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ACE-Hemmer: Benazepril, Captopril, Cilazapril, Enalapril, Fosinopril, Lisinopril, Perindopril, Quinapril, Ramipril und Trandolapril

Aktuelles April 2020

Meldungen über Zusammenhänge der Behandlung von Bluthochdruck mit einem ACE-Hemmer und Covid-19 konnten wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Kontinuierlich aktualisierte Informationen finden Sie in den FAQ Corona – Gesundheit, Schutz­maßnahmen: Was Sie jetzt wissen sollten.

Wirkungsweise

ACE-Hemmer senken den Blutdruck, indem sie das Angiotensin Converting Enzym (ACE) hemmen. Dieses Enzym wandelt das Hormon Angiotensin I in seine wirksame Form Angiotensin II um, das die Blutgefäße stark verengt. Wird diese Umwandlung blockiert, erweitern sich die Adern. Dadurch verringert sich der Widerstand, gegen den das Herz das Blut durch den Kreislauf pumpt und der Blutdruck sinkt.

Es gibt sowohl langwirkende als auch kurzwirkende Wirkstoffe dieser Gruppe.

Herzschwäche und Hoher Blutdruck

Davon hängt es ab, wie viele Tabletten Sie einnehmen müssen. Captopril ist in dieser Auswahl die einzige kurzwirkende Substanz, sie wird vom Körper rasch wieder ausgeschieden. Das Mittel wirkt bereits nach 20 bis 30 Minuten, wobei nach ein bis zwei Stunden das Maximum erreicht ist.

Die anderen Substanzen sind langwirkende Mittel, die frühestens eine Stunde nach der Einnahme wirken; das Maximum ist nach drei bis vier Stunden erreicht. Der Vorteil dieser Mittel besteht darin, dass Sie nur eine oder zwei Tabletten täglich einnehmen müssen. Treten aber unerwünschte Wirkungen auf, halten diese länger an.

Hoher Blutdruck

ACE-Hemmer sind zur Behandlung von hohem Blutdruck geeignet, insbesondere, wenn zusätzlich eine Herzschwäche oder ein Diabetes besteht. Bei Menschen mit Diabetes tragen die Mittel dazu bei, Nierenschäden zu verhindern. Bei chronischen Nierenerkrankungen können ACE-Hemmer bewirken, dass sich die Organfunktion nicht weiter verschlechtert.

Herzschwäche

ACE-Hemmer werden häufig bei hohem Blutdruck eingesetzt. Bei einer Herzschwäche können sie verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet, und somit die Lebenserwartung verlängern. Das gilt auch, wenn Sie noch keine Beschwerden haben, Untersuchungsergebnisse (z. B. Ultraschall, Röntgen) aber bereits zeigen, dass sich die Herzleistung langsam verschlechtert. ACE-Hemmer können dann dazu beitragen, dass das Herz weiterhin leistungsfähig bleibt. Dies gilt vor allem, wenn die Herzschwäche das Zusammenziehen der Herzkammern betrifft (systolische Ventrikelfunktionsstörung). Betrifft sie dagegen das Erschlaffen der Herzkammern (diastolische Ventrikelfunktionsstörung), ist der Nutzen von ACE-Hemmern im Hinblick auf Sterberate und Krankenhauseinweisungen nicht nachgewiesen. Da dann aber meist zusätzlich ein hoher Blutdruck besteht, werden ACE-Hemmer dennoch als blutdrucksenkende Mittel empfohlen.

ACE-Hemmer werden bei Herzschwäche vorzugsweise in Kombination mit Diuretika eingesetzt.

Für die Behandlung einer Herzschwäche sind die Wirkstoffe Captopril, Enalapril, Lisinopril, Ramipril und Trandolapril geeignet. Wegen ihres geringeren Erprobungsgrades werden die Wirkstoffe Benazepril, Fosinopril, Perindopril und Quinapril als "auch geeignet" erachtet.

Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris

Perindopril und Ramipril gehören zu den langwirkenden Substanzen unter den ACE-Hemmern. Bei koronarer Herzkrankheit (KHK) verringern diese Wirkstoffe (wie auch andere ACE-Hemmer) den Widerstand, den das Herz beim Zusammenziehen der linken Herzkammer überwinden muss, um das Blut über die Hauptschlagader in den Kreislauf zu befördern.

Studien haben ergeben, dass Ramipril die Gefahr für einen Herzinfarkt und insgesamt das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, verringern kann. Dies gilt vor allem für Personen mit koronarer Herzkrankheit und stabiler Angina Pectoris, bei denen das Risiko für einen Herzinfarkt aufgrund von Rauchen, hohem Blutdruck, Übergewicht, erhöhten Blutfetten und/oder Diabetes besonders hoch ist. Dabei ist es unerheblich, ob bereits Zeichen einer Herzschwäche vorhanden sind oder nicht. Diese Wirkung ist vermutlich vor allem auf die blutdrucksenkenden Eigenschaften der ACE-Hemmer zurückzuführen.

Für Perindopril ist nachgewiesen, dass es bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit ohne Anzeichen einer Herzschwäche das Risiko für einen weiteren Herzinfarkt und insgesamt die Infarktsterblichkeit verringern kann.

Angina-Pectoris-Beschwerden können ACE-Hemmer nicht verbessern. Wenn bei koronarer Herzkrankheit noch kein Hinweis auf eine Herzschwäche besteht, kommen ACE-Hemmer deshalb erst in zweiter Linie infrage – nach Betablockern. Ist das Herz jedoch bereits geschwächt, sind ACE-Hemmer die Mittel der Wahl.

Anwendung

Hoher Blutdruck

Der Arzt sollte jeweils mit einer niedrigen Dosis beginnen. Wenn der Blutdruck nach zwei Wochen nicht ausreichend gesunken ist, kann er die Dosis erhöhen, die Substanzgruppe wechseln oder zusätzlich ein weiteres blutdrucksenkendes Mittel verordnen (z. B. ein Diuretikum).

Der mögliche Dosisbereich pro Tag beträgt für

  • Benazepril 10–20 Milligramm
  • Captopril 25–150 Milligramm
  • Cilazapril 0,5–5 Milligramm
  • Enalapril 2,5–40 Milligramm
  • Fosinopril 5–40 Milligramm
  • Lisinopril 2,5–40 Milligramm
  • Perindopril 2,5–10 Milligramm
  • Quinapril 10–40 Milligramm
  • Ramipril 1,25–10 Milligramm
  • Trandolapril 0,5–4 Milligramm.

Während der gesamten Behandlung sollte der Arzt ein- bis zweimal jährlich das Blutbild kontrollieren, um unerwünschte Wirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Wenn Sie nierenkrank sind oder Ihre Nieren nur eingeschränkt funktionieren, muss der Arzt vor und während der Behandlung die Nierenwerte und die Kaliumkonzentration im Blut kontrollieren. Die Dosis einiger ACE-Hemmer muss dann im Minimalbereich bleiben, weil die Mittel über die Nieren ausgeschieden werden. Die Ausnahme bildet Fosinopril, das normal dosiert werden kann.

Wenn Sie während der Einnahme von ACE-Hemmern Durchfall oder Fieber haben oder stark schwitzen, müssen Sie darauf achten, dass Sie mindestens zwei Liter täglich trinken (es sei denn, Sie haben eine Herzschwäche, dann folgen Sie dem Rat des Arztes). Sonst besteht die Gefahr, dass der Blutdruck zu stark absinkt und Sie ohnmächtig werden.

Herzschwäche

Da ACE-Hemmer den Blutdruck bei Herzschwäche sehr stark senken können, sollte die Behandlung mit einer sehr niedrigen Dosis beginnen, die dann über mehrere Wochen hinweg gesteigert werden kann. Wir benennen im Folgenden für die einzelnen Wirkstoffe jeweils die Anfangs- und – in Klammern – die Zieldosis, bei der sich in klinischen Studien Folgeerkrankungen und Todesfälle am besten verringern ließen:

  • Benazepril: einmal täglich 2,5 Milligramm (zweimal täglich 5–10 Milligramm)
  • Captopril: dreimal täglich 6,25 Milligramm (dreimal täglich 25–50 Milligramm)
  • Enalapril: einmal täglich 2,5 Milligramm (zweimal täglich 10–20 Milligramm)
  • Fosinopril: einmal täglich 5–10 Milligramm (einmal täglich 20 Milligramm)
  • Lisinopril: einmal täglich 2,5 Milligramm (einmal täglich 35 Milligramm)
  • Perindopril: einmal täglich 2,5 Milligramm (einmal täglich 5 Milligramm)
  • Quinapril: zweimal täglich 2,5 Milligramm (zweimal täglich 10–20 Milligramm)
  • Ramipril: zweimal täglich 1,25–2,5 Milligramm (zweimal täglich 5 mg oder einmal 10 Milligramm)
  • Trandolapril: am ersten Tag einmal 0,5 Milligramm, am zweiten Tag einmal 1 Milligramm (4 Milligramm).

Es ist ratsam, dass Sie die erste Tablette unter ärztlicher Aufsicht einnehmen und danach zwei bis vier Stunden liegen oder sitzen. Sackt der Blutdruck sehr stark ab, kann Ihnen schwindlig oder schwarz vor Augen werden. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn Sie bereits mit einem wasserausschwemmenden Medikament (Diuretikum) behandelt werden oder wenn Sie einen starken Flüssigkeitsverlust (Erbrechen, Durchfall, Schwitzen) erlitten haben. Bevor Sie nach Hause gehen, muss der Arzt Ihren Blutdruck noch einmal messen.

Wird die Dosis dann im Laufe der nächsten Tage und Wochen langsam gesteigert, muss der Arzt den Blutdruck jedes Mal von Neuem kontrollieren.

Um das Herz dauerhaft zu stabilisieren, müssen Sie ACE-Hemmer meist ziemlich hoch dosiert anwenden. Wenn Sie die angestrebte Zieldosis nicht vertragen, sollten Sie die für Sie individuell noch verträgliche Dosis einnehmen. Das ist besser, als ganz auf das Mittel zu verzichten.

Wenn Ihr Blutdruck schon vor der Behandlung sehr niedrig ist (unter 90–100 mmHg beim ersten Wert) oder Ihre Nieren nur eingeschränkt arbeiten, sollte die richtige Dosis unter Beteiligung eines Facharztes (Kardiologe) oder stationär im Krankenhaus ermittelt werden.

Der Arzt sollte anfangs alle zwei Wochen, später alle drei bis sechs Monate die Kaliumwerte im Blut und die Nierenfunktion kontrollieren.

Es dauert einige Wochen oder Monate, bis die ACE-Hemmer ihre volle Wirksamkeit entfaltet haben. Sie müssen also Geduld haben und dürfen die Mittel nicht eigenmächtig absetzen, wenn sich Ihre Beschwerden nicht gleich bessern.

Der positive Effekt der Mittel lässt nach, wenn Sie sie absetzen. Sie müssen sie also wahrscheinlich lebenslang einnehmen.

Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris

Sofern keine schwerwiegenden Nierenfunktionsstörungen vorliegen, sollte die Behandlung mit der geringstmöglichen Dosis beginnen: Bei Ramipril sind das 2,5 Milligramm, bei Perindopril 5 Milligramm täglich. Nach ein bis zwei Wochen kann die Dosis – je nachdem, wie gut Sie das Mittel vertragen – verdoppelt werden. Bei beiden Wirkstoffen ist eine Steigerung auf 10 Milligramm möglich. Ist die Nierenfunktion deutlich vermindert liegen die Anfangsdosen der Mittel noch niedriger.

Wenn bereits eine ausgeprägte Herzschwäche besteht oder Sie mit wasserausschwemmenden Mitteln (Diuretika) vorbehandelt wurden, sollte der Arzt die Mittel zu Beginn besonders niedrig dosieren.

Achtung

Hoher Blutdruck

Bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe kann der blutdrucksenkende Effekt durch ACE-Hemmer geringer ausfallen. Diese Wirkstoffgruppe hat Auswirkungen auf das körpereigene Renin-Angiotensin-System und senkt darüber den Blutdruck. Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe kommt es häufiger vor, dass bereits weniger Renin im Blut enthalten ist, das für die Bildung von Angiotensin notwendig ist. Somit ist dieser Ansatz zur Blutdrucksenkung bei diesen Menschen nicht so effektiv. Andere blutdrucksenkende Wirkstoffe sind dann sinnvoller.

Wenn Sie zusätzlich zum hohen Blutdruck eine ausgeprägte Herzschwäche haben oder mit wasserausschwemmenden Mitteln (Diuretika) vorbehandelt wurden, sollte der Arzt die Mittel zu Beginn besonders niedrig dosieren. Auch ein Flüssigkeits- oder Elektrolytmangel sollte ausgeschlossen sein. Die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern kann trotzdem sehr stark sein. Deshalb sollten Sie während der ersten Einnahme ärztlich überwacht werden.

Herzschwäche

Wenn Sie bereits wasserausschwemmende Mittel (Diuretika) einnehmen, empfiehlt der Hersteller, diese zunächst abzusetzen und die erste Tablette der ACE-Hemmer frühestens 24 Stunden später einzunehmen, weil sonst der Blutdruck zu stark absinken kann. Das ist jedoch nicht nötig, wenn der Arzt die Serum-Natriumwerte und den Blutdruck kontrolliert.

Flüssigkeitsverluste (z. B. aufgrund von Durchfall) müssen Sie ausgleichen, bevor Sie den ACE-Hemmer erstmals einnehmen, weil sonst der Blutdruck ebenfalls zu stark abfällt.

Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris

ACE-Hemmer lassen den Blutdruck absinken. Wenn Ihr Blutdruck sehr niedrig ist, müssen Sie zu Beginn der Behandlung und bei Dosissteigerungen ärztlich überwacht werden. Sinkt der Blutdruck zu stark ab, besteht ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie keine ACE-Hemmer einnehmen:

  • Sie haben oder hatten schon einmal ein Quincke-Ödem, auch "angioneurotisches Ödem" genannt, mit anfallsweise auftretenden Wassereinlagerungen in den Gliedmaßen, im Mund- und Rachenraum und im Magen-Darm-Trakt.
  • Sie haben zusätzlich zu dem erhöhten Blutdruck auch Diabetes oder die Funktion Ihrer Niere ist eingeschränkt und Sie werden mit dem Wirkstoff Aliskiren (Rasilez) behandelt.
  • Das Blut enthält hohe Konzentrationen des Hormons Aldosteron (primärer Aldosteronismus). Dann lässt sich der hohe Blutdruck durch ACE-Hemmer nicht oder nicht ausreichend beeinflussen.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von ACE-Hemmern besonders sorgfältig abwägen:

  • Es besteht eine Verengung der Nierenarterien, die die Durchblutung der Nieren beeinträchtigt. Bei einigen Wirkstoffen liegen zur Anwendung bei schweren Nierenfunktionsstörungen oder Nierenversagen (mit der Notwendigkeit einer Dialysebehandlung) oder nach einer Nierentransplantation kaum Erfahrungen vor.
  • Eine Ihrer Herzklappen ist verengt (Aorten- oder Mitralklappenstenose) oder der Herzmuskel ist so stark vergrößert, dass das Herz nicht voll leistungsfähig ist (obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie).
  • Sie haben eine Lebererkrankung.
  • Das Blut enthält zu viel Kalium oder zu wenig Natrium.
  • Es bestehen Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • In Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln – insbesondere mit Diuretika – verstärken sich die Wirkungen der Medikamente gegenseitig, sodass der Blutdruck besonders stark absinkt. Dies gilt auch, wenn blutdrucksenkende Wirkstoffe in anderen Anwendungsgebieten eingesetzt werden, z. B. Metoprolol bei Migräne oder Tamsulosin bei gutartiger Prostatavergrößerung. Dabei kann diese Verstärkung bei hohem Blutdruck eine erwünschte, bei normalen oder niedrigen Blutdruckwerten aber auch eine unerwünschte Wirkung sein, z. B. wenn blutdrucksenkende Mittel bei Herzschwäche oder koronarer Herzkrankheit eingesetzt werden. Unerwünscht ist der verstärkte blutdrucksenkende Effekt auch bei kombinierter Anwendung mit Arzneimitteln, die als Nebenwirkung den Blutdruck senken. Zu diesen Arzneimitteln gehören z. B. die bei Depressionen häufig eingesetzten trizyklischen Antidepressiva und der Wirkstoff Sildenafil (bei Erektionsstörungen).
  • ACE-Hemmer bewirken, dass der Kaliumgehalt im Blut ansteigt. Gemeinsam mit kaliumsparenden Diuretika wie z. B. Spironolacton, Heparinen zum Spritzen und Fondaparinux (bei Venenerkrankung, Thrombosen) oder kaliumhaltigen Mineralstoffpräparaten (als Stärkungs- und Nahrungsergänzungsmittel) kann es zu einer erhöhten Kaliumkonzentration im Blut kommen. Anzeichen dafür sind Empfindungsstörungen, Muskelschwäche sowie ein verlangsamter Herzschlag. Auch bei der gleichzeitigen Anwendung mit Ciclosporin (bei Schuppenflechte und rheumatoider Arthritis sowie nach Organtransplantationen), Tacrolimus (bei Neurodermitis) oder Trimethoprim (bei Harnwegsinfektionen) können diese Symptome als Folge einer erhöhten Kaliumkonzentration im Blut auftreten.
  • ACE-Hemmer lassen die Blutspiegel von Lithium (bei manisch-depressiven Störungen) ansteigen, sodass dieses stärker giftig wirkt. Beide Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden. Ist dies dennoch erforderlich, sollte der Arzt während der Behandlung die Lithiumspiegel im Blut kontrollieren.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum Einnehmen mit Wirkstoffen wie z. B. Indometacin, Ibuprofen oder Diclofenac (bei Schmerzen, Rheuma) schwächen die Wirkung von ACE-Hemmern. Wenn Sie solche Mittel kontinuierlich einnehmen müssen, sollten Sie den Blutdruck häufiger als gewohnt kontrollieren, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Außerdem erhöhen NSAR das Risiko, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert, und zwar insbesondere dann, wenn ACE-Hemmer zusammen mit weiteren blutdrucksenkenden Mitteln wie Diuretika oder Sartanen kombiniert und gleichzeitig NSAR eingenommen werden. Dann sollte der Arzt die Nierenfunktion sowie die Kaliumwerte im Blut häufiger kontrollieren.
  • In Kombination mit Allopurinol (bei Gicht) oder mit Azathioprin (bei Rheuma, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) kann die Anzahl der weißen Blutkörperchen absinken. Ist eine solche Kombination unerlässlich, muss der Arzt in der ersten Zeit der gleichzeitigen Einnahme alle zwei Wochen, dann wieder nach drei Monaten und später ein- bis zweimal jährlich das Blutbild überprüfen.
  • Wenn Sie aufgrund einer Insektengiftallergie eine Desensibilisierungsbehandlung erhalten, sollten Sie sicherheitshalber in Absprache mit dem Arzt die Einnahme von ACE-Hemmern unterbrechen, weil ansonsten das Risiko steigt, dass Sie auf das Allergen mit einer überschießenden Immunantwort reagieren, die bis hin zum Kreislaufkollaps führen kann.

Unbedingt beachten

Bei Menschen mit Diabetes können ACE-Hemmer die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und Sulfonylharnstoffen verstärken, sodass eine Unterzuckerung entsteht. Sicherheitshalber sollten Sie die Blutzuckerwerte häufiger als sonst kontrollieren. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.

ACE- Hemmer sollten Sie nicht gleichzeitig mit Aliskiren oder Sartanen (beide bei hohem Blutdruck) einnehmen. Keinesfalls dürfen Sie ACE-Hemmer mit Aliskiren kombinieren, wenn Sie Diabetes haben oder wenn Ihre Nierenfunktion gestört ist.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern verstärken.

Nebenwirkungen

Anfang 2019 kam aufgrund von Beobachtungen der Verdacht auf, dass ACE-Hemmer im Vergleich zu Sartanen (bei Herzschwäche, hohem Blutdruck) ein etwas höheres Risiko für Lungenkrebs haben könnten. Die Untersuchung hat jedoch methodische Schwächen und die Daten sind insgesamt widersprüchlich. Nur wenn sie durch weitere Studien bestätigt werden, müsste die Einschätzung dieser Mittel geändert werden. Weiterhin gilt daher: ACE-Hemmer sind die Mittel der Wahl zur Behandlung des hohen Blutdrucks und der Herzschwäche. Sie senken die Sterblichkeit und verhindern Herz-Kreislauf-Ereignisse.

Während der Behandlung mit Mitteln aus dieser Wirkstoffgruppe kann es zu Haarausfall kommen. Dieser lässt meist wieder nach, sobald das Medikament abgesetzt wird.

Die Mittel können Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken davon in der Regel nichts, vielmehr fallen die Funktionsänderungen nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom Einzelfall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man solche Leberwerte oft tolerieren und sie häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen und eventuell zu einem anderen Mittel wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten können – besonders zu Beginn der Behandlung – Kopfschmerzen, Brechreiz und Durchfall auftreten.

Die Geschmacksempfindlichkeit der Zunge und die Sensibilität der Riechschleimhaut können nachlassen. Dieser Effekt verschwindet, wenn Sie die Mittel absetzen.

In Einzelfällen wurden vorübergehend Potenzstörungen beobachtet.

Muss beobachtet werden

Sehr häufig (bei 20 von 100 Behandelten) verursachen ACE-Hemmer einen unangenehmen Reizhusten, bei Frauen häufiger als bei Männern. Wenn der Husten sehr störend wird, sollten Sie mit dem Arzt sprechen, damit er Ihnen gegebenenfalls ein anderes Mittel verschreibt, z. B. aus der Gruppe der Sartane.

Bei 1 von 100 Behandelten kann sich die Kaliumkonzentration im Blut erhöhen. Das geschieht umso häufiger (bei bis zu 1 von 10 Behandelten), wenn gleichzeitig die Nieren nur eingeschränkt funktionieren, wenn Sie über 70 Jahre alt sind, Ihr Diabetes nicht ausreichend behandelt ist oder wenn eine Herzschwäche besteht. Symptome dafür sind Muskelschwäche und Veränderungen im EKG.

Die Nierenfunktion kann sich verschlechtern, insbesondere wenn sie bereits eingeschränkt ist. Hinweise dafür sind Wasseransammlungen in den Beinen, geringe Harnausscheidung, Krankheitsgefühl und Blässe. Solche Nierenschäden sind abhängig von der Dosis des ACE-Hemmers sowie von bereits bestehenden Erkrankungen und den Begleitmedikamenten. Nach Absetzen des Mittels bilden sie sich nicht immer zurück. Der Arzt muss deshalb zu Behandlungsbeginn alle vier bis acht Wochen die Nierenfunktion anhand der Blutwerte überprüfen. Wichtig zu wissen: ACE-Hemmer können aufgrund ihrer blutdrucksenkenden Wirkeigenschaften bei vielen Patienten das Fortschreiten einer Nierenerkrankung auch aufhalten. Aus Angst vor Nierenproblemen sollte man daher nicht ihre Anwendung verzichten.

Selten (bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten) verändert sich das Blutbild. Das Risiko dafür ist besonders erhöht, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist oder wenn Sie gleichzeitig Mittel einnehmen, die ebenfalls die Blutbildung beeinträchtigen können. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen kann so stark absinken, dass Ihre Abwehrkraft sehr geschwächt ist. Wenn Sie feststellen, dass Sie sehr infektanfällig sind, sollte der Arzt das Blutbild kontrollieren.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt (bei über 1 von 100), reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Die Mittel können die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind eine dunkle Verfärbung des Urins, eine ungewöhnlich helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer Gelbfärbung der Augen) – oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Nehmen Juckreiz und Hautausschlag zu und treten zusätzlich Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auf, müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Bei 3 bis 5 von 1 000 Behandelten kann das Unterhautgewebe anschwellen. Geschieht dies im Gesicht an Lippen oder Zunge, drohen Atemnot und Erstickungsanfälle (Quincke-Ödem oder angioneurotisches Ödem). Dann müssen Sie umgehend den Notarzt (Telefon 112) rufen. Wenn eine derartige Reaktion einmal aufgetreten ist, dürfen Sie zukünftig keine ACE-Hemmer mehr einnehmen. Auch Sartane sollten dann nur mit allergrößter Vorsicht eingesetzt werden.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Erfahrungen mit ACE-Hemmern bei Kindern sind noch recht gering. Dosisempfehlungen werden nur für Benazepril, Captopril, Enalapril und Lisinopril gegeben. Andere Wirkstoffe aus der Gruppe der ACE-Hemmer sollten mangels Erfahrung nicht angewendet werden.

Bei Captopril beträgt die Anfangsdosis bei Kindern ab etwa sechs Jahre beziehungsweise ab einem Körpergewicht von 20 Kilogramm 6,25 Milligramm. Die Erhaltungsdosis wird abhängig vom Ansprechen des Kindes angepasst und beträgt in der Regel zweimal täglich 12,5 Milligramm.

Für Enalapril liegen nur begrenzte Erfahrungen für Kinder ab etwa sechs Jahre vor. Die Anfangsdosis wird für Kinder mit einem Körpergewicht von 20 bis 50 Kilogramm mit 2,5 Milligramm täglich angegeben, die maximale Erhaltungsdosis sollte bei ihnen nicht über 20 Milligramm pro Tag liegen. Kinder über 50 Kilogramm können anfangs 5 Milligramm Enalapril täglich bekommen, langfristig nicht mehr als maximal 40 Milligramm pro Tag.

Lisinoprilhaltige Mittel können Kinder ab sechs Jahre erhalten. Die Anfangsdosis beträgt bei einem Körpergewicht von 20 bis 50 Kilogramm 2,5 Milligramm, die Erhaltungsdosis maximal 20 Milligramm pro Tag. Kinder mit einem Körpergewicht von mehr als 50 Kilogramm bekommen zu Beginn 5 Milligramm und im späteren Verlauf bis zu maximal 40 Milligramm Lisinopril pro Tag.

Zur Empfängnisverhütung

Frauen sollten während der Einnahme von ACE-Hemmern ein sicheres Verhütungsmittel anwenden, weil die Wirkstoffe das Ungeborene vor allem im zweiten und im letzten Schwangerschaftsdrittel schwer schädigen können.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit dürfen Sie keine ACE-Hemmer einnehmen.

Wenn Sie in den ersten Wochen einer Schwangerschaft noch ACE-Hemmer eingenommen haben, sollte der Arzt Ihnen schnellstmöglich ein anderes blutdrucksenkendes Medikament, z. B. Methyldopa, verordnen.

Für ältere Menschen

Weil die Nierenfunktion in dieser Altersgruppe oft beeinträchtigt ist, sollte der Arzt ACE-Hemmer grundsätzlich niedrig dosieren und die Nierenwerte häufiger als sonst kontrollieren.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen zu Beginn der Behandlung wegen des niedrigeren Blutdrucks häufiger schwindlig ist oder Sie sich müde fühlen, sollten Sie kein Fahrzeug lenken, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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