Medikamente im Test

Allergiemittel mit Cortison: Azelastin + Fluticason (Kombination)

Wirkungsweise

Dieses Nasenspray besteht aus dem Antihistaminikum Azelastin und dem Glucocorticoid Fluticason.

Antihistaminika besetzen die Bindestellen (Rezeptoren) für das Gewebshormon Histamin, sodass das körpereigene Histamin dort nicht mehr andocken kann. Damit verhindern sie auch die allergischen Reaktionen – allerdings oft nicht vollständig, weil diese auch noch von anderen Substanzen ausgelöst und unterhalten werden. Wie lange die Allergie unterdrückt wird, hängt auch davon ab, wie stark und wie lange ein Antihistaminikum wirkt. Azelastin gehört zu den nicht oder nur wenig müdemachenden Antihistaminika. Es wirkt rasch (innerhalb von einer Viertelstunde) und kann deshalb akute Beschwerden gut lindern. Nasensprays wirken in erster Linie direkt in der Nasenschleimhaut, also dort, wo sich auch die allergischen Beschwerden zeigen, und nicht anderswo im Körper. In geringem Umfang gelangen die Mittel über die Nasenschleimhaut allerdings auch in den Blutkreislauf.

Cortisonhaltige Mittel (medizinisch: Glucocorticoide) hemmen die Entzündung in der Nasenschleimhaut oder schwächen sie ab. Fluticason tritt über die Nasenschleimhaut nur in geringer Menge in den Blutkreislauf über. Die sonst bei Cortison gefürchteten, den gesamten Organismus betreffenden Nebenwirkungen treten bei Nasensprays deshalb nur sehr selten und in abgeschwächter Form auf. Bei langandauernder Anwendung steigt aber das Risiko für derartige unerwünschte Wirkungen, auch kann die Nasenschleimhaut Schaden nehmen.

Das Kombinationspräparat ist mit Einschränkung geeignet, um die mit einem allergischen Schnupfen einhergehenden Beschwerden zu lindern. Das Mittel wirkt nicht besser als einer der Wirkstoffe allein. Präparate mit nur einem Wirkstoff sind deshalb vorzuziehen.

Weitere Angaben siehe Antihistaminika-Tropfen und Spray für Augen und Nase und Glucocorticoide (Nasenspray).

Darüber hinaus ist zu beachten:

Anwendung

Das Mittel wird regelmäßig morgens und abends mit jeweils einem Sprühstoß in jedes Nasenloch verabreicht. Damit der Spray seine optimale Wirksamkeit entfalten kann, müssen Sie die Flasche vorher gut schütteln und den Wirkstoff etwas hochpumpen.

Achtung

Da unklar ist, wie sich die Mittel auf Dauer auf den Organismus auswirken, sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer langfristigen Anwendung immer wieder sorgfältig abwägen.

Achten Sie darauf, dass die Mittel bei der Anwendung nicht ins Auge gelangen, weil dies eine Augenreizung hervorrufen kann. Die Mittel können die körpereigene Abwehr lokal in der Nase und in den umgebenden Geweben schwächen und somit gelegentlich Infektionen fördern.

Wenn ein durch Viren bedingter Schnupfen, eine durch andere Ursachen bedingte Infektion der Nasenschleimhaut oder eine Herpesinfektion an Lippen oder Augen auftritt, sollten Sie mit der Behandlung aussetzen, bis der Infekt auskuriert ist. Behandeln Sie die Allergie in dieser Zeit mit anderen Mitteln.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben einen Virusschnupfen oder eine durch Bakterien, Pilze oder Viren ausgelöste Entzündung der Nasenschleimhaut oder der Nasennebenhöhlen. Diese Infektionen müssen zunächst auskuriert werden oder gegebenenfalls mit geeigneten Mittel gezielt behandelt werden, bevor Sie die Behandlung mit dem cortisonhaltigen Mittel fortsetzen.
  • Ihre Nasenschleimhaut ist verletzt, Sie haben ein Geschwür an der Nasenschleimhaut oder Sie mussten an der Nase operiert werden. Cortisonhaltige Mittel verzögern dann das Abheilen.
  • Sie haben einen erhöhten Augeninnendruck oder leiden an einem grauen Star. Glucocorticoide können das Risiko für einen akuten Glaukomanfall erhöhen.
  • Die Funktion Ihrer Leber ist stark beeinträchtigt. Da das Mittel dann nur verzögert abgebaut wird, besteht ein höheres Risiko für unerwünschte Wirkungen durch den Cortisonanteil des Nasensprays, die dann auch den gesamten Organismus betreffen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie gleichzeitig cortisonhaltige Tabletten oder Mittel zum Inhalieren anwenden (bei Asthma), können sich die erwünschten und unerwünschten Wirkungen verstärken.

Wenn Sie gleichzeitig cortisonhaltige Tabletten (z. B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Arthritis) anwenden, sollten Sie mit einem Arzt Rücksprache halten. Die gemeinsame Anwendung mit lokal wirkenden Kortikoiden sollte möglichst vermieden werden.

Ritonavir (bei HIV-Infektionen, Aids) verstärkt die Wirkung von Fluticason. Dann können vermehrt Nebenwirkungen auftreten. Die gleichzeitige Anwendung sollten Sie deshalb möglichst vermeiden.

Nebenwirkungen

Beachten Sie hierzu die Angaben bei den Einzelwirkstoffen. Zusätzlich ist zu beachten:

Keine Maßnahmen erforderlich

Das Mittel kann bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten die Nasenschleimhaut reizen, was sich in Form von Brennen bemerkbar macht, aber wieder vergeht. Bei 1 bis 10 von 100 können sich Mund-, Nasen- und Rachenschleimhaut vorübergehend trocken anfühlen, auch kann der Geschmacks- und Geruchssinn kurzzeitig beeinträchtigt sein.

Muss beobachtet werden

In Einzelfällen kann es vorkommen, dass Sie sich abgeschlagen, müde, erschöpft und schwach fühlen. Wenn solche Symptome immer wieder auftreten, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie die Allergie nicht besser mit anderen Mitteln bekämpfen.

Bei Daueranwendung kann das Mittel die Nasenschleimhaut schädigen. Das zeigt sich daran, dass sich die Nasenschleimhaut trocken anfühlt und juckt, dass sich wunde Stellen bilden oder häufig Nasenbluten auftritt. Setzen Sie das Mittel dann ab und suchen Sie den Arzt auf.

Sofort zum Arzt

Wenn Sie den Nasenspray entgegen der Anwendungsempfehlung über lange Zeit und in hoher Dosierung anwenden, können die gleichen unerwünschten Wirkungen auftreten wie bei cortisonhaltigen Tabletten. Anzeichen dafür sind Wassereinlagerungen, häufige Infektionen, schlecht heilende Wunden und erhöhter Blutzucker (erkennbar an häufigem Wasserlassen, Gewichtsabnahme). Stellen Sie derartige Symptome fest, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

In Einzelfällen kann es vorkommen, dass das Mittel die Nasenscheidewand schwer schädigt (Nasenseptum-Perforation). Wenn das Naseninnere anhaltend schmerzt, blutet und häufig verkrustet ist oder wenn es aus der Nase eitert und beim Atmen ein pfeifendes Geräusch auftritt, sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen.

In Einzelfällen kann sich der Augeninnendruck so erhöhen, dass es zu einem Glaukomanfall kommt. Symptome dafür sind gerötete, schmerzende Augen, geweitete Pupillen, die sich bei Lichteinfall nicht mehr verengen, sowie sich hart anfühlende Augäpfel. Dann müssen Sie unverzüglich einen Augenarzt oder die nächste Notfallambulanz aufsuchen. Wird ein solcher akuter Glaukomanfall nicht sofort behandelt, können Sie erblinden.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Das Mittel darf nur an Kinder und Jugendliche über zwölf Jahre verabreicht werden. Für jüngere Kinder liegen keine Daten zu Wirksamkeit und Verträglichkeit vor.

Wenn die Mittel bei Kindern ab zwölf Jahren über lange Zeiträume und in sehr hoher Dosierung angewendet werden, können sie das Längenwachstum der Kinder vorübergehend beeinträchtigen. Insbesondere Kinder sollten daher das Mittel in möglichst niedriger Dosierung erhalten, auch sollte der Arzt das Wachstum des Kindes in regelmäßigen Abständen kontrollieren.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie das Mittel möglichst nicht anwenden oder nur dann, wenn der Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat. Ist eine Behandlung mit einem Cortison zwingend erforderlich, sind erprobte Mittel wie Budesonid vorzuziehen.

Es ist nicht untersucht, in welchem Ausmaß die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen. Eine Anwendung des Nasensprays während der Stillzeit ist nur zu vertreten, wenn der Arzt den Nutzen für die Mutter und das mögliche Risiko für das Neugeborene sorgfältig abgewogen hat.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Azelastin ist ein wenig bis nicht müdemachendes Antihistaminikum. Dennoch kann es in Einzelfällen – insbesondere, wenn das Mittel häufiger angewendet wird als empfohlen, oder zusammen mit Alkohol – müde machen und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Dann sollten Sie kein Fahrzeug lenken, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs