Medikamente im Test

Alpha-Sympathomimetikum + Antihistaminikum: Tetryzolin + Antazolin (Augentropfen/Kombination)

Wirkungsweise

In diesen Augentropfen sind das Alpha-Sympathomimetikum Tetryzolin und das Antihistaminikum Antazolin miteinander kombiniert, um eine allergische Bindehautentzündung zu behandeln. Alpha-Sympathomimetika sind gefäßverengende Mittel, die in erster Linie gerötete Augen wieder weiß erscheinen lassen. Nähere Angaben hierzu finden Sie unter Alpha-Sympathomimetika. Antihistaminika hemmen die Freisetzung von Histamin direkt auf der Bindehaut und greifen so direkt ins allergische Geschehen ein. So wirken die Substanzen vorwiegend dort, wo sich die allergischen Beschwerden bemerkbar machen und kaum an anderen Stellen im Körper. In geringem Umfang gelangen sie allerdings auch in den Blutkreislauf.

AllergoConjunct Augentropfen: Dieses Mittel ist bei allergischer Bindehautentzündung wenig geeignet. Zum einen ist bisher nicht ausreichend belegt, dass das Mittel sinnvoll zusammengesetzt ist. Zum anderen sollen Alpha-Sympathomimetika wie Tetryzolin höchstens fünf bis sieben Tage lang angewendet werden. Eine allergische Bindehautentzündung benötigt jedoch meist eine wesentlich längere Behandlung.

Das Präparat enthält Konservierungsmittel. Beachten Sie hierzu auch die Angaben unter Konservierungsmittel in Augentropfen und Nasensprays oder -tropfen. Produkte ohne Konservierungsmittel sind vorzuziehen.

Anwendung

Augentropfen mit Alpha-Sympathomimetika dürfen Sie keinesfalls länger als fünf bis sieben Tage anwenden. Solange sie wirken, ist die Bindehaut schlecht durchblutet. Lässt die Wirkung nach, weiten sich die Blutgefäße wieder und das Auge kann sich erneut röten. Benutzen Sie das Mittel dann weiter, ist die Bindehaut längere Zeit schlecht durchblutet. Dann trocknet sie aus und die Entzündung hält an.

Gegenanzeigen

Wenn Ihr Augeninnendruck erhöht ist (Engwinkelglaukom) und Sie an "trockenen Augen" oder an einer chronisch trockenen Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca) leiden, dürfen Sie diese Augentropfen nicht anwenden.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen, wenn dieser Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie leiden an einer schweren Herzkrankheit.
  • Ihr Blutdruck ist erhöht oder Sie nehmen Arzneimittel, die den Blutdruck ansteigen lassen.
  • Es besteht eine Überfunktion des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) oder der Schilddrüse (Hyperthyreose).
  • Sie haben Diabetes.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist aufgrund des Anteils an Alpha-Sympathomimetika zu beachten:

  • In Kombination mit Wirkstoffen aus der Gruppe der MAO-Hemmer wie Tranylcypromin (bei Depressionen) kann der Blutdruck ansteigen. Er normalisiert sich auch dann nicht wieder, wenn Sie die Augentropfen absetzen. Wenn Sie eines der genannten Arzneimittel einnehmen müssen, sollten Sie vor Anwendung dieser Augentropfen Rücksprache mit einem Arzt halten.
  • Wenn Sie die Augentropfen gleichzeitig mit anderen Mitteln gegen Depressionen wie Amitriptylin, Clomipramin, Imipramin, Lofepramin, Opipramol und Trimipramin anwenden, kann der Blutdruck ebenfalls ansteigen. Das reguliert sich allerdings später wieder, wenn Sie die Augentropfen absetzen.

Nebenwirkungen

Da die Wirkstoffe teilweise ins Blut und in den Körperkreislauf gelangen, können die Augentropfen die gleichen unerwünschten Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben wie Mittel zum Einnehmen: Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen. Allerdings ist dieses Risiko im Allgemeinen sehr gering.

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Augen können brennen. Für kurze Zeit können sich die Pupillen weiten, wodurch die Augen lichtempfindlicher werden.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Bindehautentzündung drei bis sieben Tage nach der Anwendung der Augentropfen nicht gebessert hat oder sogar schlimmer geworden ist, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen. Möglicherweise hat das Antihistaminikum in diesem Mittel selbst eine allergische Reaktion hervorgerufen. Diese zeigt sich mit den gleichen Beschwerden wie die Bindehautentzündung, gegen die Sie das Mittel anwenden.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwei Jahren dürfen die Augentropfen nicht bekommen. Der gefäßverengende Wirkstoff wird in den Körperkreislauf aufgenommen und kann bei dieser Altersgruppe den Blutdruck gefährlich ansteigen lassen sowie Benommenheit, Verwirrtheit und heftige Träume verursachen. Da es ohnehin als "wenig geeignet" gilt, sollten Sie das Mittel auch nicht an ältere Kinder verabreichen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Es ist nicht auszuschließen, dass die Wirkstoffe in den Körperkreislauf gelangen und unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Da das Mittel ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird, sollten Sie darauf verzichten.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Solange Ihre Augen entzündet sind, sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen. Wenn Sie auf die Linsen dennoch nicht verzichten wollen, sollten Sie stabile Linsen herausnehmen, bevor Sie die Augentropfen einträufeln, und frühestens nach einer Viertelstunde wieder einsetzen. Weiche Kontaktlinsen sollten Sie nicht tragen. Die Medikamente können sich in den relativ großen Poren dieser Linsen einlagern und so erheblich länger am Auge bleiben. Damit steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Nach dem Eintropfen können Sie fünf bis zehn Minuten lang schlechter sehen. In dieser Zeit dürfen Sie kein Fahrzeug lenken, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten. Das gilt auch, wenn Sie durch die Augentropfen lichtempfindlicher werden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs