Medikamente im Test

Alpha-2-Agonist: Moxonidin

Wirkungsweise

Moxonidin führt dazu, dass das Herz langsamer schlägt, sich die Adern erweitern und in der Folge der Blutdruck sinkt. Das Mittel gehört zur Gruppe der Alpha-2-Agonisten. Diese wirken im zentralen Nervensystem. Sie stimulieren bestimmte Gehirnregionen, in denen Alpha-2-Rezeptoren vorhanden sind. Dadurch hemmen sie die Funktion des sympathischen Nervensystems, was dazu führt, dass weniger Hormone des Nebennierenmarks (z. B. Noradrenalin) im Blut zirkulieren. Diese Hormone bewirken normalerweise, dass das Herz schneller schlägt und sich die glatte Muskulatur in der Wand der Blutgefäße zusammenzieht. Kann sich diese Wirkung nicht voll entfalten, schlägt das Herz langsamer, die Adern erweitern sich. Dadurch verringert sich der Widerstand, gegen den das Herz das Blut durch den Kreislauf pumpt, und der Blutdruck sinkt.

Moxonidin senkt zwar den Blutdruck, aber es ist unklar, ob es auch die Folgeerkrankungen des hohen Blutdrucks (Herzinfarkt, Schlaganfall) verzögern oder verhindern kann. In einer Studie an Patienten mit zusätzlicher Herzschwäche war das Mittel sogar schädlich. Da Studien fehlen, die einen Langzeitnutzen nachweisen, ist Moxonidin nur mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Die Behandlung sollte mit einer niedrigen Dosis beginnen. Diese beträgt pro Tag für Moxonidin 0,2 Milligramm.

Wenn Ihre Nieren nur eingeschränkt funktionieren, kann das Mittel stärker und länger wirken. In diesem Fall sollte der Arzt bei Therapiebeginn und bei jeder Dosiserhöhung den Blutdruck engmaschig überwachen.

Da der Wirkstoff müde macht, sollten Sie die Anfangsdosis der Tabletten abends vor dem Schlafengehen einnehmen. Wenn höhere Dosierungen notwendig sind, müssen Sie die Tabletten mehrmals täglich einnehmen, um die erforderliche Tagesdosis zu erreichen, da die Mittel nur kurze Zeit wirken.

Es dauert etwa zwei Wochen, bis die maximale Wirkung erreicht ist. Ist der Blutdruck danach noch nicht ausreichend abgesunken, sollte der Arzt die Dosis erhöhen oder die Substanzgruppe wechseln oder das Mittel mit einem weiteren blutdrucksenkenden Medikament kombinieren.

Achtung

Wenn Sie vergessen, die Tabletten einzunehmen, schießt der Blutdruck innerhalb von ein bis zwei Tagen oft schlagartig in die Höhe (Rebound-Phänomen). Das gilt vor allem für Clonidin, einen anderen Alpha-2-Agonisten. Nicht selten entstehen Werte über 200/100 mmHg. Dabei kommt es oft zu Herzrasen, Schwitzen und Unruhe. Bei solchen Beschwerden müssen Sie sofort zum Arzt, weil ein so hoher Blutdruck lebensbedrohlich sein kann, wenn er nicht unverzüglich behandelt wird. Besonders gefährlich sind solche Hochdruckkrisen, wenn Sie bereits herzkrank sind, weil das Herz dann zusätzlich belastet wird.

Aus diesem Grund darf die Behandlung auch nicht von einem Tag auf den anderen abgebrochen werden. Soll Moxonidin abgesetzt oder die Behandlung auf einen anderen Wirkstoff umgestellt werden, muss die Dosis schrittweise verringert werden, sodass Sie sich über etwa zwei Wochen langsam aus der Therapie ausschleichen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Moxonidin nicht anwenden:

  • Sie haben eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
  • Sie haben einen stark verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) oder Veränderungen in Ihrem EKG lassen darauf schließen, dass Sie zu Herzrhythmusstörungen neigen.

Wenn Ihre Nieren nur eingeschränkt arbeiten, sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von Moxonidin sorgfältig abwägen. Die Behandlung sollte mit der geringstmöglichen Dosierung begonnen werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Moxonidin und andere blutdrucksenkende Mittel verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Bei hohem Blutdruck kann das erwünscht sein.
  • Alpha-2-Agonisten wie Moxonidin können die beruhigende und dämpfende Wirkung von Beruhigungsmitteln (bei Angststörungen, Nervosität) verstärken.
  • Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, Clomipramin und Imipramin (bei Depressionen) können die Wirkung von Moxonidin abschwächen. Diese Mittel sollten Sie deshalb nicht gleichzeitig einnehmen.
  • Wenn Sie Alpha-2-Agonisten gemeinsam mit Betablockern eingenommen haben und die Behandlung beenden sollen, müssen Sie zuerst – ausschleichend – den Betablocker absetzen und danach den Alpha-2-Agonisten (ebenfalls ausschleichend). Andernfalls kommt es leicht zu einem starken Anstieg des Blutdrucks (Hochdruckkrise).

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol verstärkt die dämpfende Wirkung dieses Mittels.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Häufig können Mundtrockenheit (bei mehr als 10 von 100 Behandelten) und Kopfschmerzen (bei 1 bis 10 von 100) vorkommen. Besonders zu Beginn der Behandlung können auch Schlafstörungen auftreten.

Etwa jeder Zehnte fühlt sich abgeschlagen und müde. Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden.

Muss beobachtet werden

Besonders zu Beginn der Behandlung kommt es häufig vor, dass beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen der Blutdruck kurzzeitig stark absinkt und Schwindelanfälle, Übelkeit oder eine kurze Ohnmacht auftreten. Sie sollten solche Lageveränderungen deshalb immer nur langsam und nicht abrupt vornehmen. Sind die Beschwerden im Alltag sehr beeinträchtigend, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Wegen fehlender Erfahrungen sollte dieses Mittel nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Dieses Mittel soll mangels Erfahrung weder während der Schwangerschaft noch in der Stillzeit eingesetzt werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Da Moxonidin müde macht, sollten Sie während der Einnahme nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs