15.03.2019
Schwangerschaftsabbruch

Allgemeines

Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche können Frauen in Deutschland eine Schwangerschaft abbrechen lassen, ohne strafrechtlich verfolgt zu werden, wenn sie den gesetzlich vorgesehenen Weg einhalten. Das bedeutet, dass sie sich in einer anerkannten Stelle einer Beratung unterziehen und den Abbruch frühestens drei Tage nach dem Beratungsgespräch von einem Arzt durchführen lassen. Nach einer Vergewaltigung und bei einer medizinischen Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch gelten andere Vorschriften und die Schwangerschaft kann auch noch in einem späteren Stadium abgebrochen werden.

Eine Schwangerschaft kann auf unterschiedliche Weise abgebrochen werden. Welche Methode gewählt wird, hängt unter anderem davon ab, wie lange die Schwangerschaft bereits besteht.

Darüber hinaus sollten sich Frauen mit einer Blutgerinnungsstörung intensiv mit ihrem Arzt über die Art des Abbruchs beraten. Bei einer Gebärmutterausschabung besteht für sie ein erhöhtes Blutungsrisiko. Nach dem Absaugen wird oft eine solche Ausschabung vorgenommen. Aber auch nach einem medikamentösen Abbruch kann sie – wenn auch selten – erforderlich werden.

Absaugen

Dieses Verfahren wird angewendet, wenn die Schwangerschaft nicht älter als zwölf Wochen ist. Dabei wird in örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose der Muttermund gedehnt und eine dünne Kunststoffkanüle in die Gebärmutter eingeführt. Diese Kanüle ist mit einer Saugpumpe verbunden, die das Schwangerschaftsgewebe mit Unterdruck aus der Gebärmutter heraussaugt. Oft wird dann noch eine Ausschabung gemacht, um alle Schleimhautreste zu entfernen.

MIFEGYNE (Wirkstoff Mifepriston)

Mit diesem als Abtreibungspille bekannt gewordenen Medikament kann eine Frühschwangerschaft – das heißt innerhalb von 49 Tagen nach Empfängnis beziehungsweise 63 Tagen nach Beginn der letzten Regelblutung – ohne chirurgischen Eingriff beendet werden.

Die Anwendung von Mifepriston muss immer mit der Gabe von Prostaglandin kombiniert werden. Dadurch wird das Schwangerschaftsgewebe restlos ausgestoßen und die sonst notwendige Ausschabung entfällt. Allerdings gibt es in Deutschland kein Prostaglandin-Präparat, das für die kombinierte Anwendung im Rahmen eines medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs zugelassen ist. Die Ärzte, die Prostaglandin für diesen Zweck einsetzen, tun dies also auf Basis eines Off-label-use, für den sie selbst die haftungsrechtliche Verantwortung tragen. Das Prostaglandin-Präparat, das in Deutschland im Handel war und von Ärzten im Rahmen von Schwangerschaftsabbrüchen gebraucht wurde, wurde von der Herstellerfirma vom Vertrieb in Deutschland zurückgezogen. Ärzte, die diese Art des Abbruchs weiterhin praktizieren wollen, müssen nun auf reimportierte Produkte zurückgreifen oder sich das Präparat aus dem europäischen Ausland besorgen lassen, wo es weiterhin im Handel ist.

Die meisten Frauen, die eine Schwangerschaft auf diese Weise abgebrochen haben, waren damit – auch im Vergleich zur Vakuumabsaugung – sehr zufrieden. Sie haben sich vor allem deshalb für diese Methode entschieden, weil sie einen chirurgischen Eingriff samt Narkose ablehnten. Manche Frauen empfanden es allerdings als belastend, dass sich der Abbruch über mehrere Tage hinzog.

Ärzte weisen nicht immer auf die gegenüber dem Absaugen schonendere Methode mit Mifepriston hin. Sie werden für den medikamentösen Abbruch deutlich geringer honoriert als für einen chirurgischen Eingriff.

Prostaglandin

Nach der zwölften Woche ist der Fetus meist schon zu groß, um ihn abzusaugen. Dann wird der Abbruch im Krankenhaus mit dem Medikament Prostaglandin durchgeführt. Dieses Hormon löst Wehen aus, durch die der Fetus und die Plazenta abgehen. Danach wird noch eine Gebärmutterausschabung gemacht, um Schleimhaut- und Plazentareste vollständig aus der Gebärmutter zu entfernen. Weil Prostaglandin nur langsam wirkt, kann der Abbruch ein bis zwei Tage dauern.

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