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Alpha-2-Agonist: Brimonidin (Augentropfen)

Wirkungsweise

Der Alpha-2-Agonist Brimonidin kann den Augeninnendruck senken, indem er Funktionen in einem Teil des nicht willentlich steuerbaren Nervensystems (Sympathikus) hemmt. Am Auge äußert sich das so, dass weniger Kammerwasser produziert wird und mehr abfließt.

Brimonidin wird in der Glaukombehandlung eingesetzt, wenn Betablocker, die besser erprobt sind als dieser Wirkstoff, nicht angewendet werden dürfen. Dann wird Brimonidin als einziger Wirkstoff angewendet. Senkt ein geeignetes Mittel allein den Druck nicht ausreichend, kann Brimonidin zusätzlich gegeben werden. Da die Augentropfen Konservierungsmittel enthalten, gelten die Mittel als "auch geeignet".

Näheres zu den Konservierungsmitteln in diesen Präparaten lesen Sie unter Konservierungsmittel.

Anwendung

Das Mittel wird zweimal täglich im Abstand von zwölf Stunden ins Auge getropft.

Weitere Hinweise zur Anwendung, zur Verkehrstüchtigkeit und beim Tragen von Kontaktlinsen lesen Sie unter Augenmittel anwenden.

Bei einer Glaukombehandlung sollten Sie den Augeninnendruck regelmäßig alle drei Monate durch einen Augenarzt kontrollieren lassen.

Gegenanzeigen

Das Mittel dürfen Sie nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern, wie Tranylcypromin und Moclobemid, trizyklischen Antidepressiva oder Mianserin (alle bei Depressionen) anwenden.

Für Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder für solche mit Durchblutungsstörungen im Gehirn oder am Herzen, für Personen mit einem Raynaud-Syndrom oder niedrigem Blutdruck sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von Brimonidin besonders sorgfältig abwägen. Der Wirkstoff kann die Regulation von Herzschlag und Blutdruck beeinflussen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Arzneimittel mit beruhigender Wirkung wie Phenobarbital (bei Epilepsien), Zaleplon, Zopiclon, Zolpidem (bei Schlafstörungen), Baclofen und Tizanidin (bei Verspannungen) und Biperiden (bei Parkinsonkrankheit) oder zentral dämpfende Arzneimittel, wie z. B. Opiate (bei starken Schmerzen) können die müdemachenden Eigenschaften von Brimonidin verstärken und die Reaktionsfähigkeit weiter beeinträchtigen.

Unbedingt beachten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass Brimonidin nicht zusammen mit MAO-Hemmern wie Tranylcypromin, Moclobemid, trizyklischen Antidepressiva oder Mianserin (bei Depressionen) angewendet werden darf. Es besteht die Gefahr, dass der Blutdruck stark ansteigt. Das kann sich durch Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel, Atemnot und Angina-Pectoris-Anfälle bemerkbar machen.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol kann die müdemachenden Eigenschaften von Brimonidin verstärken.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Ein Teil der Anwender klagt über einen trockenen Mund, etwa jeder Zehnte fühlt sich ungewöhnlich müde. Die Müdigkeit ist vor allem bei Behandlungsbeginn besonders ausgeprägt und wenn die Dosierung der Wirkstoffe erhöht wird.

Bei mehr als 1 von 10 Behandelten treten Kopfschmerzen auf. Bei etwa einem von 10 Behandelten kann es auch zu Geschmacksstörungen kommen.

Muss beobachtet werden

Nach etwa drei bis neun Monaten Anwendungszeit treten bei relativ vielen Menschen Augenreizungen auf. Sie äußern sich durch Brennen, Stechen, Jucken, verschwommenes Sehen und Fremdkörpergefühl und beruhen auf einer allergischen Reaktion. Sind diese Beschwerden sehr heftig oder halten sie länger an, sollten Sie mit dem Augenarzt besprechen, wie Sie weiter vorgehen sollen. Gegebenenfalls müssen Sie das Mittel absetzen und zu einem anderen wechseln.

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten kann es zu Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen kommen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Es liegen noch keine ausreichenden Erkenntnisse zur Anwendung von Brimonidin bei Kindern und Jugendlichen vor. Vor allem Kinder mit geringem Körpergewicht (unter 20 Kilogramm) können mit deutlicher Müdigkeit bis hin zur Lethargie empfindlich auf Brimonidin reagieren. Sicherheitshalber sollten sie nicht mit diesem Mittel behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie das Mittel nicht anwenden.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Bei bis zu 10 von 100 Behandelten kann der Wirkstoff die Tränenproduktion verringern. Dann werden Kontaktlinsen manchmal schlechter vertragen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Die häufig auftretende ausgeprägte Müdigkeit kann die Reaktionsfähigkeit deutlich beeinträchtigen. Dann sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs