tabletten. Das Gleiche gilt für flüssige Antazida (Suspension, Gel).

Ist der Wirkstoff als Gel in Beutel verpackt, müssen Sie diesen vor Gebrauch kräftig durchkneten.

Damit Antazida das Sodbrennen ausreichend lindern, ist darauf zu achten, dass sie genügend Magensäure binden. Da diese Wirkstärke für die verschiedenen Wirkstoffe und Zubereitungsformen unterschiedlich ausfällt, müssen Sie sich an den Angaben im Beipackzettel orientieren.

Achtung

Alle Antazida sollten Sie nicht längerfristig einnehmen, ohne dies mit einem Arzt besprochen zu haben, weil sonst ernsthafte Erkrankungen wie eine Speiseröhrenentzündung oder ein Magengeschwür übersehen werden könnten.

Gegenanzeigen

Wenn Ihre Nieren eingeschränkt arbeiten oder Sie regelmäßig an die künstliche Niere (Dialyse) angeschlossen werden müssen, dürfen Sie Antazida nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Kompensan: Wenn Sie zu Verstopfung neigen oder wenn der Dickdarm Engstellen aufweist, sollten Sie dieses Mittel nicht einnehmen.

Rennie: Wenn Sie Nierensteine haben oder hatten, sollten Sie dieses calciumcarbonathaltige Mittel nicht einnehmen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen, ist zu beachten, dass Antazida die Wirkung fast aller anderen Medikamente beeinträchtigen, weil sie nicht nur Säure binden, sondern auch die Wirkstoffe weiterer eingenommener Mittel. Andere Medikamente sollten Sie deshalb zwei bis drei Stunden vor oder vier bis fünf Stunden nach den Antazida einnehmen.

Außerdem ist zu beachten:

  • Citronensäure (Zusatzstoff in vielen Brausetabletten) und Vitamin C (in fast allen Vitaminpräparaten, teilweise auch in Schmerzmitteln) erhöhen die unerwünschte Aufnahme von Aluminium aus dem Darm.
  • Mittel aus der Gruppe der Anticholinergika mit Wirkstoffen wie Biperiden, Bornaprin, Metixen und Trihexyphenidyl (alle bei Parkinsonkrankheit) können die Aufnahme von Magnesium aus dem Darm erhöhen, weil sie die Darmbewegungen verringern. Wenn gleichzeitig die Nieren nur eingeschränkt arbeiten, wird das überschüssige Magnesium nicht genügend ausgeschieden. Wenn Sie dann Antazida hoch dosiert und/oder langfristig anwenden, kann der Magnesiumgehalt des Blutes gefährlich ansteigen. Anzeichen hierfür sind Schläfrigkeit und Muskelschwäche. Sie sollten die Antazida dann absetzen. Treten zusätzlich weitere Symptome auf (Übelkeit, Erbrechen, Atemprobleme), sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Unbedingt beachten

Antazida können die Wirksamkeit von Phenytoin (bei Epilepsien) verringern. Dann erhöht sich die Gefahr für epileptische Anfälle. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel bei Epilepsien: verringerte Wirkung. Antazida können auch die Wirkung von Antibiotika und Sulfonamiden verringern (bei Infektionen). Näheres siehe Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung. Das gilt auch für Digitalis-Glycoside (Wirkstoffe z. B. Digoxin oder Digitoxin, beide bei Herzschwäche). Näheres siehe Mittel bei Herzschwäche: verringerte Wirkung und für Antiarrhythmika (bei Herzrhythmusstörungen); Näheres hierzu siehe Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verringerte Wirkung. Wenn Sie diese Arzneimittel einnehmen müssen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie die Antazida im Abstand von mehreren Stunden dazu anwenden.

Rennie enthält Calcium, das sich im Blut anreichern kann. Dann kann es sein, dass Sie auf Digitalis-Glycoside (z. B. Digoxin, Digitoxin, bei Herzschwäche) empfindlicher reagieren, wodurch Herzrhythmusstörungen entstehen können. Wenn Sie Digitalis-Glycoside einnehmen, sollten Sie deshalb möglichst keine calciumhaltigen Antazida einnehmen.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Zitrusfrüchte und Getränke mit Extrakten aus Zitrusfrüchten sollten Sie meiden, weil die darin enthaltene Citronensäure die Aufnahme von Aluminium aus dem Darm fördert. Das gilt auch für Wein und andere säurehaltige Getränke.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bad Heilbrunner Gastrimint MagenTabletten, Maaloxan, Magaldrat-ratiopharm, Megalac Almasilat, Riopan, Simagel, Talcid, Talidat: Häufig kommt es während der Einnahme zu weichen, breiigen Stühlen. In Einzelfällen kann Durchfall auftreten. Diese unerwünschte Wirkung tritt bei Schichtgitterantazida (Magaldrat-ratiopharm, Riopan, Talcid, Talidat) seltener auf.

Kompensan: Dieses Mittel kann Verstopfung, Blähungen und Magendrücken verursachen.

Muss beobachtet werden

Gelusil, Kompensan, Maaloxan, Magaldrat-ratiopharm, Megalac Almasilat, Riopan, Simagel, Talcid, Talidat: Wenn Sie diese aluminiumhaltigen Mittel langfristig und in hoher Dosierung einnehmen, kann sich in seltenen Fällen Aluminium in Knochen und Nervengewebe einlagern. Die Gefahr dafür ist größer, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Wenn Sie die Mittel über lange Zeit einnehmen, sollten Sie dies mit einem Arzt besprechen, damit er gegebenenfalls den Aluminiumgehalt im Blut bestimmen oder eine neurologische Untersuchung veranlassen kann. Der Aluminiumgehalt im Blut sollte nicht über 40 Mikrogramm pro Liter ansteigen.

Bad Heilbrunner Gastrimint MagenTabletten, Gelusil, Megalac Almasilat, Simagel: Wenn Sie diese Mittel längerfristig und in hoher Dosierung anwenden, können sich Silikat-Nierensteine bilden.

Rennie: Wenn Sie dieses Mittel über längere Zeit in hoher Dosierung anwenden, kann sich Calcium im Blut anreichern, sodass es sich in den Nieren ablagern und deren Funktion einschränken kann. Auch können sich leichter Nierensteine bilden. Verwirrtheit, Muskelschwäche, Durst, häufiges Wasserlassen, Verstopfung und Juckreiz deuten auf eine solche Hypercalcämie hin. Wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und ihn darauf hinweisen, dass Sie diese Antazida schon lange einnehmen. Der Arzt muss dann entscheiden, welche Mineralstoffe und Elektrolyte zu bestimmen sind und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Sie können in Schwangerschaft und Stillzeit Antazida anwenden, aluminiumhaltige Mittel allerdings nur kurzzeitig und in niedriger Dosierung. Ist eine langfristige Einnahme nötig, sollte der Arzt den Aluminiumgehalt im Blut kontrollieren. Da aus Schichtgitterantazida (Hydrotalcit und Magaldrat) die geringste Menge Aluminium in den Körper aufgenommen wird, sollten Sie diese Wirkstoffe bevorzugen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwölf Jahren sollten aufgrund unzureichender Erfahrungen die Mittel nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Für ältere Menschen

Da die Nierenleistung im Alter nachlässt und die Neigung zu Verstopfung zunimmt, sollten Sie Antazida besser nicht anwenden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs