Medikamente im Test

Alpha-Sympathomimetika: Naphazolin und Tetryzolin (Augentropfen)

Wirkungsweise

Alpha-Sympathomimetika wie Naphazolin und Tetryzolin drängen die Symptome einer Bindehautentzündung zurück und wirken in erster Linie als "Weißmacher". Die Wirkung dieser Stoffe geht darauf zurück, dass sie die Blutgefäße im Auge verengen. Dann erscheinen die Augen nicht mehr gerötet. Zudem tritt aus den verengten Blutgefäßen nicht mehr so viel Flüssigkeit aus, die Augen tränen nicht mehr und sondern kaum noch Sekret ab. Die Ursache, die zu der Entzündung geführt hat, beeinflussen diese Augenmittel jedoch nicht.

Mittel mit Alpha-Sympathomimetika sollten höchstens fünf bis sieben Tage angewendet werden, denn solange das Medikament wirkt, ist die Bindehaut schlecht durchblutet. Lässt die Wirkung nach, reagiert die Bindehaut mit verstärkter Durchblutung und das Auge rötet sich wieder. Werden die Mittel daraufhin erneut angewendet, verschwindet diese Rötung wieder. Die wiederholte Anwendung birgt das Problem, dass die Schleimhaut der Augen austrocknet und sich die Bindehaut verstärkt entzündet. Dieser Teufelskreis lässt sich nur durchbrechen, indem das Mittel konsequent weggelassen und abgewartet wird, bis die Rötung im Auge von sich aus vergeht.

Präparate mit Alpha-Sympathomimetika werden für eine Kurzzeittherapie als "geeignet" angesehen, wenn es sich um konservierungsmittelfreie Produkte handelt. Konservierte Produkte gelten als "auch geeignet". Näheres hierzu finden Sie unter Konservierungsmittel.

Anwendung

Die Wirkung der hier besprochenen Wirkstoffe hält zwischen vier und sechs Stunden an. Dementsprechend werden die Augentropfen zwei- bis maximal viermal täglich angewendet. Nach fünf bis höchstens sieben Tagen sollten Sie die Anwendung dieser Augentropfen beenden.

Hinweise zur Anwendung, zur Verkehrstüchtigkeit sowie beim Tragen von Kontaktlinsen lesen Sie unter Augenmittel anwenden.

Gegenanzeigen

Wenn Ihr Augeninnendruck erhöht ist (Engwinkelglaukom), dürfen Sie keine Augentropfen mit Alpha-Sympathomimetika anwenden.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie die Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen, wenn dieser Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie haben eine trockene Nase (Rhinitis sicca) oder trockene Augen.
  • Sie haben eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung wie eine koronare Herzkrankheit oder erheblich erhöhten Blutdruck.
  • Sie leiden unter einer Überfunktion des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) oder der Schilddrüse (Hyperthyreose) oder Sie haben Diabetes.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie gleichzeitig Mittel mit dem Wirkstoff Tranylcypromin (bei Depressionen) einnehmen, kann sich der Blutdruck erhöhen. Sie sollten die Augentropfen deshalb nicht gleichzeitig mit diesen Mitteln anwenden.

Nebenwirkungen

Da die Wirkstoffe auch bei der Anwendung am Auge teilweise ins Blut und in den Körperkreislauf gelangen, können unerwünschte Wirkungen im Herz-Kreislauf-System auftreten: Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen. Allerdings ist dieses Risiko im Allgemeinen sehr gering.

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Augen können brennen. Für kurze Zeit können sich die Pupillen erweitern und Sie können dadurch empfindlicher gegenüber Licht werden.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bereits geringe Mengen der Augentropfenflüssigkeit können beim Verschlucken für Säuglinge und Kleinkinder schwerwiegende Folgen auf den Herzrhythmus und das Gefäßsystem haben. Achten Sie auf eine sachgerechte Aufbewahrung der Arzneimittel, so dass diese für Kinderhände unzugänglich sind.

Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren dürfen keine Augentropfen mit Alpha-Sympathomimetika erhalten. Der Wirkstoff wird in den Körperkreislauf aufgenommen und kann bei Kindern dieser Altersgruppe dazu führen, dass der Blutdruck gefährlich ansteigt. Außerdem können bei ihnen Benommenheit, Verwirrtheit und heftige Träume auftreten.

Bei Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren sollten Sie diese Augenmittel sicherheitshalber nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen. Dass die Mittel nur begrenzte Zeit angewendet werden sollen, gilt für Kinder jeden Alters.

Da Alpha-Sympathomimetika weder die Ursache noch den Verlauf der allergischen Erkrankung beeinflussen, aber zu unerwünschten Wirkungen führen können, sollte grundsätzlich geprüft werden, ob ihre Anwendung tatsächlich erforderlich ist.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Es ist nicht auszuschließen, dass die Wirkstoffe in den Körperkreislauf gelangen und unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Sie sollten sie darum während der Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber nicht anwenden.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Solange Ihre Augen entzündet sind, sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen. Wenn Sie auf die Linsen dennoch nicht verzichten wollen, sollten Sie stabile Linsen herausnehmen, bevor Sie die Augentropfen einträufeln, und frühestens nach einer Viertelstunde wieder einsetzen. Weiche Kontaktlinsen sollten Sie nicht tragen. Das Medikament kann sich in den relativ großen Poren dieser Linsen einlagern und so erheblich länger am Auge bleiben. Damit steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Nach dem Eintropfen können Sie fünf bis zehn Minuten lang schlechter sehen. In dieser Zeit dürfen Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, Maschinen bedienen oder Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten. Das gilt auch, wenn Sie durch die Augentropfen lichtempfindlicher werden.

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