Medikamente im Test

Aknemittel: Benzoylperoxid + Miconazol (äußerlich/Kombination)

Wirkungsweise

In diesem Präparat ist das chemische Schälmittel Benzoylperoxid mit dem pilztötenden Wirkstoff Miconazol kombiniert. Benzoylperoxid trocknet fettige Haut aus und tötet Entzündungskeime ab. Darüber hinaus weist es eine leichte Schälwirkung auf und reizt die Haut. Die therapeutische Wirksamkeit bei leichter bis mittelschwerer Akne ist belegt.

Miconazol tötet in erster Linie Pilze ab. Reicht Benzoylperoxid allein nicht aus, um die Akne zu bessern, bedarf es keiner pilztötenden Substanz, sondern eher eines wirksamen antibakteriellen Wirkstoffs (z. B. das verschreibungspflichtige Antibiotikum Erythromycin). Da nicht ausreichend nachgewiesen ist, dass die Kombination aus Benzoylperoxid und Miconazol bei Akne besser wirkt als Benzoylperoxid allein, gilt das Mittel als "wenig geeignet".

Anwendung

Bei der Anwendung müssen Sie die Umgebung von Augen, Nasenlöchern und Mund aussparen, weil beide Wirkstoffe die Schleimhäute reizen.

Weil es bei der Behandlung von Aknemitteln mit Benzoylperoxid in Einzelfällen auch schon zu schweren allergischen Hautreaktionen gekommen ist, wird empfohlen die Zubereitungen in den ersten Tagen der Behandlung nur an ein oder zwei kleineren Hautstellen auszuprobieren. Bleibt eine allergische Reaktion aus, kann die Behandlung ausgeweitet werden. Ansonsten sollten Sie sich an einen Arzt wenden.

Sie tragen die Creme ein- bis zweimal täglich auf die betroffene Haut auf, am besten tagsüber. Wenn Sie eher trockene Haut haben, sollten Sie das Mittel sehr sparsam verwenden und nicht öfter als einmal täglich. Auf offene Hautstellen dürfen Sie die Mittel nicht auftragen, weil sich dann das Allergierisiko erhöht.

Zu Beginn der Behandlung kann sich die Akne vorübergehend verschlimmern. Aber schon nach ein bis zwei Wochen ist die Haut nicht mehr so fettig, nach etwa vier bis sechs Wochen sollte sich die Zahl der Mitesser und Pusteln verringert haben.

Das Mittel können Sie – wenn Ihre Haut das verträgt – so lange anwenden, bis Sie kaum noch Pickel haben, auch wenn die Behandlung Jahre dauern sollte. Trocknet der Wirkstoff die Haut mit der Zeit zu sehr aus, können Sie eine mehrwöchige Behandlungspause einlegen und danach – wenn nötig – erneut beginnen.

Achtung

Benzoylperoxid macht die Haut empfindlicher für UV-Licht. Sie sollten daher keine Sonnenbäder nehmen und auch kein Solarium besuchen. Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie die Haut mit Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor schützen.

Benzoylperoxid bleicht bunte Wäsche und Kleidung, wenn diese damit in Berührung kommen. Auch Haut und Haare können vorübergehend heller werden.

Gegenanzeigen

Wenn Sie Neurodermitis haben, sollten Sie Benzoylperoxid nur in niedrigen Konzentrationen und erst nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden, weil es die meist sowieso schon sehr trockene Haut zu stark austrocknen und damit empfindlicher machen kann.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Benzoylperoxid dürfen Sie nicht mit anderen stark hautreizenden Aknemitteln kombinieren, weil Benzoylperoxid sehr reaktionsfreudig ist und andere Wirkstoffe zersetzen kann. Wenn Sie es mit anderen Wirkstoffen kombinieren wollen – z. B. mit dem verschreibungspflichtigen Tretinoin –, müssen Sie diese in großem zeitlichem Abstand anwenden, also z. B. Benzoylperoxid morgens und Tretinoin abends.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei der ersten Anwendung kann ein leichtes Brennen auftreten und die Haut kann sich warm anfühlen.

Die Haut kann trocken werden, sich schuppen oder sich schälen. Meist gibt sich das wieder.

Muss beobachtet werden

Gelegentlich (bei 3 von 100 Behandelten) kommt es vor, dass die Haut brennt und sich rötet, weil das Mittel sie zu stark reizt. Dann sollten Sie eine geringere Konzentration wählen und eine Behandlungspause einlegen. Benutzen Sie das Mittel anschließend nur alle zwei Tage. Bessern sich die Symptome nicht, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

Bildet sich zusätzlich ein Hautausschlag, reagieren Sie auf den Wirkstoff vermutlich allergisch. Dann sollten Sie das Mittel absetzen. Haben sich die Hauterscheinungen auch einige Tage danach nicht merklich gebessert, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

In Einzelfällen sind auch schwere allergische Hautreaktionen mit Schwellungen im Unterhautgewebe beobachtet worden. Wenn eine großflächige Hautrötung, Atemnot, Schwindel und Herzrasen oder Schwellungen im Gesichts- oder Halsbereich auftreten, sollten Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für Kinder unter zwölf Jahre gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels. In dieser Altersgruppe tritt Akne ohnehin selten auf.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Benzoylperoxid wird in der Haut zu Benzoesäure umgewandelt und in den Blutkreislauf aufgenommen. Bei großflächiger Anwendung kann dies eine Gefahr für das ungeborene Kind darstellen. Auf kleinen Hautflächen, z. B. punktuell im Gesicht, können Sie das Mittel aber benutzen. Im letzten Schwangerschaftsmonat sollten Sie auf die Anwendung besser ganz verzichten.

Auch während der Stillzeit sollten Sie das Mittel nur punktuell anwenden, keinesfalls aber auf der Brust.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs