Medikamente im Test

Aminoglycosid-Antibiotika: Gentamicin und Kanamycin (Augenmittel)

Wirkungsweise

Die Antibiotika Gentamicin und Kanamycin aus der Gruppe der Aminoglycoside sind bei bakteriellen Augeninfektionen Mittel der ersten Wahl. Sie wirken gegen viele Bakterien, die bei Augenerkrankungen eine Rolle spielen.

Gentamicin wird in Kombination mit Antibiotika anderer Wirkstoffklassen bei lebensbedrohlichen Infektionen auch im Körper angewendet. Bei diesem Antibiotikum handelt es sich aber um ein Aminoglycosid mit breitem Wirkspektrum gegen das sich bei gezielter Anwendung am Auge Resistenzen eher selten entwickeln. Dennoch sollte man auch Gentamicin nicht unkritisch einsetzen. Der Wirkstoff gilt als "geeignet", wenn er in konservierungsmittelfreien Produkten vorliegt; konservierte Produkte werden als "auch geeignet" eingestuft.

Kanamycin wird nur am Auge eingesetzt, daher gilt für diese Substanz die Befürchtung nicht, die bei anderen Antibiotika besteht: Wenn Antibiotika sowohl bei Infektionen im Körper als auch am Auge eingesetzt werden, kann sich aufgrund eines breiten Einsatzes eine Resistenz gegen das Antibiotikum entwickeln, die eine erforderliche innerliche Anwendung des Mittels bei schweren bakteriellen Infektionen einschränkt. Kanamycin wird in konservierungsmittelfreien Produkten als "geeignet" bei bakteriellen Augeninfektionen bewertet; konservierte Produkte werden als "auch geeignet" eingestuft.

Näheres zu den Konservierungsmitteln, die den Präparaten zugesetzt sind, finden Sie unter Konservierungsmittel.

Antibiotika allgemein bekämpfen bakterielle Infektionen sehr wirksam. Manche von ihnen töten die Erreger ab, andere behindern ihre Vermehrung, sodass der Körper die Infektion besiegen kann. Näheres zur prinzipiellen Wirkweise dieser Arzneimittel lesen Sie unter Antibiotika allgemein.

Um den Effekt von Antibiotika bei Augeninfektionen zu überprüfen, wurde ihre Wirksamkeit in Studien mit der eines Scheinmedikaments verglichen. Bei der Scheinbehandlung (Placebo) heilen etwa drei Viertel der Augeninfektionen, die die Betroffenen zum Hausarzt führen, innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Werden hingegen antibiotikahaltige Augenmittel angewendet, geht die Entzündung schneller zurück und die Augen werden etwas rascher gesund.

Anwendung

Sie wenden das Mittel so oft an, wie es der Arzt verordnet hat, und verteilen dabei die Zeitabstände gleichmäßig über den Tag. Beispielsweise bedeutet fünfmal täglich um 7, 11, 15 und 19 Uhr sowie vor dem Schlafengehen.

In der Regel klingt die Infektion durch die Behandlung innerhalb von fünf bis sieben Tagen ab. Um den Behandlungserfolg zu sichern, werden die Mittel meist noch einige Tage länger angewendet. Nach zehn Tagen sollte die Behandlung aber abgeschlossen sein, weil Antibiotika die Regenerationsfähigkeit der Augenhornhaut beeinträchtigen. Eine Behandlung, die zwei Wochen überschreitet, ist Ausnahmefällen vorbehalten.

Weitere Hinweise zur Anwendung sowie Informationen zur Verkehrstüchtigkeit und beim Tragen von Kontaktlinsen lesen Sie unter Augenmittel anwenden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Nach der Anwendung kann sich ein Fremdkörpergefühl einstellen, die Augen können brennen, tränen und sich röten. Das ist unbedenklich, wenn es rasch wieder vergeht.

Muss beobachtet werden

Wenn sich das Auge oder die Haut um das Auge herum rötet, juckt und sich Bläschen bilden, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es nicht mehr anwenden und je nachdem, wie heftig die Reaktionen sind, den Arzt umgehend oder innerhalb des nächsten Tages aufsuchen.

Nach der Behandlung kann sich eine neue Infektion entwickeln, die durch Pilze ausgelöst wurde oder durch Erreger, die gegen das verwendete Antibiotikum resistent sind. Wenn die Beschwerden kurz nach der Behandlung erneut auftreten, sollten Sie dieses umgehend dem Arzt mitteilen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Gentamicin kann nach den bisherigen Erfahrungen während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.

Für Kanamycin gibt es zur Anwendung in der Schwangerschaft und während der Stillzeit keine ausreichenden Erfahrungen. Diese Wirkstoffe sollten daher nur eingesetzt werden, wenn eine Behandlung mit besser zu beurteilenden Wirkstoffen wie Azithromycin, Fusidinsäure oder Gentamicin nicht möglich ist.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs