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5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Dutasterid und Finasterid

Wirkungsweise

Prostatavergrößerung

Dutasterid und Finasterid sind 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, die das männliche Sexualhormon Testosteron im Körper behindern. Damit soll das Zellwachstum der Prostata reduziert werden. Testosteron muss, damit es an den Zielzellen wirken kann, zunächst von einem Enzym, der 5-Alpha-Reduktase, in Dihydrotestosteron umgewandelt werden. Dutasterid und Finasterid blockieren dieses Enzym und verringern so die Hormonwirkung.

Beide Substanzen können eine deutlich vergrößerte Prostata messbar verkleinern. Da die Beschwerden aber nicht allein von der Größe der Prostata abhängen, empfinden nicht alle Männer die Behandlung als hilfreich. Eine Verbesserung bemerken am ehesten jene Männer, deren Prostata schon stark vergrößert ist. Bei ihnen kommt es, wenn sie die Mittel langfristig anwenden, seltener zu Harnverhalt und Operationen. Doch selbst wenn sich die Prostata um etwa ein Viertel bis ein Drittel verkleinert hat, verringern sich die Beschwerden nicht immer. Aus diesem Grund gelten Mittel mit Dutasterid oder Finasterid als "mit Einschränkung geeignet". Dutasterid ist das neuere der beiden Medikamente. Ein bedeutsamer Vorteil gegenüber Finasterid ließ sich bisher nicht erkennen.

Die abgeschwächte Wirkung von Testosteron kann andere Organe und Funktionen, die auf dieses Hormon angewiesen sind, beeinträchtigen. So können sich z. B. Potenzstörungen und Brustwachstum einstellen. Aus diesem Grund bricht eine Reihe von Männern die Behandlung ab.

In den vergangenen Jahren wurde eine über die Behandlung der Prostatavergrößerung hinausgehende Anwendungsmöglichkeit für beide Substanzen untersucht. Zwei Studien befassten sich mit der Frage, ob sich das Risiko für Prostatakrebs verringern lässt, wenn man Finasterid oder Dutasterid jahrelang einnimmt. Dabei zeigte sich, dass beide Substanzen die Zahl von sehr wahrscheinlich nicht lebensbedrohlichen Prostatatumoren deutlich verringern kann. Im Gegensatz dazu stieg aber vor allem nach längerer Behandlungsdauer die Zahl von besonders aggressiven Prostatatumoren. Nach sieben Jahren waren in der Gruppe, die Finasterid eingenommen hatte, ebenso viele Männer an Prostatakrebs verstorben wie in der ohne Finasterid. Zur Vorbeugung gegen Prostatakarzinome überwiegt nach den bisherigen Erkenntnissen bei beiden Arzneimitteln offenbar der Schaden den Nutzen. Die Mittel sind für diesen Einsatz nicht zugelassen und ihre Einnahme kann für diesen Zweck nicht empfohlen werden. Diese Erkenntnisse sind auch bei der jahrelangen Einnahme dieser Medikamente zur Behandlung von gutartiger Prostatavergrößerung zu bedenken.

Haarausfall

Finasterid ist ein 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, der das männliche Sexualhormon Testosteron im Körper behindert. Studien, die seine Wirksamkeit von Finasterid bei gutartiger Prostatavergrößerung untersuchten, zeigten bei vielen Männern zwischen 18 und 41 Jahren den willkommenen Nebeneffekt, dass das Mittel den Haarwuchs förderte.

Bei zwei Drittel der Männer mit hormonbedingtem Haarausfall lässt sich der Haarverlust durch Finasterid verlangsamen, unter einer Scheinbehandlung ergab sich lediglich bei einem Drittel eine Besserung. Nach einem Jahr kontinuierlicher Anwendung sind zirka vier von zehn behandelten Männern mit ihrem Haarbild zufrieden, wird nur ein Scheinmedikament gegeben, sind es lediglich zwei von zehn. Wird das Arzneimittel abgesetzt, geht der Behandlungserfolg jedoch wieder zurück. Um die Wirkung aufrecht zu erhalten, muss das Mittel also dauerhaft eingesetzt werden. Allerdings fehlen Untersuchungen zu den Langzeiteffekten einer solchen Daueranwendung bei gesunden Männern.

Das erscheint umso problematischer, da Finasterid bei Dauereinnahme in höherer Dosierung, wie sie bei gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt wird, mit einem vermehrten Auftreten von aggressiven Prostatatumoren in Zusammenhang gebracht wurde. Dies ist auch für Propecia nicht auszuschließen.

Auch gibt es Hinweise aus Untersuchungen, dass der Vorteil einer größeren Haarfülle mit dem Nachlassen der sexuellen Lust und Potenz erkauft wird, die auch noch längere Zeit anhalten kann, selbst wenn das Mittel abgesetzt ist.

Zur Behandlung von Haarausfall bei Männern ist Finasterid deshalb nur mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Prostatavergrößerung

Dutasterid und Finasterid müssen täglich eingenommen werden. Wird die Therapie beendet, ist der Hormonspiegel nach einigen Wochen wieder so hoch wie vorher.

Bis zu sechs Monate kann es dauern, bis klar ist, ob die Mittel bei Prostatavergrößerung anschlagen. Manche Männer registrieren allerdings schon früher Verbesserungen.

Haarausfall

Sie nehmen täglich eine Tablette ein. Frühestens nach drei bis sechs Monaten ist mit einem sichtbaren Behandlungserfolg beim Haarwuchs zu rechnen. Setzen Sie das Mittel ab, setzt der Haarausfall wieder ein.

Achtung

5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie etwa Finasterid verändern das Ergebnis einer Blutuntersuchung auf das prostataspezifische Antigen. Dieser sogenannte PSA-Test wird häufig bei Männern gemacht, um den Verdacht auf Prostatakrebs näher einzugrenzen. Durch Dutasterid und Finasterid sinkt der PSA-Wert innerhalb der ersten Behandlungsmonate im Durchschnitt um die Hälfte. Haben Sie die Mittel länger als sechs Monate eingenommen, können Sie davon ausgehen, dass der wirkliche PSA-Wert doppelt so hoch ist wie gemessen. Damit der Arzt den PSA-Wert einschätzen kann, ist es wichtig, dass Sie ihn darüber informieren, dass Sie eines dieser Medikamente anwenden.

Haarausfall

Frauen im gebärfähigen Alter dürfen dieses Mittel nicht anwenden. Bei Frauen, die nach den Wechseljahren über Haarausfall klagten, hat eine einjährige Behandlung mit Finasterid keine Besserung erbracht.

Gegenanzeigen

Wenn Ihre Leberfunktion stark eingeschränkt ist, dürfen Sie Dutasterid nicht einnehmen.

Prostatavergrößerung

Bei einer mäßig beeinträchtigten Leberfunktion muss der Arzt Nutzen und Risiken einer Anwendung von Dutasterid oder Finasterid sehr sorgfältig abwägen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Prostatavergrößerung

Das Haarwachstum kann angeregt werden.

Muss beobachtet werden

Prostatavergrößerung

Gutartige und bösartige Veränderungen der Brustdrüse sind häufige Erkrankungen bei Frauen. Weniger geläufig ist, dass es auch bei Männern solche Veränderungen geben kann. Derartiges ist zwar sehr selten, doch durch die Einnahme dieser Prostatamittel kann sich bei Männern die Brustdrüse vergrößern. Zudem kann sich die Brust wund und gespannt anfühlen. Vereinzelt wurde bei Männern, die Finasterid einnahmen, eine Brustkrebserkrankung festgestellt. Wenn Brustbeschwerden innerhalb der ersten Behandlungswochen nicht nachlassen, sich ein Knoten fühlen lässt oder Flüssigkeit aus den Brustwarzen tritt, sollten Sie das ärztlich abklären lassen.

Haarausfall

In seltenen Fällen kann die Brust berührungsempfindlich werden, spannen oder sich vergrößern. Vereinzelt wurde bei Männern, die Finasterid in höherer Dosierung einnahmen, auch eine Brustkrebserkrankung festgestellt. Wenn Brustbeschwerden auftreten und nach einigen Wochen nicht deutlich nachlassen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Prostatavergrößerung

Durch die Einnahme dieser Mittel kann es zu Ejakulationsstörungen kommen.Das heißt, das Ejakulat wird "nach rückwärts" in die Harnblase ausgestoßen, seine Menge kann verringert sein (bei einem bis 10 von 100). Weiterhin kann mehr Zeit bis zum Samenerguss vergehen und der Orgasmus kann weniger intensiv ausfallen. Zudem können Hodenschmerzen auftreten und die Spermienanzahl kann verringert sein. Vor allem Letzteres kann die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen.

Diese Nebenwirkung können bei allen Alpha-Reduktasehemmern auftreten, sind bei ihnen aber insgesamt seltener als bei den Alpha-Rezeptoren-Blockern (z. B. Tamsulosin). Wenn Sie die Mittel absetzen, normalisiert sich das wieder.

Etwa 1 von 100 Behandelten bemerkt eine verminderte Lust auf Sex und hat Erektionsstörungen. In Einzelfällen bleiben die Beschwerden auch nach dem Absetzen des Mittels bestehen. Wenn derartige Beschwerden Sie stark beeinträchtigen, sollten Sie dies mit einem Arzt besprechen.

Während der Behandlung können sich depressive Verstimmungen, eine Depression und in seltenen Fällen auch Selbsttötungsgedanken einstellen. Wenn Sie bei sich unerklärliche Stimmungsschwankungen feststellen, sich traurig oder antriebslos fühlen oder nervös und reizbar sind oder wenn Angehörige Derartiges bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wenn Sie das Mittel gegen Haarausfall anwenden, sollten Sie die Einnahme beenden und sich ebenfalls an einen Arzt wenden.

Bei der Einahme von Finasterid können Angstzustände auftreten. Über solche Symptome sollten Sie den Arzt informieren.

Wenn sich die Haut verstärkt rötet und juckt und Bläschen auftreten, kann es sich um eine allergische Reaktion auf den Wirkstoff handeln. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche, Schwindel und Schwellungen im Gesichtsbereich auftreten, müssen Sie die Einnahme sofort stoppen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Haarausfall

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen mit diesem Mittel nicht behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Männer, die einen der Wirkstoffe einnehmen, sollten bei Sexualkontakt mit einer schwangeren Frau sowie mit einer Frau, die schwanger werden kann, Kondome benutzen. Geringe Mengen des Wirkstoffs finden sich im Sperma wieder und können unter Umständen sogar durch die intakte Haut und Schleimhaut der Frau aufgenommen werden.

Schwangere Frauen dürfen zerbrochene oder zerkleinerte Kapseln oder Tabletten nicht berühren. Wenn der Wirkstoff in den Körper gelangt, kann er bei einem männlichen Fetus dazu führen, dass sich bestimmte Geschlechtsmerkmale nicht richtig ausprägen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs