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Aknemittel: Tretinoin (äußerlich)

Wirkungsweise

Das Retinoid Tretionin verkleinert die Talgdrüsen, behindert die Talgproduktion und wirkt entzündungshemmend. Der Wirkstoff ist zur Aknebehandlung geeignet. Die therapeutische Wirksamkeit bei leichter bis mittelschwerer Akne ist belegt.

Tretionin, auch Vitamin-A-Säure, stammt vom Vitamin A ab. Alle Vitamin-A-Abkömmlinge wirken ähnlich, aber je nach chemischer Sturktur unterschiedlich stark.

Anwendung

Vor Beginn der Therapie sollte eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden.

Sie tragen das Mittel ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Stellen dünn auf. Wenn Sie sehr hellhäutig sind oder sehr empfindliche Haut haben, sollten Sie es anfangs nur einmal täglich oder alle zwei Tage anwenden. Die Umgebung von Nasenlöchern, Mund und Augen müssen Sie aussparen, weil der Wirkstoff die Schleimhäute reizen.

Tretinoin entfaltet seine Wirkung erst nach einigen Wochen. Je länger Sie das Mittel anwenden, desto stärker wird es von der Haut aufgenommen. Sobald Sie sehen, dass die Akne sich bessert, sollten Sie Gel, Creme oder Lösung nur noch sehr dünn und gegebenenfalls in größeren Zeitabständen (z. B. alle zwei Tage) auftragen.

Wie lange Sie das Mittel anwenden, richtet sich danach, wie stark die Akne ist und wie gut die Behandlung anschlägt. Insgesamt sollten Sie die Creme nicht länger als sechs bis zwölf Monate ununterbrochen auftragen.

Achtung

Während der Behandlung mit dem Mittel sollten Sie nicht schwanger werden, weil der Wirkstoff das Ungeborene schädigen kann. Wenn Sie schwanger werden wollen, sollten Sie das Mittel absetzen und sicherheitshalber noch für weitere vier Wochen ein sicheres Verhütungsmittel benutzen. Danach hat der Körper noch verbliebene Wirkstoffreste aller Wahrscheinlichkeit nach abgebaut.

Auf entzündete oder abgeschürfte Hautstellen oder einen Hautausschlag dürfen Sie das Mittel nicht auftragen. Auch auf sonnenverbrannter Haut dürfen Sie es nicht anwenden, bis der Sonnenbrand wieder abgeklungen ist

Tretinoin macht die Haut dünner und somit empfindlicher für UV-Strahlen. Generell sollten Sie die Haut während der Behandlung nicht der Sonne aussetzen oder dies auf ein Minimum beschränken und nicht ins Solarium gehen. Wenn sich die Sonneneinwirkung nicht vermeiden lässt, sollten Sie ein geeignetes Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 verwenden.

Kosmetika sollten Sie während der Behandlungszeit nur in Absprache mit dem Hautarzt benutzen. Präparate mit einem hohen Gehalt an Alkohol, Menthol, Gewürzen oder Limone – wie z. B. Rasiercreme und -wasser, Gesichtswasser, Parfum – oder Mittel, die die Haut stark austrocknen, wie medizinische Seifen und Hautreinigungsmittel sowie Präparate mit einem hohen Alkoholgehalt und Adstringenzien, sollten Sie zumindest in den ersten drei Wochen der Behandlung nicht verwenden. Sie können die Haut stark reizen.

Auch gechlortes Wasser in öffentlichen Schwimmbädern und salzhaltiges Meerwasser sollten Sie deshalb möglichst nicht an die mit dem Retinoid behandelte Haut kommen lassen.

Gegenanzeigen

Dieses Mittel dürfen Sie nicht anwenden, wenn Sie ein akutes Ekzem, einen Hautausschlag in der Mundregion (periorale Dermatitis), eine Kupferfinne (Rosazea) oder eine besonders schwere entzündliche Akne haben. Auch wenn Sie bereits einmal an Hautkrebs erkrankt sind, sollten Sie das Mittel nicht anwenden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Dieses Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig mit Azelainsäure, Benzoylperoxid oder salicylsäurehaltigen Präparaten anwenden, weil das die Haut zu stark reizen könnte.

Die Haut kann durchlässiger für alle anderen Wirkstoffe werden. Andere auf die Haut aufzutragende Mittel sollten Sie deshalb nicht gleichzeitig anwenden.

Nebenwirkungen

Wenn Sie die Haut intensiver Sonneneinstrahlung aussetzen, erhöht sich die Gefahr für Hautkrebs, da es vermehrt zu Sonnenbrand kommen kann. Solange Sie das Mittel anwenden, sollten Sie daher möglichst keine Sonnenbäder nehmen oder Solarien besuchen. Wenn Sie sich dennoch der Sonne aussetzen, sollten Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen oder die Haut mit geeigneter Kleidung schützen.

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Haut rötet sich, schuppt, juckt, brennt, wird trocken und damit verletzlicher.

Die Farbstoffbildung in Haut und Haaren kann sich verändern, sodass diese heller oder dunkler werden.

Muss beobachtet werden

Sind die oben genannten Hauterscheinungen nach einer Woche noch nicht abgeklungen, handelt es sich vermutlich um eine allergische Reaktion. Dann sollten Sie das Mittel absetzen und erneut einen Hautarzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Während der Behandlung mit Retinoiden sollten Sie eine Schwangerschaft sicher verhüten. Wenn Sie schwanger werden möchten, sollten Sie das Mittel absetzen und für weitere vier Wochen ein sicheres Verhütungsmittel benutzen, da der noch im Körper vorhandenen Wirkstoff ein Ungeborenes schädigen könnten.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Dieses Mittel dürfen Sie in der Schwangerschaft nicht anwenden. Auch bei äußerlich anzuwendenden Retinoiden kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Ungeborene geschädigt wird.

Stillen ist bei kleinflächiger Anwendung akzeptabel. Um einen direkten Kontakt des Mittels mit dem Säugling zu vermeiden, dürfen Sie Tretinoin in der Stillzeit nicht auf die Brust auftragen.

* Aktualisiert am 10.02.2020

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs